Teure Bildung : Studiengebühren schrecken vom Studium ab
Viele Abiturienten können sich den Uni-Besuch nicht leisten und bleiben den Hochschulen deshalb fern. Das belegt eine Studie des Bildungsministeriums, die seit Wochen geheim gehalten wird
Die bislang unveröffentlichte Untersuchung hatte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Auftrag gegeben. Die Studie wird seit Wochen in ihrem Ministerium unter Verschluss gehalten. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Demnach haben allein vom Abiturienten-Jahrgang 2006 bis zu 18.000 junge Menschen wegen der neuen Gebühren kein Studium aufgenommen. 2006 hatten erst zwei Bundesländer - Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen - Gebühren verlangt. Danach folgte die Einführung in fünf weiteren unionsgeführten Ländern, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und das Saarland. In Hessen wurden die Gebühren nach der jüngsten Landtagswahl wieder abgeschafft.
Insbesondere Frauen und junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern verzichten der Untersuchung zufolge wegen der Gebühren häufiger auf das Studium. Dagegen lassen sich Kinder aus Akademikerfamilien "deutlich seltener in ihrer Hochschulwahl beeinflussen", stellt das Hochschul-Informations-System (HIS) in der Studie fest. Die Gebührendebatte habe unter Abiturienten und jungen Menschen mit Fachhochschulreife zu "erheblicher Verunsicherung" beigetragen - auch in Ländern, die noch keine Gebühren verlangen.
Weiter heißt es in der Studie, eine Abwanderung von Studieninteressierten von "Gebühren-" in "Nicht-Gebührenländer" sei "in großem Umfang nicht zu verzeichnen". Gleichwohl wollten im Vergleich zu früheren Jahren weniger Abiturienten aus dem Osten im Westen studieren, wo Gebühren verlangt werden.
Die Studie stützt sich auf der Befragung von 5240 repräsentativ ausgewählten Studienberechtigten des Jahrgangs 2006 sowie auf regelmäßige Abiturienten-Untersuchungen des HIS.




Welch Überraschung, auf das Ergebnis dieser Studie hätte man auch kommen können, wenn sich die Entscheidungsträger mal dazu herabgelassen hätten, mit den Betroffenen ( u.a. Abiturienten ) zu reden.
Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass das Bildungsministerium diese Studie unter Verschluß hält.
Es erscheint einen schon gewollt, dass junge Menschen abhängig von deren finanziellen Mitteln schon früh selektiert werden oder man will mehr junge Menschen früh in Ausbildungsplätze drängen - beides bleibt für mich allerdings sinnfrei.
Diese Entwicklung war seit dem ersten Gedanken an Studiengebühren klar abzusehen. Auf der einen Seite wird lamentiert, dass Deutschland zu wenig qualifizierten Akademikernachwuchs hat. Auf der anderen Seite wird viel dafür getan, potenziellen Nachwuchs gründlich abzuschrecken (Studiengebühren, Reformstau bzgl. Inhalt und Struktur der Studiengänge). Den Ländern gehts nicht um Bildung, sonder nur ums Geld - wie auch bei der Verkürzung der Schulzeit um ein Jahr (was viele Lehrergehälter einspart).
Na, jetzt sind wir aber wirklich alle überrascht! Wie kann so etwas sein?
Also ich kann mich noch sehr genau an die Diskussion VOR der Umsetzung erinnern. Genau dieser Punkt war einer der Hauptgegenargumente.
Das ist doch logisch.
Nun gut, manche wissen es halt besser und sind dann von teuer bezahlten Studien überrascht.
Sehr weltfremd!
Ich frage mich, wieso in anderen Ländern Studiengebühren Studienwillige nicht davon abhalten, zu studieren? In anderen Ländern kostet ein Studium ein Vielfaches als diese läppischen 500 Euro. Wieviel Wert ist einem Studienwilligen ein Studium? Offensichtlich nichts. Bezahlen soll es der Steuerzahler. Wie immer. Armes Deutschland!
wo ja gerne alles mögliche - auch das Studium - auf Pump finanziert wird?!Die Realität - auch jene Realität eines Studenten, der nicht nur das Geld für den eigenen (stetig teurer werdenden) Unterhalt, sondern auch noch die Studiengebühren auftreiben muss und sich dabei möglichst keine Verzögerung im Studium erlauben darf - sollte man nicht verkennen. Und auch nicht die Realität, dass die wichtigesten Resourcen unseres Landes Wissen und gut ausgebildete Menschen sind.
