Österreich Fall Kampusch wird neu aufgerollt
Überraschung im Fall des österreichischen Entführungsopfers: Das österreichische Justizministerium will überprüfen, ob ihr Entführer tatsächlich ein Einzeltäter war.
Nach Informationen der Tageszeitung Die Presse könnten die neuen Ermittlungen in dem Fall bereits in der nächsten Woche beginnen. Unter anderem sei zwischen den zuständigen Justiz- und Innenministerien die Bildung einer neuen Sonderkommission vereinbart worden. Ein Freund des Entführers, der bereits 1998 vernommen worden war, soll erneut befragt werden.
In jenem Jahr war Natascha Kampusch von ihrem Kidnapper Wolfgang Priklopil als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt und achteinhalb Jahre in einem Bunker-ähnlichen Keller unter einer Garage gefangen gehalten worden. Im August 2006 war ihr die Flucht gelungen.
Eine parlamentarische Untersuchung hatte in diesem Jahr zahlreiche, schwere Ermittlungsfehler der Polizei konstatiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA soll jetzt unter anderem erneut überprüft werden, ob Priklopil, der sich unmittelbar nach der Flucht von Kampusch das Leben genommen hatte, wirklich ein Einzeltäter war. Im Gegensatz zu den offiziellen polizeilichen Ermittlungen hatte eine damals zwölfjährige Augenzeugin nach dem Kidnapping von zwei Tätern gesprochen.
Außerdem wurde bekannt, dass die Polizei wenige Tage nach dem Kidnapping einer heißen Spur nicht nachgegangen war, die vermutlich zur Festnahme Priklopils geführt hätte. Der Vorsitzende der Kommission, ein pensionierter Verfassungsrichter, hatte in seinem Abschlussbericht zahlreiche Ermittlungsfehler in dem Fall festgestellt.
- Datum 29.10.2008 - 16:44 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Ludwig Adamovich ist nicht "ein pensionierter Verfassungsrichter", er war 1984 bis 2002 Präsident des Verfassungsgerichtshofes.
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