Er werde der künftigen Regierung nicht mehr angehören, teilte Huber mit. Sein Rückzug war am Vormittag in der CSU-Spitze vereinbart worden. Huber war parteiintern und beim künftigen Koalitionspartner FDP wegen der Krise bei der Landesbank und der neu entdeckten zusätzlichen Milliarden-Löcher unter starken Druck geraten. Die BayernLB hatte sich am Dienstag als erste deutsche Großbank mit einem Kapitalbedarf von 6,4 Miliarden Euro unter den Schutzschirm des Bundes begeben. 

Eigentlich wollten die CSU-Unterhändler um 10.00 Uhr die Koalitionsgespräche mit der FDP fortsetzen. Kurzfristig stand dann auch Hubers Rückzug auf der Tagesordnung.

Der Niederbayer hatte nach dem Debakel der CSU bei der bayerischen Landtagswahl Ende September bereits seinen Rückzug als CSU-Chef verkündet. Parteiintern wurde ihm in der Landesbank-Krise schlechtes Management angekreidet. Der neue CSU-Chef und designierte Ministerpräsident Horst Seehofer strebt einen möglichst unbelasteten Neustart an. Seehofer betonte heute, man wolle trotz Milliardenkrise bei der BayernLB und trotz des Rückzugs von Huber den Zeitplan für die Ministerpräsidentenwahl am kommenden Montag (27.Oktober) einhalten. "Wir streben an, dass wir den terminlichen Fahrplan halten." Dies sei möglich, er könne es aber nicht "absolut garantieren". Zum Rückzug Hubers sagte Seehofer, er habe dessen Entscheidung "mit Respekt zur Kenntnis genommen".