Mehr als zwölf Stunden nach dem verheerenden Busunglück auf der Autobahn 2 bei Hannover sind am Mittwoch die 20 Leichen aus dem Fahrzeug geborgen worden. Spezialisten versuchten zusammen mit Experten der Medizinischen Hochschule Hannover, die Toten zu identifizieren, sagte Hannovers Polizeipräsident Uwe Binias am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Hannover.

Die 13 Überlebenden des schweren Unglücks stammten aus dem Großraum Hannover. Es sei davon auszugehen, dass dies auch für die 20 Opfer zutreffe. Die Identifizierung der 20 Opfer des verheerenden Busunglücks auf der Autobahn 2 bei Hannover gestaltet sich offenbar schwierig. Zu der Kaffeefahrt nach Haltern in Nordrhein-Westfalen hatten sich mehr Menschen angemeldet als letztlich mitfuhren, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums. "Deswegen muss nun geschaut werden, wer tatsächlich im Bus saß."

Die Staatsanwaltschaft hat indes ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung in 20 Fällen eingeleitet. Die Leichen sollten obduziert werden.

Es handelt sich um das verheerendste Busunglück in Deutschland seit mehr als 15 Jahren: Am Dienstagabend geriet ein Reisebus in Brand - 20 Menschen kamen in den Flammen ums Leben, zwölf Passagiere im Alter zwischen 45 und 80 Jahren sowie der Fahrer konnten sich zum Teil schwer verletzt retten. Viele der meist älteren Fahrgäste waren offenbar gehbehindert, sie konnten nicht mehr rechtzeitig aus dem brennenden Fahrzeug heraus.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) äußerte sich noch am Dienstagabend tief erschüttert über das Busunglück. "Es muss jetzt sehr sorgfältig untersucht werden, wie es zu diesem Unglück kommen konnte." Auch müsse geprüft werden, ob Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden, und ob diese verschärft werden müssen.