CDU Brandenburg Junghans geht, Wanka übernimmt

Nach Streit, Intrigen und einer verheerenden Wahlniederlage hat Brandenburgs CDU-Chef alle Parteiämter niedergelegt. Seine Nachfolgerin gilt als Hoffnungsträgerin

Brandenburgs CDU-Chef Ulrich Junghanns gibt sein Amt auf. Dies sei seine persönliche Entscheidung nach Beratungen in den Führungsgremien der Partei, sagte der 52-Jährige in Potsdam. Er gehe den Schritt im Interesse der Partei. Er wolle Gelegenheit und Raum geben für Weichenstellungen zum Wahljahr 2009.

Nachfolgerin von Junghanns soll die bisherige stellvertretende Vorsitzende Johanna Wanka werden. Die 57-jährige Kultur- und Wissenschaftsministerin soll auch Spitzenkandidatin der Union für die Landtagswahl im kommenden Jahr werden. Der geschäftsführende Landesvorstand setzte Wanka am Montagmorgen zunächst als amtierende Landesvorsitzende ein. Gewählt werden soll Wanka bei einem Sonderparteitag im Januar.

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Die Naturwissenschaftlerin Wanka hate zu DDR-Zeiten das Neue Forum mitgegründet. In den 90er Jahren war sie Rektorin der Fachhochschule Merseburg, im Jahr 2005 Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Anfang dieses Jahres wollte sie Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust nach Hamburg als Wissenschaftssenatorin holen. Aber sie gab von Beust einen Korb, wohl auch weil sie schon damals damit rechnete, dass die Macht in ihrem Landesverband auf sie zulaufen könnte.

Ihr Vorgänger Junghanns stand nicht einmal zwei Jahre an der Spitze des CDU-Landesverbandes. An dem Versuch, die gespaltene Partei zu einen, ist er gescheitert und zieht zudem mit seinem Rücktritt die Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der Union bei den Kommunalwahlen Ende September. Die Partei war dabei im Vergleich zu 2003 mit einem Verlust von acht Prozentpunkten von Rang eins auf Platz drei abgestürzt. Im bürgerlichen Potsdam fiel die CDU sogar auf elf Prozent.

Seit dem Abgang des langjährigen Parteichefs Jörg Schönbohm ist die CDU in Brandenburg in zwei Lager gespalten. Junghanns' Erzrivale, Sven Pettke, musste 2006 als Generalsekretär zurücktreten, weil er sich durch E-Mails seiner Parteifreunde geschnüffelt hatte . Pettke wollte sich an diesem Montag nicht äußern.

Dieser langjährige Streit zwischen den Parteilagern sei dafür verantwortlich, dass die CDU in Brandenburg als einer der erfolglosesten Landesverbände der CDU überhaupt gilt. Ohne Geschlossenheit wird die brandenburgische CDU "ihr 20 Prozent-Loch" nie verlassen, sagt der Potsdamer Politologe Bernhard Muszynki.

 
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