Nur zur Information: es sind nicht 500 Euro, sondern 1000 Euro pro Jahr, da sich dieses aus zwei Semestern zusammen setzt. Desweiteren sind sich scheinbar einige der Situation eines Studenten nicht bewusst, sonst würden diese nicht über "läppische 500 Euro" reden, da mittlerweile die meisten Studenten zusätzlich zu ihrem Studium noch einem Teilzeitjob nachgehen (meist am WoEnde oder in Nachtschichten!!). Wenn für sie 500 Euro läppisch sind, kann ich Ihnen gern meine Bankverbindung geben!
Das es in Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern, eine geringe Bildungsungleichheit gibt, liegt allein an der Tatsache, dass es keine Studiengebühren gab! Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, das zu Studieren, wonach ihm ist. Das Studium sollte nicht nur den reichen überlassen werden, wie z.B. in Frankreich! Dennoch ist die Gleichheit nicht gleich genug; wie viele Arbeiterkinder kennen Sie, die z.B. Medizin studieren?! Mit der Einführung der Studiengebühren, kippt dieses labile Gewicht zu Gunsten der reichen - aber für die sind bekanntlich 500 Euro läppisch!
in den USA, dem Beispiel fürs Bezahlstudium, haben sich über die Jahre sehr viele Möglichkeiten für Studierwillige mit kleinem Geldbeutel gebildet. Es gibt sehr viel mehr Stipendien als bei uns.
Das gibt es in Deutschland nicht, und die "Finanziermöglichkeiten" sind an unserer Uni ein schlechter Witz.
Für mich sind die Studiengebühren bezahlbar, allerdings bekomme ich Bafög Höchstsatz und jobbe nebenher. Wer für sein Studium mehr tun muss und kein Bafög bekommt sitzt ganz schnell blöd da.
Arbeitendes Volk, das im Monat 1000 Euro aufs Konto überwiesen bekommt, vergisst schnell wie es ist, wenn man nur 400 hat, und davon noch 1000 abzwacken soll.
Das ist doch toll! In den USA sehen sich zB frisch gebackene Mediziner einem Schuldenberg von einer viertel Million Dollar gegenüber! Wie erstrebenswert!
Ich arbeite an einem Medical College in den USA und kann definitiv bestätigen, dass zB das Medizinstudium nur für Kinder reicher Eltern geeignet ist. Die paar Brosamen, die für "Begabte" oder "Minderheiten" abfallen, können Sie getrost vergessen.
Bei einem Blick auf den Parkplatz des Studentenwohnheimes sieht man überwiegend Autos, die sich in Deutschland noch nicht einmal das Gros der fertigen deutschen Mediziner leisten kann.
Diejenigen, die Studiengebühren zahlen müssen, werden im Laufe ihres weiteren Lebens noch mehrmals draufzahlen: Zunächst sind sie im Studium auch Verbraucher an ihrem Studienort. Was bliebe zB von Freiburg oder Tübingen ohne studentische Einnahmen übrig?
Im Allgemeinen werden Studienabsolventen besser bezahlte Jobs ergattern und daher auch wesentlich mehr Lohnsteuer zahlen dürfen und durch mehr Kaufkraft auch mehr Mehrwertsteuer zahlen.
Schließlich dürfen Studierte nochmal draufzahlen, wenn ihre eigenen Kinder ein Studium anfangen. Außerdem darf man nicht den Mehrwert für die Gesellschaft vergessen, den Studierte durch ihr berufliches Wirken wieder der Gemeinschaft zurückgeben: wie etwa Mediziner, Lehrer und Wissenschaftler.
Es ist traurig zu sehen, wie sehr der Solidaritätsgedanke in unserer Gesellschaft durch das systematisches Eintrichtern neoliberaler Reformlügen aufgeweicht wurde.
Armes Deutschland!
