Bankenkrise Der Blitz hat eingeschlagen

Angela Merkel steht vor der größten Herausforderung ihrer Amtszeit. Der Fall Hypo Real Estate zeigt: Die Finanzkrise hat auch Deutschland voll getroffen. Es droht eine allgemeine Bankenkrise mit unabsehbaren Folgeschäden

Nach der Hypo Real Estate könnte das ganze deutsche Bankensystem wanken, fürchtet Joschka Fischer

Wo vor wenigen Wochen noch Reste von Vertrauen auf den Finanzmärkten vorhanden waren, herrscht heute nur noch Panik. Auch hierzulande wird, wie zuvor in den USA, nichts anderes mehr bleiben, als entweder das gesamte Finanzsystem zusammenbrechen zu lassen, was keine tatsächliche Option ist, oder aber de facto das gesamte System zu verstaatlichen. Die Staaten – und das ist die Gemeinschaft der Steuerzahler – sind zu den letzten Garanten der kollabierenden Finanzmärkte geworden. Die von Steuerzahlern finanzierte Rettungsaktion wird sehr, sehr teuer werden. Das muss, wenn das Finanzsystem wieder aufgebaut wird, tief greifende Konsequenzen für die zukünftige Regulierung haben.

Den Ernst der Lage kann man auch daran erkennen, dass bis jetzt noch niemand in der Lage ist, diese Krise zu kontrollieren. Da donnert eine Lawine zu Tal. Die privaten Akteure der Finanzwirtschaft haben bereits abgedankt, keiner traut mehr dem anderen, zwischen den Banken gibt es keinen Kredit mehr. Ihnen geht es nur noch ums bloße Überleben oder bereits um die Abwicklung.

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Auch die politischen Akteure – Regierungen, Zentralbanken, Parlamente – werden von der Krise getrieben und reagieren mehr, als sie agieren. Selbst mit einem erfolgreichen Management dieser Finanzkrise werden die gewaltigen Herausforderungen an die Steuerungsfähigkeit der Politik und der staatlichen Institutionen noch lange andauern. Hinter der Bankenkrise droht bereits ein globaler Rezessions-Tsunami für die reale Wirtschaft.

Innerhalb zweier Jahrzehnte geschieht es nun zum zweiten Mal, dass ein globales Ordnungssystem zusammengebrochen ist: Nach dem System der Bipolarität des Kalten Krieges kollabiert jetzt die Unipolarität der alleinigen Weltmacht USA. Damit endet die Epoche eines ungezügelten Finanzkapitalismus.

Es wäre zwar kurzsichtig, die Erneuerungsfähigkeit der USA zu unterschätzen und sie abzuschreiben. Die amerikanische Macht wird reduziert werden, aber sie wird ein zentraler Faktor bleiben. Die Anpassung an die neue Realität wird jedoch schmerzhaft sein und ihre Zeit brauchen. Anschließend wird die Welt nicht mehr so sein wie zuvor. Die alleinige Dominanz des Westens und seiner Vormacht wird mit dieser Krise wohl endgültig der Geschichte angehören.

Gerade Europa ist auf diese weitreichenden politischen und ökonomischen Veränderungen sehr unzureichend vorbereitet. Europas fehlende politische Integration wird in diesem Augenblick von Krise und Gefahr dramatisch sichtbar.

Leser-Kommentare
    • gayorg
    • 06.10.2008 um 9:21 Uhr

    Bis jetzt ist doch noch gar nicht viel passiert, Außer Vielleicht, das hunderte von MIA ausgegeben wurden, die noch nicht , oder wahrscheinlich , nie da sein werden. Wirklich gefährlich wird die Krise wenn die Kreditkarteninstitute und damit der unmittelbare Konsum und damit auch Produktion, Beschäftigung und Einkommen erreicht werden. Wie wir aber zu hören bekommen werden ist das wiederum ein rein amerikanisches Problem und wird uns daher kaum berühren. Wir sind eben, als Exportweltmeister, die Insel der Glückseligen.

