US-Wahlkampf Joe, der KlempnerSeite 2/2
Wie auch bei den anderen Debatten, wendeten sich die Beobachter den Kleinigkeiten zu, wenn es keine gravierenden Differenzen oder spektakuläre Patzer zu beobachten gibt. Im Schatten des Klempners wirft Tom Shales, Style-Kolumnist der Washington Post einen Blick auf das Revers von Barack Obama: Obama hatte sich einen Anstecker mit der US-Flagge ans Revers geheftet – das Fehlen eines solchen flag pin hatten ihm bei den Vorwahldebatten der Demokraten einige Kritiker vorgeworfen. McCain stand da mit einem nackten Revers, nicht mal ein Mini-Anstecker war zu sehen. Vielleicht trug er ja Flaggen-Manschettenknöpfe oder eine Flaggen-Krawattennadel.
Was bleibt nun in der verbleibenden Zeit bis zur Wahl? Mark Samburg vom Presidential Debate Blog sieht dem Wahlkampf-Endspurt widerwillig entgegen: "Es bleibt uns nicht mehr viel Zeit bis zur Wahl und viel dürfte nicht mehr kommen: eine Reihe informationsfreier, einseitiger Angriffs-Anzeigen, schwammige Ansagen für politische Programme, die keiner genaueren Prüfung mehr standhalten müssen."
Darauf deuten auch die Resultate der Online-Wahlbörsen hin, die als alternatives Prognoseinstrument für den Wahlausgang verstanden werden können. Henry Blodget weist für Clusterstock.com auf den Preisverfall der McCain-Aktie hin: "John McCains Chancen, noch ins Weiße Haus einzuziehen, folgen der Entwicklung der globalen Finanzmärkte. Vor der gestrigen Debatte standen seine Aktien bei 19,5 Prozent, das entspricht einem von fünf Wählern. Nun stehen sie nur noch bei 16 Prozent oder eins zu sechs." Ein weiterer Blick auf den Realtime Electoral Vote Tracker von www.intrade.com zeigt am Morgen nach der Debatte ein überdeutliches Resultat: In der auf Basis der Spekulation mit den Präsidenten-Aktien ermittelten Verteilung der Wahlmännerstimmen führt Barack Obama mit der überwältigenden Mehrheit von 364 zu 174. Doch dass sich derzeit die Börsennotierungen schnell ändern können, wissen sicher auch die Händler mit politischen Anteilsscheinen.
- Datum 22.01.2009 - 15:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Republikaner sind keine guten Verlierer. Sie scheinen das Wort 'gewinnen' nur fuer sich in Anspruch nehmen zu wollen. Das war nicht immer so, ist aber heute offenbar ein Phaenomen der Aera 'Nach Bush'. Damit disqualifizieren sie sich jedoch selber, denn in einer Demokratie ist es ganz natuerlich und sogar lebenserhaltend fuer die Demokratie, dass mal die eine, mal die andere Seite 'gewinnt'.
Der Ton der Praesidentschaftskanditdaten ist erheblich rauher geworden und traegt zur Stimmungsbildung an der Basis viel, wenn nicht sogar alles bei. Wenn eine Sarah Palin, die vor 6 Wochen niemand in den USA kannte, die voellig unbedarft in aussenpolitischen Dingen ist ( um nicht ein krasseres Wort zu benutzen ), die offenbar davon ueberzeugt ist, dass die Klimaaenderung nicht von Menschenhand verursacht wurde/wird, die also mit einem Wort, absolut ungeeignet fuer die wichtige Rolle als Praesidentnachfolger ( sollte McCain in der Amtszeit etwas passieren ) ist, wenn also eine solche Person den Konkurrenten, immerhin ein anerkannter und gewaehlter Senator, in die unmittelbare Naehe zu Terroristen stellt und das auch ohne heftige Widerworte der eigenen Basis tun kann, dann stimmt etwas nicht im Wahlkampf und in dieser Partei.
Die Nichtfaehigkeit zur Kritik an der eigenen Person, die mit Bush jun. in das weisse Haus einzog, scheint sich in einer Breite bei den Republikanern eingenistet zu haben, dass es schon bedrohlich wirkt und Angst macht fuer die Zukunft. Sarah Palin ist ein juengstes Beispiel dafuer und duerfte hierbei als echte Erbin von Bush jun. gelten. Sie scheint auch den gleichen religioesen Fanatismus zu besitzen und wohl auch daraus diese Unfaehigkeit zur Kritik an der eigenen Person zu begruenden, weil ja alles 'Gottes Wille' ist. Das ist sehr gefaehrlich fuer eine Person, die so nahe an der Macht ist und wohin das fuehrt, hat ja nun Bush jun. in den letzten 8 Jahren ganz klar und deutlich gemacht. Aber auch Achtung: Schlimmer geht immer !
