Kassenbeitrag 15,5 Prozent für die Gesundheit
Rund 90 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten werden von Januar an höhere Beiträge zahlen müssen. Für die Parteien der Großen Koalition könnte sich das im Superwahljahr 2009 rächen.
Jetzt wird es also ernst. Die Gesundheitsreform der Großen Koalition, eines der größten sozialpolitischen Experimente in der jüngeren deutschen Geschichte, tritt in ihre heiße Phase. Der Gesundheitsfonds kommt.
An diesem Freitag hat der Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt den Beitragssatz festgelegt, den alle 51 Millionen gesetzlich Krankenversicherte und deren Arbeitgeber vom 1. Januar an nicht mehr an ihre Krankenkasse, sondern an den Gesundheitsfonds überweisen müssen. Der Schätzerkreis ist jedoch nicht einheitlich aufgetreten in seiner Empfehlung für die Bundesregierung.
Grund dafür waren nach Angaben von Beteiligten Meinungsverschiedenheiten über die zu erwartenden Ausgaben. Während nach Ansicht des Bundesversicherungsamts und des Gesundheitsministeriums ein Satz von 15,5 Prozent im nächsten Jahr ausreicht, halten Experten der gesetzlichen Krankenkassen einen Satz von 15,8 Prozent für erforderlich. Fest steht aber bereits, dass es für Millionen von Beitragszahler ab Januar erheblich teurer wird.
Vermutlich wird das Bundeskabinett am kommenden Mittwoch dem Votum der Experten mit dem niedrigeren Satz von 15,5 Prozent folgen. Diese Festlegung ist politisch äußerst heikel, denn auch wenn die Proteste gegen den Gesundheitsfonds nicht so laut waren wie bei den Hartz-Reformen, birgt dessen Einführung ähnlich viel sozialpolitische Sprengkraft.
Der neue Einheitsbeitrag fällt zwar einerseits niedriger aus als erwartet, in der Öffentlichkeit wurden seit Monaten 15,8 Prozent und mehr spekuliert. Für einige Versicherte wird die Krankenversicherung sogar billiger. Dennoch: die Bundesregierung kann sich bei ihrer Entscheidung am Mittwoch nicht auf ein einheitliches Expertenvotum stützen und muss nun politisch entscheiden.
Bis zu 90 Prozent der gesetzlich Versicherten werden mehr Geld für ihre Gesundheit aufbringen müssen, bis zu mehreren hundert Euro im Jahr. Derzeit beträgt der durchschnittliche Beitragssatz 15,0 Prozent.
- Datum 03.10.2008 - 19:24 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Gesundheitsfond ist und bleibt der grosse Flopp von CDU/CSU und SPD; dies wird sich sicher im Wahljahr 2009 bitter rächen. Schade, dass sich seinerzeit Horst Seehofer mit seiner Forderung "alle zahlen ein, auch Selbständige, Beamte, Politiker, usw." nicht durchsetzen konnte. Im Vorfeld des zu erwartenden Finanzausgleiches durchforsten schon heute die meisten der 217 gesetzlichen Krankenkassen ihre Patienten (= Kunden)- Listen, um möglichst viele "Kranke" nachweisen zu können. Was für ein absurdes System! Im Übrigen: warum brauchen wir 217 Kassen? Wettbewerb ist gut, aber dies geht auch mit weniger Teilnehmern.
Wo man hinhört, ob Patienten, Ärzte oder Kliniken: keiner versteht, keiner will diesen Gesundheitsfond; warum hört die Politik nicht zu und peitscht diese Reform einfach durch - nach einem früheren bekannten Motto "basta"? Wie es gehen kann, wenn man nicht mehr auf das Volk hört, musste gerade sehr schmerzlich die CSU mit ihrer dramatischen Wahlniederlage erfahren.
Krankheit fordert Kosten. Wiederholt mit immer wiederkehrender Erfolglosigkeit betreiben wir einen Aufwand bei der Krankenbehandlung und deren Kosten, mit denen sich ein Aufwand für gesundes und befriedigendes Leben ohne weiteres finanzieren liese. Vorbeugende Masnahmen stehen in den Kosten in keinem Verhältnis zu dem, was wir für die Wiedergutmachung einer Sorglosigkeit aufwenden müssen, die immer wieder im Mittelpunkt steht.
Da haben die Kassen ihr Angebot angepasst ohne auf die Gegenliebe bei ihren Kunden zu stossen, die es verdient hat.
Solange für uns der Krankenschein die "leichtere" Lösung ist, werden wir uns weiter gehen lassen, bis die Hängematte zu dünn geworden ist. Vorbeugen und schwitzen ist besser als jammern und heulen. Es klingt einfach, weil es so ist. Es ist nicht so beliebt, weil der Einsatz vor dem Ergebnis verlangt wird.
Wir haben die Wahl:
- Hängen lassen, fordern und hoffen
- handeln, schwitzen und zufrieden sein können.
