Rezessionsängste Finanzkrise reißt US-Wirtschaft mit sichSeite 4/4

Ein düsteres Szenario? Es könnte alles noch schlimmer werden! Wenn die Angst den amerikanischen Konsumenten die Einkaufslaune endgültig austreibt, könnte das dafür sorgen, dass sich die Abwärtsspirale immer schneller dreht.

„Wir stehen vor einem Feedback-Effekt, in dem sich Kredit- und Finanzkrise gegenseitig aufschaukeln", sagt Kenneth Thomas, Dozent an der Wharton Business School der University of Pennsylvania. Für die Rückkopplung zwischen den beiden gebe es viele Wege. „Die, die jetzt günstig ein Haus kaufen wollen, bekommen keinen Kredit. Das schwächt den Häusermarkt weiter und damit auch die hypothekenbasierten Wertpapiere der Banken." Darunter leiden die Finanzinstitute und Unternehmen, die diese angeschlagenen Papiere halten – und das schränkt deren finanziellen Spielräume weiter ein.

Eine weitere Spirale gehe von der Arbeitslosigkeit aus: Leute verlieren ihr Einkommen und können deshalb ihre Häuser oder ihre Kreditkartenrechnung nicht bezahlen.

Die Bank of America, das nach Einlagen größte Geldhaus des Landes, hat das schon zu spüren bekommen. Das Institut hat bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen Anfang der Woche bereits seine Investoren über gestiegene Kreditausfälle an allen Fronten informiert – von Hypotheken, über Konsumentenkrediten bis hin zu Kreditkarten.

Dass der Weg aus der Krise lang und schmerzhaft sein wird, musste nun auch Notenbank-Chef Ben Bernanke einräumen. „Die Prognose für das Wirtschaftswachstum hat sich verschlechtert und die Risiken für einen Wachstumsrückgang sind gestiegen", sagte er. Das Eingeständnis des wichtigsten Notenbankers löste eine neue Panikwelle an der New Yorker Börse aus. Auf Bill Heard werden noch viele folgen.

 
Leser-Kommentare
  1. Das Geld ist nicht weg, das haben jetzt nur Andere!

    US-Senator Bernie Sanders:

    "For the first seven years of Bush's tenure, the wealthiest 400 individuals in our country saw a $670 billion increase in their wealth, and at the end of 2007 owned over $1.5 trillion in wealth. That is just 400 families, a $670 billion increase in wealth since Bush has been in office."

    http://www.sanders.senate...

    Oops, da ist ja das Geld; 670 Milliarden Vermögenszuwachs bei den 400 Reichsten entsprechen doch ziemlich genau dem 700 Milliarden "Rettungspaket", mittels dessen der einfache Mann die Luftbuchungen jetzt mit richtigem Geld auffüllen soll.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pilotenspiel
    _______________________________________________________
    Peter Scholl-Latour: "Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen."

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    • gayorg
    • 09.10.2008 um 11:15 Uhr

    Ganz genau, Parallelen zu DEUTSCHLAND rein ZUFÄLLIG !!

    Ein herausragendes Beispiel für Qualitätsjournalismus zu diesem Thema, findet sich versteckt im Kulturteil des ehemaligen Nachrichtenmagazins.

    http://www.spiegel.de/spi...

    Prof. Chomsky formuliert eine höchst interessante Idee, nämlich:

    Chomsky: Dass es in der Finanzindustrie - wie in anderen Industrien auch - Risiken gibt, die keinen Preis haben, die daher auch nicht kalkuliert wurden. Wenn Sie mir ein Auto verkaufen, dann haben wir beide womöglich ein gutes Geschäft gemacht. Aber es gibt Auswirkungen dieses Geschäfts auf andere, die wir nicht in unserer Rechnung berücksichtigen. Die Umweltverschmutzung nimmt zu. Die Benzinpreise steigen. Es gibt mehr Staus auf den Straßen. Das sind die externen Kosten unseres Geschäfts. Im Falle der Banken sind diese externen Kosten gewaltig.

    Mit anderen Worten: Ob es um Energiegewinnung aus Atomkraft oder ein privatwirtschaftlich gesteuertes Finanzwesen geht, die Politik versagt indem unsere "Volksvertreter" das Restrisiko unterschlagen.
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    Peter Scholl-Latour: "Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen."

