Moorburg Ein Kraftwerk bringt Hoffnung
Hamburgs Grüne beraten heute, ob sie wegen des Kohlekraftwerks Moorburg die Koalition mit der CDU verlassen. Viele Anwohner aber sehen es eher als Segen
Die Maria-Magdalena-Kirche ist gut besucht an diesem Sonntag. Die 800-Seelen-Gemeinde Moorburg im Süden Hamburgs feiert Erntedank. 60 Gemeindemitglieder sind trotz starken Regens gekommen. „Es gibt hier ein reges Gemeindeleben“, sagt Pastorin Anja Blös nach dem Gottesdienst. Im Gemeindehaus wird Kaffee und Kuchen serviert. Die Tische sind feierlich gedeckt, Jung und Alt sitzen beisammen, Kinder vom Bastelkreis verkaufen selbst bestickte Handtücher mit dem Schriftzug „Moorburg forever“.
Alles sehr idyllisch und friedlich. Es wird viel gelacht und diskutiert. Doch auch wenn die Gemeinde diesen Eindruck nicht vermittelt: Moorburg ist ein Dorf in Kampfesstimmung. Schon seit Jahrzehnten zwischen Auf- und Abbruch gefangen.
Denn Moorburg liegt mitten im Hamburger Hafenerweiterungsgebiet. Sein Schicksal ist deshalb eigentlich besiegelt: Es soll dem Hafen früher oder später weichen, so wie andere Dörfer zuvor. Schon heute sind mehr als 90 Prozent der Häuser im Eigentum der Stadt, neu gebaut werden darf nicht mehr, und auch die Grundschule wurde 2007 geschlossen. Zu wenig Nachwuchs. Aber dennoch: Die Bürger haben die Hoffnung noch lange nicht aufgegeben. Sie wollen ihr „Paradies im Grünen“ nicht verlieren. Und die Chancen hierfür stehen nicht schlecht.
„Kraftwerk Mooburg wird gebaut“, stand vergangene Woche in den Zeitungen. Selbst den seit einigen Monaten mit der CDU in der Hansestadt regierenden Grünen ist es letztlich nicht gelungen zu verhindern, was wohl nicht mehr zu verhindern war. Im Gegenteil: Ausgerechnet der grünen Umweltsenatorin Anja Hajduk fiel es zu, den Bau des Kraftwerks zu genehmigen. Unter Auflagen zwar. Aber doch.
Noch im Wahlkampf hatte die damalige Grünen-Fraktionsvorsitzende und heutige Zweite Bürgermeisterin Christa Goetsch verkündet: „Mit uns wird keine Erlaubnis für das Kraftwerk erteilt werden.“ Was aber absehbar war, ist jetzt eingetreten: Juristisch war der Bau nicht mehr zu stoppen, der Energiekonzern Vattenfall hatte für das zwei Milliarden Euro teure Projekt ein bindende Zusage des früheren CDU-Senats. Ab 2012 soll das "CO2-Monster" – allen Protestaktionen von Umweltschützern zum Trotz – Hamburg mit Strom beliefern und das weniger effiziente, 50 Jahre alte Kraftwerk Wedel in Schleswig-Holstein ersetzen.
Dennoch oder gerade deswegen wurde Moorburg zum Sinnbild. Sinnbild für Scheitern und Läuterung grüner Politik, Sinnbild für Energie- und Hafenpolitik, aber auch Sinnbild für neue Hoffnung. „Mooburg ist gespalten“, sagt Pastorin Blös: „Die einen sind für das Kraftwerk, die anderen sind dagegen.“
- Datum 10.10.2008 - 08:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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vernünftigerweise die Konsequenzen ziehen und die Koalition, die unter falschen Voraussetzung entstanden ist verlassen. Alles andere würde zu einer sehr tiefen Glaubwürdigkeitskrise führen. Der Schaden, den die CDU mit ihrer Vattenfallvereinbarung vor der Wahl den Grünen nach der Wahl bei einem Verbleib in der Koalition stiftet ist auf Dauer unabsehbar.
Wenn Kernelemente des Koalitonsvereinbarung wegschmelzen, macht es keinen Sinn zu verbleiben. Das Einführen eines Kohlekraftwerkes kann die CDU gerne mit jemanden anderen veranstalten. Jemand, der für so einen Mist gerne sein Gesicht hinhält...
Tja, junge Künstler ziehen jetzt zu und die Bürger sind froh? Laß mich mal raten: Wenn jetzt statt einem Kohle- ein Atomkraftwerk gebaut worden wäre, dann wären Megastars zugezogen und die Bürger auf einem puren Glückstrip... Wer braucht da schon Pillen...
Klar. Schaltet Atomkraftwerke ab, lasst die alten, ineffizienten Kohlemeiler stehen und baut Gaskraftwerke. Super Idee!
Da wird das uralte Kohlekraftwerk gegen ein topmodernes und effizientes Kraftwerk ausgetauscht (ca. 50% CO2 Ersparniss pro KW/h!) und die Leute meckern wieder nur rum. Bis die Klimaerwärmung genug vorangeschritten ist, um auch in Deutschland mit Sonne und Wind alle Bedürfnisse zu befriedigen, braucht es wenigstens noch ein paar Kraftewerke, um wenigsten die Krankenhäuser mit Strom zu versorgen. Ich bin durchaus für eine Klimapolitik, die den Austieg aus fossilen oder nuklearen Brennstoffen fördert. Aber ganz ohne Kraftwerke gehts nun mal nicht.
das kohlekraftwerk moorburg-
ja ja, die grünen,
bekommen sie dafür auch 500.000 euro pro abgeordneter, es lohnt sich, denn der emmisionswert steigt dann um 70%
der umsatz bei 12 terawattstunden wird um die 400 mrd euro liegen,
jährlich!!
reicht für hamburgs bürger and all...
pro kopf wird es 16 tonnen co2 betragen, fein ihr lakritz -grünen + raben schwarzen christen.
[...] klima-luegendetektor.de lesen, oder googlet , wieviele kohlekraftwerke hat hamburg
[Link entfernt, bitte verzichten Sie darauf, auf werbliche Homepages zu verlinken. Danke. /Die Redaktion pt.]
Die Grünen scheinen die Realitäten auch wahrzunehmen. Gratulation! Man kann nicht alles gleichzeitig wollen, Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke in ihrer Anzahl zu reduzieren. Außerdem, das zählt wohl vielmehr, gab es juristisch keine Handhabe.
In Hamburg ist man ja sehr realpolitisch bei der GAL. Die Führung ist im Diesseits verhaftet. Davon sollten sich die "Linken" auch mal eine Scheibe abschneiden. MAcht das wa möglich ist, dies gilt auch für andere Themen. Generell läuft die Koalition mit der CDU wohl ganz gut, das konnte man in mancher Stadtteilpolitik auch schon sehen.
In Berlin sieht man ja was denn so passiert, wenn man in Regierungsverantwortung ist. Die große Ideen kommen mit der Wirklichkeit in Kontakt, und schon bleibt nur wenig übrig.
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"that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"
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