Ja, Krankheit kostet, aber das tat sie immer. Wieso fragen wir nicht einmal nach, warum sie immer mehr kostet? Wo doch die Menschen in Deutschland immer gesünder werden? Warum fragen wir nicht, wohin das ganze einbezahlte Geld fließt und was damit alles finanziert wird? Nicht die manchmal unvermeidliche Krankheit ist das Problem, die politischen Bedingungen müssen sich ändern! Wie lange das die Bürger noch mit sich machen lassen, frage ich mich schon lange, aber der Deutsche lässt sich anscheinend lange, bis aufs Blut reizen, so lange, bis er zu schwach zur Gegenwehr ist. Leider trifft diese "Reform" gegen die Bürger am allerhärtesten die redlichen kleinen Arbeitnehmer, die bereits jetzt schon jeden Cent dreimal umdrehen müssen....
Den Grund in der mangelhaften Vorsorge zu suchen halte ich für einen vorgeschobenen, bzw. für "erwünschte" Propaganda. Wir sollten unsere Augen aufmachen und unseren Verstand einschalten!
Ja, Krankheit kostet, aber das tat sie immer. Wieso fragen wir nicht einmal nach, warum sie immer mehr kostet? Wo doch die Menschen in Deutschland immer gesünder werden? Warum fragen wir nicht, wohin das ganze einbezahlte Geld fließt und was damit alles finanziert wird? Nicht die manchmal unvermeidliche Krankheit ist das Problem, die politischen Bedingungen müssen sich ändern! Wie lange das die Bürger noch mit sich machen lassen, frage ich mich schon lange, aber der Deutsche lässt sich anscheinend lange, bis aufs Blut reizen, so lange, bis er zu schwach zur Gegenwehr ist. Leider trifft diese "Reform" gegen die Bürger am allerhärtesten die redlichen kleinen Arbeitnehmer, die bereits jetzt schon jeden Cent dreimal umdrehen müssen....
Den Grund in der mangelhaften Vorsorge zu suchen halte ich für einen vorgeschobenen, bzw. für "erwünschte" Propaganda. Wir sollten unsere Augen aufmachen und unseren Verstand einschalten!
Unfreiwillig gesetzlich Versicherte haben kein umfassendes Wahlrecht über Umfang und Kosten ihrer Gesundheitsversicherung -- und sie werden es auch jetzt nicht bekommen. Es handelt sich bei den so genannten Beiträgen um eine relativ unaufwändig einziehbare Zwangsabgabe, der keine im freien Wettbewerb und unter Beachtung individueller Risiken vereinbarte Gegenleistungen entgegenstehen.
Meiner Meinung nach sollten für eine minimale Grundversorgung alle Bürger, der Leistungsfähigkeit und persönlichen Risiken entsprechend, einzahlen. Allerdings würde das ohne eine Reform, die ihren Namen verdient (etwa durch Steuerfinanzierung), einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Da ist es natürlich einfacher, schon wieder erhöhte Beiträge für alle die festzulegen, denen man auch bislang Entscheidungsfreiheit verweigert hat.
Warum nur habe ich nichts anderes erwartet?
Alles Gute
Kai Hamann
Ja, Krankheit kostet, aber das tat sie immer. Wieso fragen wir nicht einmal nach, warum sie immer mehr kostet? Wo doch die Menschen in Deutschland immer gesünder werden? Warum fragen wir nicht, wohin das ganze einbezahlte Geld fließt und was damit alles finanziert wird? Nicht die manchmal unvermeidliche Krankheit ist das Problem, die politischen Bedingungen müssen sich ändern! Wie lange das die Bürger noch mit sich machen lassen, frage ich mich schon lange, aber der Deutsche lässt sich anscheinend lange, bis aufs Blut reizen, so lange, bis er zu schwach zur Gegenwehr ist. Leider trifft diese "Reform" gegen die Bürger am allerhärtesten die redlichen kleinen Arbeitnehmer, die bereits jetzt schon jeden Cent dreimal umdrehen müssen....
Den Grund in der mangelhaften Vorsorge zu suchen halte ich für einen vorgeschobenen, bzw. für "erwünschte" Propaganda. Wir sollten unsere Augen aufmachen und unseren Verstand einschalten!
Die 530 Euro, die ich jeden Monat an die KV abführen muss, sind also scheinbar noch nicht genug?! Die Herren hätten gern noch ca.. 70 Euro mehr.
Wofür? Jede Behandlung kostet ohnehin nochmal extra.
Warum steigen denn die Kosten ständig? Der technische Fortschritt müsste doch im Gegenteil Kostensenkungen ermöglichen. Jede Lohnsteigerung spült selbst bei gleichbleibenden Beitragssätzen frisches Geld in die Kassen.
Bereits jetzt wird man von den Ärzten behandelt wie ein Haufen dampfender Pferdescheiße.
Zum Glück kann ich mich bald privat versichern. Das ist zwar mittlerweile auch nicht mehr viel billiger, aber man muss nicht trotz Termin 3 Stunden sinnlos im Wartezimmer vergeuden und bekommt einen Kaffee angeboten.
Einst sagte Ulla Schmidt im Bundesrat, alle Gesundheitsreformen werden auf Dauer den Beitragssatz auf 13 % stabilisieren.
Und ich bin überzeugt, dass wir davon meilenweit entfernt sind.
Der Gesundheitsfonds ist daran ausgerichtet, Krankenkassen zu verringern.
Gerade den Betriebskrankenkassen, die finanziell nicht so gut da stehen, prophezeie ich das Ende. Auf diesem Sektor wird es zählbare Fusionen geben und wahrscheinlich Kündigungen.
Ich bin gespannt, wer überlebt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren