Schriftsteller Paavo Haavikko ist tot

Einer der bedeutendsten Autoren Finnlands verstarb im Alter von 77 Jahren. In Deutschland ist er durch sein Drama "König Harald" bekannt

Der am 25. Januar 1931 in Helsinki geborene Autor hinterlässt ein vielschichtiges literarisches Werk. Anfangs wurde er durch seine bisweilen schwer zugängliche Lyrik bekannt, später schrieb er auch Romane, Hörspiele, Drehbücher und Opernlibretti. In deutscher Übersetzung sind mehrere Gedichtsammlungen und das Drama König Harald erschienen.

Haavikko, der zunächst neben der Schriftstellerei in der Immobilienbranche arbeitete, zählte bereits in den fünfziger Jahren zu den entschiedensten Vertretern der finnischen Avantgarde-Poesie und galt schnell als literarisches Wunderkind. Kritiker hoben hervor, dass der Autor mit seiner Lyrik wesentlich zum Anschluss der finnischen Literatur an die europäische Moderne beigetragen habe.

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In seinen frühen Werken widmete er sich in erster Linie den Themen Metaphysik, Liebe und Tod. Später beschäftigte er sich mit aktuellen Problemen der Gegenwart und mischte sich engagiert in öffentliche Debatten ein. In seiner Heimat wurde er damit zu einer wichtigen Stimme.

Bei der Verleihung des Nordischen Literaturpreises 1993 pries die Königlich-Schwedische Akademie Haavikkos enormen Fleiß – allein im Herbst 1992 waren fünf seiner Bücher erschienen – und seine Offenheit für Neues: «Haavikko ist als Autor ein Mann für Überraschungen. Wenn der Weg eine Windung macht, geht er manchmal trotzdem geradeaus.»

Die Süddeutsche Zeitung lobte die alltägliche, und doch lyrische Sprache des literarischen Multitalents und schrieb: «Haavikkos Gedichte suchen nach Linien geschichtlicher Zusammenhänge, beziehen ökonomische Elemente ebenso mit ein wie politische, fragen nach gesellschaftlichen Wirkungsgefügen und immer wieder nach den Strukturen von Macht, wenn sie Bedingungen und Grenzen menschlicher Existenz ausloten.»

Neben seinem eigenen schriftstellerischen Wirken war er von 1967 an Literaturchef des Otava Verlages. 1975 gründete Haavikko den Verlag Art House, dessen Führung er 1983 übernahm. Haavikko war zweimal verheiratet. Aus erster Ehe stammen ein Sohn und eine Tochter.

 
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