Gesundheitssystem Schmidt ruft Ortskrankenkassen zur Fusion auf

Die Gesundheitsministerin will, dass sich die Allgemeinen Ortskrankenkassen zu einer Bundes-AOK zusammenschließen. So würden die Risiken besser verteilt

Der Passauer Neuen Presse sagte Ulla Schmidt, eine Fusion der Ortskrankenkassen würde die regionale Risikoverteilung verbessern. Außerdem fielen so weniger Verwaltungskosten an und die Kassen wären bei Verhandlungen gestärkt.

Schmidt betonte zudem, es gebe für die Kassen nach der Einführung des einheitlichen Beitragssatzes zum Jahreswechsel keinen Anlass, Zusatzbeiträge zu erheben. "Der Fonds ist so ausgestattet, dass 100 Prozent der Ausgaben gedeckt sind", sagte die SPD-Politikerin.

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Die AOKen in Deutschland beschäftigen rund 57.000 Mitarbeiter und versicherten im vergangenen Jahr im Jahresschnitt 25 Millionen Versicherte. Das entspricht rund einem Drittel der deutschen Bevölkerung.
 

 
Leser-Kommentare
    • phkort
    • 09.10.2008 um 10:52 Uhr

    Die Errichtung einer einzigen Bundeskrankenkasse ist die beste Idee, die in diesen turbulenten Tagen seitens der Regierung bekannt wurde. Um die vielen Vorstände und Beiräte u.s.w., einschließlich der still zu legenden Dienstfahrzeuge tut es mir nicht leid. Ihre Kosten sind in die Rückstellungen
    einzustellen, um den bevorstehenden einheitlichen Tarif wieder zu reduzieren.

    Peter Kort, Düsseldorf

    • LJA
    • 09.10.2008 um 11:06 Uhr

    Das Ziel der Frau Ministerin ist nicht die Bundes-AOK sondern die Bundeskrankenkasse. Diese wird dann in Berlin in einem prunkvollen Verwaltungsgebäude residieren. Gleich neben der neuen Bundesrentenversicherung, der neuen Bundessparkasse und den neuen Bundes(stadt)werken. Und wenn wir gerade dabei sind, schaffen wir doch die Bundesländer ganz ab, und die Städte, Gemeinden und Landkreise gleich mit. Das wird dann alles im neuen Bundesverwaltungsamt bearbeitet.
    Es ist ja bekannt, dass ein föderatives System viel teurer und unflexibler ist als Zentralismus. Dann sollte man aber auch offen sagen wo man letztlich hin will und nicht mittels Salamitaktik einer schleichenden Zentralisierung das Wort reden.

  1. Was sagte Herr Pispers am letzen Samstag in den Mitternachtsspitzen in WDRIII über Frau Ministerin Ulla Schmidt:

    "Es ist als hätte man in Hundesch... getreten, man kriegt sie einfach nicht weg."

  2. ... und das meine ich nicht ironisch.

    Ob sie (mir) nun sympathisch ist oder nicht, spielt keine Rolle.

    Sie hat sich die Aufgabe gestellt (bzw. diese angenommen), ein krankes System zu kurieren (und sie hat Dreck von mehr als 3000 Rindern zu entfernen, da hatte Herkules im Stall des Augias ja einen noch vergleichbar einfache Aufgabe).

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende (die Quintessenz dieses Spruchs bedeutet: mit harten und auch erschreckenden Massnahmen etwas zu beenden, was bereits selbst zu einem Schrecken [=besorgniseregenden System] geworden ist)

  3. „Bessere Risikoverteilung und geringere Kosten“!
    Wenn der Staat sich dann auch noch stärker an der Finanzierung der Gesundheit beteiligen muß, z.B. wegen der beitragsfreien Mitversicherung der Kinder und des Rückgangs der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, dann sollte er doch gleich eine einheitliche bundesweite Gesundheitssteuer anstreben.
    Dann könnte man alle Steuerzahler entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zur Finanzierung des Gesundheitswesens heranziehen.
    Die KV-Steuer könnte ohne einen nennenswerten Aufbau der Administration über die Fiskalinfrastruktur eingesammelt werden und die hyperkomplexen Beitragsinkassostrukturen bei den KVn und den Arbeitsgebern würden entfallen.
    Eine Herausforderung bleibt dann noch die Verteilung der Mittel an Krankenhäuser, Apotheken und Ärzte.

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