Handyromane Aufregende Telefonbücher
Oliver Bendel schreibt Romane für Mobiltelefone. Weshalb ein Handy neue Literaturformen fördert und was es dem E-Book-Reader voraushat, erzählt der promovierte Wirtschaftsinformatiker im Gespräch mit ZEIT ONLINE

© Roni Rekomaa/AFP/Getty Images
Jugendliche lesen Kurzmitteilungen auf ihrem Handy. Bald auch ganze Romane?
ZEIT ONLINE: Herr Bendel, wie funktioniert ein Handyroman? In eine SMS passen nur 160 Zeichen, viel zu wenig für ein ganzes Buch.Piepst laufend das Handy, weil ein neuer Satz da ist?
Oliver Bendel: Es gibt ganz verschiedene Umsetzungen. Im Falle meines Handyromans schickt man eine Kurznachricht an einen SMS-Dienst und bekommt das ganze Buch auf sein Mobiltelefon. Ich arbeite auch an einer Serie, die man abonnieren muss. Da piepst das Handy, wenn ein neuer Teil eingetroffen ist. Aber nicht laufend, denn auch in diesem Fall erhält man eine Anwendung mit vielen Seiten Text. Mit der guten, alten SMS-Literatur haben meine Handyromane also wenig gemein.
ZEIT ONLINE: Ist es nicht anstrengend, lange Texte auf dem Handydisplay zu lesen?
Bendel: Mich persönlich ermüdet es weniger als das Lesen am Computerbildschirm. Moderne Handydisplays sind lichtstark, kontrastreich, hochauflösend. Die Menschen in Europa lesen auch bereits seit Jahren auf dem Handy, nämlich SMS oder Texte aus dem Internet. In Japan lesen Millionen Menschen Handyromane. Die Handys und Smartphones der neuen Generation werden das Lesen noch komfortabler machen.
ZEIT ONLINE: Wie verändern diese mobilen Romane die Literatur?
- Datum 17.10.2008 - 14:22 Uhr
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