Lieber Toronto21,
mal ein paar Fragen:
wenn ich Sie recht verstehe, ist es Ihnen egal, 1000 Euro pro Jahr _zusätzlich_ zu bezahlen? Zahlen Sie selbst? Oder vielleicht Ihre Eltern? Wenn ja: schön für Sie. Leiten Sie dann daraus ab, andere zu verhöhnen, die vielleicht genauso begabt und fleissig sind, sie Sie, aber eben keine wohlhabende Eltern haben?
Und was wäre, wenn Sie die 1000 Euro - als Student - selbst verdienen müssten? Wieviele Stunden würde Sie das kosten? Sagen wir mal ganz überschlägig 100 Stunden. Ist also egal, wenn Sie (falls Sie Student sind) im Jahr 100 Stunden weniger studieren als Ihre Kollegen, die wohlhabende Eltern haben? Ist das Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit?
Toronto21: "Ich frage mich, wieso in anderen Ländern Studiengebühren Studienwillige nicht davon abhalten, zu studieren? In anderen Ländern kostet ein Studium ein Vielfaches als diese läppischen 500 Euro."
.. und in anderen Ländern, die einen weitaus höheren Lebensstandard haben,
auch garnichts, wie in den Skandinavischen Ländern. Mit der Folge,
dass man dort ein weitaus höheres Bildungsniveau hat, als bei uns
und z.B. in den USA.
Toronto21: "Wieviel Wert ist einem Studienwilligen ein Studium? Offensichtlich nichts."
Schon mal drüber nachgedacht, dass die Frage völlig irrelevant ist, wenn Sie die "läppischen 500 Euro" nicht haben? Und Ihre Eltern auch nicht?
Toronto21: "Bezahlen soll es der Steuerzahler. Wie immer. Armes Deutschland!"
Genau so ist es, auch wenn Sie das wütend macht. In einem zivilisierten Staat werden die Kosten für die Dinge, die dem ganzen Land zugute kommen, also Schulen, Gerichte, und ausdrücklich auch die Universitäten anteilig von allen Bürgern bezahlt. Entsprechend der finanziellen Leistungsfähigkeit. Das ist unser Steuersystem, und das ist auch gut so.
wo ja gerne alles mögliche - auch das Studium - auf Pump finanziert wird?!Die Realität - auch jene Realität eines Studenten, der nicht nur das Geld für den eigenen (stetig teurer werdenden) Unterhalt, sondern auch noch die Studiengebühren auftreiben muss und sich dabei möglichst keine Verzögerung im Studium erlauben darf - sollte man nicht verkennen. Und auch nicht die Realität, dass die wichtigesten Resourcen unseres Landes Wissen und gut ausgebildete Menschen sind.
Nur zur Information: es sind nicht 500 Euro, sondern 1000 Euro pro Jahr, da sich dieses aus zwei Semestern zusammen setzt. Desweiteren sind sich scheinbar einige der Situation eines Studenten nicht bewusst, sonst würden diese nicht über "läppische 500 Euro" reden, da mittlerweile die meisten Studenten zusätzlich zu ihrem Studium noch einem Teilzeitjob nachgehen (meist am WoEnde oder in Nachtschichten!!). Wenn für sie 500 Euro läppisch sind, kann ich Ihnen gern meine Bankverbindung geben!
Das es in Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern, eine geringe Bildungsungleichheit gibt, liegt allein an der Tatsache, dass es keine Studiengebühren gab! Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, das zu Studieren, wonach ihm ist. Das Studium sollte nicht nur den reichen überlassen werden, wie z.B. in Frankreich! Dennoch ist die Gleichheit nicht gleich genug; wie viele Arbeiterkinder kennen Sie, die z.B. Medizin studieren?! Mit der Einführung der Studiengebühren, kippt dieses labile Gewicht zu Gunsten der reichen - aber für die sind bekanntlich 500 Euro läppisch!
in den USA, dem Beispiel fürs Bezahlstudium, haben sich über die Jahre sehr viele Möglichkeiten für Studierwillige mit kleinem Geldbeutel gebildet. Es gibt sehr viel mehr Stipendien als bei uns.
Das gibt es in Deutschland nicht, und die "Finanziermöglichkeiten" sind an unserer Uni ein schlechter Witz.
