Digitale Weltkarte Wikipedia der StraßenpläneSeite 2/2

Doch auch hierzulande gibt es für Mapper noch viel zu tun. „Während bei OpenStreetMaps vielerorts Fuß- und Radwege verzeichnet sind, fehlen diese Informationen meist bei der professionellen Konkurrenz,“ sagt Behncke. Diese richte sich eher an Autofahrer. Wer beispielsweise am Hamburger Elbstrand schlendern möchte, kann sich via OpenStreetMap über mögliche Routen informieren, GoogleMaps weist keinen einen einzigen Fußweg aus

Vor allem unterscheidet sich die Mitmach-Weltkarte dadurch, dass sie unter einer freien Lizenz steht und von jedermann kostenlos genutzt werden kann, inklusive der geografischen Rohdaten. Man kann die Karte also nicht nur anschauen, sondern darf aus den Geodaten eigene Spezialkarten erzeugen. Schon gibt es Radwanderkarten oder Pläne, die den Weg zu den besten Skipisten weisen. Diese Offenheit bietet Google Maps nicht. Der kommerzielle Online-Kartendienst darf zwar zu bestimmten Zwecken kostenlos genutzt werden, doch auf die Geodaten hat allein der Konzern Zugriff.

Wächst OpenStreetMap weiter so schnell, dürfte Deutschland in ein, zwei Jahren komplett erfasst sein. Dabei könnten eigentlich die Vermessungsämter eine tragende Rolle spielen. Doch den deutschen Mappern ergeht es häufig ähnlich wie dem Initiator Coast: „Ob Ämter Daten stiften, hängt stark von den jeweiligen Ansprechpartnern ab“, berichtet Fachmann Behncke. Manche Stellen würden begeistert kooperieren, andere veranschlagen dagegen hohe Gebühren.

Behncke plädiert für eine Freigabe der behördlichen Daten – aus wirtschaftlichen Gründen. Denn ähnlich wie in der Welt des freien Betriebssystems Linux lassen sich auf freien Geo-Informationen Geschäftsmodelle aufbauen. Verkauft wird nicht das Kartenmaterial – das ist ja kostenlos –, sondern dafür maßgeschneiderte Service-Leistungen.

Erste Firmen wie die Karlsruher Geofabrik oder die Bonner Wheregroup tragen bereits ihr Know-how zu Markte. Auch Steve Coast hat   eine Firma gegründet, die Dienste rund um die freie Weltkarte anbietet. In diesem Jahr bekam der Pionier 2,4 Millionen Euro Venture-Capital für sein Start-up Cloudmade.

 
Leser-Kommentare
  1. Auch bei Tomtom arbeiten inzwischen Kunden mit. "Share Map" heißt das Verfahren. Es ist davon auszugehen, dass die Karten bei Tomtom auf diese Weise sehr aktuell bleiben. Aktuelle Karten kosten im Gegensatz zu Wettbewerbern relativ wenig.

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    • Xoff
    • 20.10.2008 um 23:28 Uhr

    Mitarbeiten ist gut. Ich denke, Zuarbeit trifft es bei "Map Share" eher. Klar, man erhält auch Updates anderer Leute, aber wie dem FAQ auf der Map Share-Seite zu entnehmen ist, nur solange man auch zusätzlich regelmäßig die aktuellen Karten kauft. Das Tomtom bei der Aktualisierung der Karten von der kostenlosen Arbeit seiner Kunden profitiert, dürfte außer Frage stehen.

    Bei Openstreetmap trägt man dagegen zu einer Geodatensammlung bei, die man selbst -- und auch alle anderen Menschen -- zeitlich unbegrenzt und frei nutzen kann. So kann man sich beispielweise aus den Openstreetmap-Daten seine eigene Karte nach seinen eigenen Vorlieben generieren (siehe zB die Opencyclemap) und diese dann auch weitergeben.

    • Xoff
    • 20.10.2008 um 23:28 Uhr

    Mitarbeiten ist gut. Ich denke, Zuarbeit trifft es bei "Map Share" eher. Klar, man erhält auch Updates anderer Leute, aber wie dem FAQ auf der Map Share-Seite zu entnehmen ist, nur solange man auch zusätzlich regelmäßig die aktuellen Karten kauft. Das Tomtom bei der Aktualisierung der Karten von der kostenlosen Arbeit seiner Kunden profitiert, dürfte außer Frage stehen.

