Finanzkrise Das karge Zeitalter bricht an
Phasen des Abschwungs haben auch etwas Gutes: Die Menschen leben wieder gesünder und bewusster. Ein Zwischenruf
Es bedarf in diesen Zeiten einer guten Portion Galgenhumor, auf die heitere Seite des Lebens zu schauen. Denn es brechen grimmige Zeiten an. Für viele Menschen wird es hart werden. Die Finanzkrise war nur das Vorspiel. Eine schwere Rezession ist wohl nicht mehr zu vermeiden.
Man kann nur hoffen, dass uns eine regelrechte Depression erspart bleibt. In den Vereinigten Staaten steigen die schon Arbeitslosenzahlen; die Steuerzahler in Europa und Amerika , die über Nacht zu Bankbesitzern wurden, müssen sich auf wachsende finanzielle Bürden gefasst machen. Schließlich muss irgendjemand am Ende geradestehen für die Fehler, die zu dem Schlamassel geführt haben. Alles in allem sieht die nähere Zukunft also ziemlich unerfreulich aus.
Umso wichtiger ist es, auch möglicher positiver Effekte der globalen Krise gewahr zu werden. Auf längere Sicht kann Schadenfreude über das Schicksal der einstigen Masters of the Universe, der smarten Banker und Finanziers, ohnehin nur sehr begrenzt Trost spenden.
Was also kann Gutes aus der zunächst einmal trostlos erscheinenden Lage erwachsen? Zunächst wäre da die verwegene Hoffnung auf größere Bescheidenheit zu nennen. All den Berufsständen ist sie besonders dringend zu empfehlen, die es stets besser wissen: Ökonomen, Politiker und Journalisten. Allesamt haben sie, von Ausnahmen abgesehen, die Krise nicht heraufziehen sehen und sich blenden lassen von smarten Typen in Designeranzügen, die im Brustton der Überzeugung verkündeten, alles, auch exzessive Schuldenkultur, sei bestens.
So schnell dürften es die Experten und Politiker nicht mehr wagen, vollmundig das Ende von Boom und Bust, das Ende der ökonomischen Zyklen zu verkünden und jene als Spielverderber abzutun, die vor hysterischer Euphorie und blinder Technologiegläubigkeit warnten. Die geplatzte Blase der New Economy hätte eigentlich als Warnung verstanden werden müssen. Wunschdenken und Gier verstellten damals wie heute den Blick für die Realität.
Nun bricht das Age of Austerity an, das Zeitalter der Kargheit. Die Überhitzung weicht einer Phase der Abkühlung. Der Vergleich mit Fieber, das einen Organismus befallen hat, drängt sich auf. Rezessionen bieten eine Periode willkommener Erholung.
Um den hektischen Turbo-Lebensstil, der sich breitgemacht hat, ist es nun wirklich nicht schade. Es eine Zeit lang ruhiger angehen zu lassen, ist wahrscheinlich ganz gut. Diverse amerikanische Untersuchungen aus den vergangenen 20 Jahren fanden heraus, dass in guten Zeiten, die nun als "Epoche der Verantwortungslosigkeit" bezeichnet wird, die Menschen quer durch alle Schichten sich generell weniger um sich selbst wie ihre Familien kümmerten.
Sie trinken zu viel, essen zu viel und zu reichhaltig, sind verschwenderisch, werfen mehr Nahrungsmittel weg, schieben die Kinder eher in teure Obhut oder vor irgendeinen Bildschirm ab als mit ihnen selbst Zeit zu verbringen. Zu Hause kochen, einen Spaziergang machen gilt eher als Zeitverschwendung.
Allgemein wird mehr und härter gearbeitet, der Stress ist groß und die Menschen, obwohl materiell besser dran als je zuvor, sind offenkundig nicht einmal glücklicher als in Zeiten des Abschwunges. Diese Erkenntnis hat linke Soziologen irritiert und führte zu zahlreichen Studien zum Thema Happiness , die letztlich zu dem eigentlich nicht überraschenden Schluss kamen, dass materielle Besserstellung alleine nicht zufriedener macht.