Für mich sind die Studiengebühren bezahlbar, allerdings bekomme ich Bafög Höchstsatz und jobbe nebenher. Wer für sein Studium mehr tun muss und kein Bafög bekommt sitzt ganz schnell blöd da.
Arbeitendes Volk, das im Monat 1000 Euro aufs Konto überwiesen bekommt, vergisst schnell wie es ist, wenn man nur 400 hat, und davon noch 1000 abzwacken soll.
Das ist doch toll! In den USA sehen sich zB frisch gebackene Mediziner einem Schuldenberg von einer viertel Million Dollar gegenüber! Wie erstrebenswert!
Ich arbeite an einem Medical College in den USA und kann definitiv bestätigen, dass zB das Medizinstudium nur für Kinder reicher Eltern geeignet ist. Die paar Brosamen, die für "Begabte" oder "Minderheiten" abfallen, können Sie getrost vergessen.
Bei einem Blick auf den Parkplatz des Studentenwohnheimes sieht man überwiegend Autos, die sich in Deutschland noch nicht einmal das Gros der fertigen deutschen Mediziner leisten kann.
Diejenigen, die Studiengebühren zahlen müssen, werden im Laufe ihres weiteren Lebens noch mehrmals draufzahlen: Zunächst sind sie im Studium auch Verbraucher an ihrem Studienort. Was bliebe zB von Freiburg oder Tübingen ohne studentische Einnahmen übrig?
Im Allgemeinen werden Studienabsolventen besser bezahlte Jobs ergattern und daher auch wesentlich mehr Lohnsteuer zahlen dürfen und durch mehr Kaufkraft auch mehr Mehrwertsteuer zahlen.
Schließlich dürfen Studierte nochmal draufzahlen, wenn ihre eigenen Kinder ein Studium anfangen. Außerdem darf man nicht den Mehrwert für die Gesellschaft vergessen, den Studierte durch ihr berufliches Wirken wieder der Gemeinschaft zurückgeben: wie etwa Mediziner, Lehrer und Wissenschaftler.
Es ist traurig zu sehen, wie sehr der Solidaritätsgedanke in unserer Gesellschaft durch das systematisches Eintrichtern neoliberaler Reformlügen aufgeweicht wurde.
Armes Deutschland!
Lieber Toronto21,
mal ein paar Fragen:
wenn ich Sie recht verstehe, ist es Ihnen egal, 1000 Euro pro Jahr _zusätzlich_ zu bezahlen? Zahlen Sie selbst? Oder vielleicht Ihre Eltern? Wenn ja: schön für Sie. Leiten Sie dann daraus ab, andere zu verhöhnen, die vielleicht genauso begabt und fleissig sind, sie Sie, aber eben keine wohlhabende Eltern haben?
Und was wäre, wenn Sie die 1000 Euro - als Student - selbst verdienen müssten? Wieviele Stunden würde Sie das kosten? Sagen wir mal ganz überschlägig 100 Stunden. Ist also egal, wenn Sie (falls Sie Student sind) im Jahr 100 Stunden weniger studieren als Ihre Kollegen, die wohlhabende Eltern haben? Ist das Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit?
Toronto21: "Ich frage mich, wieso in anderen Ländern Studiengebühren Studienwillige nicht davon abhalten, zu studieren? In anderen Ländern kostet ein Studium ein Vielfaches als diese läppischen 500 Euro."
.. und in anderen Ländern, die einen weitaus höheren Lebensstandard haben,
auch garnichts, wie in den Skandinavischen Ländern. Mit der Folge,
dass man dort ein weitaus höheres Bildungsniveau hat, als bei uns
und z.B. in den USA.
Toronto21: "Wieviel Wert ist einem Studienwilligen ein Studium? Offensichtlich nichts."
Schon mal drüber nachgedacht, dass die Frage völlig irrelevant ist, wenn Sie die "läppischen 500 Euro" nicht haben? Und Ihre Eltern auch nicht?
Toronto21: "Bezahlen soll es der Steuerzahler. Wie immer. Armes Deutschland!"
Genau so ist es, auch wenn Sie das wütend macht. In einem zivilisierten Staat werden die Kosten für die Dinge, die dem ganzen Land zugute kommen, also Schulen, Gerichte, und ausdrücklich auch die Universitäten anteilig von allen Bürgern bezahlt. Entsprechend der finanziellen Leistungsfähigkeit. Das ist unser Steuersystem, und das ist auch gut so.
