Banken Glos fordert Vertrauensoffensive

Die Finanzbranche muss aus der Krise Konsequenzen ziehen, fordert der Wirtschaftsminister. Bankkunden sollen besser informiert werden

«Die Banken müssen jetzt sehr schnell für neues Vertrauen sorgen», schrieb Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in einem Gastbeitrag für Bild am Sonntag. «Wir brauchen mehr Informationspflicht der Banken gegenüber den Kunden. Diese Informationspflicht muss gesetzlich festgeschrieben werden. Informationen über Risiken müssen allgemeinverständlich erfolgen.»

Glos verlangte darüber hinaus: «Die Provisionsordnung von Bankberatern muss geändert werden. Es muss klar verboten sein, dem Kunden ein Finanzprodukt nur deshalb anzupreisen, weil es dem Berater eine besonders hohe Provision einbringt. Die Banken müssen hier eine bindende Selbstverpflichtung eingehen.»

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Die weltweite Finanzkrise habe das Vertrauen der Kunden in ihre Bank schwer beschädigt. Glos schrieb: «Viele Kunden fühlen sich einseitig, schlecht oder unzureichend beraten. Vor allem aber fühlen sie sich in der Krise von ihrer Bank allein gelassen.» Glos meinte: «Entweder, die Banken starten jetzt eine glaubwürdige Offensive für Vertrauen, oder es entsteht ein dauerhafter Schaden für die Kunden und für die gesamte Finanzwirtschaft.»
 

 
Leser-Kommentare
    • keox
    • 18.10.2008 um 19:57 Uhr

    Nicht einmal gut gemeint, dieser Aufruf des Wirtschaftsministers - welchem Anforderungsprofil müssen solche Existenzen eigentlich genügen, um als Wirtschafts- und Finanzexperten durchzugehen?

    Wenn denn nun das Wohl und Wehe der Gesellschaft einzig von der Wirtschaft abhängt, wie uns grimmig entschlossen täglich versichert wird, wieso dann Minister wie Clement, Glos, Steinbrück, oder - ähnlich gestrickt - Herr Scholz?

    Und welche Art von Wirtschaft ist es denn, von der wir alle - Politiker offenbar in besonderem Maße - abhängen?

    Spätestens hier versagt das ministerielle Begehren nach Information.
    Vermutlich liegt man näher bei der Wahrheit, wenn man unter einem Wirtschaftsminister einen Minister der Wirtschaft begreift.

    Schön wäre es ja auch, wenn man unter Informationspflicht auch die Pflicht zur Weiterbildung der Abgeordneten verstünde, damit sie in Zukunft wenigstens ansatzweise begriffen, welchen Gesetzen sie zustimmen.

    Und ich meine jetzt nicht die briefing-runden á la Bertelsmann.

    Egal, nach der Selbstentmannung des Parlamentes ist das auch schon egal.

    Viel Spaß mit D€ weiterhin

  1. die amerikanischen Investmentbanken wegen Betrugs zu belangen, weil sie wertlose Papiere an anständige, hochmoralische deutsche Banken verkauft haben.

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