Marienkäferplage Invasion der GlücksbringerSeite 2/2
ZEIT ONLINE: Besteht denn jetzt die Gefahr, dass es einschneidende Veränderungen im Ökosystem geben wird?
Heiermann: Das befürchten wir. Der asiatische Marienkäfer ist in seiner Lebensweise den heimischen Arten sehr ähnlich und macht ihnen die Nische im Ökosystem streitig. Die Marienkäfer konkurrieren miteinander um Nahrung, wenn nichts mehr da ist, wird es böse: Wenn etwa auf einer Pflanze nicht genug Nahrung für alle Larven ist, werden sie zu Kannibalen. Und der asiatische Marienkäfer und seine Larven können sich gegen ihre Konkurrenten einfach besser durchsetzen. Die einheimischen Arten würden also nicht nur indirekt verdrängt, sondern regelrecht weggefressen. Das kann den Bestand unter Umständen gefährden.
ZEIT ONLINE:
Werden wir die asiatischen Marienkäfer wieder los?
Helermann: Obwohl sie nicht in unser Ökosystem gehören, wäre ein Feldzug gegen diese Gäste aussichtslos, selbst wenn man sie jetzt millionenfach beseitigen würde. Die Population würde sich im nächsten Jahr sehr rasch wieder aufbauen, das wäre eine Sisyphosarbeit.
ZEIT ONLINE: Das bedeutet, wir müssen in den nächsten Jahren weiterhin mit Marienkäferplagen rechnen ...
Heiermann: Das kann noch niemand sagen. Ökologen und Naturschützer hoffen natürlich, dass die potenziellen Fressfeinde des Marienkäfers die starke Vermehrung eindämmen werden. Aber bis ein solcher Mechanismus wirkt, braucht es in unserem Ökosystem relativ viel Zeit, weil viele Wechselmechanismen im Spiel sind. Zudem können wir nicht prognostizieren, welche Tiere dafür geeignet wären, da ein bisschen aufzuräumen.
ZEIT ONLINE: Hat die Glücksbringerschwemme denn auch etwas Gutes an sich?
Heiermann: Ja, auf der einen Seite ist das jetzt vielleicht eine Gefahr für das Ökosystem - für eine Reihe von Forschern ist das aber natürlich hochinteressant.
Das Gespräch führte Jan Mölleken
- Datum 15.10.2008 - 18:33 Uhr
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Das hat noch mehr Gutes: Auch die asiatischen Marenkäfer fressen schliesslich Blattläuse. Vor denen haben wir (Gärtner) also auf absehbare Zeit nichts zu befürchten. Das freut mich, meine Pflanzen, und auch alle, die gerne Pflanzen mögen - z.B. zum Essen.
aj
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