Finanzkrise Koch verteidigt Risikogeschäft der Banken
Hessens Ministerpräsident würde zwar selbst keine Zertifikate kaufen, doch eine Bank müsse trotzdem das Recht haben, ein hohes Risiko gegen Prämie zu verkaufen. Das sagte er in einem Interview mit der ZEIT
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sagte der ZEIT, unsere Marktwirtschaft lebe davon, dass sie in der Lage sei, Risiken zu einem gegebenen Preis zu verkaufen. Wichtig daran sei nur, dass jeder Käufer sein Risiko kenne und dass sich der Preis fair bilden könne.
Von den Banken erwartet Koch allerdings auch, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen: „Wenn wir wollen, dass die Bürger auch moderne Finanzprodukte kaufen und nicht ihr Geld alleine auf das Sparbuch legen, dann brauchen sie Beratung.“ Jeder Kunde müsse gesagt bekommen, dass je höher der Zinssatz ist, desto höher auch das Risiko zu verlieren.
Koch forderte allerdings auch stärkere Kontrollen und einheitliche Standards für die internationalen Finanzmärkte. Intransparente Finanzprodukte dürften von der Finanzaufsicht nicht mehr genehmigt werden, sagte Koch. Die Verbriefung von Risiken sei zwar eine gute Idee, das Vermischen von Risiken, um sie unerkennbar zu machen, sollte aber verboten werden.
Als Reaktion auf die Krise forderte Koch weiter, Banken dazu zu verpflichten, ihre Geschäfte mit Eigenkapital zu unterlegen. Er schlägt hierzu Quoten von 5 bis 20 Prozent vor. Er kritisierte die Banken scharf. Sie seien „übermütig und gierig“ geworden. Das liege daran, dass sie Geschäftsmodelle entwickeln konnten, die es ihnen ermöglichten, Risiken zu vermitteln, ohne selbst Risiken zu tragen.
Koch begrüßte die Anstrengungen der Bundesregierung zur Rettung der Hypo Real Estate. Eine Verstaatlichung der Bank, wie sie von Teilen der Opposition gefordert würden, lehnte Koch ab. Verstaatlichung, sagte er, könne nur das allerletzte Mittel in einem Notfallmanagement sein.
Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe der ZEIT. Ab morgen am Kiosk.
- Datum 04.05.2009 - 11:06 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 13
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So solls also weiterlaufen. Banken dürfen so weiter machen wie bisher und der Steuerzahler darf die Verluste tragen. Gerade mal 5 bis 20 Prozent als Sicherheiten für Milliardenzockerei?
Offensichtlich wollen die Politiker das große Rad weiter drehen. Ein bischen Regulierung fürs Publikum, ein bischen Gehaltseinschränkungen, aber volles Programm gegen zu viel Regulierung.
Der Wähler ist gefragt, damit diese Sauerei beendet wird. Das darf man der Politik nicht durchgehen lassen.
Neuland
Ach ja, tatsächlich... !? Nach all dem kommt diese Aussage daher genau wie all die anderen "Selbstverständlichkeiten" der vergangen Jahre... wohl noch nicht genügend die Finger verbrannt?
Die Wähler in Hessen sollten solche Aussagen ersnt nehmen, sehr sogar...
...nochmal, der Handel von verbrieftem Risiko oder Umgangssprachlich, das konsolidieren und verpacken von Finanzvehikeln/Risiko in Handelbare Papiere soll gefälligst unterlassen werden... Genauso wie andere Derivate an deren "angeblich inherente Intelligenz" zum Risikomanagement sich schon so viele gewöhnt haben...
Der nette Herr sollte da nochmal ein paar Nächte drüber schlafen und sich andere Förderungsinstrumente für das Deutsche Finanzsystem ausdenken... Da nützt dann auch das pseudo-intelliegente Foto mit dem "nachdenklichen" Finger unter der Nase nicht's... es wird nicht besser.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
der koch, welchem der spitz ein ei gestohlen?
duerfen solche manager noch irgendwo anders arbeiten? Warum werden sie gekuendigt und der nachfolger der nur passiv etwas fuer kann bekommt das volle gehalt. der/die schuldige/n sollten den karren retten auf HartzIV Lohnbasis. arbeitnehmer muessen sich dem unterziehen und sind an ihrer arbeitslosigkeit kaum selbst schuld, sondern wieder die gleichen hier schuldigen.