    Bei Openstreetmap trägt man dagegen zu einer Geodatensammlung bei, die man selbst -- und auch alle anderen Menschen -- zeitlich unbegrenzt und frei nutzen kann. So kann man sich beispielweise aus den Openstreetmap-Daten seine eigene Karte nach seinen eigenen Vorlieben generieren (siehe zB die Opencyclemap) und diese dann auch weitergeben.

    • Xoff
    • 20.10.2008 um 23:28 Uhr

    Mitarbeiten ist gut. Ich denke, Zuarbeit trifft es bei "Map Share" eher. Klar, man erhält auch Updates anderer Leute, aber wie dem FAQ auf der Map Share-Seite zu entnehmen ist, nur solange man auch zusätzlich regelmäßig die aktuellen Karten kauft. Das Tomtom bei der Aktualisierung der Karten von der kostenlosen Arbeit seiner Kunden profitiert, dürfte außer Frage stehen.

    Bei Openstreetmap trägt man dagegen zu einer Geodatensammlung bei, die man selbst -- und auch alle anderen Menschen -- zeitlich unbegrenzt und frei nutzen kann. So kann man sich beispielweise aus den Openstreetmap-Daten seine eigene Karte nach seinen eigenen Vorlieben generieren (siehe zB die Opencyclemap) und diese dann auch weitergeben.

  2. Schön, dass es bald offene Geodaten gibt. Leider hat OpenStreetMap aber auch einige Schwächen:

    - Farblich sehr unübersichtliche Darstellung.
    - Unpraktische Bedienung, wenn man es mit Google Maps vergleicht.
    - Wanderwege sind bisher völlig unzureichend erfasst, selbst in den populärsten Teilen der bayrischen Alpen.
    - Es müsste eine Anzeige geben, wie verlässlich die Geodaten für einen bestimmten Bereich sind. Die Straßendaten scheinen in Deutschland ja schon sehr gut zu sein (denen glaube ich deswegen im Allgemeinen auch), aber gerade bei den Wanderwegen, sollte -- je nach ausgewähltem Kartenausschnitt -- ein "Zweifelhaftigkeitsmesser" einblendbar sein, der ausdrückt, wie gut der relevante Bereich bereits erfasst ist. Natürlich sollte man in Form einer Abstimmungsfunktion selbst zu diesem Zweifelhaftigkeitsmesser beitragen können. So könnte man, wenn an einer Stelle in den Alpen ein Weg fehlt, diesen Kartenausschnitt auswählen, und auf "Hier stimmt was nicht" klicken.

    • Xoff
    • 21.10.2008 um 19:37 Uhr

    Die Kartendarstellung auf openstreetmap.org ist natürlich nur eine von hunderttausend Möglichkeiten, eine Karte aus den gesammelten Geodaten von OSM zu generieren. Es geht dem Projekt auch nicht darum, die ultimative Kartenanwendung im Web zu bauen, denn deren Aussehen und Bedienung hängt viel zu sehr vom jeweiligen Verwendungszweck ab, sondern es sollen die Daten und Tools frei bereitgestellt werden, die benötigt werden, um solche (und andere) ultimativen Anwendungen für verschiedenste Einsatzzwecke erschaffen. Wenn Sie bspw. eine Karte benötigen, auf der Autobahnen nur als gestrichelte Linien und Radwege dagegen dick und rot dargestellt werden, dann können Sie das dank Openstreetmap einfach umsetzen.

    Openstreetmap lebt davon, dass Menschen wie Sie und ich dort Daten hinzufügen: Also einfach auf die nächste Wanderung einen GPS-Empfänger mitnehmen (wenn Sie einen besitzen) und den Track anschließend bei Openstreetmap hochladen. Dann können entweder Sie selbst oder jemand anders die fehlenden Wanderwege in die Datenbank eintragen.

    Es gibt in der OSM-Community bereits Überlegungen, wie man die Qualität der Karte in verschiedenen Regionen bestimmen könnte. Allerdings ist dies nicht ganz einfach, schließlich ist das Problem der Unvollständigkeit ja gerade, dass man nicht weiß, ob und was noch fehlt. Die Möglichkeit, einen Fehler in den Daten von Openstreetmap zu melden gibt es allerdings bereits. Sie ist nur leider noch nicht auf der eigentlichen Website integriert, sondern nur hier zu finden.

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