Die Lichter gehen an, ein knappes Dutzend Menschen nimmt Aufstellung vor dem Kinovorhang. Der Epilog von Erwin Wagenhofers neuem Film Let‘s Make Money in einer Hamburger Pressevorführung kann beginnen. Vertreter verschiedener globalisierungskritischer Organisationen und ein freier Autor sind zur Diskussion geladen.

Das Mikrofon geht reihum, die ersten Seheindrücke werden formuliert. Der Autor ergreift das Wort. Seine Stimme bebt.

Er spricht über den Schnee im Himalaja, der in manchen Gebieten grau geworden sei vom Dreck chinesischer Fabriken. Er prophezeit den globalen ökologischen Kollaps. Immer weiter steigert sich seine Erregung.

Die Finanzkrise, sagt er, sei das Beste, was uns und unserem "Schweinesystem" passieren konnte. Wir hätten nun die Chance, wieder ganz bei Null anzufangen. Raunen im Publikum, vereinzelter Applaus. Aus der Diskussion ist eine politische Demonstration geworden.

Let‘s Make Money zeigt private Geldvermehrung bei gleichzeitigem Ausverkauf öffentlicher Güter wie Gesundheitssystem, Pensionswesen oder Energieversorgung. Die Welt ist ein Kasino, Spielplatz skrupelloser Finanzdienstleister und Investmentbanker, von Private Equity Fonds und Hedgefonds.