HRE-Rettungspaket Auf die Details kommt es an
Die Bundesregierung und die Banken haben sich erneut zu einem Rettungspaket für die Hypo Real Estate durchgerungen. Wie sieht es aus?

© Ralph Orlowski/Getty Images
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann koordiniert die Bemühungen der Geschäftsbanken, den siechen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate zu retten.
Bis spät in die gestrige Nacht rangen die Spitzen von Banken, Finanzministerium, Finanzaufsicht und Bundesbank um ein Ergebnis. Herausgekommen ist ein Rettungspaket für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE), das in vielen Details unklar ist. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) scheint es jedoch gelungen zu sein, die Geschäftsbanken stärker in die Pflicht zu nehmen.
So sieht der vorläufige Kompromiss aus: Der Finanzsektor stellt der HRE einen weiteren kurzfristigen Kredit über 15 Milliarden Euro zur Verfügung. Als Sicherheit dienen den Instituten wie bereits beim ersten, gescheiterten Rettungspaket die wichtigsten Töchter der HRE und das Wertpapierportfolio des Immobilienfinanzierers, das 42 Milliarden Euro wert sein soll. Der Kredit ist aber - anders als die vorherigen Zusagen - nicht durch Bürgschaften des Staates abgesichert. Das bedeutet, dass die Banken nun ein größeres Risiko eingehen.
Im Gegenzug hat die Europäische Zentralbank zugestimmt, einige der Papiere, die die HRE als Sicherheiten einbringt, als „zentralbankfähig“ zu bewerten. Das heißt grob vereinfacht, dass die einspringenden Institute die Papiere gegen Liquidität der Zentralbanken tauschen können – was die Wertpapiere unter dem Strich wertvoller macht. Offenbar waren die Geschäftsbanken erst nach dieser Zusage bereit, einen weiteren Milliardenkredit zur Verfügung zu stellen.
Das neue Geld kommt zu den 35 Milliarden Euro hinzu, die die Bundesbank und die Geschäftsbanken dem Immobilienfinanzierer bereits zugesagt haben. Insgesamt stehen der HRE also 50 Milliarden an kurzfristigen Krediten zur Verfügung. "Mit dieser gemeinschaftlich gefundenen Lösung wird das Institut stabilisiert und damit der Finanzplatz Deutschland in schwierigen Zeiten gestärkt", heißt es im Finanzministerium.
Offenbar ist es Steinbrück vorerst gelungen, weitere Risiken für den Steuerzahler zu vermeiden. Bis zu einer Summe von 14 Milliarden Euro stehen der Finanzsektor zu 60 Prozent und der Bund zu 40 Prozent für den Fall gerade, dass die nun gewährten Kredite nicht zurückfließen. Für die restliche Summe von 21 Milliarden springt dann in einem zweiten Schritt der Staat ein. Für den Steuerzahler ändert sich also im Vergleich zum ersten Rettungspaket auf den ersten Blick nichts.
Allerdings sind einige Details weiter unklar. So ist noch immer nicht öffentlich, wie der Bundesbank-Kredit in Höhe von 20 Milliarden Euro gesichert ist. Die Bundesbank mag sich hierzu nicht äußern und spricht lediglich von „werthaltigen Sicherheiten“. Ob sie im Ernstfall auch Zugriff auf das Wertpapierportfolio der Bank hat, sagt sie nicht. Auch ist unklar, wer die Sicherheiten im Fall der Fälle zuerst verwerten darf: die Geschäftsbanken oder der Bund.
- Datum 06.10.2008 - 19:42 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Zur Begründung der Absicherung der "notleidenden Banken" durch unsere Steuergelder -- vermutlich sind wir uns doch einig, die sind wohl zum überwiegenden Teil nun weg -- dient immer ein nebulöses Katastrophenszenario: "Sonst gäbe es einen Erdrutsch", "sonst würde es noch viel teurer für alle werden", "sonst würde das Geld fehlen, um der materielle Werte schaffenden Industrie und dem Mittelstand Kredite auszureichen" ...
Erstens würde ich gerne wissen, wie denn das Szenario wirklich aussieht - für wen würde es um wieviel teurer werden? Für die Shareholder, die Großbanken, die Steuerzahler? Warum für letztere? Das ist doch ein Unterschied, warum sollen wir Steinbrück und den Banken einfach glauben?
Zweitens würde ich gerne wissen, warum der Staat -- da er das Geld ja offenbar übrig hat -- dies nicht selber schon lange zur Wirschaftsförderung an die kreditwürdigen Produzenten zu vernünftigen Preisen durchgereicht hat? Und warum das nicht eine Alternative im GAU-Fall zur Bankenfinanzierung ist? Wird es dann immer noch teurer für den Steuerzahler?
