Filmmusik Spiel mir das Lied vom Wolf

Der coole Westernheld und der schwelgerische Landschaftsmaler: Zwei ganz unterschiedliche Filmkomponisten feiern Geburtstag. Ennio Morricone wird 80, John Barry 75. Eine Würdigung

Zwei der größten Filmmusik-Komponisten des 20. Jahrhunderts: Ennio Morricone (links) und John Barry

Zwei der größten Filmmusik-Komponisten des 20. Jahrhunderts: Ennio Morricone (links) und John Barry

Drei wartende Männer auf dem Bahnsteig. Eine Dampflok. Ein quietschendes Windrad unter weitem Himmel. Und der Mann mit der Mundharmonika: So prägend wurde die Musik Ennio Morricones für Once Upon A Time In The West, dass der Italo-Western den klangvollen deutschen Titel "Spiel mir das Lied vom Tod" bekam. Wortlose Chor-Vokalisen, Pfeifen, Maultrommel, Klatschen – Morricones Musik entsteht oft nah am Menschen. Mehr als das große Orchester liegen ihm Instrumentalsoli, minimalistische Passagen, handgemachte Töne.

Schnitt. Wilde Verfolgungsjagden in Autos mit Nebelscheinwerfern. Exotische Landschaften. Leicht bekleidete hübsche Mädchen. Und das volle Orchester. Seit 1962 schreibt John Barry die Musik zu James Bond.

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1963 vertonte er den Kriegsfilm Zulu: Sprechchöre schwarzer Krieger, die beängstigend auf ihre Schilde schlagen. Die eingeschüchterten Briten, ein Regiment aus dem männerchorverliebten Wales, schmettern ein Volkslied zurück. Noch deutlicher ist es in den akustischen Landschaftsmalereien der achtziger und neunziger Jahre, in Der mit dem Wolf tanzt oder Jenseits von Afrika: Barry schwelgt gern.

Am 10. November wird Ennio Morricone 80 Jahre alt. Schon mit sechs komponierte er seine ersten Stücke, als er zwölf war, schrieben ihn seine Eltern am Konservatorium ein. Er hängte ein Studium der Trompete und Kompositionslehre an und schloss 1954 mit 9,5 von 10 möglichen Punkten ab.

Morricone spielte in den Nachtclubs von Rom und arrangierte Stücke für die Plattenfirma RCA, unter anderem für Mario Lanza. Er kam zum Fernsehsender RAI und schrieb 1961 seinen ersten Filmsoundtrack zu Il Federale von Luciano Salce. Die Musik zu Sergio Leones Für eine Handvoll Dollar (1964) brachte den Durchbruch, er komponierte für Regisseure wie Polanski, Carpenter, de Palma.

Morricone, der gelegentlich auch unter den Pseudonymen Dan Savio und Leo Nichols arbeitete, schrieb mehr als 400 Filmmusiken (davon rund 30 im Western-Genre). Für Mission und Die Legende vom Ozeanpianisten bekam er Golden Globes, für Die Unbestechlichen einen Grammy. Er war fünfmal für den Acadamy-Award nominiert – bekam ihn aber erst 2007, als Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Leser-Kommentare
  1. Zitat: Offiziell schrieb Monty Norman den Soundtrack; alle weiteren Bond-Filme bis 1987 aber vertonte Barry.

    Ja, 1973 unter dem Pseudonym George Martin, 1977 als Marvin Hamlisch und 1981 unter dem Künstlernamen Bill Conti ...

    Also, ein bisschen Recherche tut doch wirklich nicht weh!

  2. Liebe Leute,

    ich hab euch doch drauf hingewiesen, dass euer Autor falsch gelegen hat. Faktisch falsch. Warum korrigiert ihr den Artikel nicht? Zu viel Arbeit?

    Inhaltlich könnten wir uns natürlich auch über so einiges unterhalten: Der Autor meint, John Barry hätte jazzige (dem JB-Theme)-ähnliche Soundtracks geschrieben. Ich kann eigentlich (in der Hinsicht) keine entdecken. Bis auf OHMSS sind alle Soundtracks sehr orchestral und gediegen. Wo ist da Jazz, wo kämpft man auf Dächern von Zügen?

    Unverständlicher Text, falsche Fakten - großartig für DAS Wochenblatt Deutschlands. Aber online darf ja anscheinend jeder spielen, so lange man die Print-Opas ab und an mal abfilmt, wenn sie ihre Meinung äußern.

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