  1. Ich fand die Kolumne zum Teil informativ dahingehend, wie man die Lage sehen kann. Interessant fand ich die Darstellung der Alternative "entweder das gesamte Finanzsystem zusammenbrechen zu lassen, was keine tatsächliche Option ist".
    Ist das wirklich keine Option? Ist es besser, gegebenenfalls die Staatsschulden in die Höhe zu treiben - und damit auf andere Weise der Volkswirtschaft zu schaden -, als jetzt sofort im Finanzwesen zuzulassen, daß reiner Tisch gemacht wird? Wenn die Staatsschulden und der Staatsinterventionismus exorbitant steigen - bei den Staatsschulden ist das ja nicht der Fall, hoffentlich nie, weil nur gebürgt wird - und deshalb, wie Herr Fischer schreibt, die "Agenda" neu geschrieben werden muß...dann kann man darüber nachdenken, ob diese "neue Agenda" nicht besser auf einem natürlichen Verlauf der unabwendbaren Dinge (um das häßliche Wort "Marktbereinigung" nicht zu verwenden) beruht. STERBEN täte niemand davon. Das Leiden, das dadurch entsteht (indem z.B. Banken schließen müssen und Kunden ihre Guthabne verlieren und plötzlich mit leeren Händen dastehen), wird nur in die Zukunft verschoben, indem die Schulden steigen. Begleitend könnte man die Lohnnebenkosten senken, sodaß der Einstieg in den Beruf erleichtert wird.

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    "...wessen Lohnnebenkosten meinen Sie... Ihr oder meine ..."?

    Also, meine werden auf keinen Fall weiter gekürzt... und ich hab auch keine Motivation irgendeinem Finanzdienstleister a la Riester meine Rentengelder anzuvertrauen... Da lob ich mir das Umlagerunsverfahren. Das ist billiger in der Verwaltung und nicht so Kommissionsgenerierend...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
    a

    "...wessen Lohnnebenkosten meinen Sie... Ihr oder meine ..."?

    Also, meine werden auf keinen Fall weiter gekürzt... und ich hab auch keine Motivation irgendeinem Finanzdienstleister a la Riester meine Rentengelder anzuvertrauen... Da lob ich mir das Umlagerunsverfahren. Das ist billiger in der Verwaltung und nicht so Kommissionsgenerierend...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
    a

  2. Fischer war Vizekanzler, als die Gesetze zur "Epoche eines ungezügelten Finanzkapitalismus" in Deutschland beschlossen wurden (z.B. Steuerfreiheit der Unternehmensveräußerung).

    Was also qualifiziert Fischer jetzt als Reformer?
    _______________________________________________________
    Peter Scholl-Latour: "Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen."

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    • mexi42
    • 08.10.2008 um 20:58 Uhr

    DIE GRÖSSTEN KRITIKER DER ELCHE
    WAREN FRÜHER SELBER WELCHE

    GELL,JOSCHKA?

    • mexi42
    • 08.10.2008 um 20:58 Uhr

    DIE GRÖSSTEN KRITIKER DER ELCHE
    WAREN FRÜHER SELBER WELCHE

    GELL,JOSCHKA?

  3. Oha oha... aufpassen. Hier will jemand Zuspruch suchen sowas ähnliches wie die abgelehnte EU Verfassung mit Hilfe der Finanzkrise durchdrücken....ei so was aber auch... Njet, da bin ich nicht dafür !

    So etwas wie Hilfe könnte ich noch zustimmen aber... Nur gegen konsequente Regulierung zumindest des Finanzsektors und aller Derivate die es in der Vergangenheit all zu leicht hatten Profite zu generieren.

    Ich habe auch nicht's gegen Staatseigentum... Das dies bereits aus Prinzip schlechter verwaltet werden wird als private Unternehmen ist nicht's mehr als schlecht basierte Behauptungen...

