Island vor dem Bankrott Hoffen auf Gottes HilfeSeite 2/2
Dabei waren die Isländer in den vergangenen Jahren so stolz über die schier unerschöpfliche Kraft ihrer Banken und Holdingsgesellschaften. So stolz, dass sie deren Finanzierungsmodell – Verschuldung im Ausland – im Privatbereich nachahmten. Wohnung, Auto, Fernseher: Vieles, was die Isländer wie wild kauften, finanzierten sie sich über internationale Kredite. Schulden in Euro oder Schweizer Franken waren für sie vergleichsweise billig, schließlich lagen die Zinsen in den Fremdwährungen um einiges niedriger als bei der isländischen Krone.
Das ging so lange gut, wie die Krone an Wert zulegte oder zumindest stabil blieb. Doch alleine seit Anfang des Jahres ist die isländische Währung gegenüber dem Euro um 42 Prozent gefallen. Die Schuldner müssen nun in Kronen gerechnet entsprechend mehr aufbringen, um Zins und Tilgung zu bezahlen. Ähnlich stiegen die Zinszahlungen bei den Banken an.
Sobald Zweifel an der Solidität der isländischen Banken aufkamen, waren Gläubiger nur noch willig, den isländischen Banken zu höheren Zinsen Geld zu leihen. Weil auch deren Expansion mittels Schulden finanziert war, fing das ganze System an zu wackeln. "Es hätte über kurz oder lang so kommen müssen", sagt Ökonom Magnusson.
Ein anderes Problem ist die enge Verzahnung zwischen Wirtschaft, Politik und Finanzen auf Island. Zentralbankchef ist in Island kein geringerer als David Oddsson, einer von Haardes Vorgängern und bekannt als Euro-Gegner. "Das Finanzsystem muss depolitisiert werden", fordert Wirtschaftswissenschaftler Magnusson.
Oddsson war es übrigens auch, der als Politiker die Privatisierung vorantrieb. Politische Weggefährten hatten dabei besonders gute Karten. Nun bekommen Oddsson und sein Parteifreund Haarde wieder die Macht über die Banken. Die Folgen: "Unser Lebensstandard wird sicher um einige Jahre zurückfallen, doch wir sollten nicht vergessen, dass es unserer Realwirtschaft relativ gut geht", so Magnusson.
Island hat viele Naturressourcen. Aluschmelzer und andere Fabriken nutzen den natürlichen Reichtum. Der Anteil älterer Arbeitnehmer ist hoch, die Bevölkerung gut ausgebildet und arbeitswütig. Die Aussichten, sich wieder hochzuarbeiten, sind gut.
- Datum 08.10.2008 - 12:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Gut für die Isländer, die Verstaatlichung der Banken wird zeigen, wie stabil ein solches System heutzutage funktionieren kann.
Dumm nur:
1) Deutschlands Kapitalstärke ist um ein vielfaches größer und vor allem den Markt (noch) stützend, als dass dieses Modell eine rettung für unser Bankensystem sein könnte.
2)Die Aktion rettet die Isländer zwar vor dem Bankrott, spricht sie allerdings auch von jeglicher Mitverantwortung an diesem Debakel frei.
Ob sich die Isländer dieser Mitverantwortung also bewusst werden wird sich spätestens dann zeigen, wenn die verstaatlichung sich auf ihre Geldbeutel auswirkt.
Wir dürfen gespannt sein
Deutschlands Kapitalstärke ?? 1, 5 Billionen Schulden. Autoindustrie knickt ein (Meldung heute), das ist genau das Gleiche wenn in Island die Fischerei einknickt. Typisch für ein total germanozentrisches Weltbild.
Deutschlands Kapitalstärke ?? 1, 5 Billionen Schulden. Autoindustrie knickt ein (Meldung heute), das ist genau das Gleiche wenn in Island die Fischerei einknickt. Typisch für ein total germanozentrisches Weltbild.
Deutschlands Kapitalstärke ?? 1, 5 Billionen Schulden. Autoindustrie knickt ein (Meldung heute), das ist genau das Gleiche wenn in Island die Fischerei einknickt. Typisch für ein total germanozentrisches Weltbild.
so ist es mit Phrasen, aber man darf sie nicht dräschen, wenn durch sie so etwas wie eine wahre Verständigung gewollt ist. Hoffen auf Gottes Hilfe.
