Bob Dylan

Der Meister als junger Mann

Bob Dylan ist ein eifriger Verwalter des eigenen Ruhms. Seit fünf Jahrzehnten musiziert er, Mitte der Sechziger brachte er Folkgesang und elektrisches Gitarrenspiel zusammen. Bisher sind 50 Alben unter seinem Namen erschienen. Gerade ist die achte Folge einer Serie unveröffentlichter Stücke auf den Markt gekommen. Den Fans willkommenes Futter.

Auf Kongressen treffen sich die sogenannten Dylanologen, um jedes Lied, jedes Wort des Meisters zu interpretieren. Besonders seine Autobiografie ( Chronicles , 2004) bietet Anlass dazu, ist er doch sonst so verschwiegen.

Regisseure wie Martin Scorsese ( No Direction Home , 2005) und Todd Haynes ( I'm Not There , 2008) bringen sein sagenumwobenes Leben ins Kino. Dylan stellt seine Aquarelle und Gouachen in Chemnitz aus (2007), er gestaltet Radiosendungen , geht auf Tour , verkauft seine Platten bei Starbucks und erhält 2008 den Pulitzer-Sonderpreis für seine "lyrischen Kompositionen".

Wer gar nicht genug von ihm haben kann, freue sich nun über einen neuen Bildband, der ihn als jungen Mann zeigt. Der Fotograf Barry Feinstein hat Bob Dylan von 1966 bis 1974 begleitet. Das Buch Real Moments zeigt den Musiker in privaten, unverstellten Augenblicken.

Leser-Kommentare
  1. Mag ja sein, dass der Fotoband Feinsteins "den Musiker in privaten, unverstellten Augenblicken" zeigt. Ich würde aber mal behaupten, dass auf sämtliche Fotos aus dem Band, die in der ZEIT-Gallerie gezeigt werden, davon nichts zu sehen ist. Vielmehr zeigen sie allesamt, wie gut sich Zimmerman doch als enigmatischer, ikonographisch und erotisch strahlender Dylan zu inszenieren wusste. Was ich im übrigen auch viel faszinierenden finde als private Augenblicke. Diese privaten Augenblicke wiederum werden dann in der nächsten Phase Dylans interessant, als er sich nach seinem Motorradunfall aufs Land zurückzog und tatsächlich auf Schnappschüssen aus jener Zeit völlig verändert aussah (so um 1968-70 etwa). Aber gerade in jener - Dylan total elektrisierenden - Zeit um 1965/66, die in der Gallerie präsentiert wird, scheint es mir völlig unmöglich, überhaupt eine Privatheit Zimmermans abbilden zu können. Die hatte er damals ja schon selbst völlig verkleidet und durch zielgerichtete Drogen (Downer für den akustischen Dylan, Upper für den elektrischen) pulverisiert.

    wahrensfeld @ http://zu-zeiten.blogspot...

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