    • gayorg
    • 09.10.2008 um 11:15 Uhr

    Ganz genau, Parallelen zu DEUTSCHLAND rein ZUFÄLLIG !!

    Ein herausragendes Beispiel für Qualitätsjournalismus zu diesem Thema, findet sich versteckt im Kulturteil des ehemaligen Nachrichtenmagazins.

    http://www.spiegel.de/spi...

    Prof. Chomsky formuliert eine höchst interessante Idee, nämlich:

    Chomsky: Dass es in der Finanzindustrie - wie in anderen Industrien auch - Risiken gibt, die keinen Preis haben, die daher auch nicht kalkuliert wurden. Wenn Sie mir ein Auto verkaufen, dann haben wir beide womöglich ein gutes Geschäft gemacht. Aber es gibt Auswirkungen dieses Geschäfts auf andere, die wir nicht in unserer Rechnung berücksichtigen. Die Umweltverschmutzung nimmt zu. Die Benzinpreise steigen. Es gibt mehr Staus auf den Straßen. Das sind die externen Kosten unseres Geschäfts. Im Falle der Banken sind diese externen Kosten gewaltig.

    Mit anderen Worten: Ob es um Energiegewinnung aus Atomkraft oder ein privatwirtschaftlich gesteuertes Finanzwesen geht, die Politik versagt indem unsere "Volksvertreter" das Restrisiko unterschlagen.
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    Peter Scholl-Latour: "Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen."

  2. Wochen vor Heards Pleite verschärfte GMAC, der Finanzierungsarm von General Motors, die Bedingungen, zu denen sich Autohändler Geld leihen können

    Und warum???
    General Motors hat im zweiten Quartal 15,5 Milliarden Dollar Verlust eingefahren - schlimmer als erwartet.
    Der Umsatz brach um 18 Prozent auf 38,2 Milliarden Dollar ein.
    In den vergangenen 3 Jahren machte GM mehr als 50 Mrd. Dollar Verlust!!!

    Nein, nicht nur die „ach so bemitleidenswerten Amerikaner“ trifft es hart.

    Wie wäre es mal mit den Nachrichten:

    Volvo baut 3.300 Stellen ab

    Opel stoppt in Deutschland die Produktion, im Werk Eisenach will Opel die Produktion vom kommenden Montag an für insgesamt drei Wochen aussetzen und die Produktion europaweit bis Jahresende um insgesamt um 40.000 Fahrzeuge drosseln

    BMW stürzt an der Börse ab, (460 Mio. zusätzliche Aufwendungen allein in den USA) und gab Dienstag eine Reduktion der Produktion bekannt, von denen 40.000 Autos betroffen sind, die für den US-Markt geplant waren, 20.000 Autos sollen gar nicht erst gebaut werden

    Daimler, im größten Mercedes-Werk in Sindelfingen beginnen die Weihnachtsferien schon ab 17. Dezember, ein Termin zur Wiederaufnahme im Januar ist noch nicht bekannt

    Nissan Gewinn brach um über 40% ein

    Yamaha senkt Gewinnerwartung um 23%

    VW-Tochter Skoda wird seine Produktion in diesem Jahr wegen der weltweiten Finanzkrise reduzieren.

    Porsche trotz besserer Umsätze bricht die Porsche Aktie ein, da sich die Anleger in Scharen davon trennen

    Ford der Autobauer entlässt angesichts der europaweiten Absatzflaute an seinem Standort in Saarlouis 204 Zeitarbeiter zwei Monate früher als geplant.

    und…
    und…
    und…

    Bedauern für einen Automobilbauer aufzubringen, der im Angesicht einer Verknappung der weltweiten Ressourcen ungehemmt Geländewagen von der Größe eines Überlandbusses und dem Verbrauch eines Leopard-Panzers baute, liegt mir fern.

    „Und Amerikaner bekommen kein Geld mehr, um sich ein Auto kaufen zu können", schimpft Mike Jackson, Chef von Amerikas größtem Autohändler Auto Nation“
    Ja, nichts dazugelernt, weiter Konsum, Konsum, ungehemmter Konsum auf Pump.
    Her mit Krediten, möglichst billig.

