Finanzkrise Notenbanken und Regierungen kämpfen gegen Vertrauenskrise
Turbulenzen an den Finanzmärkten: Die Notenbanken senken die Zinsen, doch die Aktion verpufft an den Börsen. Europas Regierungen stützen taumelnde Banken mit Milliarden

© Jan-Pierre Clatot/AFP/Getty Images
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet
In einer gemeinsamen Aktion griffen die wichtigsten Notenbanken der Welt an diesem Mittwoch durch: Die Europäische Zentralbank (EZB), die amerikanische Federal Reserve sowie die Notenbanken Großbritanniens, der Schweiz, Schwedens und Kanadas senkten nach einer Telefonkonferenz ihre Leitzinsen. Auch die chinesische Zentralbank nahm erstmals an einer international koordinierten Aktion teil. Für die EZB war es die erste Zinssenkung seit mehr als fünf Jahren. Ein gemeinsames Handeln von EZB und der US-Notenbank gab es zuletzt nach den Anschlägen vom 11. September 2001.
Die EZB senkte den Schlüsselzins für die Versorgung der Kreditwirtschaft in den Ländern der Währungsunion auf 3,75 Prozent von 4,25. Die Fed nahm ihren Zielsatz für Tagesgeld auf 1,5 von 2,0 Prozent zurück. "Es galt, entschlossen zu handeln angesichts der jüngsten Zuspitzung der Turbulenzen an den Finanzmärkten", sagte Bundesbankpräsident Axel Weber, der sich noch vor wenigen Monaten für Zinserhöhungen im Kampf gegen die Inflation starkgemacht hatte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der amerikanische Präsident George W. Bush lobten das Vorgehen der Zentralbanken. Merkel sprach von einer vertrauensbildenden Maßnahme, um die Realwirtschaft zu stärken. Aus dem Weißen Haus in Washington hieß es, die Zinssenkung sei "hilfreich". Der französische Präsident Nicolas Sarkozy nannte die abgestimmte Zinssenkung eine "sehr wichtige Entscheidung". Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft begrüßten die Aktion.
Mit dem an den Finanzmärkten seit Wochen erhofften Befreiungsschlag wollen die Notenbanken der strauchelnden Finanzwirtschaft Luft verschaffen, den Banken die Refinanzierung erleichtern und damit einen Flächenbrand und eine Rezession verhindern. In Großbritannien, wo eigentlich erst am Donnerstag eine Zinsentscheidung auf der Agenda gestanden hätte, fiel der Leitzins auf 4,5 von 5,0 Prozent. Die Schweizer Nationalbank kappte ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent. Die japanische Notenbank schloss sich der Aktion dagegen nicht an und beließ ihren Leitzins bei 0,5 Prozent.
An den Märkten sorgte die erhoffte gemeinsame Aktion nur kurzzeitig für ein Aufatmen. Die Rezessionsängste aber blieben, die Notenbank-Aktion verpuffte weitgehend. An der Wall Street legte der Dow Jones zwar zeitweise zu, drehte aber später deutlich ins Minus. Der Dax konnte seine Verluste etwas eingrenzen, schloss aber mit Verlusten. Am Markt für festverzinsliche Staatspapiere gab der Bund-Future kräftig nach.
"Das ist ein Versuch, Vertrauen in die Märkte zu bringen", sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. "Kurzfristig werden wir deshalb einen Aufwärtsimpuls sehen. Die Frage ist nur, wie lange es anhält." Der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard, erklärte, es könnten weitere Zinssenkungen nötig sein - wichtiger seien allerdings politische Maßnahmen im Kampf gegen die Krise. Die Volkswirte der Allianz sprachen von einem starken "Signal gegen die Panik" an den Märkten. Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny machte unterdessen deutlich, dass die Aktion nicht als erster Schritt einer Serie missgedeutet werden dürfe.
