Raumfahrt Indien startet Mondmission
Als drittes asiatisches Land nach Japan und China hat die aufstrebende Wirtschaftsmacht eine unbemannte Mondsonde ins All geschickt

© Dibyangshu Sarkar/AFP/Getty Images
"Wir haben unsere Reise zum Mond begonnen", sagte G. Madhavan Nair, Chef der indischen Weltraumforschungsorganisation ISRO
"Wir haben unsere Reise zum Mond begonnen", sagte der Chef der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO), G. Madhavan Nair. Er sprach von einem "historischen Moment" für Indien. Der Start der Sonde Chandrayaan-1 vom südindischen Weltraumbahnhof Satish Dhawan nördlich der Stadt Madras sei perfekt verlaufen. Man werde nun "versuchen, die Geheimnisse des Mondes zu enträtseln".
Die unbemannte Mission soll mit 80 Millionen Dollar (60 Millionen Euro) Kosten die bislang billigste werden. Zuvor schickten bereits die USA, die UdSSR, Japan, China und Europa Sonden zum Mond. Ein ISRO-Sprecher sagte, wegen Änderungen in der Mission werde Chandrayaan-1 in etwa 16 Tagen den Mond erreichen. Zunächst hatte ISRO von fünf Tagen gesprochen. Die Sonde soll den Mond zwei Jahre lang in 100 Kilometer Höhe umkreisen und unter anderem nach Wasser suchen. Sie soll außerdem eine Karte der Gesteine und Mineralien erstellen helfen. An Bord sind elf Instrumente aus Indien, den USA und Europa.
Die knapp 1400 Kilogramm schwere Sonde wird selber nicht auf dem Mond landen. Chandrayaan-1 soll aber ein 35 Kilogramm schweres Instrument namens Moon Impact Probe (MIP) zum kontrollierten Crash auf den Mond schicken. Nach den Plänen von ISRO wird diese kleinere Sonde mit den Ausmaßen eines Computermonitors während des Absturzes Nahaufnahmen vom Mond machen und die Atmosphäre untersuchen. Das Gerät soll außerdem Daten für eine Mondlandung bei einer späteren Mission sammeln. Die Sonde trägt eine indische Flagge mit sich, die auf dem Mond bleiben soll.
Chandrayaan-1 ist der erste Schritt des ambitionierten indischen Mondprogrammes. Für das Jahr 2011 ist in Kooperation mit Russland Chandrayaan-2 geplant. Dann soll ein unbemanntes Raumschiff landen und ein Mondfahrzeug den Erdtrabanten näher erkunden. 2014 oder 2015 plant ISRO, zwei Astronauten eine Woche lang ins Weltall zu schicken. 2020 könnte den ISRO-Plänen zufolge bei einer bemannten Mondmission der erste Inder den Mond betreten. In den vergangenen Tagen hatten schwere Regenfälle und Gewitter in der Region den pünktlichen Start von Chandrayaan-1 infrage gestellt. Am Mittwochmorgen war der Himmel aber klar. Der Start der Sonde wurde live im indischen Fernsehen übertragen.
- Datum 11.05.2009 - 17:48 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, reuters
- Kommentare 5
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Ab sofort werden 1.100.000.000 Inder voller Stolz zum Mond blicken während sie sich ihre leeren Bäuche reiben.
Doch wenn ihr, liebe Inder, das nächste Mal ein paar Rupien übrig habt, dann versucht doch mal die Geheimnisse der Armut zu enträtseln!
dann Weltraum-Macht. Das muss so kommen, ..bis zum Ende.
könnten sie bitte noch die zahlen nachreichen, wieviel indien an entwicklungshilfe empfängt, vielleicht sogar aus deutschland?
hat sich vor Jahren entschieden, wahrscheinlich aus Prestigegründen, keine Entwicklungshilfe mehr in Anspruch zu nehmen.
In anbetracht der Tatsache, dass in Indien noch hunderte von Millionen Menschen in bitterster Armut leben, kann ich diese Entscheidung nur mit Kopfschütteln kommentieren.
hat sich vor Jahren entschieden, wahrscheinlich aus Prestigegründen, keine Entwicklungshilfe mehr in Anspruch zu nehmen.
In anbetracht der Tatsache, dass in Indien noch hunderte von Millionen Menschen in bitterster Armut leben, kann ich diese Entscheidung nur mit Kopfschütteln kommentieren.
Es gibt Länder, die sorgen erstmal für eine ausreichende Grundversorgung (Nahrung, Wasser, Elektrizität, Infrastruktur, Medizin, Bildung etc.) ihrer Bevölkerung. - Indien gehört nicht zu diesen Ländern.
hat sich vor Jahren entschieden, wahrscheinlich aus Prestigegründen, keine Entwicklungshilfe mehr in Anspruch zu nehmen.
In anbetracht der Tatsache, dass in Indien noch hunderte von Millionen Menschen in bitterster Armut leben, kann ich diese Entscheidung nur mit Kopfschütteln kommentieren.
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