    Entschuldigung, dass ich nicht allzu viel Mitgefühl den Verursachern dieser globalen Krise entgegenbringe, und sich jetzt Weinläden und Kosmetikgeschäfte in New York auf eine geizige Kundschaft umstellen müssen.

    Jahrelang hat die supertolle, ach so freie, neoliberale Wirtschaft der USA auf Kosten der gesamten Welt „gehaushaltet“.
    Jetzt zahlen alle die Zeche, und es ist nur der Anfang.
    Ich wette jetzt auch mal:
    Die nächste Blase, die in den USA platzt, ist die Kreditkartenblase, hier wird sich der nächste Konsumexzess auf Pump zeigen.

    Anstatt sich um den Brandstifter zu sorgen, sollte die ZEIT sich lieber mal den Brandopfern zuwenden.
    Hier.
    Und nicht überm Teich.

    PS: Island war Dienstag vorübergehend zahlungsunfähig!!!, das interessiert mich 10 mal mehr, als die Sorgen eines „Mr. BIG VOLUME“, der mit Autos von der Größe eines Unterseebootes dealt!

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    Es war doch dieser schöne Artikel vor kurzem hier "Verrat am amerikanischen Traum". Für 99% der Amerikaner ist der doch längst ein Alptraum geworden. Es nützt doch niemandem etwas an Illusionen zu glauben. Genau das ist es aber was den Menschen in diesem Rahmen ständig vorgegaukelt wurde "Jeder kann alles schaffen". Was für ein Schwachsinn. Deshalb wird alles auf Pump gekauft weil nächsten Monat geht es einem schon viel besser und der Präsident der Vereinigten Staaten wird schon wissen was er tut. Die Amerikaner werden schmerzlich lernen müssen, dass sie nicht die Größten sind und alle andere Deppen.
    Anntenne1 hat recht ... das nächste Problem heißt Credit Card Crash ...

    • gayorg
    • 09.10.2008 um 11:38 Uhr

    Es ist natürlich klar dass Deutschland von der Krise nicht weniger ,sondern mehr betroffen sein wird. Uns wurde und wird erzählt dass das Land hinsichtlich der GELD, WAREN UND INFORMATIONSSTRÖME so vernetzt mit der WELTWIRTSCHAFT sei, wie kein Anderes. Von dieser GLOBALISIERUNG profitiere das Land ungemein ( jedenfalls ein paar wenige) Klarer BEWEIS sei der gigantische EXPORTÜBERSCHUSS. Nur die Überschüsse der Einen sind die Defizite der Anderen. Im ABSCHWUNG werden die defizitären länder irgendwann anfangen gegenzusteuern, weil sie sich die deutschen Exportüberschüsse nicht mehr leisten können und wollen. Der sogenannte Binnenmarkt, dessen anspringen man ja schon sooo lange herbeizureden versucht kann das nie und nimmer auffangen.

    Es war doch dieser schöne Artikel vor kurzem hier "Verrat am amerikanischen Traum". Für 99% der Amerikaner ist der doch längst ein Alptraum geworden. Es nützt doch niemandem etwas an Illusionen zu glauben. Genau das ist es aber was den Menschen in diesem Rahmen ständig vorgegaukelt wurde "Jeder kann alles schaffen". Was für ein Schwachsinn. Deshalb wird alles auf Pump gekauft weil nächsten Monat geht es einem schon viel besser und der Präsident der Vereinigten Staaten wird schon wissen was er tut. Die Amerikaner werden schmerzlich lernen müssen, dass sie nicht die Größten sind und alle andere Deppen.
    Anntenne1 hat recht ... das nächste Problem heißt Credit Card Crash ...

    • gayorg
    • 09.10.2008 um 11:38 Uhr

    Es ist natürlich klar dass Deutschland von der Krise nicht weniger ,sondern mehr betroffen sein wird. Uns wurde und wird erzählt dass das Land hinsichtlich der GELD, WAREN UND INFORMATIONSSTRÖME so vernetzt mit der WELTWIRTSCHAFT sei, wie kein Anderes. Von dieser GLOBALISIERUNG profitiere das Land ungemein ( jedenfalls ein paar wenige) Klarer BEWEIS sei der gigantische EXPORTÜBERSCHUSS. Nur die Überschüsse der Einen sind die Defizite der Anderen. Im ABSCHWUNG werden die defizitären länder irgendwann anfangen gegenzusteuern, weil sie sich die deutschen Exportüberschüsse nicht mehr leisten können und wollen. Der sogenannte Binnenmarkt, dessen anspringen man ja schon sooo lange herbeizureden versucht kann das nie und nimmer auffangen.

