Finanzkrise Ansichten eines Bankers
Sie sind die Prügelknaben der Finanzkrise. Einer von ihnen spricht über den Druck im Job, ignorierte Krisensymptome und schwarze Listen
Lange Zeit war es in Martin K.s Leben nur aufwärts gegangen. Gleich nach dem Studium bekam er einen lukrativen Job bei einer der größten Investmentbanken in Deutschland. Er zog nach Frankfurt und kletterte die Karriereleiter nach oben. Erst war er Analyst, inzwischen ist er Fondsmanager. Er handelt mit Währungen, Rohstoffen, Aktien. Täglich bewegt der 30-Jährige Millionenbeträge, manchmal auch Hundertmillionen.
Am Anfang, so erzählt er, rief er oft abends seine Eltern in Leipzig an, um zu erzählen, wie viel Millionen Euro Gewinn er an diesem Tag wieder gemacht hatte. Inzwischen gibt es für solche Telefonate keinen Grund mehr. Denn jetzt geht es nur noch darum, weniger zu verlieren als der Durchschnitt. In seiner Branche herrsche "Panik", sagt Martin. Zwar seien alle Börsianer an Auf- und Abschwünge gewöhnt, aber diesmal habe die Krise eine "ganz andere Dimension" als alles, was er oder seine älteren Kollegen bislang erlebt haben.
Eigentlich ist es nicht erwünscht, dass Fondmanager mit der Presse sprechen. Deswegen wird Martins richtiger Name hier nicht genannt. Tatsächlich aber ist sein Redebedürfnis gewaltig. Anderthalb Stunden sprudelt es aus ihm heraus. Seine Bank, obgleich ein Marktführer, stellt keine neuen Leute mehr ein, sondern baut Stellen ab. Währungen schwanken am Tag zwischen 10 und 15 Prozent, was sie zu einem unkalkulierbaren "Wahnsinn" machen. Die Krisensymptome hat fast jeder in seiner Branche erkannt, aber keiner konnte etwas dagegen unternehmen.
Spätestens als die Anweisungen vom Vorstand sich häuften, mit bestimmten Banken keine Geschäfte mehr zu machen, wusste Martin: Hier stimmt irgendetwas nicht. Schon im Sommer 2007 hatte das begonnen. Ständig wurde die schwarze, streng geheime Liste der kreditunwürdigen Institute länger. Alle ahnten, dass andere Banken es genauso handhaben. "So kam das System zum Erliegen." Misstrauen beherrschte den Markt, dann Schockstarre.
Martin ist ehrlich. Auch er sei Teil des Systems gewesen, das sehenden Auges in die Krise rannte. Beispiel Ölpreis: Als dieser vor wenigen Monaten steil anstieg, war jedem Experten klar, dass er irgendwann auch wieder drastisch an Wert verlieren würde. Trotzdem konnte Martin es sich nicht leisten, kein Öl zu kaufen.
Einmal stand sein Chef hinter ihm und schimpfte: "Wie, Sie verkaufen Öl? Das kaufen doch gerade alle. Los, kaufen!" Seine Bank konnte in diesem Quartal nicht auf die Öl-Gewinne verzichten. Als der große Knall dann kam, der Ölpreis binnen weniger Tage rasant fiel, ging es nur noch darum, wer das Öl am schnellsten verscherbeln kann.
- Datum 03.03.2009 - 14:24 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 50
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




na klar, schuld sind immer die anderen. Vor allem die (geschädigten) Kunden.
Die (gierigen) Banker sind ja wirklich nur zu bedauern, am besten geben wir ihnen eine Milliardenspritze.
Es gab schon frueher Zeiten, wo jeder mitgelaufen war, und nachher keiner etwas gewusst, keiner Schuld sein wollte. Tatsaechlich sind alle Schuld, die sich haben instrumentalisieren lassen: Banker, Politiker, Waehler.
Die Triebfeder hinter all dem war meines Erachtens nach aber das - ich hoffe, das hoert sich jetzt nicht zu sehr nach kommunistischer Dialektik an - das Grosskapital. Die Leute, die immer hoehere Renditeerwartungen hatten und sie auch durchsetzten, und so ganz nebenbei eine effiziente Lobbyarbeit gefoerdert hatte, bis auch jeder zum willigen Helfershelfer des Neoliberalismus geworden war.
Vielleicht sind Milliardenspritzen ja sinnvoll, aber nicht fuer Grossaktionaere.
UND: Es gibt auch diverse grosse Gewinner der Krise. Ich wuesste gerne besser, wer das ist.
Aber es waere ja schon eine Veraenderung, wenn jemand nach der naechsten Bundestagswahl all die Wirtschafts-, Automobil-, Atomenergie- und Zigarettenlobbyisten aus dem Kanzleramt und den Vorzimmern der Minister kicken wuerde. Ich bete dafuer - und gehe waehlen.
Wenn ich an die Bankenkrise denke, fällt mir manchmal ein Roman von Sergej Lukanjenkow ein. In diesem geht es um sogenannte Funktionale, die übermenschliche Kräfte bekommen, aber an ihre Funktion gebunden sind. Sie nutzen diese Kräft zu ihrem eigenen Vorteil. Ein Funktional bricht aus und sucht den (oder die) Auftraggeber. Aber das System wird nicht im Einzelnen überwacht oder gesteuert, es wird durch die zahlreichen Funktionale erhalten, die nichts anderes als ihren Job machen.