    Zudem, ich finde immer das gerade der Pluralismus und eben die nicht völlige integration der einzelnen Regierungen die Europäer stärker, weil diversifizierter, machen... Das mag, so gebe ich zu, nicht grad die schnellste Methode sein... Effizienz schliesst das aber nicht aus.

    Gut nun mag vieleicht der Euro darunter leiden, es währe aber nicht so das grad die ganze EU den Bach runter gehen würde sondern nur einzelne Länder...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
    a

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    "Ich habe auch nicht's gegen Staatseigentum... Das dies bereits aus Prinzip schlechter verwaltet werden wird als private Unternehmen ist nicht's mehr als schlecht basierte Behauptungen...
    "

    Dann zeigen Sie mir bitte eine Volkswirtschaft in der die Staatseigentum besser verwaltet wird als private Unternehmen.
    Zeigen Sie mir bitte nicht die Ausnahmen - schlechte Manager gibt es immer - aber als Prinzip.
    Die ehem. Ostblockstaaten können als Beispiel nicht dienen. Ich lebte in Polen 35 Jahre unter dem Sozialismus. Man hatte die Möglichkeit die private Landwirtschaft mit den staatlichen Gutshöfen zu vergleichen.
    Obwohl die polnische Landwirtschaft sehr rückständig war/ist, waren die privat wirtschaftenden Bauern viel effizienter als die staatlichen Landwirtschaftsbetriebe (Umrechnung im Rendite pro Beschäftigten).
    Die Handwerkerbetriebe die nicht verstaatlicht wurden, hatten viel größere Rendite als die kleine staatliche Betriebe vergleichbarer Größe.

    Man kann generell nicht sagen, dass die private Unternehmen IMMER besser wirtschaften als die staatliches Eigentum, aber in der Regel ist das schon der Fall. Wer was anderes Behauptet ist ein Esoteriker, der die Augen vor der Realität verschließt.

    "Ich habe auch nicht's gegen Staatseigentum... Das dies bereits aus Prinzip schlechter verwaltet werden wird als private Unternehmen ist nicht's mehr als schlecht basierte Behauptungen...
    "

    Dann zeigen Sie mir bitte eine Volkswirtschaft in der die Staatseigentum besser verwaltet wird als private Unternehmen.
    Zeigen Sie mir bitte nicht die Ausnahmen - schlechte Manager gibt es immer - aber als Prinzip.
    Die ehem. Ostblockstaaten können als Beispiel nicht dienen. Ich lebte in Polen 35 Jahre unter dem Sozialismus. Man hatte die Möglichkeit die private Landwirtschaft mit den staatlichen Gutshöfen zu vergleichen.
    Obwohl die polnische Landwirtschaft sehr rückständig war/ist, waren die privat wirtschaftenden Bauern viel effizienter als die staatlichen Landwirtschaftsbetriebe (Umrechnung im Rendite pro Beschäftigten).
    Die Handwerkerbetriebe die nicht verstaatlicht wurden, hatten viel größere Rendite als die kleine staatliche Betriebe vergleichbarer Größe.

    Man kann generell nicht sagen, dass die private Unternehmen IMMER besser wirtschaften als die staatliches Eigentum, aber in der Regel ist das schon der Fall. Wer was anderes Behauptet ist ein Esoteriker, der die Augen vor der Realität verschließt.

  4. @Herr Fischer,

    Sie schreiben, dass die Welt nicht mehr wie vorher sein wird. Woher wissen Sie das? Kristallkugel? Jeden Tag ist die Welt anders als ein Tag vorher. Panta Rhei. Das wusste schon angeblich der Heraklit.

