Archäologie Das Grab der Voodoo-PriesterinSeite 2/2
Der Toten, die für damalige Verhältnisse ein hohes Alter erreichte, wurden allem Anschein nach besondere Kräfte zugeschrieben. Viele frühe Kulturen kennen Schamanen als Botschafter, Heiler und Zauberer. "Sie helfen kranken Menschen und waren Verbindungsstelle zur spirituellen Welt", erklärt Leore Grosman. Neben den Tierüberresten, die sorgfältig im Grab platziert wurden, spreche auch die Tatsache, dass die Alte verkrüppelt war, für ihre Rolle als Schamanin. "Es gibt viele interkulturelle Belege dafür, dass körperlich behinderten Menschen magische und heilende Kräfte zugeschrieben wurden." Verformungen der Knochen der Toten lassen darauf schließen, dass sie von Geburt an eine Gehbehinderung hatte.
Welche Rolle der menschliche Fuß im Grab der Schamanin spielte, darüber rätseln die Forscher indes noch. Sicher ist nur, dass er von einem Erwachsenen stammt, der deutlich größer gewesen ist als die Alte. Auch die tatsächliche Stellung der Priesterin zu Lebzeiten bleibt wohl im Verborgenen. Dennoch: Ihr Grab zeugt von den frühesten spirituellen Ritualen, die Menschen praktiziert haben. Solche Zeremonien sind die Grundlage für das Zusammenleben in Gemeinschaften, die gleiche Vorstellungen teilen. Grosman ist überzeugt, dass ihr Fund die Debatte, wie Menschen vor 12.000 Jahren lebten, neu entfachen wird. Und dies ganz ohne Voodoo-Zauber.
- Datum 13.02.2009 - 16:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die Marder (Mustelidae) sind eine Familie hundeartiger Raubtiere (Carnivora). Während zur Familie der Marder unter anderem auch Otter, Dachse, Iltisse und Wiesel gehören, sind in der Umgangssprache mit „den Mardern“ meistens die Echten Marder (Martes) – unter anderem mit Stein- und Baummarder – gemeint. Die Skunks oder Stinktiere, die früher ebenfalls zu den Mardern gerechnet wurden, werden heute meist als eigene Familie betrachtet.
-> Wikipedia
Es wäre schön gewesen, wenn der Autor sich wenigstens den Hauch einer Mühe gemacht hätte, das höchst aktuelle Phänomen Voodoo in Ansätzen zu bearbeiten. Dann wäre die äußerst ärgerliche Gleichsetzung von Schamanismus mit dieser sehr spezifischen und problematischen synkretistischen Religion, die auf dem Katholozismus aufbaut, unterblieben und die ganze Angelegenheit weniger peinlich für ein rennomiertes Wochenblatt.
http://nichtidentisches.w...
Der Artikel ist zwar nett, sollte aber stets seine Distanz auch in der Wortwahl wahren - denn schon mit dem zweiten Satz hatte er alle Sympathien bei aufmerksamen Zeitgenossen verspielt, Zitat: "Und konnte sie mit Geistern und anderen Wesen Kontakt aufnehmen? " HA! Natürlich nicht, KEIN Wissenschaftler stellt diese Frage, sondern nur, ob Ihr diese Fähigkeit von unseren (noch) abergläubigeren Vorfahren zugeschrieben wurde. Vermutlich hatten der Autor das nicht so gemeint - aber dann sollte er es auch nicht so schreiben... ;-)
Obwohl ich den Artikel ansonsten für ganz gut gemacht halte (übersichtlich und informativ), ist es mir völlig unverständlich, was der Unsinn mit dem "Voodoo"-Kult soll. Für die Wissenschafts(!)seite einer Zeitung vom Format der "Zeit" ist so eine unzulässige wie effekthascherische Gleichsetzung völlig indiskutabel. Das erwartet man von der "Bild", aber nicht hier. Von den Ausgräbern stammt diese Formulierung jedenfalls nicht.
Im übrigen halte ich auch die (unkommentierte!) Äußerung des DAI-Vertreters für kritikwürdig - so sie denn korrekt wiedergegeben wurde.
Alleine durch einen einzelnen Fund eines (mutmaßlichen) Schamanengrabes davon auszugehen, daß es einen Bruch in der Tradition der bisher angenommenen gesellschaftlichen Gleichstellung gegeben hat, ist ja an sich schon fragwürdig - es könnte sich ja theoretisch auch um eine Ausnahme gehandelt haben. Aber vielmehr stört mich die offensichtliche Annahme, daß nur weil die sonstige Befundsituation keinen Hinweis auf gesellschaftliche Differenzierung geliefert haben soll, es auch keine besonders respektierten Einzelpersonen gegeben haben kann, mit entsprechender Sonderbehandlung. Wie kann man als Wissenschaftler so einseitig denken? (Schon gut, ich weiß das geht ...)
Ein Blick hinüber zu den Kollegen von der Völkerkunde zeigt sehr deutlich, daß bisher jedes bekannte Volk, wie primitiv seine materielle Kultur auch gewesen sein mag, immer besondere Menschen, Spezialisten, hatte, die den für die Gemeinschaft unbedingt notwendigen Kontakt zu den Ahnen und anderen höheren Mächten herstellen konnten. Das hat sich in Europa erst mit dem Mittelalter geändert.
Auch ich wundere mich gebührlich über das Schlagwort des "Voodoo". Dieser hat als afroamerikanische Religion denkbar wenig mit religiösen Vorstellungen zu tun, die vor 12.000 Jahren die Menschen zur Beerdigung der nun ausgegrabenen Frau bewegt haben mögen.
Doch Vorstellungen von Geistern und der Möglichkeit ihrer Beherrschbarkeit durch bestimmte Individuen der Gemeinschaft zu unterstellen, ist bestens durch ethnographisches Wissen abgesichert.
Wobei Schamanisieren keineswegs das Merkmal eines "archaischen" Weltbildes ist (was immer das sein mag). Man bedenke nur den regen Zulauf, den Schamanen in einigen der heute unabhängigen Republiken des hohen Nordens der ehemaligen UDSSR verzeichnen.
Für alle die mehr über Schamanen und ihr Weltbild erfahren möchten empfehle ich hier die Ausstellung des Lindenmuseums in Stuttgart "Magier, Mittler, Heiler. Schamanen Sibiriens." (ab 13.12.08).
http://www.lindenmuseum.de
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