US-Wahlkampf Vizekandidaten in der EchokammerSeite 2/2
Der Demokraten-Vize Joe Biden entkomme dagegen der kritischen Aufmerksamkeit der Medien, schreibt die Kolumnistin Kirsten Powers in der New York Post . So habe Biden in der Debatte mit Sarah Palin behauptet, die USA hätten die Hisbollah aus dem Libanon vertrieben – ohne, dass dafür seine außenpolitische Expertise in Zweifel gezogen worden sei, die als Grund für seine Vizenominierung gilt. „Die Medieneliten haben das Vorurteil, dass jeder, der mit einem R hinter seinem Namen als Republikaner gekennzeichnet wird, dumm ist. Wenn diese Leute etwas Dummes sagen, dann müssen sie auch dumm sein“, schreibt Powers. „Vollkommen falsche und empörende Kommentare von einem Demokraten wie Biden werden dagegen ignoriert – denn die Insider aus Presse und Fernsehen haben das Gefühl, dass sie wissen, wer er wirklich ist.“
In dieselbe Kerbe schlägt auch die Bloggerin Michelle Malkin in der aktuellen Ausgabe ihrer national vertriebenen Zeitungskolumne . Sie verzeichnet eine lange Liste von Beispielen dafür, dass der 65-jährige Biden „zunehmend fahrig“ werde. Unter anderem weist sie darauf hin, dass Biden auf einer Spendengala am Sonntag in Anspielung auf John F. Kennedy und die Kubakrise wahltaktisch unbedacht prophezeit hatte, die Präsidentschaft Barack Obamas würde binnen einen halben Jahres durch eine aus dem Ausland forcierte internationale Krise herausgefordert werden. Solche Fehltritte würden ihm jedoch verziehen – anders als Sarah Palin.
Jake Tapper vom Fernsehsender ABC schreibt derweil, dass Journalisten zunehmend der Zugang zu Joe Biden entzogen würde – dahingehend, dass Biden im Umgang mit der Presse nun mit der anfangs so abgeschotteten Sarah Palin die Rollen vertauscht habe. „Es fällt nicht schwer, sich auszumalen, wieso dies passierte“, schreibt Tapper . „Bidens Neigung, zu sagen was er denkt, hat John McCain und die Republikaner mit viel Futter versorgt.“
- Datum 22.01.2009 - 15:30 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Natuerlich erzaehlen Wahlkaempfer beider Seiten Bloedsinn, jedoch erkennt man in den Aesserungen des Herrn Biden eher Sarkasmus auf Grund von Fachwissen (abgesehen von den Libanon Ausserungen). Dies ist allerhoechstens ein Faupax wahltaktischer Art, waehrend Frau Palin durch die echte Dummheit einens "gut aussehenden Papageien", der brav seine Satze daher plappert, auffaellt.
Meiner Meinung nach ist nicht die Berichterstattung ungerecht, sondern Frau Palin eine wirkliche Katastrophe, was selbst die intellektuellen Kreise der Republikaner zugeben.
Nun moechte ich noch gerne erwaehnen, dass das Bild des "huebschen Papageien" von John Cleese stammt.
Der Unterschied zwischen Biden und Palin ist, dass man bei Biden zumindest den Eindruck hat, dass er sich von Fall zu Fall Kompetenz aneignen könnte. Dass der auch nicht das Gelbe vom Ei is its schon klar. Zumindest kann er nicht vorhandenes Detailwissen überspielen. Palin gluckst herum, und plötzlich befindet sie sich in ihrer eigenen Logik gefangen und steht rhetorisch mitten im Krieg mit Russland wg. Georgien.
Biden hat Kompetenz-Kompetenz, Palin nicht. Darum liess es das Parteimanagement auch bei vier Interviews von Palin bewenden, und Pressekonferenzen hat es mit ihr bislang noch keine gegeben.
Palin kann artig Reden einstudieren die sie dann dem Zielpublikum entsprechend gut und zudem mit einem niedlichen Akzent rüberbringt (anschauen tue ich mir das ja auch recht gerne). Essentiell erfüllt sie derzeit die Aufgabe einer halbwegs talentierten Schauspielerin. Damit hat sich das. Substanz ist schlicht und einfach keine erkennbar.
Grandioses Detailwissen mit ebenso detailierten Ausblicken in die Zukunft wie man das vom deutschen Wahlkampf so kennt ist in Amerika nicht wirklich. Glaubwürdige Rhetorik ist gefragt. Wer mir hier im Detail die Besteuerungsvorstellungen der Präsidenschaftskandidaten darlegen kann, darf das tun. Rhetorik ist, McCain will mehr Steuererleichterungen für Einkommen über 250.000, Obama für die darunter. Die Vorstellungen beider zum Thema Krankenversicherung haben was Geheimwissenschaftliches an sich - zumindest für mich. Wer erklären will: Freiwillige vor! Oder muss ich auch da auf Joffe und Kleine-Broeckenworth, oder wie der heisst, warten?
Darüberhinaus erzählt McCain ständig, dass er weiss wie man einen Krieg gewinnt. Kriegsgefangenschaft scheint dazu prädestinieren. Beide wollen Osama Bin Laden fangen - ich bezweifele, dass der überhaupt noch am Leben ist.
Obama erscheint mir der intelligentere zu sein und hat schon mal gegen den Irak Krieg gestimmt, also bin ich eher für den, als den Opa mit der intellektuell eher limitiert ausgestatteten Vizekandidatin.
Wenn's schlecht läuft, werden die Medien verantwortlich gemacht. Das ist nichts Neues und kommt auch in Deutschland vor - man erinnere sich an Kurt Beck.
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