    Aber geschenkt, mag schon sein. Sie schreiben aber, dass die Dominanz des Westens und seine Vormacht wird mit dieser Krise wohl Geschichte angehören.
    Nun, hier aber verstummen Sie geheimnisvoll. Sie kritisieren zwar die EU, dass sie wegen der fehlenden Integration (was Sie das Amt des EU Außenministers gekostet hatte) nicht ein Gegengewicht zur Amerika werden kann. Aber... wenn doch, dann würde die EU eher zum Westen als zum Osten zählen. Somit würde die Dominanz des Westens ungebrochen weiter fortbestehen.
    Und wenn doch nicht, dann was ist die Alternative zur westlichen Dominanz? Der chaotische Kapitalismus der roten Chinesen der auf der Ausbeutung von Millionen Wanderarbeiten aufbaut und unvorstellbare Umweltzerstörung mit sich bringt. Eine Umweltzerstörung solches Mass, dass sich damit ein Vergleich mit dem vermeintlichen Umweltfrevel der Amerikaner von selbst verbietet?

    Oder der Staats-Kapitalismus der "gelenkten Demokratie" des neuaufgestandenen Russischen Imperium, das seine innere Widersprüche seit Jahren nicht lösen kann und auf Gewalt setzt?

    By the wasy Russland. Vor gut 15 Jahren, als Russen am Boden lagen und zum Spott der Welt geworden sind, als man vom Deutschland aus die Lebensmittelpakete nach Russland schickte um der hungernden Bevölkerung in Moskau zu helfen, als man den Präsident Jelzin als Tanzbären zur Belustigung des Volkes in Deutschland vorführte, hat auch niemand mehr gedacht, dass 15 Jahre später Russland seine Auslandschulden tilgt und zu neuer Weltmacht aufsteigt.
    Haben Sie daran geglaubt, Herr Fischer?

    Heute ist Putin dabei die Wirtschaft des Russlands durch staatliche Interventionen zu ruinieren und für sein Versagen die USA verantwortlich zu machen.
    Dass die Russen die Dominanz der Weltfinanzwirtschaft übernehmen sollen, scheint mir unmöglich zu sein.

    Also wenn nicht die EU, nicht Chinesen und nicht die Russen, dann wer?
    Wer soll die Vormacht und die Dominanz des Westens (zu dem die EU auch zählt) ersetzen?

    Vielleicht Kazachstan mit dem Borat als Präsident?

  5. Fischers Ausführungen sind eindrucksvoller Beleg, mit wie wenig Sachkenntnis unsere Politiker meinen, unser aller Geschick zu lenken. Derlei oberflächliches Geschwafel wird an der Abhängigkeit der Politiker von der Finanzwirtschaft nichts ändern. (Anmerkung: Bitte bleiben Sie mit Ihrer Kritik fair und achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk) Die Finanzjongleure werden weiter bestimmen, was geschieht. Nur zur Erinnerung: wohl keine deutsche Regierung der Nachkriegszeit hat dermaßen viele Erleichterungen für die Finanzwirtschaft erlassen, wie die von Schröder/Fischer geführte. Die große Koalition steht in deren Tradition und setzt den Schwachsinn fort: Im Koalitionsvertrag ist zum Thema Finanzmarkt festgeschrieben "Produktinnovationen und neue Vertriebswege müssen nachdrücklich unterstützt werden. Dazu wollen wir die Rahmenbedingungen für neue Anlageklassen in Deutschland schaffen. ... Überflüssige Regulierungen abbauen." Die Merkel Regierung hat sich mit Nachdruck dafür eingesetzt, den Finanzzockern mehr Freiheiten für immer neue Glücksspiele ("Produktinnovationen", "neue Anlageklassen") bei immer weniger Aufsicht einzuräumen. Alles erschreckend klar beschrieben in dem Buch "Geld arbeitet nicht". Zu alle diesem von Fischer kein Wort, stattdessen Plattitüden zur Europäisierung der Politik, kein Hinweis darauf, dass französische und spanische Banken dank strenger nationaler Finanzaufsicht nicht von der Krise betroffen sind, also der ganze Schlamassel mit nationaler Regelung hätte unterbunden werden können.