Ohne es nachgeschlagen zu haben, behaupte ich mal, dass das Handelsvolumen der isländischen Krone vernachlässigbar klein ist. Ich gehe davon aus, dass es um Volatilität und Liquidität auf diesem Markt nicht sehr gut bestellt ist. Auf deutsch: Ich vermute, dass diese Währung sehr heftig auf eine Änderung der wirtschaftlichen Lage reagiert. Die Ottonormalbürger haben sich wohl extrem verzockt, als sie Kredite in Euro und Schweizer Franken aufgenommen haben. Klar, die Zinsen waren vielleicht günstig, nur bin ich geliefert, wenn meine Währung aufeinmal an Wert gegenüber der "Kreditwährung" verliert.
Tja, mit dem Euro wäre das nicht passiert!
Die Engländer wären auch sehr gut beraten gewesen, vor zwei Jahren in den Euro-Club einzutreten. Jetzt haben sie den Salat. Das Pfund ist von 1,50 Euro auf 1,20 abgestürzt. Es ist durchaus unangenehm gegenüber seinem Haupthandelspartner so ein Währungsrisiko zu haben. Das ist zwischen den USA und China auch nicht zum Besten bestellt. Im Gegensatz zu letzteren haben die Engländer aber eine attraktive Alternative, einfach dem Euro-Raum beitreten.
Grüße
Trench
Staaten wie Island, Spanien oder Irland haben massiv Wachstum auf Pump produziert - also kein echtes Wachstum was auf mehr Wertschöpfung basiert. Die letzten 10 Jahre hat man dort gut davon gelebt und die leisen Skrupel dass die Gesetze der Physik und Geldwirtschaft nicht außer Kraft gesetzt wurden bloß weil's nun Internet und schicke neue Finanzinstrumente gab wurden runtergeschluckt, die Gier war größer. Gier nach einem großen Haus obwohl man das Geld dafür nicht hat, Gier nach Rendite (ob der kleine Sparer der für einen unsolide hohen Zinssatz seine Zweifel ignoriert hat und nun Geld verliert, oder die großen Banken zB in Island die aus Renditegier derartige Risiken eingingen dass deren ganzes Land vor dem Bankrott steht).
Noch krasser, wenn auch nicht so in den Medien, ist's in Spanien. Die dortige Wirtschaft ist real seit über 10 Jahren nicht mehr gewachsen. Alles Wachstum auf dem Papier und die zunehmende Beschäftigung kamen rein aus Immobillienspekulationen (die offizielle Statistik - die als noch getürkter als die bundesdeutsche Arbeitslosenzahl gilt - weist in Spanien inzwischen immerhin eine Arbeitslosigkeit aus die je nach lesart kaum noch höher als die in Deutschland ist). Gerade die Spanier erleben gerade einen Alptraum, Zwangsräumungen in Dimensionen wie in den USA, massiv sinkende Kaufkraft, eben das Zurückstutzen auf Normalmaß eines vermeintlichen Wirtschaftswunderlandes. Warum dies nicht so in den Medien ist wie Island oder Übersee mag vielleicht an der gefühlsmäßigen Sympathie der Deutschen für die Spanier liegen, in britischen Zeitungen sieht die Berichterstattung da viel kritischer aus. Denn: die Spanier haben den Euro. Was in Island derzeit stattfindet, ein zusammenbrechen deren Währung, würde uns auch in Deutschland im Falle von Spanien betreffen! Ein derartiger Zusammenbruch des Euro wird nicht passieren, in jedem Falle werden die Leute zwischen Kiel und Garmisch aber auch die Rechnung der Spanier für den dortigen Immobillienwahnsinn mit begleichen in Form eines schwachen Euro und einer auf die spanische Krise ausgerichtete Zinspolitik der europäischen Zentralbank. Noch ist die Finanzkrise in Deutschland lediglich importiert, Banken die international nicht verflechtet sind und keine Spekulationen mitmachten (zB die ganzen Raiffeisen- und Volksbanken) stehen so solide da wie eh und je. Aber über diesen Umweg und den Euro kann aus der importierten Krise eine heimische Krise werden. Obs den Euro in 5 Jahren in der Form noch gibt? Am Ende entscheidet darüber keine Nostalgie gegenüber DMark und Co sondern vielleicht diese Finanzkrise.
