Finanzkrise Feuert aus allen Rohren!
Die Zinssenkungen der Zentralbanken sind ein erster wichtiger Schritt. Finanzminister und Notenbanker können die Krise eindämmen, wenn sie entschieden handeln.

© Mario Tama/Getty Images
Die New Yorker Börse. Um den Kursverfall zu stoppen und die Krise einzudämmen, senken nun weltweit die Notenbanken ihre Zinsen
Endlich! Die großen Notenbanken der Welt haben sich zusammentelefoniert und die Leitzinsen gesenkt. Das war ein wichtiger Schritt. Die Konjunktur bricht rund um den Globus ein, in den USA, in Europa, selbst in den Schwellenländern. Und das Weltfinanzsystem steht vor einer Kernschmelze, die den Zahlungsverkehr kollabieren lassen könnte und das Vertrauen in die Währung zu erschüttern droht. Die westliche Welt erlebt so etwas wie den ökonomischen Verteidigungsfall.
In einer solchen Zeit muss der Staat, müssen Regierungen und Zentralbanken aus allen Rohren feuern, wenn sie das System retten wollen. Banken müssen verstaatlicht und rekapitalisiert, die Konjunktur angekurbelt werden. Zinssenkungen sind ein zentrales Element in dieser Strategie: Denn niedrigere Zinsen machen Kredite für Unternehmen und Verbraucher billiger. Wichtiger noch: Sie helfen den Banken, weil sie sich billig bei der Zentralbank mit Geld versorgen können, das sie dann etwas teurer weiterreichen. Die Differenz streichen sie ein.
Klar, niedrige Zinsen treiben tendenziell die Inflation. Und es ist höchst ungerecht, jene Banken zu retten, die in den vergangenen Jahren gut verdient haben. Es wird sich vieles ändern müssen im Weltfinanzsystem. Doch jetzt ist nicht die Zeit für das große Aufräumen, jetzt geht es darum, den totalen Stillstand zu verhindern. Denn der träfe vor allem Menschen mit geringerem Einkommen. Die allgemeine Konjunkturschwäche wird den Preisauftrieb ohnehin bald von selbst dämpfen. Es mag angesichts immer noch hoher Benzinpreise verwunderlich klingen, doch die Gefahr einer Deflation ist für die Welt derzeit höher als die einer Inflation.
Finanzminister und Notenbanker können jede Krise eindämmen, wenn sie früh und entschlossen handeln. Es liegt in den Händen von Menschen wie Peer Steinbrück, Hank Paulson, Axel Weber und Jean-Claude Trichet, ob die Welt in eine neue große Depression mit allen ihren schrecklichen Folgen rutscht – oder ob sie noch einmal davonkommt. Der erste wichtige Schritt ist getan. Weitere müssen folgen.
- Datum 17.10.2008 - 14:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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siehe das Buch:
Dirk Solte: Weltfinanzsystem am Limit"
Diagnosen und Therapien !
Ich hab schon intelligentere Titel zu Artikeln gelesen...
".....Feuert aus allen Rohren..." zeigt ja wohl klar und deutlich um was es den Finanzlern schlussendlich geht... steigende Kurse um jeden Preis, auch den der zugrunde liegenden Volkswirtschaften... Was waren da nochmal für Begriffe wichtig..... Steuergelder, Pensionen und Renten, Hedge Fonds, Abzocker, Casinobetriebe, Spekulanten, Regulation, Blasen, Hypotheken, Verbriefeung, Risiko, Fundamente, Stabilität...
Ich behaupte das sich an all diesen Dingen nicht's, aber auch gar nicht's geändert hat. Eventuelle Kurssteigerungen haben also nach wie vor keinerlei Kalkulierbare Fundamente.
Noch was, wer sich auch nur ein bischen mit Zinsen, speziell der Zentralbanken auskennt weiss, das jegliche Zinsänderungen erst so ca. nach 2 Jahren in den Volkswirtschaften wirksam werden... Die Instanteuphorie ist also komplett unangebracht.
Enjoy, while it lasts..
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Helda Camara
a
Billiges Geld, noch mehr billiges Geld in die alten Strukturen werfen, das soll die Lösung sein?
"Aber ja, denn sonst trifft es vor allem die kleinen Leute!" Wie oft haben wir das schon gehört! Leider nur trifft es immer die kleinen Leute.