Nun, das System ist zusammengebrochen. Wer ist schuld? Die 'gierigen' Banker? Sie haben gut verdient, also einen großen Teil der Verantwortung (denn sonst wäre der Verdienst nicht gerechtfertigt!?). Die Notenbanken (zuviel Geld im System)? Die einzelnen Unternehmen, die produziert und verkauft haben, obwohl die Wertschöpfung die Waren (indirekt) auf Kredit gezahlt hat?
Seien wir doch ehrlich, irgendwie haben sehr viele Leute indirekt davon profitiert, dass unser Wirtschaftssystem an den ewigen Wachstum glaubt.
Wenn jetzt einer kommt und mir erklärt, wie eine Wirtschaft zu steuern wäre, damit alle ihr Auskommen haben und keiner so stark ausgebeutet wird (denn auch die 'gierigen' Banker wurden und werden ausgebeutet und müssen mehr arbeiten, als notwendig wäre, gleiches gilt für die 'bösen' Konzernbosse), so bin ich für Vorschläge offen.
Zentrale Steuerung haben wir versucht, Gewinnstreben ist unsere aktuelle Maxime, was kommt als nächstes?
Es gab schon frueher Zeiten, wo jeder mitgelaufen war, und nachher keiner etwas gewusst, keiner Schuld sein wollte. Tatsaechlich sind alle Schuld, die sich haben instrumentalisieren lassen: Banker, Politiker, Waehler.
Die Triebfeder hinter all dem war meines Erachtens nach aber das - ich hoffe, das hoert sich jetzt nicht zu sehr nach kommunistischer Dialektik an - das Grosskapital. Die Leute, die immer hoehere Renditeerwartungen hatten und sie auch durchsetzten, und so ganz nebenbei eine effiziente Lobbyarbeit gefoerdert hatte, bis auch jeder zum willigen Helfershelfer des Neoliberalismus geworden war.
Vielleicht sind Milliardenspritzen ja sinnvoll, aber nicht fuer Grossaktionaere.
UND: Es gibt auch diverse grosse Gewinner der Krise. Ich wuesste gerne besser, wer das ist.
Aber es waere ja schon eine Veraenderung, wenn jemand nach der naechsten Bundestagswahl all die Wirtschafts-, Automobil-, Atomenergie- und Zigarettenlobbyisten aus dem Kanzleramt und den Vorzimmern der Minister kicken wuerde. Ich bete dafuer - und gehe waehlen.
Wenn ich an die Bankenkrise denke, fällt mir manchmal ein Roman von Sergej Lukanjenkow ein. In diesem geht es um sogenannte Funktionale, die übermenschliche Kräfte bekommen, aber an ihre Funktion gebunden sind. Sie nutzen diese Kräft zu ihrem eigenen Vorteil. Ein Funktional bricht aus und sucht den (oder die) Auftraggeber. Aber das System wird nicht im Einzelnen überwacht oder gesteuert, es wird durch die zahlreichen Funktionale erhalten, die nichts anderes als ihren Job machen.
Nun, das System ist zusammengebrochen. Wer ist schuld? Die 'gierigen' Banker? Sie haben gut verdient, also einen großen Teil der Verantwortung (denn sonst wäre der Verdienst nicht gerechtfertigt!?). Die Notenbanken (zuviel Geld im System)? Die einzelnen Unternehmen, die produziert und verkauft haben, obwohl die Wertschöpfung die Waren (indirekt) auf Kredit gezahlt hat?
Seien wir doch ehrlich, irgendwie haben sehr viele Leute indirekt davon profitiert, dass unser Wirtschaftssystem an den ewigen Wachstum glaubt.
Wenn jetzt einer kommt und mir erklärt, wie eine Wirtschaft zu steuern wäre, damit alle ihr Auskommen haben und keiner so stark ausgebeutet wird (denn auch die 'gierigen' Banker wurden und werden ausgebeutet und müssen mehr arbeiten, als notwendig wäre, gleiches gilt für die 'bösen' Konzernbosse), so bin ich für Vorschläge offen.
Zentrale Steuerung haben wir versucht, Gewinnstreben ist unsere aktuelle Maxime, was kommt als nächstes?
Es gab schon frueher Zeiten, wo jeder mitgelaufen war, und nachher keiner etwas gewusst, keiner Schuld sein wollte. Tatsaechlich sind alle Schuld, die sich haben instrumentalisieren lassen: Banker, Politiker, Waehler.
Die Triebfeder hinter all dem war meines Erachtens nach aber das - ich hoffe, das hoert sich jetzt nicht zu sehr nach kommunistischer Dialektik an - das Grosskapital. Die Leute, die immer hoehere Renditeerwartungen hatten und sie auch durchsetzten, und so ganz nebenbei eine effiziente Lobbyarbeit gefoerdert hatte, bis auch jeder zum willigen Helfershelfer des Neoliberalismus geworden war.
Vielleicht sind Milliardenspritzen ja sinnvoll, aber nicht fuer Grossaktionaere.
UND: Es gibt auch diverse grosse Gewinner der Krise. Ich wuesste gerne besser, wer das ist.
