Überwachung Helmut Schmidt fürchtet, abgehört zu werden

Der Altkanzler versteht die Angst der Deutschen vor totaler staatlicher Überwachung. Er rechnet damit, dass sein Telefon auch heute noch angezapft wird

Der ZEIT-Herausgeber und ehemalige Bundeskanzler sagte dem ZEITmagazin: „Die Abneigung gegen die wachsende Regulierungswut teile ich. Vor ein paar Tagen erhielten meine Frau und ich den Brief einer Bundesbehörde; darin stand, ich hätte in Zukunft eine Steuernummer, eine lange Zahl, und ich solle den Brief sorgfältig aufbewahren, die Nummer gelte für mein ganzes Leben. Ich habe mich gefragt, wo ich die denn aufbewahren soll. Gedacht habe ich: Rutsch mir doch den Buckel runter!“

Die Aufregung über den sogenannten Datenklau teilt Schmidt allerdings nicht: „Hier ist es mehr die Publizistik, die sich darüber aufregt. Den normalen Bürgern ist das ziemlich egal. Lange vor dem Datenklau wusste man doch, dass fremde und deutsche Nachrichtendienste manchmal Telefongespräche abhören. Ich habe immer damit gerechnet, dass mein Telefon angezapft wird. Ich rechne auch heute damit.“

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Das vollständige Gespräch "Auf eine Zigarette" lesen Sie wie jede Woche im ZEITmagazin. Ab Donnerstag in der neuen Ausgabe der ZEIT am Kiosk.

 
Leser-Kommentare
    • spi122
    • 08.10.2008 um 14:22 Uhr

    Gut so, weiter so, Herr Schmidt!

    • Anonym
    • 08.10.2008 um 14:54 Uhr

    Herr Altbundeskanzler Schmidt. Das Leben auf diesem Globus saust einem Telos zu..

  1. ... kann dieser "Redakteur" in eine korrekte Überschrift fassen.
    "Helmut Schmidt fürchtet, abgehört zu werden"
    lässt sich mit dem Text nicht in Einklang bringen. Das Gegenteil ist richtig:
    „Hier ist es mehr die Publizistik, die sich darüber aufregt. Den normalen Bürgern ist das ziemlich egal. Lange vor dem Datenklau wusste man doch, dass fremde und deutsche Nachrichtendienste manchmal Telefongespräche abhören. Ich habe immer damit gerechnet, dass mein Telefon angezapft wird. Ich rechne auch heute damit.“
    Keine Furcht, sondern resignative Akzeptanz der Lauschgewohnheiten der "befeundeten" Dienste. Business as usual, kein Grund zur Aufregung. Jeder weiß, könnte wissen, dass seine E-Mails, so sie interessant sind, auch von unbefugten Augen gelesen werden. Jeder Kommentator hier weiß, sollte wissen, dass seine Texte auch gegen ihn verwendet werden könnten. Lieb Vaterland, magst ruhig sein ...

  2. Entschlüsseln eigene und fremde Dienste die Rauchsignale"Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt"!?

    Lieber Herr Schmidt,

    bevor ich mir Ihr aktuelles Gespräch "Auf eine Zigarette“ mit Herrn di Lorenzo in voller Länge launig zu Gemüte fürhre, schon einmal hier an dieser Stelle auf dieser Welle eine kleine „Meine Anmerkung“.

    Dass Sie den Datenklauern/innen einladend nahelegen, Ihnen den Buckel herunter zu rutschen, könnten die frohlockend wörtlich nehmen, und ihnen dort weitergehende Gen- Daten Abstriche entnehmen.

    Ist der Skandal nicht ein ganz anderer.
    Dass wir über die staatliche Telekom, Post ,trotz Fernmeldegesetz und Postgeheimnis, jahrzehntelang von eigenen und fremden Diensten, deutsch- deutsch gar auf der friedensstiftenden, vertrauensbildenden Basis der Gegenseitigkeit, abghört, gefilmt, per Aktenzeichen UFO oder UVD/XYZ achiviert, abgelegt wurden, haben wir aus Mangel an anderen Möglichkeiten klaglos erduldet, war es doch dem bizarren Sicherheitswahn der antagonisischen Block- Systeme, Ost und West, im Kalten Krieg geschuldet.
    Dass nun aber nach Privatisierung der Telekom, Post, Müllabfuhr, Grüner Punkt statt Mini- Müll, Bahn?, bei gleichzeitig eingeführter gesetzlicher Einklagbarkeit des Daten-Mißbrauch, gar Bruchs des Fernmeldegesetzes, Postgeheimnis durch staatliche Organe, staatliche Dienste womöglich selber privaten Agenturen, Detekteien, fremden Diensten Daten der Staatsbürger/innen in Massen aushändigt für Recherchen in Auftrag geben, um sich im Fall der Aufdeckung des Verstoßes gegen das Fernmeldegesetz, Postgeheimnis mit der Formulierung “Es war Datenklau, der hier gegen unseren ausdrücklichen Willen geschah“ die Hände in Unschuld zu waschen, schreit als Skandal gen Himmel!, oder?
    Wollen Sie wirklich diesen Skandal lässig nachlässig wie nachsichtig „Auf eine Zigarette“ als übliches nachrichtendienstliches Verfahren durchwinken!?