Dieses "jetzt ist nicht die Zeit zum Aufräumen" ist doch das Standardargument der hyperaktiven Marktjongleure, die lieber erst handeln und dann denken (wenn überhaupt!). Ich habe von diesen großmäuligen "Machern" wirklich langsam die Nase voll!
SO EINEN NIVEAULOSEN ARTIKEL HAB ICH LANG NICHT MEHR GELESEN. ÜBERSCHRIFT PASS BESSER ZUR B... ZEITUNG. GERADE DIE POLITIK DES BILLIGEN GELDES HAT DOCH ZU DIESEN ZUSTÄNDEN GEFÜHRT.
Vertrauen heißt jetzt Geld!
Das grandiose Absturz-Kursfeuerwerk an sämtlichen Börsen ist doch ein herrliches Schauspiel, vergleichbar einem großen, globalen Kunst-Happening als Abschied vom neoliberalen Zeitalter monströser Gier. Ja, diese Massengeldverbrennung von Phantastilliarden Dollar, Euro, Dublonen, Dukaten, die angenehm-altmodische Flucht ins Gold (El Dorado!), die romantischen Resignationen ob ausgebliebener oder zu spät angelangter Zinssenkungen - ein Bayreuth der Finanzwelt, der Ring der Niegelungen, das Rheingold, P. Steinbrück als verschlagner Zwerg Alberich mit Tarnkappe, den versunkenen Schatz zu bewahren suchend. Es lohnt sich, ja, auf jeden Fall!
Die Börse ist nur als ästhetisches Phänomen gerechtfertigt!
Das scheint die Lehre zu sein...
rheinelbe
Mein Gott, Walter, was für ein erbärmlicher Artikel. Da hat ja jeder Student im 1. Semester Volkswirtschaftslehre mehr Ahnung als dieser Artikelschreiber. Es muß endlich aufgeräumt werden, trifft ja sowieso immer die kleinen Leute! Geht es der Wirtschaft gut, dann kommen die mahnenden Worte: nicht zuviel verlangen, gehts der Wirtschaft schlecht: dann am besten Geld mitbringen zur Arbeit. Wie lange wollen uns diese Neoliberalen Dummschwätzer noch auf den Arm nehmen. Es wird wirklich langsam Zeit für einen richtigen Linksruck in Deutschland.
Zinssenkungen sind ein zentrales Element in dieser Strategie: Denn niedrigere Zinsen machen Kredite für Unternehmen und Verbraucher billiger.
???
Die Zentralbanken, so die sich gebetsmühlenartig wiederholende Mehrheitsmeinung, müssen in solchen Zeiten die Zinsen senken (zum Vgl. Greenspan hat das 11-mal getan!!), um einen Konjunkturabschwung abzuwehren.
Die Folge ist aber, dass genau wieder jene Spekulanten mit billigen Geld versorgt werden, Fehlinvestitionen tätigen, so dass eine kurzfristig am Horizont sich zeigende Konjunktur alsbald wieder einstürzt.
Die klassische Folge:
Um nun die erneut drohende Rezession abzuwenden, rufen diesselben wieder nach noch niedrigeren Zinsen, nach noch mehr Kredit und nach noch mehr Geld und nach noch mehr...
Vielleicht sollte man endlich mal mit einer Diagnose starten, bevor man eine Therapie beginnt.
Denn das gerade Zinssenkungen nicht geholfen haben, zeigen ja eindrucksvoll selbige unter Greenspan und Bernanke.
Die klassische Frage:
Nennen Sie bitte eine Bank, die selbiges Verfahren bei einem Probanden aus dem Mittelstand praktizieren würde, der in Schieflage geraten ist, und von der selbigen Bank mit immer neuen Krediten, immer wieder neuen Geld und all das auch noch zu immer günstigeren Konditionen versorgt wird?
Haben Sie noch nie gehört?
Auf andere Banalitäten des Artikels möchte ich nicht eingehen…
Es liegt in den Händen von Menschen wie Peer Steinbrück, Hank Paulson, Axel Weber und Jean-Claude Trichet…
Na ja.
Trust in authority.
Klasse geschrieben.
Die Frage ist nur, ob es "Panem et circenses der Cäsaren" fur den dummen Rest der Welt ist.
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