Aber es waere ja schon eine Veraenderung, wenn jemand nach der naechsten Bundestagswahl all die Wirtschafts-, Automobil-, Atomenergie- und Zigarettenlobbyisten aus dem Kanzleramt und den Vorzimmern der Minister kicken wuerde. Ich bete dafuer - und gehe waehlen.
"ich hoffe, das hoert sich jetzt nicht zu sehr nach kommunistischer Dialektik an"
nö, nur nach dem üblichen vulgärmarxistischen populismus.
aber mit ihren einlassungen haben sie sich ja aich wieder selbst exkulpiert ("schuld ist das grosskapital") ... so schliesst sich der kreis.
Ich finde die Argumentation des Bankers ein wenig weit hergeholt. Banken haben Banken betrogen. Sie haben kein Gesetz gebrochen, aber wenn ich jemanden ein gut verkaufen(kredite) von denen ich WEISS das sie faul sind es ihm aber verheimliche ist das Berug. Die Aktienmakler haben mit dem nur gehandelt die sind eher nur Ausfuehrer. Politiker haben GEWUSST das sie andere Laender damit in den Ruin treiben koennen. (Wenn ich den wichtigen Mittelstand ausduenne was auch bei mir passiert kann es nur zur Katastrophe kommen). Banken trauen keinen Banken. Warum wohl nicht? Wenn ich Haeuser baue und meine Haeuser verkaufe, wie kann ich erwarten das Kunden kaufen wenn andere Bauunternehmer mich als Betrueger schimpfen weil meine Haeuser einstuerzen? (und vor allem zu recht) Ok beim Bau unternehmer geht der eine in Konkurs und der naechste macht auf. Kann man das der ganzen Branche unterstellen entsteht ein gewaltiges Problem. Vor allem wenn die Leute eher bereit sind in Zelten zu leben als in den Haeusern die einstuerzen. Aber dann zu sagen bitte die Kunden sind schuld, die Politiker, die Astronauten oder die Aliens ist wohl ein wenig feig oder? Und das ist nicht das erstes mal das das vorgehen der Banken kritisiert wurde. Nur solange sie nur Kunden betrogen haben war es relatiev ungefaehrlich. Aber wenn ein Betrueger den anderen nicht mehr traut entsteht das Problem das wir jetzt haben.
Ich möchte Ihnen hinsichtlich des Grosskapitals widersprechen, nicht weil die sozusagen "unschuldig" wären, sondern weil sie wie alle nur dem kleinsten gemeinsamen Nenner des sozialen Konsens gefolgt sind und ihren Nutzen daraus zogen.
Die Krise konnte entstehen, weil alle Teile des politischen Spektrums und damit die gesamte Gesellschaft nur noch diesen Weg übrig ließen.
Um das zu verstehen muss man etwas ausholen.
Als zum Ende der Regierungszeit Helmut Schmidt die FDP das berühmte Lambsdorff Papier veröffentlichte standen darin zwei Dinge.
1. Die keynsianisch verursachte Staatsverschuldung ist nicht kontrollierbar, weder die Regierung Brandt, noch die Regierung Schmidt sahen sich in der Lage in guten Zeiten die Schulden zurückzuführen. Zudem drohte die Zukunftsentwicklung (Demografie) die Probleme drastisch zu verschärfen.
2. Das war die Geburtsstunde des Neoliberalismus in Deutschland, weil dieses Wirtschaftmodell als Antwort auf diese Unfähigkeit der Politik ersonnen wurde und von Lambsdorff eine entsprechen Vorgehensweise empfohlen wurde.
Weil man sich über die Notwendigkeit des Handels nicht einigen konnte, die SPD sah das nicht so, zerbrach die damalige Regierung.
Die Regierung Kohl trat an, um die Haushalte zu sanieren. Zunächst ohne neoliberale Wirtschaftspolitik, schlicht mit dem Versuch Ausgaben zu kürzen. Sie ist daran an der Opposition (Lafontaine) und innerparteilich am Arbeitnehmerflügel gescheitert.
Daraufhin besaß man nur noch eine Blaupause zur Lösung des Problems, die neoliberalen Vorschläge von Herrn Lambsdorff. Deshalb begann man mit Privatisierungen, die, das zeigt die Entwicklung der Telekom, prinzipiell richtig waren, weil sie die massive Ineffizienz diese Unternehmens und der anderen Staatsunternehmen offenlegte, auf die Größe des Problems war man allerdings kaum vorbereitet.
Diese Privatisierungen waren nur durchsetzbar, weil gleichzeitig die sozialen Strukturen, vor allem Institutionen, die die Machtbasis aller Arbeitnehmervertreter im gesamten Parteienspektrum waren, nicht angetastet wurden und nicht angetastet werden durften.
Diese Politik diente der Ertragssteigerung der Volkswirtschaften, um den Sozialstaat weiter ohne massive Ausgabenkürzungen aufrechterhalten zu können und um die deutsche Einheit finanzieren zu können, die unerwartet heftig wettbewerbsunfähig war (hier keine Ursachenbetrachtung, nur der Sachverhalt).
Diese Politik wurde von der Regierung Schröder ausgeweitet und deutlich stärker wichtige Regulatorien außer Kraft gesetzt. Finanzmarktgesetze wurden von den Banken selbst geschrieben.
Trotzdem blieben im Vergleich zur Entwicklung im Ausland die Kontrollen oberflächlich noch relativ stabil.