    Wird hier nicht ganz im Sinne von Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble, der Versuch gestartet, medial über Verunsicherung der Bürger/innen im unbefangen freien Umgang mit ihren Daten die Furcht vor der Nachlässigkeit des Staates als Herrn des Verfahrens dramatisch neu zu beleben?, statt die Bürger/innen, Privathaushalte, Unternehmen in global deregulierten Datenmärkten nachhaltig wirksam vor Daten- , Patent- und Urheberrechts- Missbrauch zu schützen?
    Nie war der Datenschutz uns ökonomisch gefühlt so teuer und doch wird dieser von Parteien, vom Staat so billig gehandelt, an Konferenztischen als Katzentisch in der Nische behandelt?

    Jetzt wird mir auch klar, warum Sie täglich in Hamburg- Langenhorn mit dem Nikotin- Kurzhorn „Auf eine Zigarette“ bei weitem mehr Rauchzeichen gen Himmel schicken als zu telefonieren, gar im World Wide Web im Internet Daten sprühend, umweltbelastende Bit- Schweife beim Surfen zu hinterlassen.
    Dass eigene und fremde Dienste Rauchzeichen entschlüsselt abhören, gar archivieren könnten, hat die Welt seit Anbeginn noch nicht gesehen und braucht sie auch nicht zu fürchten bis zum Jüngsten Tag am nächsten Morgen.

    Lieber Herr Schmidt,
    nach langer Selbsterforschung bin ich unerwartet auf den tieferen Grund Ihres unerschrockenen Kampfes „Auf eine Zigarette“ im Öffentlichen Raum gestoßen.
    Ungeschützt behaupte ich einmal:
    “Es ist Ihr beharrender Versuch, den Öffentlichen Raum trotz rabiater Rauchzeichen Verbote für Friedenpfeifen offenzuhalten!?“
    Es kann doch nicht angehen, dass sich, insbesondere junge Leute bei der Bundeswehr für Auslandseinsätze in Kosovo, Afghanistan, Absurdistan, Dafur, Somaila, Libanon, Kongo bedingungslos verpflichten, nur, um endlich einmal auf freiem Schuss- Feld, in Bergen, Höhen, Tälern, im Dschungel, Wüsten- Pfaden.offener Landschaft per Friedenpfeifen ungestraft Rauchzeichen schussbereit gen Himmel zu jagen.

    Gerade bersten die Börsen Indicies der Welt zu schwarzen Zwergen, krachen bald die Kanonen, um das ökonomische Bersten hochgerüstet als New deal zu vertonen? Da brauchen wir doch an allen Enden und Ecken Menschen in Uniform und in Zivil mit Courage zu Friedenspfeifen.

    Sehen Sie, ich verstehe Ihre Botschaft wohl!
    Gott schütze unsere Friedenspfeifen!,
    wenn Gott denn gerade einmal nicht abwesend, uns Menschen, auf uns allein gestellt, in die Verantwortung gerufen gepflichtet.

    Tschüs
    Joachim Petrick

  3. Welche gefährlichen Eskapaden Feigheit in Gang bringt, dafür erleben wir im Moment ein Beispiel nach dem anderen. Die Chancen von Horchposten und Heckenschützen verringern sich in dem Maß, wie wir offen und mutig zu unseren Ansichten stehen. Ansichten und Ziele, die vom Wohl der Umwelt und der Menschen geleitet werden, brauchen sich nicht zu verstecken, auch wenn die Feinde sich noch so drohend aufrichten. Die Geschichte kennt genügend Beispiele, das solche Drohgebährden und die Versuche, sie wahr zu machen, positive Entwicklungen stören, beeinträchtigen, aber nicht aufhalten können. Denn das liegt außerhalb ihres Aktionsspielraums.
    Gute und weitsichtige Ziele sind jetzt genauso gefragt, wie der Mut, sie unter welchen Bedingungen auch immer, anzugehen mit den Menschen, die die Wege gemeinsam gehen wollen.

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