In härteren Zeiten tritt der gegenteilige Effekt ein: Man verbringt mehr Zeit zu Hause, bereitet Mahlzeiten selber zu, raucht und trinkt weniger, die Nachfrage nach Auxpairs und Nannies für die Sprösslinge geht zurück. Offenbar wird sogar mehr gelesen in rezessiven Zeiten. Englands Bibliotheken verzeichnen eine steigende Nachfrage nach Büchern.
Auf den Autobahnen quer durch Europa ist es merklich ruhiger geworden; es wird langsamer gefahren, Straßen sind nicht mehr ganz so verstopft, selbst das Fliegen entpuppt sich als eine Spur weniger unangenehm; das Gedränge im Luftraum hat nachgelassen, es gibt weniger Verspätungen und man braucht folglich weniger lange auf Flughäfen herumzuhängen, die sich immer mehr in glitzernde, lärmende Shopping-Malls verwandelt haben.
Auch ein Plus ist, dass der Service besser und der Ton freundlicher wird, ob in Restaurants oder Geschäften; eine lang anhaltende Hochkonjunktur führt offenbar zwangsläufig zu arroganter, leicht schnöseliger Haltung. Nun ist Kunde wieder König. Was sich auch segensreich auf die Erfolgschancen, bei der Suche nach einem Klempner oder Elektriker, auswirkt.
Nicht zuletzt besteht die leise Hoffnung, die Einsicht werde weiter um sich greifen, welch absurde gesellschaftliche Entwicklung es darstellt, Shopping als legitime, sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu betrachten. Wem all das nicht reicht: Die Wissenschaft führt den statistisch belegbaren Nachweis, dass es in der Rezession nicht nur gesünder zugeht. Selbst die Zahl tödlicher Erkrankungen fällt und es kommt seltenerer zu tödlichen Unfällen im Straßenverkehr.
Nicht alles ist also doom and gloom . Es ist wichtig, auch die lichteren Seiten des Lebens im Auge zu behalten, besonders dann natürlich, wenn dunkle Zeiten angebrochen sind.
- Datum 04.05.2009 - 11:08 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Schön. Die Wirtschaftskrise als Idyll für Unentwegte: Das Leben ist schön. Das Leben geht weiter. Es geht auch wieder aufwärts. Nach dem Regen kommt der Sonnenschein. Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. Drei Mal pusten, dann ist es wieder heile. Drück' ein kaltes Messer auf die Beule, dann gehts schon wieder. Immer schön aufessen, dann scheint morgen auch die Sonne. Den Gürtel enger schnallen. Einschnitte verkraften. Es müssen Anstrengungen unternommen werden. Lasten sozialverträglich umverteilen. Ärmel hochkrempeln. In die Hände spucken...Es gibt keine Alternative zum Kapitalismus! Nach der Rezession kommt (bestimmt) die Konjunktur. Wir müssen wieder zupacken und anpacken. Jetzt kommt es auf die deutschen Tugenden an!
Wenn Du am Kreuz hängst, immer schön singen: "Always look on the bright side of life." Und frag Dich bei der Gelegenheit, warum wir Deutsche so oft für humorlos gehalten werden...
Wenn Du am Kreuz hängst, immer schön singen: "Always look on the bright side of life." Und frag Dich bei der Gelegenheit, warum wir Deutsche so oft für humorlos gehalten werden...
Wenn Du am Kreuz hängst, immer schön singen: "Always look on the bright side of life." Und frag Dich bei der Gelegenheit, warum wir Deutsche so oft für humorlos gehalten werden...
Wenn wir unsere Wirtschaftsverfassung in den kommenden Jahren auf soziale nachhaltige Marktwirtschaft umstellen werden wir dauerhaft ein fast-Null-Wachstum erreichen. Es wird keine exorbitante Gewinne aber auch keine Krisen bzw. Katastrophen geben (abgesehen von denen die jetzt schon auf dem Weg sind: Klimawandel, Umweltgifte, Elektrosmog).
Das Ziel des Nullwachstums haben die Ökoutopisten schon vor 40 Jahren formuliert, und Naturvölker kannten es schon immer. Nur der Mensch ist dazu in der Lage: Auch Tierpopulation wachsen bis zum Zusammenbruch. Die gegenwärtige Krise zeigt wie schlecht es um den Verstand der Menschen bestellt ist. Die Menschheit lebt auf einem minmalen geistigen Niveau. Auch sog. Wissenschaftler versuchen nur wie der dümmste Bauer duch Manipulation möglichst viel aus allem raustzuquetschen, ohne Rücksicht auf Nebenwirkungen. Bestes Beispiel Genmanipulation, aber auch Nanotechnik usw usf.
