Finanzkrise Frankreich lädt zu Krisengipfel
Nach tagelangen Spekulationen über eine europäische Krisensitzung hat die französische Regierung offiziell zu einem Treffen am Samstag in Paris eingeladen. Forscher warnen indes vor "Balkanisierung" des Bankensektors.
Die Staats- und Regierungschefs der vier europäischen G-8-Staaten kommen am Samstag in Paris zu Beratungen über die Finanzkrise zusammen. Das französische Präsidialamt bestätigte am Donnerstag den Termin für das Treffen, bei dem auf Einladung von Präsident Nicolas Sarkozy die Positionen von Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien für den nächsten G-8-Gipfel zur Geldmarktkrise vorbereitet werden sollen.
Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs von Großbritannien und Italien werden demnach auch EZB-Chef Jean-Claude Trichet, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker in Paris erwartet. Frankreich hat ein Hilfspaket nach dem Vorbild der USA für die europäische Finanzbranche ins Gespräch gebracht, was bei Merkel und Juncker allerdings auf Ablehnung stieß.
Wirtschaftsforscher aus Europa und den USA haben indes die Regierungen zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Finanzmarktkrise aufgerufen. Nur ein schnelles, europaweit koordiniertes Vorgehen könne verhindern, dass die Situation außer Kontrolle gerate, heißt es in der Erklärung, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin veröffentlichte. Der derzeitige Ansatz,eine Institution nach der anderen mit nationalen Mitteln zu retten, werde zu einer "Balkanisierung" des europäischen Bankensektors führen. Notwendig seien gemeinsame europäische Regeln zur Rekapitalisierung des Bankensektors und eine harmonisierte Einlagensicherung.
Zu den Initiatoren des Aufrufs gehören den Angaben zufolge neben DIW-Präsident Klaus Zimmermann unter anderem Ökonomen des Centre for European Policy Studies in Brüssel, der London School of Economics und der Harvard Universität.
- Datum 04.05.2009 - 11:06 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren