Mediengesellschaft Die BBC und die Gosse
Eine Fernseh-Show des britischen Senders sorgt mit ordinärem und grobem Humor für einen Skandal. Kritiker sehen darin einen Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung

© Dan Kitwood/Getty Images
Unter Kritik: BBC-Star Jonathan Ross
Die Suspendierung des höchstbezahlten Stars der BBC riss am vergangenen Wochenende eine empfindliche Lücke in ihr Angebot: "Friday Night with Jonathan Ross", ein Programm, das rund 5 Millionen Zuschauer anzieht, wurde abgesetzt. Die Radioshow von Ross am Samstagmorgen, die 3,5 Millionen Leute einschalten, moderierte ein Ersatzmann.
Jonathan Ross, 47 Jahre alt, Typ Schnodderschnauze, respektlos, witzig, durchaus charmant, seine Sprache gespickt mit Anzüglichkeiten, erhielt bis Januar Auftrittsverbot. Was für ihn, der pro Jahr sechs Millionen Pfund Gage erhält, 1,5 Millionen Pfund Verdienstausfall kostet. Ein anderer Star, auch er Typ "Motormouth", Russel Brand, 33 Jahre alt, Ex-Junkie, jetzt nur süchtig nach Sex und sich seiner zahllosen Eroberungen rühmend, zog sich freiwillig zurück und hofft auf bessere Zeiten in Hollywood. Beide TV-Celebrities sind Opfer einer Welle Entrüstung geworden, die durchs Land rast und die zugleich die BBC erschüttert.
Die Empörung richtet sich gegen Verrohung und Vulgarisierung, die immer stärker um sich gegriffen haben. Umso schlimmer, dass die öffentlich-rechtliche BBC, einst Garant von Qualität und Respektabilität, diesem Trend Vorschub leistet. "Wir sind wahnsinnig vor Zorn, uns steht's bis oben", schrieb Richard Littlejohn, Kolumnist der Daily Mail , das seit einiger Zeit schon eine Kampagne gegen Porno-TV und die Verhunzung des öffentlichen Lebens führt.
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und nun einen regelrechten Kulturkampf auslöst, war eine Sendung auf BBC Radio 2 am vergangenen Samstagabend vor 14 Tagen. Russel Brand hatte Jonathan Ross als Gast ins Studio geladen, woraufhin sich die beiden einen ihrer "Scherze" erlaubten. Sie riefen den 78-jährigen Schauspieler Andrew Sachs an, bekannt durch seine Rolle als Kellner in der populären TV Komödie Fawlty Towers aus den Achtzigern.
Ross und Brand, mächtig aufgedreht, offenkundig bester Laune, überboten sich gegenseitig mit Einfällen, über die sie sich köstlich amüsierten. Auf dem Anrufbeantworter von Sachs hinterließen sie mehrere Nachrichten. In einer teilte Brand mit, dass er mit der 23-jährigen Enkelin von Sachs geschlafen habe; es folgte eine Serie von Anzüglichkeiten, über die Menstruation der Enkelin, die als Mitglied einer Erotikgruppe namens "Satanic Sluts" Ruhm anstrebt, und über die vermutliche Reaktion von Sachs, nämlich Selbstmordgedanken, wobei sie in hoher Fistelstimme "I will kill myself" ausriefen.
Dann ließen die beiden sich aus über einen sexuellen Akt, den sie an Sachs ausüben wollten, als einen Akt der Sühne, und kündigten an, sie würden notfalls seine Haustür einschlagen und die Entschuldigung "in seinen Hintern schreien".
Pubertär, idiotisch und vulgär, lautet das einhellige Urteil. Das Intelligenzmagazin Spectator weist jedoch völlig zu Recht daraufhin, dass jeder Normalsterbliche für solche Anrufe mit Verhaftung, wenn nicht Gefängnis rechnen müsste. Doch die Vertreter der "kulturellen Elite" des Landes stünden offenkundig über dem Gesetz. Ihnen sei alles erlaubt.
- Datum 03.11.2008 - 19:07 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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N.C.
"Kritiker sehen darin einen Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung."
Wenn dann spiegelt nicht das Fernsehen die Gesellschaft, sondern die Gesellschaft das Fernsehen. Viel wahrscheinlicher ist aber ein wechselseitiger sich verschärfender Prozess, jede Entwicklung zieht dank Gewöhnungseffekt immer weitere Steigerungen nach sich.