    • gayorg
    • 09.10.2008 um 11:15 Uhr

    Ganz genau, Parallelen zu DEUTSCHLAND rein ZUFÄLLIG !!

    • iDog
    • 09.10.2008 um 11:20 Uhr

    klar erkannt , Berliner - danke fuer das link ...

    weitere infos zum bailout und zum game over der weltwirtschaft :

    hier und hier

  3. Es war doch dieser schöne Artikel vor kurzem hier "Verrat am amerikanischen Traum". Für 99% der Amerikaner ist der doch längst ein Alptraum geworden. Es nützt doch niemandem etwas an Illusionen zu glauben. Genau das ist es aber was den Menschen in diesem Rahmen ständig vorgegaukelt wurde "Jeder kann alles schaffen". Was für ein Schwachsinn. Deshalb wird alles auf Pump gekauft weil nächsten Monat geht es einem schon viel besser und der Präsident der Vereinigten Staaten wird schon wissen was er tut. Die Amerikaner werden schmerzlich lernen müssen, dass sie nicht die Größten sind und alle andere Deppen.
    Anntenne1 hat recht ... das nächste Problem heißt Credit Card Crash ...

    Antwort auf "Bedauernswert!"
    • gayorg
    • 09.10.2008 um 11:38 Uhr

    Es ist natürlich klar dass Deutschland von der Krise nicht weniger ,sondern mehr betroffen sein wird. Uns wurde und wird erzählt dass das Land hinsichtlich der GELD, WAREN UND INFORMATIONSSTRÖME so vernetzt mit der WELTWIRTSCHAFT sei, wie kein Anderes. Von dieser GLOBALISIERUNG profitiere das Land ungemein ( jedenfalls ein paar wenige) Klarer BEWEIS sei der gigantische EXPORTÜBERSCHUSS. Nur die Überschüsse der Einen sind die Defizite der Anderen. Im ABSCHWUNG werden die defizitären länder irgendwann anfangen gegenzusteuern, weil sie sich die deutschen Exportüberschüsse nicht mehr leisten können und wollen. Der sogenannte Binnenmarkt, dessen anspringen man ja schon sooo lange herbeizureden versucht kann das nie und nimmer auffangen.

    Antwort auf "Bedauernswert!"
  4. Ich muss jetzt mal eine Lanze für die Verstaatlichung brechen. Wenn ein Unternehmen in die Schieflage gekommen ist, wird es meist von einem Stärkeren übernommen. Investoren sanieren dann dieses Unternehmen und verkaufen es mit Gewinn wieder. Im Falle der großen Banken ist nur der Staat in der Lage so etwas zu schultern. Die Behauptung der Staat könne nicht wirtschaften, ist Unfug. In der Vergangenheit sind solche Unternehmungen oft gescheitert, weil man für diese Aufgabe Verantwortliche nach ihrem Parteibuch ausgewählt hat und nicht nach Kompetenz. Das es auch anders geht zeigt die Bahn.

  5. Der mit Notkredit vorerst gerettete Versicherungskonzern American International Group (AIG) erhält von der FED ein weiteres Rettungspaket in Höhe von bis zu 37,8 Milliarden Dollar.

    http://www.faz.net/s/Rub5...

    Derweil gönnten sich die gestressten Manager desselben Konzerns kurz nachdem das erste Rettungspaket verabschiedete wurde (16 September) einen 440.000 Dollar teuren Kuraufenthalt in einem kalifornischen Luxushotel, der nur wenige Tage nach der staatlichen Rettungsaktion stattfand.

    Von den 100 Teilnehmern hätten nur zehn für AIG gearbeitet.

    Auf dem Entspannungsplan:

    Wellness-Behandlungen, Golf-Trips und Galamenüs

    Da gibt’s eigentlich nur das alte Sprichwort dafür:

    „Man kann gar nicht so viel fressen, wie man k…zen möchte.“

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