BayernLB Sparkassen stellen sich gegen CSU
Im Machtpoker um die Ablöse von Bankchef Kemmer hat die bayerische Staatsregierung eine Schlappe einstecken müssen: Die Sparkassen widersetzten sich den Entlassungsplänen
Nach Angaben des bayerischen Städtetagsvorsitzenden Hans Schaidinger (CSU) saßen sich CSU-Kommunalpolitiker als Vertreter der Sparkassen und Landespolitiker der CSU bei dem gestrigen Sondertreffen des Verwaltungsrates tief zerstritten gegenüber. Die dramatische Sitzung wurde nach fast vier Stunden unterbrochen und soll an diesem Mittag fortgesetzt werden. "Diejenigen, die sich durchsetzen wollten, haben sich nicht durchgesetzt", sagte Schaidinger. Die Sparkassen hätten deutlich gemacht, dass sie sich nicht reinreden lassen. Der sichtlich gezeichnete Schaidinger beschrieb die Sitzung als "sehr emotional".
Doch auch im Sparkassen-Lager gibt es Unmut über die BayernLB-Führung. "Die Informationspolitik der Bank war grottenschlecht. So kann man mit den Gesellschaftern nicht umgehen", sagte Harald Strötgen, Vorstandschef der Stadtsparkasse München. Es sei "schockierend, wie schnell sich die bisherigen Verlustprognosen vervielfacht haben". Die Sparkassen fühlten sich vom Vorstand der Bank unzureichend aufgeklärt. Die Stadtsparkasse München ist nach dem Freistaat Bayern zweitgrößter Anteilseigner der BayernLB.
So gerät neben BayernLB-Chef Michael Kemmer auch der erst kürzlich aus der CSU ausgetretene bayerische Sparkassenpräsident Siegfried Naser zunehmend unter Druck. Rücktrittsforderungen kamen sowohl von SPD und Grünen, als auch von der FDP und aus der CSU. So verlangte CSU-Fraktionschef Georg Schmid einen Rückzug Kemmers und Nasers. Beide hätten CSU und FDP am Samstag mit Zahlen bedient, die nicht der Wahrheit und nicht der Realität entsprochen hätten, sagte Schmid im Landtag. "Die Verantwortung hat der Vorstand und sonst niemand. Ich erwarte auch von denen, die da mit am Tisch gesessen sind, dass sie auch ihre Verantwortung wahrnehmen."
Während der hitzigen Diskussionen im Verwaltungsrat protestierten draußen vor den Fenstern rund 1000 wütende BayernLB-Mitarbeiter gegen die Ablösungspläne. Ziel ihres Zorns war vor allem der designierte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der indirekt auf personelle Konsequenzen des Milliarden Debakels im Vorstand gedrängt hatte. "Kemmer saniert - Seehofer torpediert", schrieben sie auf Protest-Transparente. Auch Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU), der als Verwaltungsratsvorsitzender bereits die Konsequenzen gezogen und am Vortag seinen Rückzug angekündigt hatte, wurde bei seinem Eintreffen in der Bank-Zentrale von den empörten Beschäftigten ausgepfiffen und ausgebuht.
Kemmer dagegen konnte sich der Unterstützung seiner Mitarbeiter sicher sein. In der Bank gilt er als Sympathieträger, viele Experten trauen ihm zu, das angeschlagene Institut in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Vor Beginn der Sitzung trat Kemmer vor die Demonsgtranten und bedankte sich für die Unterstützung. "Wir wissen gar nicht, was wir sagen sollen, das ist ein unglaublicher Solidaritätsbeweis", erklärte er sichtlich bewegt unter Applaus und Jubel der Beschäftigten. "Die Bank ist in einer schwierigen Situation, das wissen Sie, aber mit einem Team, das so motiviert und begeisterungsfähig ist, mit diesem Team wird es die Bank schaffen."
- Datum 04.05.2009 - 11:07 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Ob Kemmer, Ob Huber, Ob Naser!
Wenn da Rücktritte fällig würden, dann müssten alle Beteiligten den Hut nehmen. Das beträfe nicht nur die BayernLB sondern auch die WestLB, SachsenLB usw.
Und reparieren kann man den Schaden eh' nicht mehr. Das Geld ist verzockt und somit weg.
Die amerikanischen Bankmanager danken es uns, natürlich schweigend. Denn wir haben ihre Prachtvillen und ihr Luxusleben mitfinanziert. Hochspekulative Geldanlagen bringen die höchsten Provisionen, das ist schon immer so gewesen. Und sie können weltweit die größten Krisen auslösen.
Ich weiß nicht, mir kann doch keiner ernsthaft behaupten, dass die Probleme nicht vorhersehbar waren. Ich kann mich an Artikel von amerikanischen Wirtschaftlern erinnern, die bereits vor 5-8 Jahren vor dieser Krise gewarnt haben. Diese Menschen verdienen sich jetzt dumm und dämlich, weil jeder ihre Ausführungen und Bücher kauft.
Milliarden fressen Milliarden und werden zu Billionen. Und am Ende vom Lied steht ein nackter Kapitalismus, der keine Kleider mehr zum Anziehen hat.
Und wie bekommt man wieder welche? Man geht zur Bank und beantragt ein Darlehen. Der Schuldenkapitalismus beginnt von vorne.
no risk, no fun!
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