Doch die Verwerfungen im Staatshaushalt erhöhten ständig den Druck Ertrag zu erwirtschaften, was in einer relativ laxen Aufsicht der Landesbanken endete.
Dieser Druck Einnahmen zu generieren begann schon in der Regierungszeit Kohls die Verlässlichkeit deutscher Steuerpolitik aufzuweichen. Seitdem gehen die Finanzämter auf Anweisung mit jeder möglichen Winkeladvokatei gegen Steuermodelle vor, die sie selbst vorher geschaffen haben. Rechtfertigungsdruck gegenüber der Bevölkerung gegenüber steuerpolitischen Fehlern führten zu populistischen Vorwürfen und Handlungen. So strich Lafontaine nach seiner Amtübernahme medienwirksam die aus dem Ruder gelaufene Verlustabschreibung vorzeitig, freilich verschweigend, dass sie wenige Monate später automatisch ausgelaufen wäre und damit der dazugehörigen Wirtschaft die kalkulierte Zeit zur Anpassung nahm und damit Arbeitsplätze vernichtete.
Seitdem sehen wir eine verfassungswidrige Steuervorschrift nach der anderen durch den Gesetzgeber kommen und gehen, auch unter Steinbrück, der sich immer noch über Steuerumgehung und Hinterziehung wundert, die er im Grunde selbst durch derart illegale Finanzpolitik befördert.
Jüngste Beispiel ist die Entscheidung des Finanzamtes München, als zuständigem Finanzamt, die Steuervorteile bei Medienfonds rückwirkend abzuerkennen, trotz vorliegender verbindlicher Auskünfte der Steuerbehörden dazu. (Man kann zur Sinnhaftigkeit dieser Anlagen stehen wie man will, doch ist die Art der Vorgehensweise dazu geeignet, die Glaubwürdigkeit des Investitionsstandortes undseiner Rechtsetzung grundsätzlich in Frage zu stellen)
Fazit: Die Krise ist eine Gesamtgesellschaftliche, der Staat und seine Organe sind maßgeblich an der Krise beteiligt, die Privatwirtschaft allerdings weis dabei Ihre Interessen zu wahren, sie passt sich lediglich den jeweiligen Rahmenbedingungen zur Gewinnschöpfung an, sowohl in Methoden als auch moralisch.
Das politische Getöse gegen Kapitalismus, reiche Unternehmer und Steueroasen ist weitgehend ein Ablenkungsmanöver von der eigenen Verantwortung und dem Scheitern der bequemen Finanzierung des Sozialstaates, die so ohne Tangierung des Machtgefüges, der Pöstchenwirtschaft vorgenommen werden konnte.
Auch deshalb herrscht in politischen Kreisen schon teilweise Panik, weil dieses Existenz und Machtmodell entgültig bedroht sein könnte.
Berthold Grabe
"ich hoffe, das hoert sich jetzt nicht zu sehr nach kommunistischer Dialektik an"
nö, nur nach dem üblichen vulgärmarxistischen populismus.
aber mit ihren einlassungen haben sie sich ja aich wieder selbst exkulpiert ("schuld ist das grosskapital") ... so schliesst sich der kreis.
Ich finde die Argumentation des Bankers ein wenig weit hergeholt. Banken haben Banken betrogen. Sie haben kein Gesetz gebrochen, aber wenn ich jemanden ein gut verkaufen(kredite) von denen ich WEISS das sie faul sind es ihm aber verheimliche ist das Berug. Die Aktienmakler haben mit dem nur gehandelt die sind eher nur Ausfuehrer. Politiker haben GEWUSST das sie andere Laender damit in den Ruin treiben koennen. (Wenn ich den wichtigen Mittelstand ausduenne was auch bei mir passiert kann es nur zur Katastrophe kommen). Banken trauen keinen Banken. Warum wohl nicht? Wenn ich Haeuser baue und meine Haeuser verkaufe, wie kann ich erwarten das Kunden kaufen wenn andere Bauunternehmer mich als Betrueger schimpfen weil meine Haeuser einstuerzen? (und vor allem zu recht) Ok beim Bau unternehmer geht der eine in Konkurs und der naechste macht auf. Kann man das der ganzen Branche unterstellen entsteht ein gewaltiges Problem. Vor allem wenn die Leute eher bereit sind in Zelten zu leben als in den Haeusern die einstuerzen. Aber dann zu sagen bitte die Kunden sind schuld, die Politiker, die Astronauten oder die Aliens ist wohl ein wenig feig oder? Und das ist nicht das erstes mal das das vorgehen der Banken kritisiert wurde. Nur solange sie nur Kunden betrogen haben war es relatiev ungefaehrlich. Aber wenn ein Betrueger den anderen nicht mehr traut entsteht das Problem das wir jetzt haben.
Ich möchte Ihnen hinsichtlich des Grosskapitals widersprechen, nicht weil die sozusagen "unschuldig" wären, sondern weil sie wie alle nur dem kleinsten gemeinsamen Nenner des sozialen Konsens gefolgt sind und ihren Nutzen daraus zogen.
Die Krise konnte entstehen, weil alle Teile des politischen Spektrums und damit die gesamte Gesellschaft nur noch diesen Weg übrig ließen.
Um das zu verstehen muss man etwas ausholen.
Als zum Ende der Regierungszeit Helmut Schmidt die FDP das berühmte Lambsdorff Papier veröffentlichte standen darin zwei Dinge.
