Der Markt kennt keine Wahlsieger. Er kennt Zertifikate, die gut "performen" und welche die schlecht laufen. In Zeiten der Finanzkrise "performen" praktisch alle schlecht. Die Deutsche Bank hat vergangenen Herbst unter anderen zwei Basket-Zertifikate emittiert – ein Republikaner- und ein Demokraten-Zertifikat. In beiden wurden jeweils Aktien von Firmen gebündelt, die entweder dem Lager John McCains oder jenem von  Barack Obama zugeordnet wurden. Ein Duell Gut gegen Böse – unabhängig davon, wie man politisch zu den beiden Kandidaten steht.

Denn im Republikaner-Zertifikat vereinigen sich Tabakindustrie, Rüstungs- und Ölfirmen und auf der anderen Seite, im Demokraten-Zertifikat, Bildungs-, Solar- und Umwelttechnologie-Unternehmen.

Die simple Annahme dahinter: Unter einem Präsidenten John McCain würde es Rüstungsfirmen wie Lockheed und Halliburton oder Ölgiganten wie Exxon Mobil besser gehen als unter einem Präsidenten Barack Obama. Gewinnt letzterer die Wahl, so die Annahme der Analysten, profitieren eher Firmen mit etwas unvertraut klingenden Namen wie SunPower Corp. oder First Solar Inc.  

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Soweit der Plan. Doch hatte im September 2007 noch kaum jemand die Ausmaße jener Finanzkrise auch nur ansatzweise erahnt, die Monate später die ganze Welt fest im Griff haben sollte. "Wenn der Markt um 30 Prozent in die Knie geht, kann man nicht erwarten, dass die Zertifikate gut performen", sagt Holger Bosse, Analyst der Deutschen Bank.