Bei dem Niveau der Kommentatoren erwarte ich übrigens Zero Points. Wie immer, wenn man gegen den Mainstream in diesem Land schwimmt. ;)
wo ja gerne alles mögliche - auch das Studium - auf Pump finanziert wird?!Die Realität - auch jene Realität eines Studenten, der nicht nur das Geld für den eigenen (stetig teurer werdenden) Unterhalt, sondern auch noch die Studiengebühren auftreiben muss und sich dabei möglichst keine Verzögerung im Studium erlauben darf - sollte man nicht verkennen. Und auch nicht die Realität, dass die wichtigesten Resourcen unseres Landes Wissen und gut ausgebildete Menschen sind.
Auf dem Niveau lasse ich gerne mit mir reden. Ich bin ja nicht pauschal für Studiengebühren, genauso wenig, wie ich pauschal gegen Studiengebühren bin.
Trotzdem stelle ich mir die Frage, was einem Studienwilligen das eigene Studium wert ist? Offensichtlich wirklich nicht viel. Heute gilt es als populär, möglichst schon mit 18/19 eine eigene Wohnung zu haben, das Handy muss heute schon ein iPhone sein, der iPod ist selbstredend, Urlaub wird natürlich auch gerne gemacht, aufs Auto mag man auch nicht verzichten und so gilt es heute als selbstredend, dass ein Student im Prinzip schon den Lebensstil eines Berufstätigen pflegt, ohne dafür einen Finger krum gemacht zu haben. Vorsicht, ich will nicht pauschalieren. Es gibt sicher auch Studenten, die von alle dem nichts haben und trotzdem kaum über die Runden kommen. Natürlich kann es durchaus sein, dass der Studienplatz eben fernab der Heimat ist und somit eine Wohnung zwingend erforderlich.
Aber ich sehe eben auch viele Studenten, die inzwischen schon ein wirklich angenehmes Leben führen und Dinge besitzen, auf die ich als Berufstätiger sparen muss, weil ich sie mir eben nicht mal so eben zwischen Abi und Studium leisten kann. Und ich zähle mich zur sog. Mittelschicht, bin also finanziel sicher nicht als arm zu bezeichnen. Aber das Studium meiner Tochter ist mir so wichtig, dass ich darauf seit ihrer Geburt spare. Und mir tun die 25 Euro im Monat (plus 25 Euro p.M. von ihrer Oma) plus hier und da mal was zusätzlich zwar nicht unbedingt weh, hätte aber durchaus auch andere Verwendung dafür. Und somit sei wirklich die Frage gestellt, was ist uns Bildung wert? Konsumgüter für Studenten, damit diese umsonst studieren können oder vielleicht auch mal ein paar magere Jahre, bevor es dann ans Geldverdienen geht?
Wo steht geschrieben, dass man mit 18/19 schon alles haben muss und nicht mal ein paar Jahre Verzicht üben soll? Ist das derart unzumutbar in diesem Land?
Auf dem Niveau lasse ich gerne mit mir reden. Ich bin ja nicht pauschal für Studiengebühren, genauso wenig, wie ich pauschal gegen Studiengebühren bin.
Trotzdem stelle ich mir die Frage, was einem Studienwilligen das eigene Studium wert ist? Offensichtlich wirklich nicht viel. Heute gilt es als populär, möglichst schon mit 18/19 eine eigene Wohnung zu haben, das Handy muss heute schon ein iPhone sein, der iPod ist selbstredend, Urlaub wird natürlich auch gerne gemacht, aufs Auto mag man auch nicht verzichten und so gilt es heute als selbstredend, dass ein Student im Prinzip schon den Lebensstil eines Berufstätigen pflegt, ohne dafür einen Finger krum gemacht zu haben. Vorsicht, ich will nicht pauschalieren. Es gibt sicher auch Studenten, die von alle dem nichts haben und trotzdem kaum über die Runden kommen. Natürlich kann es durchaus sein, dass der Studienplatz eben fernab der Heimat ist und somit eine Wohnung zwingend erforderlich.