Und drittens interessiert es mich brennend, wo das Geld denn weggenommen werden soll ... oder besorgt man es sich als Bankenkredit aus den Vereinigten Staaten? :=)
Theo Rem
Angenommen, eine große deutsche Bank wird insolvent. Die Leute stehen draußen vor der Bank, wollen ihr eingezahltes Geld abheben und bekommen nichts mehr. Das wird natürlich in den Medien berichtet und viele andere Leute laufen jeweils zu ihrer Hausbank, um ihr Geld sicherheitshalber abzuheben. Dann sind auch diese Banken sehr schnell nicht mehr solvent, weil die Bank das eingezahlte Geld nicht im Safe liegen hat, sondern weiterverliehen hat. Das ist der Job der Bank. Irgendwann käme niemand mehr an sein Geld. Weil man den Banken nicht mehr traut, müssen Löhne bar ausgezahlt werden. Lieferungen der Industrie an Ladengeschäfte müssen bar bezahlt werden. Der Handwerker kommt nur noch gegen Vorkasse. usw. Wenn das in einem Land wie Deutschland passiert und die Nachricht geht um die Welt, dann stehen bald in aller Welt die Leute vor ihren Banken und wollen ihr Geld abheben, was dort nicht vorhanden ist.
Vielleicht bedarf es nicht so viel Phantasie, um zu begreifen, dass dies der absolute GAU wäre.
Angenommen, eine große deutsche Bank wird insolvent. Die Leute stehen draußen vor der Bank, wollen ihr eingezahltes Geld abheben und bekommen nichts mehr. Das wird natürlich in den Medien berichtet und viele andere Leute laufen jeweils zu ihrer Hausbank, um ihr Geld sicherheitshalber abzuheben. Dann sind auch diese Banken sehr schnell nicht mehr solvent, weil die Bank das eingezahlte Geld nicht im Safe liegen hat, sondern weiterverliehen hat. Das ist der Job der Bank. Irgendwann käme niemand mehr an sein Geld. Weil man den Banken nicht mehr traut, müssen Löhne bar ausgezahlt werden. Lieferungen der Industrie an Ladengeschäfte müssen bar bezahlt werden. Der Handwerker kommt nur noch gegen Vorkasse. usw. Wenn das in einem Land wie Deutschland passiert und die Nachricht geht um die Welt, dann stehen bald in aller Welt die Leute vor ihren Banken und wollen ihr Geld abheben, was dort nicht vorhanden ist.
Vielleicht bedarf es nicht so viel Phantasie, um zu begreifen, dass dies der absolute GAU wäre.
Daraus folgt, dass die tatsächliche Geldmenge das Ergebnis von Entscheidungen der Nichtbanken, Banken und der Zentralbank ist.
Aus: http://de.wikipedia.org/w...
Es werden Kredite im Gegenzug für Kredite gegeben, welche auf Krediten beruhen, welche teilweise auf Hoffnung, genannt Aktien, beruhen, die allerdings auch mit Krediten und zukünftigen Hoffnungen gestützt sind. Oder so ähnlich. Und da die Bankleute in den 10-30 Jahren Kreditrückzahlungen der "Normalsterblichen", also Firmen und Privatleuten keine Langeweile haben wollen und das pünktliche Eingehen der Zahlungen incl. Erinnerungen, wenns nicht so ist, mittlerweile ein großer Computer erledigt, denken sie sich immer kompliziertere Spielchen aus, wie sie das virtuelle Spielgeld in der Zwischenzeit zum Totschlagen der Zeit auffer Arbeit verwenden können.
Evtl. sollte man den Banken per Gesetz aufzwingen ihre schlauen Leute, z.B. die, welche die ganzen Computerprogramme für die Spielchen schreiben oder die wahnwitzigsten Wahrscheinlichkeitsrechnungen durchexerzieren, weil es ja doch sein könnte, daß irgendwann aus 5% 20% Rendite werden könnten, an den Staat abzustellen. Und die klamüsern dann mit den schlauen Politikern und schlauen Leuten von Unis aus, wie man es schafft, beim Finanzsystem den "Reset-Knopf" zu drücken, ohne das gleich alles den Bach runtergeht. Daß das mit den Banken und der jetzigen Geldmarktpolitik irgendwoher nie hinhauen kann auf Dauer, wissen die eh alle, also die Schlauen zumindest.