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    "kein Hinweis darauf, dass französische und spanische Banken dank strenger nationaler Finanzaufsicht nicht von der Krise betroffen sind, also der ganze Schlamassel mit nationaler Regelung hätte unterbunden werden können."

    Dass ich nicht Lache!
    Sie haben in Ihrem verträumten Leben niemals von Jérôme Kerviel gehört?
    Ja, dem kleinem Angestellten von Societe Generale? Aufgrund seines Geschicks gelang es Kerviel, den internen Kontrolleuren - 2.000 an der Zahl - durch die Lappen zu gehen. Erst als es zu spät war, wurde man sich der gefährlichen Geschäfte, die der Trader im Namen seiner Bank getätigt hatte, gewahr. Dieser hatten seine Operationen geschickt verborgen, indem er jede Aktion durch eine anderen Aktion in gegenläufiger Richtung tarnte. Kerviel hat Verluste von über FÜNF Mia. Euro verursacht. Und er war kein Manager. Nur ein Mann des Volkes der sich beweisen wollte.

    Deutschland hat schon ein sehr reguliertes Bankaufsichtsystem. BaFin heisst das Zauberwort.

    Und ein KonsumKredit in Deutschland zu bekommen ist wirklich ohne Sicherheiten nicht so einfach wie in den USA, so dass von den Kunden haben die Banken nicht zu befürchten (faule Kredite)
    Das heisst, dass in Deutschland die Banken überwacht werden. Nur das bringt nicht. Sowohl die Bankmanager (vor allem in den Staatlichen und halbstaatlichen Finanzinstituten) als auch die Überwache sind Nieten, die das Volkseigentum nicht verwalten können.

    Warum haben die Deutschen Landesbanken mit den USA Krediten überhaupt spekuliert? Das ist die entscheidende Frage. Und warum die Kontrolleren das zugelassen haben?

    "kein Hinweis darauf, dass französische und spanische Banken dank strenger nationaler Finanzaufsicht nicht von der Krise betroffen sind, also der ganze Schlamassel mit nationaler Regelung hätte unterbunden werden können."

    Dass ich nicht Lache!
    Sie haben in Ihrem verträumten Leben niemals von Jérôme Kerviel gehört?
    Ja, dem kleinem Angestellten von Societe Generale? Aufgrund seines Geschicks gelang es Kerviel, den internen Kontrolleuren - 2.000 an der Zahl - durch die Lappen zu gehen. Erst als es zu spät war, wurde man sich der gefährlichen Geschäfte, die der Trader im Namen seiner Bank getätigt hatte, gewahr. Dieser hatten seine Operationen geschickt verborgen, indem er jede Aktion durch eine anderen Aktion in gegenläufiger Richtung tarnte. Kerviel hat Verluste von über FÜNF Mia. Euro verursacht. Und er war kein Manager. Nur ein Mann des Volkes der sich beweisen wollte.

    Deutschland hat schon ein sehr reguliertes Bankaufsichtsystem. BaFin heisst das Zauberwort.

    Und ein KonsumKredit in Deutschland zu bekommen ist wirklich ohne Sicherheiten nicht so einfach wie in den USA, so dass von den Kunden haben die Banken nicht zu befürchten (faule Kredite)
    Das heisst, dass in Deutschland die Banken überwacht werden. Nur das bringt nicht. Sowohl die Bankmanager (vor allem in den Staatlichen und halbstaatlichen Finanzinstituten) als auch die Überwache sind Nieten, die das Volkseigentum nicht verwalten können.

    Warum haben die Deutschen Landesbanken mit den USA Krediten überhaupt spekuliert? Das ist die entscheidende Frage. Und warum die Kontrolleren das zugelassen haben?