Aber ich sehe eben auch viele Studenten, die inzwischen schon ein wirklich angenehmes Leben führen und Dinge besitzen, auf die ich als Berufstätiger sparen muss, weil ich sie mir eben nicht mal so eben zwischen Abi und Studium leisten kann. Und ich zähle mich zur sog. Mittelschicht, bin also finanziel sicher nicht als arm zu bezeichnen. Aber das Studium meiner Tochter ist mir so wichtig, dass ich darauf seit ihrer Geburt spare. Und mir tun die 25 Euro im Monat (plus 25 Euro p.M. von ihrer Oma) plus hier und da mal was zusätzlich zwar nicht unbedingt weh, hätte aber durchaus auch andere Verwendung dafür. Und somit sei wirklich die Frage gestellt, was ist uns Bildung wert? Konsumgüter für Studenten, damit diese umsonst studieren können oder vielleicht auch mal ein paar magere Jahre, bevor es dann ans Geldverdienen geht?
Wo steht geschrieben, dass man mit 18/19 schon alles haben muss und nicht mal ein paar Jahre Verzicht üben soll? Ist das derart unzumutbar in diesem Land?
Die Argumentation der Befürworter der Einführung der Studiengebühren ging in zweierlei Richtung: zum einen wollte man den sogenannten 'Bildungsmarkt' privatisieren, Privaten eine Chance einräumen, auf diesem Markt gutes Geld zu verdienen und Rendite zu generieren. Zum anderen spielte die v.a. in konservativen Kreisen seit 1968 grassierende Furcht vor einer neuen 68er-Revolte eine erhebliche Rolle - und die Angst, unangenehme Fragen gestellt zu bekommen. Man wollte unter sich bleiben und unliebsame 'Geister' möglichst vom Hochschulstudium und der eigenen, nur aus Spekulations- und Zockerblasen bestehenden Parallelwelten fern halten.
Die RAF, die Hamburger Zelle um Mohammed Atta - sie alle mussten als Inbegriff der Gefahr her halten, was passieren könnte, wenn die Falschen Zugang zu Bildung bekämen. Tatsächlich ging es nur ums eigene Portemonaie und nicht um 'gesellschaftliche Werte', die man in der Parallelwelt der Zocker, Börsen-Spieler und Business-Loungen vor sich her trug, die aber letzten Endes immer nur die die Anderen galten und die man immer nur von den Anderen einforderte. Dabei vergaß man eines: Verbrecher gibt es überall und in allen Gesellschaftsschichten. Verbrecher kommen selbst in den besten Familien vor.
Eine weitere Blase war der Glaube daran, man könne jedweden Fachkräftemangel damit ausgleichen, indem man hochqualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland importiert - hochqualifiziert sowie billig und willig waren hier die Schlagworte. Ohne Not wurde einer der größten Exportschlager Deutschlands, das deutsche Hochschuldiplom, einfach abgewickelt - eine Forderung der deutschen Wirtschaft, wie es damals hieß.
Spätestens seit dem Platzen der dot-com- und der Immobilienblase wissen wir, mit was für Eliten, die immer Wasser predigen, selber aber für sich exzessives Weinsaufen fordern, zu halten ist: sie sind Leute, in Luftschlössern leben und es gar nicht bemerken. Wir wissen, dass ihre Gier scheinbar unersättlich ist und dass sie das Gemeinwohl nicht nur schädigen, sondern zu zerstören trachten. Der Markt, so hieß es, regele alles von alleine, die Gier weniger würde Wohlstand für alle bringen. Heute wissen wir, dass die Gesetze der Ökonomie nicht auf die Gesellschaft anwendbar sind und man zwangsläufig mit dieser Strategie Schiffbrauch erleidet.
will ich mal vermuten, und zwar ganz unten.
Die Gesetze der Ökonomie sind übrigens sehr wohl und sogar nur auf die Gesellschaft anzuwenden, denn es sind Sozial- und keineswegs Naturgesetze.
will ich mal vermuten, und zwar ganz unten.
Die Gesetze der Ökonomie sind übrigens sehr wohl und sogar nur auf die Gesellschaft anzuwenden, denn es sind Sozial- und keineswegs Naturgesetze.
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