Reaktion auf Hilfspaket Kursfeuerwerk an den Börsen

Europas Aktienmärkte starten mit kräftigen Kursgewinnen. Grund sind die Rettungspakete der europäischen Regierungen für die taumelnden Banken

Dax mit Kursgewinnen: Börsianer in Frankfurt und Anleger schöpfen Hoffnung

Dax mit Kursgewinnen: Börsianer in Frankfurt und Anleger schöpfen Hoffnung

Getragen von neuer Hoffnung auf eine längerfristige Stabilisierung des Bankensektors haben deutsche Finanzwerte bereits in den ersten Handelsminuten kräftig zugelegt. Das wirkte sich auch auf den Gesamtmarkt aus: Der DAX stieg nach dem Kursrutsch in der Vorwoche um 6,18 Prozent auf 4825,37 Zähler, die mittelgroßen Werte im MDax kletterten um 8,02 Prozent auf 5752 Punkte und der TecDAX stieg um 9,54 Prozent auf 566 Zähler. Damit pendelt sich der deutsche Leitindex wieder auf seine Normalwerte ein, nachdem er vergangene Woche mehr als 20 Prozent verloren hatte.

Die Börsianer geben sich erstmals seit Langem wieder vorsichtig optimistisch. "Die Panik scheint in Euphorie umzuschlagen. Die Leute kaufen, was das Zeug hält. Vor allem natürlich Finanztitel", sagte ein Händler. Auslöser seien neben dem 400 Milliarden umfassenden Hilfspaket des Bundes für die angeschlagene Finanzbranche auch gute Vorgaben der Börsen in Asien.  "Die geplante Banken-Rettungsaktion kommt spät, aber immerhin sie kommt", kommentierte ein Kapitalmarktexperte. "Alles stützt sich jetzt auf die Hoffnung, dass dieser Schritt den Finanzmärkten länger als ein paar Minuten helfen wird".

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Getragen wurde die Erholung insbesondere durch die Finanzwerte: Bis bis zum späten Vormittag schnellten die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) um 35,35 Prozent auf 5,59 Euro in die Höhe und machten ihre Verluste der vergangenen Woche von rund 12 Prozent mehr als wett. Sie waren damit der gefragteste Wert im DAX. Commerzbank legten 17,47 Prozent auf 11,435 Euro zu, nachdem sie in der vergangenen Woche etwas mehr als 18 Prozent eingebüßt hatten. Die Titel der Deutschen Bank gewannen 13,58 Prozent auf 35,465 Euro und die der Postbank stiegen um 11,41 Prozent auf 25,20 Euro.

Auch insgesamt sind die europäischen Börsen mit deutlichen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der EuroSTOXX50 legte in den ersten Handelsminuten um 4,18 Prozent auf 2523,04 Zähler zu. Der Londoner FTSE 100 stieg um 5,26 Prozent auf 4138,90 Punkte und reagierte damit auf die Rettungsmaßnahmen der Regierung in London. Auch Frankreich hat ein Hilfspaket für die heimischen Banken geschnürte, will es aber auf 300 Milliarden Euro begrenzen. Auch die französischen Aktienmärkte goutierten diesen Schritt, der CAC-40-Index kletterte um 5,37 Prozent auf 3347,08 Punkte.

Bereits am frühen Morgen setzten eine Reihe von Aktienmärkten in Asien zu einer Kurserholung an. An der Weltleitbörse in Tokio blieb der Handel allerdings wegen eines Feiertags geschlossen. Am Freitag hatte der US-Leitindex Dow Jones seine frühen Verluste ebenfalls deutlich eingrenzen können und schloss mit moderaten Verlusten von 1,5 Prozent. Börsianer versprechen sich von dieser leichten Kurserholung auch einen positiven Beginn des Aktienhandels an der Wall Street am Nachmittag (MESZ).

 
Leser-Kommentare
  1. Würde man den Bank-Experten jetzt einen Vorschlag machen so würde ich diesen so als Politiker formulieren.

    Ihr wollt 500 Milliarden, kein Problem denn wir eröfnen die Depotsteuergebühr auf 5% der Aktiendepotwerte, setzen die Spekulationssteuer zur Refinanzierung auf 40% des Gewinnes und wünschen uns ein Bank-Aktien-Paket als Sicherheit gegeneüber dem Bürger. Weltweit diplomatisch als internationale gemeinsame Entscheidung von der Weltbank koordiniert und vereinbart.

    Bei einem Börsenanstieg von über 10% spielt das zwangsweise entwendete Geld dann perspektivisch mehr zu Moral als zur Profitgier.

    Bei Überschüssen wird das zuviel gewonnene Geld im Sinne von staatlich garantiertes Venture - Kapital für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter eingesetzt.
    Desweiteren werden rettungsfähige Unternehmen (nicht Banken) im Sinne der Arbeitsplätze aus diesem Fond finanziert.

    Das wäre mein Beitrag die Bankenkrise zu retten.

    Mehr Moral als Gier schafft Vernunft in eine bessere Zukunft und die Politik hat nun die Chance den zweiten großen Anlauf für eine sozialpolitische Marktwirtschaft mit entsprechender Verantwortung international anzuregen.

    Geld finanziert sich nur mit Geld und nicht mit Schattenbilanzen und frisch gedruckten Scheinen, diese führen zur Arbeitslosigkeit, Inflation und verminderten Wirtschaftswachstum.

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