  6. "Ich habe auch nicht's gegen Staatseigentum... Das dies bereits aus Prinzip schlechter verwaltet werden wird als private Unternehmen ist nicht's mehr als schlecht basierte Behauptungen...
    "

    Dann zeigen Sie mir bitte eine Volkswirtschaft in der die Staatseigentum besser verwaltet wird als private Unternehmen.
    Zeigen Sie mir bitte nicht die Ausnahmen - schlechte Manager gibt es immer - aber als Prinzip.
    Die ehem. Ostblockstaaten können als Beispiel nicht dienen. Ich lebte in Polen 35 Jahre unter dem Sozialismus. Man hatte die Möglichkeit die private Landwirtschaft mit den staatlichen Gutshöfen zu vergleichen.
    Obwohl die polnische Landwirtschaft sehr rückständig war/ist, waren die privat wirtschaftenden Bauern viel effizienter als die staatlichen Landwirtschaftsbetriebe (Umrechnung im Rendite pro Beschäftigten).
    Die Handwerkerbetriebe die nicht verstaatlicht wurden, hatten viel größere Rendite als die kleine staatliche Betriebe vergleichbarer Größe.

    Man kann generell nicht sagen, dass die private Unternehmen IMMER besser wirtschaften als die staatliches Eigentum, aber in der Regel ist das schon der Fall. Wer was anderes Behauptet ist ein Esoteriker, der die Augen vor der Realität verschließt.

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    jaja, ich wollte ja auch nicht von einem Extrem in's andere...

    Private Unternehmen sind aber tendenziell Rosinenpicker d.h durch die gewünschten möglichst hohen Profite (nebst den Zinszahlungen an die Bank) können diese selten umfassendene Dienstleistungen anbieten... Im Gegenteil diese suchen sich eine Marktnische die maximalen Profit verspricht... Alles andere darf der Staat mit seinen Umverteilungssystemen übernehmen.

    ..so zeigte sich bereits im 18' Jahrhundert das Verteilungssysteme wie Transport, Strom, Wasser, Gas, Post und Telefon niemals von nur einem Unternehmen finanziert und unterhalten werden können sofern man annimmt das die ganze Bevölkerung damit bedient werden soll. Da wird gerne in den Randregionen gespaart (falls überhaupt investiert wird) und was folgt ist die Konzentration auf die profitablen Metropolen...

    Auch die Länderbanken durften einst unter Staatlicher Aufsicht wirtschaften. Die Kredite und EInlagen hatten eine staatliche Garantie und waren dadurch einiges günstiger als private Gesellschaften. Erst als diese, aufgrund privater Intervention, dazu gezwungen wurden auf die staatlichen Garantien zu verzichten und sich dazu noch im internationalen Bankgeschäft zu behaupten ging es den Bach runter... Nun klopfen die neuen privaten Eigentümer beim Staat an und verlangen Hilfe...

    Die Staatsbahn von Estonien wurde einst mit viel Euphorie privatisert und wird wieder Verstaatlicht. Die Bahnen in England werden wieder verstaatlicht... das Londoner U-Bahn System war am Ende der privatisierung ein Chaos. In Deutschland wird der Strom, das Wasser, das Gas beinahe monatlich teurer... die Leistung aber bleibt gleich oder verschlechtert sich.

    z. Bsp. Grundlagenforschung wird ebenfalls sehr ungerne von privaten finanziert... da werden Mia. von Steuergeldern eingebracht in der Hoffung das diese irgendwann mal profitabel werden...

    Was ist mit der Bildung? Dieses für uns so wichtige System kann privat oder staatlich finanziert werden. Nur, die privaten Institute kann sich lediglich der kleinste Teil der Bevölkerung leisten...

    ... usw. usw. es gibt noch viele andere Systeme die nur mit staatlichen Umverteilungssystemen finanziert werden können so das alle davon etwas haben. Das schliesslich macht ja erst einen grossen Teil unserer Lebensqualität aus...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara

    jaja, ich wollte ja auch nicht von einem Extrem in's andere...

    Private Unternehmen sind aber tendenziell Rosinenpicker d.h durch die gewünschten möglichst hohen Profite (nebst den Zinszahlungen an die Bank) können diese selten umfassendene Dienstleistungen anbieten... Im Gegenteil diese suchen sich eine Marktnische die maximalen Profit verspricht... Alles andere darf der Staat mit seinen Umverteilungssystemen übernehmen.

