Gegen einen stets gefährlichen Gegner bot die Mannschaft von Jürgen Klinsmann im Angriffsspiel eine ihrer besten Saisonleistungen. "Der Sieg war sehr wichtig für uns, das gibt Auftrieb für die nächsten Wochen", sagte Klinsmann nach dem Spiel: "Wir sind gut drauf. Besonders freut es mich für Miro Klose." Der Nationalstürmer und Torschütze zum 1:0 sagte: "Wir waren abgezockter. Ich fühle mich gut, dann kann ich auch meinen Teil dazu beitragen." Franz Beckenbauer urteilte: "Ein verdienter Sieg der Bayern, allerdings zu hoch."

Mit dem Verzicht auf neue Personalexperimente hatte Klinsmann auf das aus dem Meisterjahr bewährte 4-4-2-System gesetzt und derselben Anfangself wie beim 1:0-Bundesligasieg in Karlsruhe sein Vertrauen geschenkt. Und die Bayern-Elf enttäuschte ihren Trainer nicht, war von der ersten Minute an auf dem Platz präsent. Einen hohen Ball von Kapitän Mark van Bommel verlängerte der trotz Rippenprellung spielende Luca Toni per Kopf auf Klose. Der Nationalspieler hatte in der 4. Minute keine Mühe, an AC-Schlussmann Sebastien Frey vorbei zum 1:0 einzuschieben.

Es war Kloses erstes Champions-League-Tor für den FC Bayern, zuletzt hatte er im Bremer Trikot vor fast drei Jahren in der Königsklasse getroffen. Keine zwei Minuten später hatte Zé Roberto sogar das 2:0 auf dem Fuß, doch diesmal parierte Frey.

Nach der furiosen Anfangsphase der Münchner zeigte Florenz nun seine Kunst: Melo Felipe nutzte einen Lucio-Fehler zur ersten Torchance der Italiener (5.), der bei hohen Bällen erneut unsichere Michael Rensing klärte zur Ecke. In einer flotten Partie nutzte Florenz Nachlässigkeiten der Gastgeber, um sich in Szene zu setzen. Die Mannschaft des zunächst blassen Nationalstürmers Alberto Gilardino spielte munter mit, leistete ihren Beitrag zu einer unterhaltsamen Partie und setzte nicht wie die meisten italienischen Teams nur auf die Defensive.

Umso wichtiger dann das 2:0: Nach einem weiteren verlängerten Kopfball des agilen Toni legte sich Bastian Schweinsteiger die Vorlage des sonst glücklosen Franck Ribérys auf den linken Fuß. Mit seinem sehenswerten Treffer von der Strafraumgrenze ins linke Eck (25.) belohnte sich Schweinsteiger für seine starke Leistung der vergangenen Wochen.

Kurz vor der Pause schlich sich erneut der Schlendrian ins Münchner Spiel ein. Gilardino ließ seine Klasse aufblitzen und hätte mit gleich drei klaren Torchancen im Minutentakt sogar für den Ausgleich sorgen können. Christian Lell ersetzte anschließend Philipp Lahm, der einen Schlag auf das Sprunggelenk bekommen hatte.