- Datum 17.10.2008 - 14:02 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




es zeigt den Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, in einer wohl für diese Wesen völlig unpopulären Gebärde, die Hände zum Gebet faltend. Freunde, wie heißt es im Evangelium: "Der Mensch lebt nicht vom ... allein..", ganz recht.
beetet er? ich hab kürzlich gelesen Herr Paulson wäre vor Frau PELOSI (Sprecherin des amerikanischen Räpresentantenhauses) niedergeknieht und Sie hätte gesagt : ich wußte nicht, dass Sie katholisch sind . Noch ist es nicht so weit hie,r oder ?? F ragen wir Frau Merkel !!
beetet er? ich hab kürzlich gelesen Herr Paulson wäre vor Frau PELOSI (Sprecherin des amerikanischen Räpresentantenhauses) niedergeknieht und Sie hätte gesagt : ich wußte nicht, dass Sie katholisch sind . Noch ist es nicht so weit hie,r oder ?? F ragen wir Frau Merkel !!
Erst trieb das Weltfinanzsystem mit den 20 Investmentbankern an der Spitze, die in den USA durchschnittlich 650 Millionen Dollar in einem JAhr (!!) "verdienten" (???)
- der gegenwärtige US-Finanzminister ist einer von ihnen -
die Politiker zu den Deregulierungen des Neoliberalismus vor sich her,
nun treibt das Weltfinanzsystem die Politiker zu - immerhin international koordinierten - von Steuerzahlern abgesicherten Staatsrettungspaketen vor sich her.
Wann endlich wird diese Treibjagd endlich einmal umgekehrt ?
Wann endlich werden die Politiker also sich international abstimmen und von den 40 Billionen Dollar der 10 Millionen Reichsten auf unserem Planeten mit einem Zugewinn von über 3 Billionen Dollar in einem Jahr ( !!)- genau durch die o.a. neoliberalen Rendite-Treibjagten - durch Steuern auf Finanztransaktionen (!!) , die zur Zeit besonders hektisch vonstatten gehen, in Richtung des Gemeinwohls um"steuern" ??
Noch ist offensichtlich ist die Finanz-Macht der 10 Millionen Erdbewohnern - keine 0,2 % der Menschheit - viel zu groß, so dass die 99,8 % darunter leiden müssen.
Wenn es nicht so grausam traurig wäre könnte man lachen:
- Investmentbanker sichern ihr erjagtes Vermögen kofferweise in Sparkassen, so dass der Staat ihr neoliberal erworbenes Vermögen nun auch noch sichert: In welcher irrsinnigen Welt leben wir ?
Wir sollten fordern:
Globale Kapital-Steuern damit sich das Kapital beruhigt, sich nicht ständig selbst vermehrt und endlich dem Gemeinwohl dient,
in einer Welt, die von sozialer Apartheid geprägt ist!!!
Schön schln die Krieseist da, das Vertrauen im Eimer.
Aber eines würde mich mal interessieren; wenn wir aus der ganzen Sache lernen wollen und das Vertrauen zurückkehren soll, dann würde mich doch mal interessieren, wer jetzt eigentlich Schuld ist. Wem muss man die Schuld für die Kriese geben, ich würde das gerne wissen, ich will Namen. Ansonsten bleibt die Kriese ein nicht greifbares Spektakel, das viel Geld gekostet hat.
PS: Das die USA schuld sind ist mir zu schwammig.
zu Kommentar 3: Jetzt mal Butter bei de Fische
Eine Angewohnheit die den Deutschen in Fleisch und Blut übergegeangen ist. Es muß immer einen "Schuldigen" geben. Personen, Institutionen oder ganze Nationen. Brauchen wir Menschen unbedingt immer jemanden, den wir "Hängen" sehen wollen (ich erinnere an die peinliche Hinrichtung von Sadam Hussein). Ich schließe mich da keineswegs aus, aber ich finde, dass bei der aktuellen Bankenkrise das System "schuld" hat. Das wiederum führt zu der unliebsamen Frage, wie wir ein solches System an den "Galgen" bringen wollen. Das Kind ist nunmal in den Brunnen gefallen, wie man so schön sagt. Jetzt gilt es schlimmeres zu verhindern, und darauf zu achten, dass bei nächsten Mal solch gravierenden Fehler nicht erneut gemacht werden. Das die USA schuld ist, ist mehr ebenfalls zu schwammig, zumal die USA eine Nation ist. Eine Nation als solches kann keine schuld haben, es sei den, jemand behauptet das alle Amerikaner (ohne Ausnahme) die Verantwortung für die weltweite Bankenkrise zu tragen haben, dem ist jedoch nicht so, wie wir alle wissen. Einige Bankmanager haben sich "verzockt", weil das System es wegen mangelhafter Kontrollen zugelassen hat, seien sie überzeugt, dass die weltweiten Bankenaufsichten das künftig mit aller Macht verhindern werden.