1. Die keynsianisch verursachte Staatsverschuldung ist nicht kontrollierbar, weder die Regierung Brandt, noch die Regierung Schmidt sahen sich in der Lage in guten Zeiten die Schulden zurückzuführen. Zudem drohte die Zukunftsentwicklung (Demografie) die Probleme drastisch zu verschärfen.
2. Das war die Geburtsstunde des Neoliberalismus in Deutschland, weil dieses Wirtschaftmodell als Antwort auf diese Unfähigkeit der Politik ersonnen wurde und von Lambsdorff eine entsprechen Vorgehensweise empfohlen wurde.
Weil man sich über die Notwendigkeit des Handels nicht einigen konnte, die SPD sah das nicht so, zerbrach die damalige Regierung.
Die Regierung Kohl trat an, um die Haushalte zu sanieren. Zunächst ohne neoliberale Wirtschaftspolitik, schlicht mit dem Versuch Ausgaben zu kürzen. Sie ist daran an der Opposition (Lafontaine) und innerparteilich am Arbeitnehmerflügel gescheitert.
Daraufhin besaß man nur noch eine Blaupause zur Lösung des Problems, die neoliberalen Vorschläge von Herrn Lambsdorff. Deshalb begann man mit Privatisierungen, die, das zeigt die Entwicklung der Telekom, prinzipiell richtig waren, weil sie die massive Ineffizienz diese Unternehmens und der anderen Staatsunternehmen offenlegte, auf die Größe des Problems war man allerdings kaum vorbereitet.
Diese Privatisierungen waren nur durchsetzbar, weil gleichzeitig die sozialen Strukturen, vor allem Institutionen, die die Machtbasis aller Arbeitnehmervertreter im gesamten Parteienspektrum waren, nicht angetastet wurden und nicht angetastet werden durften.
Diese Politik diente der Ertragssteigerung der Volkswirtschaften, um den Sozialstaat weiter ohne massive Ausgabenkürzungen aufrechterhalten zu können und um die deutsche Einheit finanzieren zu können, die unerwartet heftig wettbewerbsunfähig war (hier keine Ursachenbetrachtung, nur der Sachverhalt).
Diese Politik wurde von der Regierung Schröder ausgeweitet und deutlich stärker wichtige Regulatorien außer Kraft gesetzt. Finanzmarktgesetze wurden von den Banken selbst geschrieben.
Trotzdem blieben im Vergleich zur Entwicklung im Ausland die Kontrollen oberflächlich noch relativ stabil.
Doch die Verwerfungen im Staatshaushalt erhöhten ständig den Druck Ertrag zu erwirtschaften, was in einer relativ laxen Aufsicht der Landesbanken endete.
Dieser Druck Einnahmen zu generieren begann schon in der Regierungszeit Kohls die Verlässlichkeit deutscher Steuerpolitik aufzuweichen. Seitdem gehen die Finanzämter auf Anweisung mit jeder möglichen Winkeladvokatei gegen Steuermodelle vor, die sie selbst vorher geschaffen haben. Rechtfertigungsdruck gegenüber der Bevölkerung gegenüber steuerpolitischen Fehlern führten zu populistischen Vorwürfen und Handlungen. So strich Lafontaine nach seiner Amtübernahme medienwirksam die aus dem Ruder gelaufene Verlustabschreibung vorzeitig, freilich verschweigend, dass sie wenige Monate später automatisch ausgelaufen wäre und damit der dazugehörigen Wirtschaft die kalkulierte Zeit zur Anpassung nahm und damit Arbeitsplätze vernichtete.
Seitdem sehen wir eine verfassungswidrige Steuervorschrift nach der anderen durch den Gesetzgeber kommen und gehen, auch unter Steinbrück, der sich immer noch über Steuerumgehung und Hinterziehung wundert, die er im Grunde selbst durch derart illegale Finanzpolitik befördert.
Jüngste Beispiel ist die Entscheidung des Finanzamtes München, als zuständigem Finanzamt, die Steuervorteile bei Medienfonds rückwirkend abzuerkennen, trotz vorliegender verbindlicher Auskünfte der Steuerbehörden dazu. (Man kann zur Sinnhaftigkeit dieser Anlagen stehen wie man will, doch ist die Art der Vorgehensweise dazu geeignet, die Glaubwürdigkeit des Investitionsstandortes undseiner Rechtsetzung grundsätzlich in Frage zu stellen)
Fazit: Die Krise ist eine Gesamtgesellschaftliche, der Staat und seine Organe sind maßgeblich an der Krise beteiligt, die Privatwirtschaft allerdings weis dabei Ihre Interessen zu wahren, sie passt sich lediglich den jeweiligen Rahmenbedingungen zur Gewinnschöpfung an, sowohl in Methoden als auch moralisch.
Das politische Getöse gegen Kapitalismus, reiche Unternehmer und Steueroasen ist weitgehend ein Ablenkungsmanöver von der eigenen Verantwortung und dem Scheitern der bequemen Finanzierung des Sozialstaates, die so ohne Tangierung des Machtgefüges, der Pöstchenwirtschaft vorgenommen werden konnte.
Auch deshalb herrscht in politischen Kreisen schon teilweise Panik, weil dieses Existenz und Machtmodell entgültig bedroht sein könnte.