Und dann fangen wir alle von Neuen an und besinnen uns auf wahre Werte anstatt unsre Hoffnung an ein paar bedruckte Scheine (welche heutzutage öfters nur noch Speicherplatzmengen sind)!
So daß Arbeit Spaß machen kann und eigentlich jeder in Ruhe sein Ding machen will.
Der eine dies, der andere das. Mancher auch mehrere Sachen in seinem Leben hinter- oder nebeneinander.
Und einen großen Freundes-/Familienkreis, mit dem man reden und Spaß haben kann. Der einen auffängt, wenn mensch mal auf die Schnauze fällt, ohne Gegenleistung zu erwarten. Und wenn ein paar Jungs unbedingt Monopoly spielen wollen, dürfen die das natürlich auch. Aber mit ihrem eigenen Spielgeld und ohne von der Allgemeinheit alimentierten Bank im Rücken, die jede Runde einen Zettel mit einem festen Betrag ausgibt. Usw. usf. ...
Tschuldigung für die Spinnereien, aber über den jetzigen Wahnsinn lohnt sichs noch nicht mal mehr, sich aufzuregen. Kriegt mensch nur schlechte Laune.
Angenommen, eine große deutsche Bank wird insolvent. Die Leute stehen draußen vor der Bank, wollen ihr eingezahltes Geld abheben und bekommen nichts mehr. Das wird natürlich in den Medien berichtet und viele andere Leute laufen jeweils zu ihrer Hausbank, um ihr Geld sicherheitshalber abzuheben. Dann sind auch diese Banken sehr schnell nicht mehr solvent, weil die Bank das eingezahlte Geld nicht im Safe liegen hat, sondern weiterverliehen hat. Das ist der Job der Bank. Irgendwann käme niemand mehr an sein Geld. Weil man den Banken nicht mehr traut, müssen Löhne bar ausgezahlt werden. Lieferungen der Industrie an Ladengeschäfte müssen bar bezahlt werden. Der Handwerker kommt nur noch gegen Vorkasse. usw. Wenn das in einem Land wie Deutschland passiert und die Nachricht geht um die Welt, dann stehen bald in aller Welt die Leute vor ihren Banken und wollen ihr Geld abheben, was dort nicht vorhanden ist.
Vielleicht bedarf es nicht so viel Phantasie, um zu begreifen, dass dies der absolute GAU wäre.
In den Medien wird immer eine merkwürdige Darstellung kolportiert, nach der die HRE aufgrund fehlender kurzfristiger Finanzierungsmöglichkeiten einer Irischen Tochterbank in ihre jetzige Schieflage geraten sei.
Was mir unklar ist ist:
1.
Irland Regierung hat eine Garantie abgegeben, nach der Bankenausfälle durch nachdrucken des "Irischen Euros ausgeglichen werden" sollen. Wieso kann sich die HRE-Tochter da nicht mit "Irischen Euros durchfuttern", denn nach den Darstellungen hat auch die HRE-Tochter ja angeblich keine Leichen im Keller.
2.
Wieso muss es überhaupt so hoch aufgehängt werden, dass kein kurzfristiges Kapital verfügbar ist? Denn das ist doch Geld, das nach der Kurzfristigkeit wieder zurück in die Kassen des Staates fliesst - oder irre ich mich da etwa?!?
Dass aber so ein Bohai darum gemacht wird lässt mich eher vermuten, dass die HRE mit dem Kapital der Deutschen Pfandbriefe US-Amerikanische Schrottanleihen gekauft hat. Erst dann macht es doch Sinn, dann man von tatsächlichen Ausfallrisiken spricht.
Ich muss sagen, dass es mich hochgradig deprimiert:
Vor einigen Jahren hätte ich ein paar Millionen für ein Technologie-Vorhaben gebraucht. Ich hätte noch etwas F&E betreiben müssen, hätte dann aber auch an der Spitze einer Technologie gestanden und dann - so war zumindest der Plan - natürlich entsprechend hohe Gewinne erwirtschaften können.
Mich hat es damals schon extrem angenervt (freundliche Formulierung!!), dass meine Partner auf der Investoren-Seite mich immer fragten, warum sie bei mir einsteigen sollten - am Kapitalmarkt könne man doch viel risikoloser die gleichen Gewinne erzielen.
Heute ist auch klar, warum das ging: Die Banken haben diese verdammten 20% Kapitalmarkt-Rendite mit Schulden gezahlt und die Kunst bestand darin, es geheim zu halten, wo die Schulden genau liegen. Jede Bank auf der Welt hat offensichtlich diesen US-Finanz-Klärschlamm unter geschoben bekommen - vermutlich auch noch von interessierter politischer Seite protegiert. Und so sind zwei Dinge geschehen:
1.
