CSU-Chaos Huber und Beckstein attackieren Stoiber

Nach ihren Rücktritten geben der scheidende CSU-Chef und der bayerische Noch-Ministerpräsident ihrem Vorgänger die Schuld am Wahldesaster. Stoiber weist die Kritik zurück.

Die scheidenden CSU-Spitzen Günther Beckstein und Erwin Huber haben deutliche Kritik an ihrem Amtsvorgänger Edmund Stoiber geübt. Der bayerische Ministerpräsident Beckstein sagte der Passauer Neuen Presse , es sei der größte Fehler seiner Amtszeit gewesen, sich nicht genügend von seinem Vorgänger abgesetzt zu haben. "Ich hätte die massiven politischen Korrekturen, die ich gegenüber meinem Vorgänger gemacht habe, deutlicher kennzeichnen müssen." Darüber hinaus übte er Kritik daran, dass Stoiber im vergangenen Jahr zwischen Rücktrittsankündigung und Rückzug zu viel Zeit habe verstreichen lassen. "Der neunmonatige Übergang, diese Wartezeit, war ausnehmend schwierig", sagte Beckstein.

Auch Huber machte in der Süddeutschen Zeitung seinen Vorgänger im Amt des Parteivorsitzenden mitverantwortlich für das miserable Abschneiden der CSU bei der Landtagswahl am Sonntag. Stoiber sei mit seiner Reformpolitik über das Ziel hinausgeschossen. Der Wahlsieg der CSU 2003 sei so hoch ausgefallen, dass es schwierig gewesen sei, damit umzugehen. "Übermut und Überheblichkeit werden abgestraft", sagte Huber.

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Zudem habe die Zögerlichkeit Stoibers bei seinen persönlichen politischen Plänen negative Auswirkungen gehabt. "Natürlich hat uns das Schwanken von Stoiber zwischen Berlin und München zwei Jahre lang eine Diskussion gebracht, die die politischen Inhalte überdeckt hat." Mit Blick auf seine eigene Verantwortung im Führungsdrama der CSU betonte er aber: "Ich bin nicht der Sündenbock und ich werde auch niemand anderes zum Sündenbock machen."

Die Reformpolitik der CSU seit dem Jahr 2003 sei "im Rückblick eine gewaltige Leistung, aber auch eine Belastung", erklärte Huber weiter. "Wir haben sie zu wenig verständlich machen können und dort, wo sie über das Ziel hinausgeschossen ist, nicht rechtzeitig geändert."

Leser-Kommentare
  1. Nun ist das Debakel passiert und keiner will Schuld sein. Was sonst hätte man jetzt erwartet. Und natürlich ist nicht Herr Beckstein daran Schuld sondern Herr Stoiber.... Ob er bei der Erklärung schon seine 2 Mass Bier getrunken hatte?
    Fakt ist, das viele hartgesotttene CSU wähler zu den freien Wählern gegangen sind, welche im prinzip die selben Linien vertreten wie die CSU.
    Meine Vermutung, den Leuten war Herr Beckstein nicht geheuer, deshalb haben sie sich für die Freien Wähler entschieden und nicht die Politik der CSU.

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  2. Da Bayern mit dem scharfen Nichtraucherschutzgesetz in ein Wespennest gestochen hat, sollte der CSU spätestens bei der Kommunalwahl klar gewesen sein.
    Die FREIEN WÄHLER und die FDP plakatierten dann auch gegen dieses unsägliche Gesetz und die Raucher unter den Konservativen blieben im bürgerlichen Lager, wechselten aber die Partei.
    Beim nächsten Mal wirds dann wieder echt boarisch mit über 50% !

    Nach der Kommunalwahl wurde der schwule-evangelische-junge Bürgermeister aus dem 3 000 Seelen Dorf Bodenmais im Bayerischen Wald durch die links-liberale Medienlandschaft gereicht.
    Die SPD hat Aufwind.
    Davon spricht auf einmal keiner mehr.
    18,60 % SPD in Bayern und in Bodenmais hatte die SPD nur 15,1 % bei der Landtagswahl erreicht.
    Wieder einmal ein gescheiterter Versuch der linksliberalen Medien eine Kommunalwahl (Personenwahl) als Anlauf für SPD-Lobhudelei in Bayern zu nehmen. Die Bayern - SPD sind die Amateure in einer Geisterbahn. Mehr aber nicht !

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