Für die ins Schlingern geratene Präsidentschaftskampagne des republikanischen Kandidaten John McCain war die dritte TV-Debatte schon beinahe so etwas wie die letzte Chance auf einen game changerBarack Obama hatte in einigen Umfragen mit deutlich mehr als zehn Prozentpunkten vor seinem Kontrahenten gelegen.

John McCain hatte offenbar Verstärkung mitgebracht: Joe Wurzelburger, den Klempner. Gleich in der zweiten Wortmeldung führte John McCain die Probleme des exemplarischen "kleinen Mannes" an, der aufgrund der Steuerpläne von Obama das Unternehmen, für das er seit langen Jahren arbeite, nicht kaufen und übernehmen könne.

Joan Walsh wundert sich für salon.com über die Wichtigkeit des Klempners für den Republikaner: McCain erwähnte den anscheinend wohlhabenden Geschäftsmann aus Toledo, der sich über die drohenden Steuererhöhungen nach Obamas Steuerplänen beschwert hatte, bei Weitem häufiger als Sarah Palin oder Osama bin Laden.

Wenig überraschend schaffte es der Begriff "Plumber" unter die zehn trending topics auf der Wahlseite von Twitter . Noch während der Debatte ergänzten die Nutzer das Profil des heimlichen Siegers der dritten Debatte. Der User Planspark verweist augenzwinkernd auf die vermutliche Online-Filiale des Handwerkers: "Übrigens – Joe der Klempner kommt aus Amarillo, Texas: http://www.joetheplumber.com /!" Auch im Rahmen des Feedback-Experiments "Hack the Debate" von current_TV spielt Joe eine große Rolle – die Organisatoren melden, dass der Begriff Klempner am häufigsten zusammen mit dem Wort "Steuern" erwähnt wird. Ein gutes Beispiel für die virale Verbreitung eines Debattenausschnittes – und natürlich enthält auch das weitläufige Archiv von YouTube zahlreiche Kopien des entsprechenden Dialogs zwischen Barack Obama und Joe Wurzelbacher.

"Für McCain war das Fernsehen am Mittwoch keine Hilfe, ganz besonders nicht der häufige Einsatz von Splitscreen -Darstellungen. Wieder und wieder sagte er, dass die Amerikaner 'verärgert' seien – und sah dabei selbst so aus, als wäre er der Ärgerlichste von ihnen. Obama hielt mit dem Gesichtsausdruck dagegen, den er im Laufe der Debatten dieses Jahres perfektioniert hatte: amüsierte Distanz", schreibt Cathleen Decker in der Los Angeles Times .