Augenzwinkernd:
Ja, es wird schön sein in dieser neuen Welt. Wir werden näher zusammenrücken und ehemals doppelt verdienende Jungehepaare werden sich vielleicht mit ihren Nachbarn ein ZEITabo teilen. Und auch bei der ZEIT wird man kleinere Brötchen backen und sich zuerst von AutorInnen trenne die Artikel wie diese schreiben.
Sie werden dann aber mächtig viel Zeit für die Familie, zum lesen oder kochen haben.
Ernst:
Eigentlich gar nicht so doof der Gedanke in diesem Artikel. Aber die Realität ist doch wohl etwas anders:
Die Trennung von "Sehrreich" und "Sehrarm" wird zunehmen. Denn die die im alten ja beileibe nicht überwundenen System die Gewinner waren sind es natürlich weiterhin. Ich möchte lieber gar nicht wissen auf welche Art und Weise schon jetzt Pläne geschmiedet werden um sich am Hilfsprogramm (also an der Allgemeinheit) zu bereichern. Der Politik traue ich da keine wirkliche Kontrolle zu!
Jetzt zu einer wirklich anderen Gesellschaft zu finden in der alle mit ein bisschen weniger zufrieden sind - zu schön wäre das - aber leider nicht realistisch.
Schon jetzt wird gefordert der Industrie doch bitte nicht so viele klimapolitische Beschränkungen aufzuerlegen damit sie nicht noch zusätzlich gegängelt wird. Und schon geht es weiter wie früher:
Das Problem (diesmal die Klimakatastrophe und nicht der Kapitalmarkt) ist bekannt und wird kommen. Aber alle denken: "Och das dauert noch. Lass uns noch ein bisschen so weitermachen und Geld an der Ignoranz verdienen. Wenn's dann los geht trifft es schon die anderen."
Wenn wir nicht wirklich was ändern werden wir wirklich viel Zeit brauchen um all die Meldungen über Hunger, Katastrophen, Bürgerkriege und Terror zu lesen.
Ob wir dann noch selber kochen wollen mal sehen.
In einer Welt in der auch weiterhin Menschen in die politische Verantwortung kommen die nix besseres zu tun haben als sich zu besaufen und dann in den Tod zu rasen, habe ich bis auf weiteres keine Hoffnung auf Besserung.
Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Meldungen, die mit den Worten "Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass..." in einem genau lokalisierbaren Reservat in der Hamburger Altstadt immer noch ernstgenommen werden. "Donnerwetter, alle Menschen werden Vetter" Sogar das Wetter wird besser, weil die Leute schlagartig weniger Auto fahren. Finden wir GEI-EL!! Und, Herr Krönig, Sie garantieren natürlich dafür, dass niemand auf die Idee kommt, stattdessen die Krise zur Rechtfertigung weiterer sozialer Einschnitte heranzuziehen (Herr Ackerschnacker hat seine Viertvilla verschenkt, also müssen alle den Gürtel enger schnallen)?! Vielen Dank auch.
mit dem Themenwechsel, erstmal ist die Schuldfrage zu klären und sowohl in Politik und Wirtschaft die personellen Konsequenzen zu ziehen. Das haben wir noch größten Teils vor uns. Natürlich ist es den verantwortlichen Politikern und Managern ganz recht von diesem Thema der Verantwortung und der personellen Konsequenzen abzulenken!
Wenn ein Brummifahrer den neuen LKW umkippt weil er beim Fahren die Bildzeitung gelesen hat wird er auch zurecht gefeuert! Frau Merkel wollte sogar den Bock (Tietmeyer) zum Gärtner machen! Wenn wir jetzt zu schnell das Thema wechseln, dann bleiben uns diese "Nieten in Nadelstreifen" erhalten und werden weiter unser Geld verbrennen!
als solche erscheint mir das Krisengeheul. Im Prinzip werden wir seit 10 Jahren schon dauerhaft beschallt damit. Ich bin nun gerade 22 Jahre alt, so weit reicht mein Gedächtnis also nicht zurück aber mein ganzes Leben hör ich in der Essenz die selben Parolen, Klagen, lese die selben Schlagzeilen. Ganz egal wie "gut" oder "schlecht" die Ökonomie jeweils war. Und wer mal auf Phoenix oder BR Alpha die "Tagesschau vor 25 Jahren" anschaut wird sich, sofern er da beiläufig zuschaltet, fragen warum die Tagesschau nun im Retro-Stil sendet. Die Schlagzeilen gleichen sich ebenso wie die Einspieler von Passanten oder Kunden an den Tankstellen bezüglich der Spritpreise.