Berthold Grabe
Mein Gott wie schrecklich! "Wenn aber über Monate hinweg die Erfolgserlebnisse ausbleiben, dann zehrt das an den Nerven."
Das ist wirklich bedauernswert. Ich denke jedoch es gibt sehr sehr sehr viele Menschen denen auch über Monate die Erfolgserlebnisse fehlen und nicht mit einem Gehalt wie der Gute Martin nach Hause gehen.
Mit der Behauptung "Banker sind nicht kriminell" hat er wahrscheinlich sogar in den meisten Fällen recht. ABER wenn Banker wie von Martin zugegeben " "fahrlässig" und "blauäugig" agieren - und das vornehmlich mit dem Geld anderer Menschen und am Ende die Allgemeinheit für den Schlamassel gerade stehen darf, dann sollte das - meiner Meinung nach - zumindest in Zukunft kriminell sein. Wiso werden in schön Wetterperioden die enormen und schwindelerregend hohen Gehälter der Manger/Banker etc. eigentlich immer mit der hohen Verantwortung dieser Menschen begründet - wenn dann was schief geht hatte aber keine Verantwortung - immer nur die anderen. Martin ist doch anonym - könnten sie nicht mal sein Nettogehalt von 2007 in Erfahrung bringen?
Irgendwie erinnert er mich an ihn. Erst wird permanent verkündet "den Markt in deinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf" und dann jammern, wenn man realisiert, daß hinter Geld auch reale Waren/Werte stehen müssen. Genau die werden eben bei Bankgeschäften in keinster Weise erwirtschaftet. Der Herr hätte nur die Augen aufmachen müssen, aber sein zumindest geistiger Großvater hat ihm ja vorgelebt wie man auch mit verschlossenen Augen "sehen" kann.
Das perfideste ist aber jetzt, daß auch noch die Politik schuld sein soll. Es waren doch die Banken/Stiftungen/Verbände, welche die Politik infiltriert und die Demokratie ausgehebelt haben, um ihrer "moderne Wirtschaftsführung" durchzusetzen. (das ist natürlich ganz legal)
Ich wollte dem Herrn auch nochmal ganz herzlich danken, daß jetzt wohl die Linkspartei eine Volkspartei im Osten werden wird. Vielen vielen vielen Dank. Leider waren sie nämlich die einzige politische Kraft, die immer ihre Machenschaften offen kritisiert hat.
Nehmen Sie es bitte persönlich!
Wenn ich an die Bankenkrise denke, fällt mir manchmal ein Roman von Sergej Lukanjenkow ein. In diesem geht es um sogenannte Funktionale, die übermenschliche Kräfte bekommen, aber an ihre Funktion gebunden sind. Sie nutzen diese Kräft zu ihrem eigenen Vorteil. Ein Funktional bricht aus und sucht den (oder die) Auftraggeber. Aber das System wird nicht im Einzelnen überwacht oder gesteuert, es wird durch die zahlreichen Funktionale erhalten, die nichts anderes als ihren Job machen.
Nun, das System ist zusammengebrochen. Wer ist schuld? Die 'gierigen' Banker? Sie haben gut verdient, also einen großen Teil der Verantwortung (denn sonst wäre der Verdienst nicht gerechtfertigt!?). Die Notenbanken (zuviel Geld im System)? Die einzelnen Unternehmen, die produziert und verkauft haben, obwohl die Wertschöpfung die Waren (indirekt) auf Kredit gezahlt hat?
Seien wir doch ehrlich, irgendwie haben sehr viele Leute indirekt davon profitiert, dass unser Wirtschaftssystem an den ewigen Wachstum glaubt.
Wenn jetzt einer kommt und mir erklärt, wie eine Wirtschaft zu steuern wäre, damit alle ihr Auskommen haben und keiner so stark ausgebeutet wird (denn auch die 'gierigen' Banker wurden und werden ausgebeutet und müssen mehr arbeiten, als notwendig wäre, gleiches gilt für die 'bösen' Konzernbosse), so bin ich für Vorschläge offen.
Zentrale Steuerung haben wir versucht, Gewinnstreben ist unsere aktuelle Maxime, was kommt als nächstes?
„Die soziale Verantwortung von Managern ist Profitmaximierung für die Aktionäre.“ Milton Friedman.
... Eines ist klar, so kann es nicht weiter gehen! Totzdem gibt es meiner Meinung nach keine Alternative zur Marktwirtschaft und Demokratie. Diese kann aber viel menschenfreundlicher Gestaltet werden, wenn die Herren Politiker wirklich etwas ändern und jeder Bürger dann auch hinter der Änderung steht.
Was wir brauchen ist eine bessere Gestaltung der Globalisierung und der weltökonomischen Prozesse! Das bezeichnet eine weltweite Öko-soziale Marktwirtschaft. Diese kehrt der gescheiterten Shareholdervalue den Rücken und entdeckt die Stakeholdervalue. Denn es geht um einen besseren weltweiten Ordnungsrahmen, eine nachhaltige Entwicklung, die Überwindung der Armut, den Schutz der Umwelt, und im Endeffekt um Gerechtigkeit.
Unternehmen sind für die Menschen dar und nicht anders rum.
Dagegen werden sich aber alle "Besitzwahrer" wie verrückt wehren, die im Status - Quo gut leben. Dazu gehören auch die ganzen Politiker, die immer schön Absichtserklärungen für das Jahr 2050 unterschreiben, um nicht jetzt etwas ändern zu müssen.