In ein echtes Wagnis, das aber auch im Erfolgsfall echte Gewinne versprach, wurde aufgrund der betrügerisch-hohen Kapitalmarkt-Rendite nicht investiert. Denn für den Wagnis(!)kapitalgeber war es risikoreicher, sich mit undurchsichtigen Finanzprodukten einzudecken, anstatt mit seinem Geld ein Wagnis am Markt zu suchen -- und damit Werte für die Gesellschaft zu schaffen!
2.
Also haben die Investoren den risikolosen Weg gewählt und dabei - wie wir heute sehen - unsere Steuergelder und unsere Ersparnisse verheizt! Denn wer bitte mag den Beschwichtigungen der Bundesregierung glauben? Das Geld der Investoren ist ausgeben; es steckt in irgendwelchen Steuersparmodellen im Ausland oder im privatem amerikanischem Konsum der letzten 5-8 Jahre. Die Steuereinnahmen, mit denen man hier Kindergärten, (Hoch-)Schulen und eine würdige Gesundheitsversorgung und soziale Sicherheit finanzieren wollte, ist ausgegeben, weg, finito! So betrachtet konnte mir der Investor seinerzeit natürlich "zu Recht" ins Gesicht lachen: Für ihn war das Investment risikolos, weil er das Risiko so hoch akkumuliert hat, dass er damit die Staaten erpressen kann. Und das Ergebnis der Erpressung ist, dass Steuerzahler nun die Zeche zahlen muss - ob er will oder nicht.
Ich habe mein Urteil gebildet und das lautet, dass wir hier Terror erleben, der viele Menschen ihre wirtschaftliche und nicht wenige dann auch ihre physische Existenz kosten wird. Ich nenne das Finanzterror, von langer Hand geplant und mit der Unterstützung der US-Administration und weltweit verteilten Handlangern umgesetzt.
In diesem Sinne,
F. Mayer
....da wäre an der Spitze der Hypo Real Estate Holding AG ein gewisser Herr Georg Funke als Vorstandsvorsitzender tätig. Ein Mann, der diesen Job seit 2003 inne hat, also seit 5 Jahren. Ein Mann, dessen Jahreseinkommen im Jahre 2006 rund 6 Millionen Euro betrug. Nicht zu vergessen....in den vergangenen rund 24 Monaten sind die Spitzenmanagergehälter nochmals um satte 40% gestiegen.
Im Vorstand der Hypo Real Estate Holding AG sitzen weitere 6 Vorstände und 12 Aufsitzräte. Alle diese Damen und Herren werden auch kein ganz so schlechtes Jahreseinkommen vorzuweisen können. Ich gehe davon aus, dass all diese Damen und Herren ihr Geld längst sicher geparkt haben. Manager mit diesem Einkommen tragen eine sehr grosse Verantwortung in ihren jeweiligen Unternehmen. Und ich habe persönlich allerhöchsten Respekt davor, was diese Menschen leisten, sofern sie sauber arbeiten!
ABER: Wenn eine Bank so ins trudeln gerät, wie die gesamte Hypo Real Estate Group, dann sind Fehler passiert. Und für diese Fehler, auch finanziell, müssen diese Personen auch mit ihren eigenen finanziellen Mitteln und ihrem Namen haften. Es kann nicht sein, dass ein Spitzenmanager seine Millionen unberührt auf seinem Konto parkt, über Jahre dubiose Entscheidungen trifft und damit spekuliert, ohne genau zu wissen was er da eigentlich macht, nur weil es andere auch machen und am Ende, wie dann alle anderen auch, lächelnd die Arme in die Luft hebt und sagt "das konnte so niemand absehen", während der "kleinere" Steuerzahler -wie immer- für die entstandene finanzielle Last aufkommen muss. Und ich möchte zu gern einer Frau Merkel oder einen Herrn Steinbrück mal fragen, warum dies nicht passiert. Warum der Staat diese Verantwortlichen nicht zur Verantwortung zieht. Ich habe, nicht erst seit dem Fall Josef Ackermann den Eindruck, dass Menschen in diesen Positionen machen und tun können was sie wollen, während der Staat die Bürger in den mittleren und unteren Reihen dafür haften lässt. Eine Demokratie sieht in meinen Augen anders aus. Aber in Deutschland sollte nicht mehr von einer Demokratie geredet werden.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren