In einem Interview mit dem Wall Street Journal kündigte Eric Schmidt an, er werde sich "persönlich" für Barack Obama einsetzen. Dies sei eine "natürliche" Fortsetzung seiner Tätigkeit für den Kandidaten der Demokraten. Schmidt ist bislang Obamas informeller Berater für Technologie- und Energiefragen. Ihm werden Ambitionen für den Posten eines obersten Beraters des Präsidenten für Technologiefragen nachgesagt – eine Stelle, die Obama schaffen will, falls er gewinnt.

Schmidt schließt sich mit seiner Ankündigung anderen Führungskräften von Internet-Unternehmen an, die ebenfalls Obama unterstützen. Hingegen haben sich andere US-Topmanager aus der Technologiebranche bereits für dessen republikanischen Rivalen John McCain ausgesprochen, darunter die frühere Ebay-Chefin Meg Whitman, Cisco-Boss John Chambers oder die ehemalige Hewlett-Packard-Vorstandsvorsitzende Carly Fiorina.

Die Wahlempfehlung von Schmidt könnte allerdings noch einen weiteren Hintergrund haben. Derzeit nehmen der US-Kongress und die Aufsichtsbehörden Google verschärft in den Blick. Das Justizministerium schaut besonders auf das von Google geplante gemeinsame Werbevermarktungsmodell mit Yahoo. Geprüft werden soll, ob der Suchmaschinenkonzern dadurch zu viel Kontrolle über den Markt bekäme und somit die Preise für Onlinewerbung steigen werden.

"Nach meinem Verständnis entscheidet das Justizministerium unabhängig von der Politik", erklärte Schmidt. "Es wäre dem Ministerium gegenüber unfair zu unterstellen, dass die Unterstützung von Obama einen Unterschied machen würde."

Trotz der Wirtschaftskrise hatte Google vergangener Woche einen überraschend kräftigen Gewinnsprung verkündigt und damit die Erwartungen der Anleger deutlich übertroffen. Der Überschuss des Unternehmens kletterte im dritten Quartal dank steigender Werbeeinnahmen im Jahresvergleich um mehr als ein Viertel auf 1,35 Milliarden Dollar (1,0 Mrd. Euro). Der Umsatz stieg um gut 30 Prozent auf 5,54 Milliarden Dollar. Die bezahlten Klicks auf Suchanzeigen – ein wichtiger Maßstab für die Einnahmen – stiegen um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um 4 Prozent zum zweiten Quartal.