Die sparer werden mit ihren eigenen steuern gerettet. wunderbar. wer kommt denn da ueber den durchschnitt der Steuern pro person der dabei herangezogen/errechnet werden kann. Man zahlt also die zeche der anderen Leute.
Das ist diktatorisch/oligarchisch und den Oberen, auch Koch, kann man so realitaetsverlust vorwerfen. Pure Logik.
Maximus Successus
eines solchen Interviews?
Es gäbe sooo viele wichtige Fragen ( ob man die einer politischen Null wie Koch stellen sollte, mag dahingestellt sein ) was die Verknüpfung von Politik und Banken angeht, da wäre der gute Herr Koch wohl ordentlich ins Schwitzen gekommen.
So aber gestaltet sich das ganze zu einer weiteren Farce, gebutsmühlenartig werden die Sätze wiederholt, austauschbar und völlig beliebig.
Wo sind sie geblieben, die Journalisten, die auch mal ungequeme Fragen stellen, sich schlau genug machen, um einem Schaumschläger wie Koch die Seifenblasen um die Ohren zu hauen und dem geneigten Leser zu zeigen, dass die heutige Politikerkaste aus nichtssagenden Marionetten besteht, deren einziges Heil die Schaffung und Mehrung des eigenen Recihtusm ist???
Ich sehe sie jedenfalls nicht!
ich war eisenbahner. haette ich einen Zug in den sand gesetzt haette ich 100% dafuer gerade stehen muessen. Hier sollen es 5-20% sein.
Der politiker sollte auch ein berufsbild werden/sein, der zur verantwortung gezogen werden muss wenn er mit mindestens 81Millionen seelen spielt
Maximus Successus
ich war eisenbahner. haette ich einen Zug in den sand gesetzt haette ich 100% dafuer gerade stehen muessen. Hier sollen es 5-20% sein.
Der politiker sollte auch ein berufsbild werden/sein, der zur verantwortung gezogen werden muss wenn er mit mindestens 81Millionen seelen spielt
Maximus Successus
ich war eisenbahner. haette ich einen Zug in den sand gesetzt haette ich 100% dafuer gerade stehen muessen. Hier sollen es 5-20% sein.
Der politiker sollte auch ein berufsbild werden/sein, der zur verantwortung gezogen werden muss wenn er mit mindestens 81Millionen seelen spielt
Maximus Successus
... dass die Bürger auch moderne Finanzprodukte kaufen und nicht ihr Geld alleine auf das Sparbuch legen, dann brauchen sie Beratung.“
Wer ist denn in dem Falle "wir", bitte schön?
Wer anderes als die Banken hat denn ein Interesse daran, den Bürgern "moderne Finanzprodukte" anzudrehen? Nett, daß Herr Koch sich so sehr für seine Auftraggeber einsetzt!
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf indirekte Korruptionsunterstellungen. Die Redaktion/jk)
so ist dies ab heute (diesem Interview) sicher nicht mehr möglich. Es ist wohl gut, dass er nun doch von Frau Ypsilanti abgelöst wird und dann bald in der (leider wohldotierten) Versenkung verschwinden wird.
Koch hat von der ganzen Finanzkrise und der Möglichkeit der Gesundung schlicht nichts verstanden.
Wie hat Bill Gates vor Jahren so zutreffend gesagt: "We need banking, we don'*t need banks".
So ist es. Auch für die Bankenlandschaft muss nun gelten "Back to the roots". Zurück zum Kerngeschäft. Es ist doch tatsächlich gut, dass die Investmentbanken so schnell verschwinden. Investmentbanken tragen nur zufällig (vermutlich wohlkalkuliert) das Wort BANK im Namen. Die Investmentbanken waren Zockerhöllen. Nichts anderes.
Und dass dieses tägliche irrsinnige Spiel rund um den Erdball nun ein Ende hat, ist doch einfach nur gut.
Aber das hat mit dem Herrn Koch nichts mehr zu tun.
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