Die BBC heisst im britischen Volksmund "the Beeb" oder "Auntie Beeb". Es handelt sich hierbei um einen Spitznamen, der der Legende nach in der Comedyserie "The Goon Show" von Peter Sellers geprägt ("Beeb Beeb Ceeb"), und dann von Kenny Everett auf "Beeb" abgekürzt wurde.
http://en.wikipedia.org/w...
http://homepages.paradise...
Der Spitzname ist keinesfalls "the old beep" und hat auch nichts mit Zensur zu tun.
die auf den "Schock- und Unflatfaktor" setzt und "einem jungen Publikum
hinterherläuft", um es mit rohen und ordinären Programmen gewinnbringend zu verwöhnen ...
Das wollte ich schon immer mal so klar gesagt haben - und nicht nur auf die BBC bezogen!
Die gemeinte "kulturelle Elite", einschließlich des modernen Kunstbetriebs, genießt, wie heute auf dem Markte üblich, absolute, pubertäre Narrenfreiheit, und wir, die wir nicht Beifall klatschen, schlucken eine gesellschaftliche Fehlentwicklung, die sie wahnwitzigerweise 'Freiheit' nennen ...
lohnt sich: Harald Schmidt, Oliver Pocher, Stefan Raab... die Liste ließe sich beliebig verlängern...
meinte in einer der letzten "Schmidt & Pocher" Sendungen beifallheischend folgendes zum Besten geben zu müssen:
"(...) mit dem Namen kann das Kind nur noch Tanz-Schwuchtel werden ..."
Fand ich richtig Klasse ... seine Redaktion meinen Leserbrief wahrscheinlich auch.
meinte in einer der letzten "Schmidt & Pocher" Sendungen beifallheischend folgendes zum Besten geben zu müssen:
"(...) mit dem Namen kann das Kind nur noch Tanz-Schwuchtel werden ..."
Fand ich richtig Klasse ... seine Redaktion meinen Leserbrief wahrscheinlich auch.
...hat sich schon immer mal Provokateure gegönnt, die die Grenzen des guten Geschmacks innerhalb der Zeit, in der sie provozierten, gesprengt haben. Das fing bereits mit dem "Flying Circus" an, der ganze Bevölkerungsschichten mit Hohn und Spott bewarf und selbst vor dem eigenen Sender nicht halt machte (und trotzdem weiter gesendet wurde).
In den 90er Jahren leistete Radio 1 sich Chris Evans, der wochentags eine hochgradig amüsante und gleichzeitig umstrittene Morgenshow moderierte. Evans war ein enfant terrible, aber leider begnadet und in puncto Geschmacklosigkeit allen anderen seiner Zeit weit voraus (u.a. gewöhnte er sich an, den damaligen BBC-Controller Matthew Bannister "The Fat Controller" zu nennen und zwang seine Co-Moderatorin dazu, coram publico zuzugeben, dass sie Sex mit ihm gehabt hatte, und das waren noch die harmloseren Zwischenfälle). Schlussendlich wurde er doch rausgeworfen, allerdings wegen einer ziemlichen Lappalie (er wollte wegen Überarbeitung eine 4-Tage-Woche) im Vergleich dazu, dass es auch schon mal vorkommen konnte, dass man morgens einschaltete und ein Ersatzprogramm zu hören bekam, da Evans wegen irgendwelcher ausschweifenden pub crawls verschlafen hatte. Seine Nachfolger haben die hohen Einschaltquoten, die er dem Sender beschert hat, aber nie toppen können.
"Sachsgate" ist insofern nicht wirklich ein Aufreger. Neu daran ist lediglich, dass das Niveau, auf das ausgerechnet Jonathan Ross, der jahrelang eher zu den Vorzeigemoderatoren bei der BBC gehört hat, noch einmal ein ganzes Stück tiefer gesunken ist.
meinte in einer der letzten "Schmidt & Pocher" Sendungen beifallheischend folgendes zum Besten geben zu müssen:
"(...) mit dem Namen kann das Kind nur noch Tanz-Schwuchtel werden ..."
Fand ich richtig Klasse ... seine Redaktion meinen Leserbrief wahrscheinlich auch.
He endlich kommt diese schmike zum vorschein ist ja wohl auch schon längs überfälllich. Man kann echt den anschein haben das es bei Fernsehen wie andere öffnunge veranstaltungen keiner mehr der Dasteller glaubt etwas geschafft zu haben un den Menschen etwas aufrichtig mit zu geben seit es zum Lachen Träumen oder zum Denken alle sind wohl schon durchtrieben mit der heiligen sich selbst vergessen und alles als böses Spiel wie nur den eigen ego und und den Geld zu huldigen. Ich persönlch hoffe das es mal wieder einer schafft durch ein loch in socken uns zum lachen zu bringen.
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