Ökonomie-Nobelpreis 2008 Volkswirt und Medienliebling
Paul Krugman erhält den Ökonomie-Nobelpreis und findet das "eine komische Sache"
Paul Krugman erhält den Ökonomie-Nobelpreis. Darauf gibt es für einen Wirtschaftsjournalisten mindestens drei mögliche Reaktionen.
Nummer eins: Es gibt gar keinen Ökonomie-Nobelpreis, sondern einen Ökonomiepreis der schwedischen Reichsbank zu Ehren Alfred Nobels. (Geschenkt.)
Nummer zwei: Welch ein durchsichtiger Eingriff des Nobelpreis-Komitees in den amerikanischen Wahlkampf ! (Schließlich schreibt Krugman eine viel gelesene Kolumne in der New York Times, die kaum ein gutes Haar an George W. Bush und seinen republikanischen Parteifreunden lässt.)
Nummer drei: Endlich einmal wieder ein Preisträger, dessen Arbeit man in groben Zügen verstehen und darstellen kann.
Um mit dem zweiten Punkt zu beginnen:
Es gibt auf der Welt kaum einen Volkswirt, der es sich so frühzeitig und so nachdrücklich zur Aufgabe gemacht hat, in der öffentlichen Meinungsbildung mitzuwirken. Schon in den 1990er Jahren veröffentlichte der wortgewaltige Krugman immer wieder populäre Bücher, in denen er beispielsweise mit den "Angebotstheoretikern" der Reagan-Ära abrechnete, mit ökonomisch unterbelichteten Politikern, mit erst recht ökonomisch unterbelichteten Medienkommentatoren. An Worten wie "Idiot" und "Stümper" und feineren Umschreibungen derselben sparte er dabei nicht.
Mehr als einmal schalt Krugman Kollegen in den volkswirtschaftlichen Fakultäten, die es ihm nicht gleichtaten: Wer sich nicht einmische, sei für das schlechte Niveau der Debatten auch selber verantwortlich.
- Datum 12.10.2009 - 12:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Dieser Aufsatz vergisst zu zeigen, dass Krugman ein klarer Protagonist für eine größere staatliche Aufsicht ist. Und seine Strategische Handelstheorie bestätigt die gegenwärtigen Entwicklungen. Wie Stiglitz ist er für einen stärkeren Staat - theoretisch anspruchsvoll begründet.
Krugman will nicht nur Wissenschaftler sein, sondern auch ein vorbildlicher Staatsbürger. Der seine Erkenntnisse nicht im Bücherschrank oder akademischen Zirkeln "hortet", sondern es in den Kreislauf der demokratischen Öffentlichkeit einbringt, damit es dort "arbeiten" und zum Wachstum (des gesellschaftlichen Bewußsteinsstandes) beitragen kann.
Leider sind solche Persönlichkeiten in Deutschland eher selten. Das liegt vielleicht an einer typisch deutschen Professorenmentalität.
Mindestens im gleichen Maße liegt es aber auch an der Eitelkeit und der Ignoranz unserer Berufsjournalisten, Ressort- und Redaktionsleiter. Edelfedern wie die sich mächtig was darauf einbilden, selbst der "einflußreichen Elite" anzugehören und es mit ihrem Ego unmöglich vereinbaren können, einfach mal klügere Leute zu Wort kommen zu lassen.
nicht alles was einem nicht passt kann deswegen mit dem Label "typisch deutsch" versehen werden.
Schon die Sowjets sagten, Bürokratie ist systemübergreifend.
Und Glanzlichter wie Bush und die Neocons kann man sicherlich auch nicht als "typisch deutsch" bezeichnen.
Davon abgesehen,
Krugman hat diese Auszeichnung mehr als verdient, seine Artikel in der Times sind brilliant und von einer bestechenden Klarheit unter der die Fakten dennoch nicht leiden.
nicht alles was einem nicht passt kann deswegen mit dem Label "typisch deutsch" versehen werden.
Schon die Sowjets sagten, Bürokratie ist systemübergreifend.
Und Glanzlichter wie Bush und die Neocons kann man sicherlich auch nicht als "typisch deutsch" bezeichnen.
Davon abgesehen,
Krugman hat diese Auszeichnung mehr als verdient, seine Artikel in der Times sind brilliant und von einer bestechenden Klarheit unter der die Fakten dennoch nicht leiden.
nicht alles was einem nicht passt kann deswegen mit dem Label "typisch deutsch" versehen werden.
Schon die Sowjets sagten, Bürokratie ist systemübergreifend.
Und Glanzlichter wie Bush und die Neocons kann man sicherlich auch nicht als "typisch deutsch" bezeichnen.
Davon abgesehen,
Krugman hat diese Auszeichnung mehr als verdient, seine Artikel in der Times sind brilliant und von einer bestechenden Klarheit unter der die Fakten dennoch nicht leiden.
Eine Anregung, sich einmal mit der populären Literatur Krugmans zu beschäftigen, was ich, wie ich bekennen muss, bislang nicht gemacht habe.
@ HansMeier555
Auch in Deutschland gibt es Wiwi-Professoren, die populäre Bücher schreiben, z. B. Peter Bofinger, Hans-Werner Sinn oder Max Otte.
Über Hinweise auf weitere Veröffentlichungen würde ich mich freuen.
Ich muss gestehen, dass mich diese Auszeichnung für Krugman ganz besonders freut. Schade dass in Deutschland ökonomische Querdenker a la Krugman und Stiglitz Mangelware sind bzw. medial marginalisiert werden.
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