Da wir aber in der Mehrheit sind, ist eine Veränderung möglich.
Falls jemand sich mit dem Thema auseinander setzen will empfehle ich "The Ecology of Commerce - A Declaration of Sustainability".
Was auch sehr interessant ist: Hochgradig psychopathische Konzerne beherrschen die Welt -> Der Film "The Corporation". Außerdem, gestern kam "Let's make money" in die Kinos. Alles Filme die Aufklären, was in dieser Welt wirklich los ist.
„Wenn viele kleine Menschenan, an vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, können sie die Welt verändern!“
-----------------------------------------------------
www.globalmarshallplan.org
balance the world
with an ecosocial market economy
-----------------------------------------------------
"Wenn ich an die Bankenkrise denke, fällt mir manchmal ein Roman von Sergej Lukanjenkow ein."
Danke, ist bestimmt lesenswert.
"Sie nutzen diese Kräft zu ihrem eigenen Vorteil. Ein Funktional bricht aus und sucht den (oder die) Auftraggeber. Aber das System wird nicht im Einzelnen überwacht oder gesteuert, es wird durch die zahlreichen Funktionale erhalten, die nichts anderes als ihren Job machen."
Das ist eine gute (aber verkürzte) Beschreibung eines jeden politischen Systems, eine ähnliche gesellschaftliche Konstruktion enthält übrigens auch das Buch "1984". Die Sache hat nur einen Haken: ein solches System setzt sich weder von allein in Gang, noch bleibt es von allein ewig stabil (der Ausbrecher und der Machtmissbrauch sind schliesslich auch schon Anzeichen von Verfall bei den Funktionalen und unsere Welt ist viel komplexer). Zu diesem Zwecke braucht es konkrete Entscheidungen, die dann im Sinne der Systeminternen gut oder schlecht sein können.
Das soll natürlich niemanden davon abhalten selbst über den Tellerrand zu schauen und moralisch zu handeln, aber die Praxis zeigt, dass man allein damit systeminterne Fehler nicht ausmerzen kann, da es immer auch Menschen ohne diesen Weitblick und/oder Moral gibt.
Ein Computernetzwerk lässt man ja auch nicht für die ganze Welt offen, in der Hoffnung niemand würde das missbrauchen. Es ist viel besser die Menschen gar nicht erst zu versuchen...
passt hier auch
„Die soziale Verantwortung von Managern ist Profitmaximierung für die Aktionäre.“ Milton Friedman.
... Eines ist klar, so kann es nicht weiter gehen! Totzdem gibt es meiner Meinung nach keine Alternative zur Marktwirtschaft und Demokratie. Diese kann aber viel menschenfreundlicher Gestaltet werden, wenn die Herren Politiker wirklich etwas ändern und jeder Bürger dann auch hinter der Änderung steht.
Was wir brauchen ist eine bessere Gestaltung der Globalisierung und der weltökonomischen Prozesse! Das bezeichnet eine weltweite Öko-soziale Marktwirtschaft. Diese kehrt der gescheiterten Shareholdervalue den Rücken und entdeckt die Stakeholdervalue. Denn es geht um einen besseren weltweiten Ordnungsrahmen, eine nachhaltige Entwicklung, die Überwindung der Armut, den Schutz der Umwelt, und im Endeffekt um Gerechtigkeit.
Unternehmen sind für die Menschen dar und nicht anders rum.
Dagegen werden sich aber alle "Besitzwahrer" wie verrückt wehren, die im Status - Quo gut leben. Dazu gehören auch die ganzen Politiker, die immer schön Absichtserklärungen für das Jahr 2050 unterschreiben, um nicht jetzt etwas ändern zu müssen.
Da wir aber in der Mehrheit sind, ist eine Veränderung möglich.
Falls jemand sich mit dem Thema auseinander setzen will empfehle ich "The Ecology of Commerce - A Declaration of Sustainability".
Was auch sehr interessant ist: Hochgradig psychopathische Konzerne beherrschen die Welt -> Der Film "The Corporation". Außerdem, gestern kam "Let's make money" in die Kinos. Alles Filme die Aufklären, was in dieser Welt wirklich los ist.
„Wenn viele kleine Menschenan, an vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, können sie die Welt verändern!“
-----------------------------------------------------
www.globalmarshallplan.org
balance the world
with an ecosocial market economy
-----------------------------------------------------
"Wenn ich an die Bankenkrise denke, fällt mir manchmal ein Roman von Sergej Lukanjenkow ein."
Danke, ist bestimmt lesenswert.
"Sie nutzen diese Kräft zu ihrem eigenen Vorteil. Ein Funktional bricht aus und sucht den (oder die) Auftraggeber. Aber das System wird nicht im Einzelnen überwacht oder gesteuert, es wird durch die zahlreichen Funktionale erhalten, die nichts anderes als ihren Job machen."
Das ist eine gute (aber verkürzte) Beschreibung eines jeden politischen Systems, eine ähnliche gesellschaftliche Konstruktion enthält übrigens auch das Buch "1984". Die Sache hat nur einen Haken: ein solches System setzt sich weder von allein in Gang, noch bleibt es von allein ewig stabil (der Ausbrecher und der Machtmissbrauch sind schliesslich auch schon Anzeichen von Verfall bei den Funktionalen und unsere Welt ist viel komplexer). Zu diesem Zwecke braucht es konkrete Entscheidungen, die dann im Sinne der Systeminternen gut oder schlecht sein können.