    ..so zeigte sich bereits im 18' Jahrhundert das Verteilungssysteme wie Transport, Strom, Wasser, Gas, Post und Telefon niemals von nur einem Unternehmen finanziert und unterhalten werden können sofern man annimmt das die ganze Bevölkerung damit bedient werden soll. Da wird gerne in den Randregionen gespaart (falls überhaupt investiert wird) und was folgt ist die Konzentration auf die profitablen Metropolen...

    Auch die Länderbanken durften einst unter Staatlicher Aufsicht wirtschaften. Die Kredite und EInlagen hatten eine staatliche Garantie und waren dadurch einiges günstiger als private Gesellschaften. Erst als diese, aufgrund privater Intervention, dazu gezwungen wurden auf die staatlichen Garantien zu verzichten und sich dazu noch im internationalen Bankgeschäft zu behaupten ging es den Bach runter... Nun klopfen die neuen privaten Eigentümer beim Staat an und verlangen Hilfe...

    Die Staatsbahn von Estonien wurde einst mit viel Euphorie privatisert und wird wieder Verstaatlicht. Die Bahnen in England werden wieder verstaatlicht... das Londoner U-Bahn System war am Ende der privatisierung ein Chaos. In Deutschland wird der Strom, das Wasser, das Gas beinahe monatlich teurer... die Leistung aber bleibt gleich oder verschlechtert sich.

    z. Bsp. Grundlagenforschung wird ebenfalls sehr ungerne von privaten finanziert... da werden Mia. von Steuergeldern eingebracht in der Hoffung das diese irgendwann mal profitabel werden...

    Was ist mit der Bildung? Dieses für uns so wichtige System kann privat oder staatlich finanziert werden. Nur, die privaten Institute kann sich lediglich der kleinste Teil der Bevölkerung leisten...

    ... usw. usw. es gibt noch viele andere Systeme die nur mit staatlichen Umverteilungssystemen finanziert werden können so das alle davon etwas haben. Das schliesslich macht ja erst einen grossen Teil unserer Lebensqualität aus...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara

  7. Nationale und auch europäische Lösungen greifen in der global vernetzten Finanzwelt möglicherweise genauso zu kurz wie beim Klimaproblem: In dieser globalen Finanzwelt konnten 20 Investmentbanker in einem Jahr je 685 Millionen also insgesamt 13,7 Milliarden Dollar abzocken: Schließlich muss sich ja "Leistung lohnen". Die 5 US-Wall-Street-Banken, die es so nun nicht mehr gibt, haben an ihre Belegschaft 50 Milliarden Dollar Weihnachtsgratifikationen "ausgeschüttet": Ich wiederhole: "50 Milliarden Dollar" . Die 10 Millionen Reichsten auf diesem Planeten konnten in einem Jahr über 3 000 Milliarden Dollar "Zugewinn" machen, mit Steigerungsraten von bis zu 15 und sogar 25 %. Dieser Zugewinn und die 40 000 Milliarden Dollar Vermögen werden über "Steuerparadiese", "Steueroasen" und Steuerzufluchtsinseln möglichst steuerfrei gesichert.

    Diese parasitären Kapitalsteuerverhinderungsorte müssten als erste trockengelegt werden - durch wirksames Handeln, nicht nur durch medienwirksames Herumposaunen.

    Diejenigen Renditejäger und globalen Abzocker, die die Krise des Finanzsystems verursacht haben, müssen - nach dem Verursacherprinzip - zur Lösung des Problems herangezogen werden: Wenn die Politik das nicht schafft, dann wird dem Vertrauensverlust in das Bankenwesen eine sich bereits abzeichnende dramatische Zunahme des Vertrauensverlustes in die Politik folgen! Die globalen Auswirkungen .... au weia !

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