Gerade die Franzosen verhalten sich derzeit unerträglich, in blanker Panik deren Großbanken - in Frankreich gibts inzwischen ein Oligopol mit wenigen riesigen Bankenkonzernen - könnten bald in ähnliche Probleme geraten und damit den ohnehin schon sehr hohen Schuldenstand Frankreichs in die Höhe katapultieren spielen sie mal wieder die europäische Geige (wie stets wenn es Frankreich nützt). Natürlich wollen die einen kontinentalen Fond für Banken, damit auch Länder in der EU in denen heimische Banken eigentlich garkeine Probleme haben (wie zB Österreich) schön gemäß dem prozentualen Proporz die Schulden der französischen Banken mit aufnehmen. Und natürlich ist Sarkozys Ego verletzt dass er diesen Fond nicht durchsetzen konnte und kalt abgeblitzt ist damit - bei allen Regierungschefs in Europa.
Hier zeigt sich auch, ein vereintes Europa gibt es nicht wenn es um knallharte Interessenpolitik geht. Da ist sich jeder Mitgliedsstaat noch selbst der nächste. Und in diesem Falle kann man dagegen kaum etwas sagen, "ein Europa" kann nicht heißen dass alle die Suppe auslöffeln die sich einige Mitgliedsländer selbst eingebrockt haben. Das provoziert ja geradezu eine Vollkaskomentalität innerhalb der EU Staaten. Konsequenzen braucht es also nicht nur beim Finanzsystem sondern auch in der Politik die viel zu lange geschlafen hat und den Verheißungen nur zu gerne glaubte - ebenfalls aus Gier.
Die europäische Zentralbank ist der Geldwertstabilität verpflichtet und nicht dem spanischen Wirtschaftswachstum. Der Euro ist deutlich stabiler als das Pfund, eben weil nur ein gewisser Teil der Staaten Europas im Schuldenkasino mitgespielt hat. Der Euro ist eine Versicherung der europäischen Staaten untereinander. Manchmal profitiert man, manchmal verliert man aber insgesamt sind die Effekte sehr milde, da die Last von vielen geschultert wird. Wir haben kein Wechselkursrisiko innerhalb unseres riesigen Wirtschaftsraums und nebenbei ist es sehr angenehm beim Umziehen oder Urlaub machen... Gerade die Briten wären sehr gut beraten gewesen, beim Euro mitzumachen.
Was die Verflechtung der deutschen Minibanken (Raiffeisen, Sparkassen & friends) angeht, so wäre ich ganz vorsichtig. So einige haben jedenfalls eine Menge Lehman-Zertifikate an ihre Kunden verscherbelt.
Grüße
Trench
Die europäische Zentralbank ist der Geldwertstabilität verpflichtet und nicht dem spanischen Wirtschaftswachstum. Der Euro ist deutlich stabiler als das Pfund, eben weil nur ein gewisser Teil der Staaten Europas im Schuldenkasino mitgespielt hat. Der Euro ist eine Versicherung der europäischen Staaten untereinander. Manchmal profitiert man, manchmal verliert man aber insgesamt sind die Effekte sehr milde, da die Last von vielen geschultert wird. Wir haben kein Wechselkursrisiko innerhalb unseres riesigen Wirtschaftsraums und nebenbei ist es sehr angenehm beim Umziehen oder Urlaub machen... Gerade die Briten wären sehr gut beraten gewesen, beim Euro mitzumachen.
Was die Verflechtung der deutschen Minibanken (Raiffeisen, Sparkassen & friends) angeht, so wäre ich ganz vorsichtig. So einige haben jedenfalls eine Menge Lehman-Zertifikate an ihre Kunden verscherbelt.
Grüße
Trench
"Gott segne Island."
Hoffen auf Gottes Hilfe
so ist das mit dem lieben herrgott: er kommt immer dann, wenn der verstand einen kleinen aussetzer hatte.
Man hört so gar nichts aus Luxembourg...oder Liechtenstein...oder Monaco...oder von den Cayman Islands...Jersey...und wie die ganzen anderen Schurkenstaaten, deren einzige Lebensberechtigung Steuerdiebstahl und Geldwäsche sind, heißen!
Selbst die Schweiz bankt...ups, bangt um ihre UBS und Credit Suisse...aber aus den Steueroasen hört man so überhaupt nichts...
Sehr geehrteR Quote,
Ihre Wortwahl ist doch sehr drastisch. Sollten Sie tatsächlich so sehr mit Herrn Bush sympathisieren dass Sie dessen Rhetorik von den Schurkenstaaten übernehmen müssen?
Ich will keinen Steuerhinterzieher in Schutz nehmen, aber Geldwäsche ist etwas anderes als Gelder anzulegen. Ich denke Sie haben insoweit etwas wichtiges nicht verstanden. Und Steuerdiebstahl? Was soll denn Steuerdiebstahl sein?