Es scheint so, dass die Republikaner ( Basis und Spitze machen da keinen wirklichen Unterschied ) keine wirkliche Demokratie wollen. Oder nur solange, wie sie die Macht haben. Und sie begrueden das als 'von Gott gewollt'. Es bleibt zu hoffen, dass sich Geschichte nicht wiederholt und sich nicht erneut Fanatiker finden, die Parallelen zu den Morden an den Kennedys schaffen und wir uns dann wieder in unseren schlimmsten Alptraeumen wiederfinden, die wir eigentlich garnicht denken und schon garnicht aussprechen wollen.
Hasserfüllte Stimmung auf Wahlveranstaltungen der Republikaner, bei denen ein Mann unter anderem "Kill him" geschrien hatte, als Obamas Name fiel
( Wahlveranstaltung Sarah Palin ohne Widerspruch oder energische Dementis dieser Vizepraesident-Kandidatin ) ist auf jeden Fall ein sehr ernst zu nehmendes Alarmzeichen.
> die offenbar davon ueberzeugt ist, dass die Klimaaenderung nicht von Menschenhand verursacht wurde/wird <-- o gott,wie schlimm...
manchen leuten liegt es eben nicht, bekenntnisse abzugeben, ehe sie gewissheit haben. die einen glauben an die suende der abtreibung, die anderen an die suende der klimavergasung. in der qualität der intoleranz und des "auf die nerven geh faktors" seh ich da keinen großen unterschied.
aber eigentlich wollte moi ,in perfekter hybris, etwas anderes verkünden. nämlich, daß obama gewinnt. in meinen phantasien sehe ich ihn immer schon als präsidenten. und mc cain wird es auch schon wissen.
es ist unausweichlich. sogar joe, der klempner wird obama wählen,
weil es mit obama einfach mehr äkschn geben wird, mc cain is eben schon sehr weißhaarig. ein freundlicher (oder auch zorniger) älterer herr,
der aber nicht den drive von obama hat.
obama wird joe viel geld kosten. aber wenn er das merkt, is obama schon in der zweiten amtszeit :) die nächsten jahre kann man es eh auf die finanzkrise schieben, wenn der staat den greenbacksauger einschaltet .
...heißt mit Nachnamen Wurzelbacher und nicht Wurzelburger.
Ausserdem scheint der Mann wohl nicht ganz die Wahrheit über sich erzähltzu haben. Die Verschwörungstheorien sprießen schon ins Kraut:
http://www.tagesspiegel.d...
denn warum sonst distanziert sich McCain so deutlich von Bush? Nirgendwo werden die großen politischen Entscheidungen der Bush-Regierung hervorgehoben und nirgendwo werden ihre Erfolge genannt. Merkwürdig. Ob es da nichts zu vermelden gibt? In Deutschland hätte sich mit Sicherheit eine neue Partei gebildet - wie Die Linken, die sich von den Sozis abgesetzt haben.
Ich frage mich ernsthaft, wieso es in Amerika nur 2 Parteien gibt und warum alle miteinander so stark als Patrioten sich immer hinter den Präsidenten stellen müssen. Jegliche Kritik an den Präsidenten gilt als Majestätsbeleidigung und ist antipatriotisch. Ja sogar in Deutschland gilt Kritik an den US-Präsidenten als antiamerikanisch. Dieses erinnert doch eher an monarchistisches als an demokratisches Denken.
Und ich möchte wetten, dass wie durch ein Wunder McCain die Wahlen gewinnen wird. Auch Bush hatte gewonnen, wurde vom Obersten Gericht als Präsident anerkannt, obwohl Al Gore 100.000 Wählerstimmen mehr auf sich vereinigen konnte. Amerika ist eben das Land der unendlichen Möglichkeiten. Der nächste Präsident aber ist eh nicht zu beneiden. Auf ihn warten riesige Aufgaben: die Wirtschaft anzukurbeln, den "kleinen Mann" zu unterstützen mit Krankenversicherungen und besseren Löhnen (fast wie zu Bismarcks Zeiten), die Bankenskandale zu überwinden, die 1 Billionen Schulden abzubauen und vor allem: das Ansehen Amerikas nach AbuGuraib, Guantanamo und illegalem Krieg im Irak wieder herzustellen. Keine leichte Aufgabe!
Joe the Plumber sollte sich für's Präsidentenamt aufstellen lassen, er ist sicher bekannter als so mancher Politiker. Wie ein Freund von mir meinte:
"Hey, if you can fix a toilet, you can fix the economy!"
>>Wie die Zeitung "Toledo Blade" aus dem Heimatort des Mannes in Ohio berichtet, ist "Joe der Klempner" nicht der Vorzeigebürger, als den ihn die Republikaner darstellen. Wurzelbacher arbeite ohne Lizenz, außerdem habe er Steuerschulden.<< liest man auf web.de
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