Herzlichst Ihr Thomas Brockmann
zu Kommentar 3: Jetzt mal Butter bei de Fische
Eine Angewohnheit die den Deutschen in Fleisch und Blut übergegeangen ist. Es muß immer einen "Schuldigen" geben. Personen, Institutionen oder ganze Nationen. Brauchen wir Menschen unbedingt immer jemanden, den wir "Hängen" sehen wollen (ich erinnere an die peinliche Hinrichtung von Sadam Hussein). Ich schließe mich da keineswegs aus, aber ich finde, dass bei der aktuellen Bankenkrise das System "schuld" hat. Das wiederum führt zu der unliebsamen Frage, wie wir ein solches System an den "Galgen" bringen wollen. Das Kind ist nunmal in den Brunnen gefallen, wie man so schön sagt. Jetzt gilt es schlimmeres zu verhindern, und darauf zu achten, dass bei nächsten Mal solch gravierenden Fehler nicht erneut gemacht werden. Das die USA schuld ist, ist mehr ebenfalls zu schwammig, zumal die USA eine Nation ist. Eine Nation als solches kann keine schuld haben, es sei den, jemand behauptet das alle Amerikaner (ohne Ausnahme) die Verantwortung für die weltweite Bankenkrise zu tragen haben, dem ist jedoch nicht so, wie wir alle wissen. Einige Bankmanager haben sich "verzockt", weil das System es wegen mangelhafter Kontrollen zugelassen hat, seien sie überzeugt, dass die weltweiten Bankenaufsichten das künftig mit aller Macht verhindern werden.
Herzlichst Ihr Thomas Brockmann
Hier der Beleg:
"Finanzleute erzählen von Investmentbankern, die ihr Geld jetzt bei den Sparkassen in Sicherheit bringen."
http://www.sueddeutsche.d...
beetet er? ich hab kürzlich gelesen Herr Paulson wäre vor Frau PELOSI (Sprecherin des amerikanischen Räpresentantenhauses) niedergeknieht und Sie hätte gesagt : ich wußte nicht, dass Sie katholisch sind . Noch ist es nicht so weit hie,r oder ?? F ragen wir Frau Merkel !!
wenn ich det mal so behaupten darf, aber der Trichet hat wat off'm Trichter, det sieht man in seinen Gebärdensprachen-Dingsbums
guter link:
Dirk Müller von der Frankfurter Börse im Interview:
http://de.youtube.com/wat...
zu Kommentar 3: Jetzt mal Butter bei de Fische
Eine Angewohnheit die den Deutschen in Fleisch und Blut übergegeangen ist. Es muß immer einen "Schuldigen" geben. Personen, Institutionen oder ganze Nationen. Brauchen wir Menschen unbedingt immer jemanden, den wir "Hängen" sehen wollen (ich erinnere an die peinliche Hinrichtung von Sadam Hussein). Ich schließe mich da keineswegs aus, aber ich finde, dass bei der aktuellen Bankenkrise das System "schuld" hat. Das wiederum führt zu der unliebsamen Frage, wie wir ein solches System an den "Galgen" bringen wollen. Das Kind ist nunmal in den Brunnen gefallen, wie man so schön sagt. Jetzt gilt es schlimmeres zu verhindern, und darauf zu achten, dass bei nächsten Mal solch gravierenden Fehler nicht erneut gemacht werden. Das die USA schuld ist, ist mehr ebenfalls zu schwammig, zumal die USA eine Nation ist. Eine Nation als solches kann keine schuld haben, es sei den, jemand behauptet das alle Amerikaner (ohne Ausnahme) die Verantwortung für die weltweite Bankenkrise zu tragen haben, dem ist jedoch nicht so, wie wir alle wissen. Einige Bankmanager haben sich "verzockt", weil das System es wegen mangelhafter Kontrollen zugelassen hat, seien sie überzeugt, dass die weltweiten Bankenaufsichten das künftig mit aller Macht verhindern werden.
Herzlichst Ihr Thomas Brockmann
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren