Chemienobelpreis Grün für das Leben
Das Nobelkomitee zeichnet drei US-Forscher für die Entdeckung des leuchtenden Eiweißes GFP aus. Der Farbstoff wurde zu einem der wichtigsten Forschungsinstrumente in den Biowissenschaften

© Sam Yeh/AFP/Getty Images
Im UV-Licht leuchten diese genveränderten Fische grün. Möglich wird das dank des Proteins GFP, für dessen Entdeckung der diesjährige Chemienobelpreis an zwei US-Forscher und einen japanischen Kollegen geht.
Die US-Wissenschaftler Martin Chalfie und Roger Tsien teilen sich die mit einer Million Euro dotierte Auszeichnung zu gleichen Teilen mit dem in den USA lebenden Japaner Osamu Shimomura. Die Forscher hätten das leuchtende Protein einer Qualle zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Biologie gemacht, teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften mit.
Mit dem grün fluoreszierenden Protein, kurz GFP, können viele Prozesse im Inneren des menschlichen Körpers sichtbar gemacht werden. Von sich entwickelnden Nervenzellen bis hin zu entarteten Krebszellen können Forscher mit dem kleinen Helfer viele Prozesse nachvollziehen, denn GFP kann im Labor mit nahezu jedem Eiweiß gezielt genetisch verschmolzen werden. Die GFP-markierten Proteine sind anschließend leicht zu verfolgen: Werden sie - zum Beispiel unter speziellen Mikroskopen - mit ultraviolettem Licht bestrahlt, beginnen sie grün zu fluoreszieren und heben sich auf einen Blick von sämtlichen anderen Eiweißstrukturen ab.
Beschrieben wurde das preisträchtige Protein bereits 1961, von Osamu Shimomura. Der Forscher hatte es zuvor in der Pazifik-Qualle Aequorea victoria entdeckt, die dank GFP ihrerseits leuchten kann. Doch in der Zell- und Mikrobiologie sollte das zauberhafte Grün erst viel später Karriere machen: Als Martin Chalfie zu Beginn der Neunzigerjahre das Gen für GFP isolierte, wurde das Eiweiß für die moderne Biotechnologie zugänglich.
Der dritte im Bunde, Roger Tsien, fand schließlich heraus, nach welchem Mechanismus GFP denn überhaupt leuchtet. Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse entwickelte Tsien eine ganze Palette bunt fluoreszierender Proteine. Damit ist es Forschern heute möglich, verschiedene biologische Prozesse gleichzeitig zu beobachten. So gelang es beispielsweise die unterschiedlichen Nervenzellen im Gehirn einer Maus in allen Farben des Regenbogens sichtbar zu machen .
Im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Gerhard Ertl den Chemienobelpreis erhalten. Der 71-Jährige wurde für seine Erkenntnisse im Bereich der Oberflächenchemie von Festkörpern geehrt. Ertl hatte erkannt wie wichtig die katalytischen Eigenschaften an Oberflächen sind: sie können Reaktionen ablaufen lassen, die sonst nicht stattfinden würden. Dank dem Chemiker konnten die Prozesse aufgeklärte werden und haben wichtige technische Neuerungen wie die Brennstoffzelle und moderne Katalysatoren in Autos erst möglich gemacht.
Die Nobelpreise in der Kategorie Medizin und Physik wurden diese Woche bereits verliehen. Am Montag erhielt der Deutsche Harald zur Hausen den Medizinnobelpreis für seine Forschung zum Gebärmutterhalskrebs. Der 72-Jährige teilt sich die Auszeichnung mit den französischen Virologen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier, die für die Entdeckung und des AIDS-Erregers HIV geehrt wurden. Für die Erforschung der fundamentalen Kräfte der Natur ging der diesjährige Physiknobelpreis am Dienstag an drei japanischstämmige Teilchenphysiker .
Bis Montag werden noch die Preisträger in den Kategorien Frieden, Literatur und Wirtschaft bekanntgegeben. Die feierliche Verleihung findet im Dezember in Stockholm statt.
- Datum 10.12.2008 - 11:19 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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schon seit Langem stutzig macht, es gibt keine Islamwissenschaftler unter den Nobelpreisträgern. Es werden keine fraktalen Errungenschaften der persischen Geometriker honoriert.
Der Mensch ist keine Maus! - Tierversuche - wissenschaftlicher Betrug:
Das beliebteste Versuchstier hat ein Gewicht von 20-30 g, sein Herz hat die Länge von 0,8 cm, der Magen ein Fassungsvermögen von 1,5 ml. Die Rede ist vom Pharmavorkoster des Menschen: Der Maus.
Obwohl diese Daten eindeutig beweisen, daß eine Maus niemals Modellcharakter für den 70.000 Gramm schweren Menschen haben kann, wird mit ihr millionenfach experimentiert - weil sie so billig ist und so handlich. Neben Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten werden Mäuse als »klassische Laboratoriumstiere« beschrieben, »da ihre Zucht, Haltung und Pflege weniger aufwendig ist als die der größeren Tiere«. Ausschließlich wirtschaftliche Aspekte bestimmen demnach diese Auswahl, die mit wissenschaftlicher begründeter Selektion nicht das Geringste zu tun hat. (»Größere Tiere« sind übrigens auch kein Abbild des Menschen und deswegen genauso wenig geeignet.)
Stimmt, es sind auch wirtschaftliche Gruende, die fuer Mæuse sprechen, prinzipiell kønnte man auch ein anderes Sæugetier verwenden.
Auf die Kørpenmasse kommt es dabei allerdings meistens nicht an, was interessiert ist, was im Gewebe und in den einzelnen Zellen passiert.
Das, was die Zelle macht, kann man z.B. mit den GFPs beobachten, fuer die der Nobelpreis vergeben wurde:
Dafuer werden die Gensequenzen, die die fluoreszierenden Proteine produzieren an Gensequenzen angefuegt, von denen man wissen møchte, wann sie ausgelesen werden. Wird das Zielgen dann aktiviert, dann liest der Organismus auch das Gen fuer GFP aus und produziert ein fluoreszierendes Protein, das man nachweisen kann.
An der Methode sieht man dann auch gleich einen wissenschaftlichen Grund, der fuer Mæuse spricht: Ihr Genom ist bekannt, man weiss also, wo das GFP-Gen hinmuss.
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