Aber das war nicht ihre Frage. Ihre Frage war, warum man denn aus Liechtenstein, aus Luxembourg und aus Monaco so gar nichts hört. Das ist ganz einfach. Dort sitzen keine Investmentbanker und keine Investmentbanken, die ja keine Banken sind, sondern nur diesen Wortteil im Namen führen und in Wahrheit nur noch Zockerhöllen sind.
Dort sitzen stattdessen Vermögensverwalter, die das Geld ihrer Kunden (hoffentlich) vernunftig anlegen.
Sehr geehrteR Quote,
Ihre Wortwahl ist doch sehr drastisch. Sollten Sie tatsächlich so sehr mit Herrn Bush sympathisieren dass Sie dessen Rhetorik von den Schurkenstaaten übernehmen müssen?
Ich will keinen Steuerhinterzieher in Schutz nehmen, aber Geldwäsche ist etwas anderes als Gelder anzulegen. Ich denke Sie haben insoweit etwas wichtiges nicht verstanden. Und Steuerdiebstahl? Was soll denn Steuerdiebstahl sein?
Aber das war nicht ihre Frage. Ihre Frage war, warum man denn aus Liechtenstein, aus Luxembourg und aus Monaco so gar nichts hört. Das ist ganz einfach. Dort sitzen keine Investmentbanker und keine Investmentbanken, die ja keine Banken sind, sondern nur diesen Wortteil im Namen führen und in Wahrheit nur noch Zockerhöllen sind.
Dort sitzen stattdessen Vermögensverwalter, die das Geld ihrer Kunden (hoffentlich) vernunftig anlegen.
Sehr geehrteR Quote,
Ihre Wortwahl ist doch sehr drastisch. Sollten Sie tatsächlich so sehr mit Herrn Bush sympathisieren dass Sie dessen Rhetorik von den Schurkenstaaten übernehmen müssen?
Ich will keinen Steuerhinterzieher in Schutz nehmen, aber Geldwäsche ist etwas anderes als Gelder anzulegen. Ich denke Sie haben insoweit etwas wichtiges nicht verstanden. Und Steuerdiebstahl? Was soll denn Steuerdiebstahl sein?
Aber das war nicht ihre Frage. Ihre Frage war, warum man denn aus Liechtenstein, aus Luxembourg und aus Monaco so gar nichts hört. Das ist ganz einfach. Dort sitzen keine Investmentbanker und keine Investmentbanken, die ja keine Banken sind, sondern nur diesen Wortteil im Namen führen und in Wahrheit nur noch Zockerhöllen sind.
Dort sitzen stattdessen Vermögensverwalter, die das Geld ihrer Kunden (hoffentlich) vernunftig anlegen.
...von dort hören möchte?
Heulen und Zähneklappern. Selbstmorde. Staatsbankrotte. Sowas in der Richtung.
Dort sitzen stattdessen Vermögensverwalter, die das Geld ihrer Kunden (hoffentlich) vernunftig anlegen.
Aha. Unter der Matratze? In der boomenden 480.000-Einwohner-Volkswirtschaft (Luxemburg) bzw. 35.000-Einwohner-Volkswirtschaft (Liechtenstein)? Oder evtl. doch auch in "Zockerhöllen"?
Ich hoffe nur, daß jeder, der dort sein Schwarzgeld gebunkert hat (Sie natürlich nicht, SIE sind ja ehrlich, nicht wahr? Sie haben auch immer ihre Zinseinnahmen korrekt angegeben, nicht wahr?) erstmal einen halben Liter BLUT kotzt, wenn er seine nächste Konto/-Depotabrechnung bekommt.
...von dort hören möchte?
Heulen und Zähneklappern. Selbstmorde. Staatsbankrotte. Sowas in der Richtung.
Dort sitzen stattdessen Vermögensverwalter, die das Geld ihrer Kunden (hoffentlich) vernunftig anlegen.
Aha. Unter der Matratze? In der boomenden 480.000-Einwohner-Volkswirtschaft (Luxemburg) bzw. 35.000-Einwohner-Volkswirtschaft (Liechtenstein)? Oder evtl. doch auch in "Zockerhöllen"?
Ich hoffe nur, daß jeder, der dort sein Schwarzgeld gebunkert hat (Sie natürlich nicht, SIE sind ja ehrlich, nicht wahr? Sie haben auch immer ihre Zinseinnahmen korrekt angegeben, nicht wahr?) erstmal einen halben Liter BLUT kotzt, wenn er seine nächste Konto/-Depotabrechnung bekommt.
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