Was wir erleben scheint als weniger eine Zeitenwende als eine Rückkehr zur Normalität zu sein. Die Korrekturen, nichts anderes sind die Wertberechtigungen, sind die Folge von Exzessen. An den Börsen wurde auch kein Geld "verbrannt, wie es gern reißerisch heißt in den Medien, sondern es wurden Buchwerte gestrichen die nie einen Gegenwert in der Realität hatten! Wir, bzw. die Weltwirtschaft, wird ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Auch im 21. Jahrhundert kann man ein Haus oder ein Auto nicht ohne jedes Eigenkapital finanzieren ohne dass die Banken durch vermehrte Kreditausfälle in Probleme geraten, auch im 21. Jahrhundert vermehren sich Werte nicht durch Finanzinstrumente sondern auch Wertschöpfung durch Mensch und Maschine. Wenn man es als Rezession sehen will wenn die aufgeblähten Finanzmärkte, von denen ganze Nationen wie Dubau, Großbritannien oder die Schweiz bisher gut lebten, auf Normalmaß zurückgestutzt werden und der "Realwirtschaft" dienen dann kann man das so sehen. Für mich ist es eine notwendige Korrektur die so überraschend eigentlich nicht sein kann. Selbst ich Normalbürger der weder in den "Kreisen" von Insidern verkehrt noch ein Studium in Wirtschaft durchlief hab schon vor 3 Jahren in ganz normalen Publikationen (Spiegel, Zeit, etc.) lesen können dass da einiges auf uns zukommt bezüglich Finanzmärkte, Verschuldung, Immobillien und dergleichen. Wie das so ist mit dem Mensch, etwas was ihm unangenehm ist oder seiner Meinung nicht entspricht das muss einfach falsch sein - bis es einem auf den Kopf fällt. Und die, freilich weniger subtil artikulierte, Debatte um "Heuschrecken" und dergleichen war vollkommen richtig in der Rückschau. Die Öffentlichkeit hat diese Exzesse erkannt und wollte sie nicht tolerieren. Freilich hieß es dann ja Deutschland sei eine Neidgesellschaft, Deutschland sei gestrig - wie das so ist, es gibt genug Deutsche (gerade unter "Bildungsbürgern" und damit den Entscheidern) die Deutschland-Bashing lieben und die allein darum schon zugestimmt haben. Es klang einfach so "schön" negativ, und das Ausland sei eh immer eine Nase voraus..
Und genau so wie damals ALLE ganz schlau waren und die Kritik der Öffentlichkeit nicht verstanden und zurück gewiesen haben, so schlau sind nun die Medien, die Politiker und die Wirtschaftsführer wenn es darum geht uns zu sagen was nun folgen wird.
Ich glaub "euch" kein Wort mehr und leb mein Leben einfach so gut und angenehm wie ich kann. In dieser Kakophonie der hysterischen Mediengesellschaft hat es für mich nicht mehr den Beigeschmack der Ignoranz oder der "Scheuklappen" wenn man seinen Aufmerksamkeitsradius wieder stärker auf die unmittelbare Umgebung reduziert sondern hat etwas mit Besinnung auf das Wesentliche und Abstand gewinnen zu tun, um die Dinge wieder mit Ruhe betrachten zu können und dann zu neuen - vielleicht gänzlich anderen - Ansichten zu gelangen. Täte jedem gut, in diesen Tagen besonders den "Eliten" der westlichen Welt. Bevor man das ganz große Rad drehen will sollte man erstmal mit dem Dreirad anfangen.
Außer vielen nicht weiter begründeten Behauptungen und etlichen Allgemeinplätzen kann ich dem Artikel nichts entnehmen. Was soll mir das Lesen eines solchen Beitrages bringen?!
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