Ein Wahlsieg Barack Obamas am 4. November hätte politische Fernwirkung. Das wäre ein "Linksruck" in den USA, sagen Obama-Helfer in Washington, und das kann nicht folgenlos bleiben. Aus Sicht der europäischen Sozialdemokraten wäre es, wie es Obamas Wahlslogan formuliert, genau der " Change We Need ", der Wandel, der uns helfen kann. Mag sein.

Dass die Veränderung in Europa spürbar wäre, versteht sich jedenfalls von selbst in einem historischen Moment, in dem die Industrienationen nach einer gemeinsamen Strategie zur Bewältigung der globalen Finanzkrise suchen. Eine US-Regierung unter Führung von Obama, die auf Zusammenarbeit setzt, würde die Weltlage grundlegend verändern.

Darüber hinaus wirkt der Kandidat der Demokraten, so sehr er biografisch ein Produkt der amerikanischen Kultur ist und so wenig er Europa aus eigener Anschauung kennt, aufgrund seiner politischen Visionen "europäischer" als alle anderen führenden Figuren der gegenwärtigen US-Politszene, einschließlich Bill Clinton. Sein politisches Profil ist in mancher Hinsicht sogar europäischer als das mancher Politiker auf dem alten Kontinent, die sich nach angelsächsischen Vorbildern modelliert haben.

Dass Obama zu den Europäern passt, bestätigen vor allem seine Gegner, die amerikanische Rechte. Sie führt einen aggressiven Wahlkampf gegen ihn als Kandidaten der "Linken". Innerhalb der Linken ist zwar umstritten, ob man Obama überhaupt so einordnen kann .