Das soll natürlich niemanden davon abhalten selbst über den Tellerrand zu schauen und moralisch zu handeln, aber die Praxis zeigt, dass man allein damit systeminterne Fehler nicht ausmerzen kann, da es immer auch Menschen ohne diesen Weitblick und/oder Moral gibt.
Ein Computernetzwerk lässt man ja auch nicht für die ganze Welt offen, in der Hoffnung niemand würde das missbrauchen. Es ist viel besser die Menschen gar nicht erst zu versuchen...
passt hier auch
Der Herr Banker brauch sich nicht so aufregen "Banker sind nicht kriminell"...
das entscheidet weder ein Banker noch sonstwer außer die Staatsanwaltschaft - kriminell im technischen Sinne gebraucht.
dann möchte ich gar nicht erst mit der sehr schwierigen Diskussion anfangen, ob nicht schon Gesetze "kriminell" sein können...soll vorkommen oder schon vorgekommen sein - die dafür sorgen, dass bestimmte Verhalten nicht pönalisiert werden..
Aber Begriffe werden oft auch untechnisch gebraucht - und so ist das wohl gemeint, wenn davon geredet wird, dass Banker kriminell sind.
(und damit bin ich auch einverstanden ;-))
"ich hoffe, das hoert sich jetzt nicht zu sehr nach kommunistischer Dialektik an"
nö, nur nach dem üblichen vulgärmarxistischen populismus.
aber mit ihren einlassungen haben sie sich ja aich wieder selbst exkulpiert ("schuld ist das grosskapital") ... so schliesst sich der kreis.
Es ist immer schön, sagen zu können, man habe nur seine Arbeit gemacht - seine Pflicht getan! Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Wo bleibt denn da der klare Verstand? Wo Moral und Ethik? Wenn ich als Ingenieur eine Brücke konstruiere, die zusammenbricht und Menschen zu Schaden kommen, dann muss ich unweigerlich ins Gefängnis. Und was geschieht mit den Bänkern - vom Typ "Arbeitssklave"? Ist denen nicht klar wieviele Menschen sie mit ihrem skrupellosen Verhalten in den Ruin treiben...? Gottseidank gibt es noch das Gewissen und - hoffentlich - viele schlaflose Nächte!
Viele Grüsse aus HILDESHEIM!
"Ist denen nicht klar wieviele Menschen sie mit ihrem skrupellosen Verhalten in den Ruin treiben...?"
So einfach ist es nicht, ein einzelner Banker hat weder alle Zahlen vorliegen, noch die Weltwirtschaft im Gesamtblick und wenn er sie hätte, er müsste doch mitspielen, sonst verliert er den Posten an die Konkurrenz. Außerdem unterstelle ich tatsächlich, dass diese Menschen ebenso in ihren Job "reinrutschen" wie die meisten anderen auch. Ohne vorher genau zu wissen, was auf sie zukommt.
"Wenn ich als Ingenieur eine Brücke konstruiere, die zusammenbricht und Menschen zu Schaden kommen, dann muss ich unweigerlich ins Gefängnis."
Wenn ich als Ingenieur eine besonders brutale Splitterbombe baue, dann bekomme ich eine Gehaltserhöhung. Hören wir doch mit diesen berufsspezifischen Eitelkeiten auf, jede Branche findet in einer schlechten Zeit ihre Mitläufer! Wenn es ums eigene Wohl oder gar Überleben geht, sind sich die meisten Menschen nunmal selbst die Nächsten.
Es ist das System was geändert werden muss und damit es nicht so allgemein bleibt, fangen wir am besten mit der Demokratie an, bzw. machen wir erst mal überhaupt eine aus dem heutigen Wahlkasperletheater.
"Ist denen nicht klar wieviele Menschen sie mit ihrem skrupellosen Verhalten in den Ruin treiben...?"
So einfach ist es nicht, ein einzelner Banker hat weder alle Zahlen vorliegen, noch die Weltwirtschaft im Gesamtblick und wenn er sie hätte, er müsste doch mitspielen, sonst verliert er den Posten an die Konkurrenz. Außerdem unterstelle ich tatsächlich, dass diese Menschen ebenso in ihren Job "reinrutschen" wie die meisten anderen auch. Ohne vorher genau zu wissen, was auf sie zukommt.
"Wenn ich als Ingenieur eine Brücke konstruiere, die zusammenbricht und Menschen zu Schaden kommen, dann muss ich unweigerlich ins Gefängnis."
Wenn ich als Ingenieur eine besonders brutale Splitterbombe baue, dann bekomme ich eine Gehaltserhöhung. Hören wir doch mit diesen berufsspezifischen Eitelkeiten auf, jede Branche findet in einer schlechten Zeit ihre Mitläufer! Wenn es ums eigene Wohl oder gar Überleben geht, sind sich die meisten Menschen nunmal selbst die Nächsten.
Es ist das System was geändert werden muss und damit es nicht so allgemein bleibt, fangen wir am besten mit der Demokratie an, bzw. machen wir erst mal überhaupt eine aus dem heutigen Wahlkasperletheater.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren