Europas Hoffnungen in Obama Eine neue transatlantische Zeit?
Was die Europäer mit Barack Obama erwartet – und was sie besser von ihm nicht erwarten sollten
Barack Obama ist der gewählte Präsident der USA – nicht der Europäischen Union. Die großen Zeitungen der Alten Welt, von Le Monde bis zum Economist , vom Spiegel bis El Pais , haben keinen Hehl daraus gemacht: Sie votierten ohne Stimmrecht für den Demokraten. Und Millionen Europäer hielten es in zig Umfragen genauso. Obama war der Triumph auf dieser Seite des Atlantiks längst sicher, ehe er diesen im eigenen Land genießen durfte.
George Bush ist der amtierende Präsident der USA – aber er ist nicht Amerika. Wenn seinem Land heute Misstrauen selbst bei Freunden, Abneigung selbst bei einstigen Amerikabegeisterten, Hass bei vielen anderen Nationen der Welt entgegenschlägt, dann muss Bush die Verantwortung dafür übernehmen. So sind die demokratischen Spielregeln.
Doch zwischen Obama-Euphorie und Bush-Phobie sollten die Europäer erst einmal sorgfältig die Agenda der gemeinsamen Herausforderungen studieren, ehe sie verzückt diesen 4. November als Gezeitenwende feiern. Obama kann in manchen Dingen nicht anders als sein Vorgänger, und er wird in einigen Dingen als Präsident auch gar nicht anders wollen.
Auf der transatlantischen Agenda steht die Weltwirtschaftskrise auf Platz eins. Bereits in elf Tagen werden in Washington mindestens 20 Nationen darüber verhandeln, wie die Finanzkrise gemeistert, die Rezession gedreht und ein globales ökonomisches Desaster vermieden werden kann. Die Europäer mögen sich für einen Augenblick darin gefallen, dass sie den Großbanken dieser Welt längst sinnvolle Sicherheitsregeln vorschreiben wollten (und die Amerikaner nicht mitmachten). Sie mögen bis nach Illinois und Idaho bei vielen Amerikanern Applaus ernten für ihre Forderung nach einer Sozialen Marktwirtschaft mit einem großen S: Ihr Vorsprung im ersten Punkt hilft ihnen jedoch so wenig wie die richtige Überzeugung im zweiten.
Denn wie genau neue, vernünftige Regeln für die Finanzwelt aussehen müssen, wie ein entfesselter Markt gezähmt und gerechter gestaltet werden kann, ist zwischen Amerikanern und Europäern noch längst nicht ausbuchstabiert, und mit dem immer mächtigeren, sehr selbstbewussten Rest der Welt erst recht nicht.
Wird Obama hier, wie alle seine Vorgänger, der übrigen Welt den American Way of Business aufdrängen? Oder springt er über den amerikanischen Schatten und nimmt die multipolare Welt wirklich ernst? Und kann er das überhaupt in einem Augenblick, den er selbst Dienstagnacht als „die größte Herausforderungen in unserem Leben“ beschrieb – „zwei Kriege, der Planet in Gefahr, die schlimmste Finanzkrise seit einem Jahrhundert“? Wird in Obamas Politik die Einsicht in diese Herausforderungen oder die Rücksicht auf die eigenen Wähler das Handeln prägen?
- Datum 31.08.2009 - 16:51 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE, 22.1.2009 - 16:33 Uhr
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God forbid. Nothing could be a worse outcome?
To be civil and respectful to and for each other: That's what's needed. Nothing more, nothing less.
American values are for Americans.
German values for Germans.
What on earth does anybody expect or hope for by stirring the pot? Everytime this was tried, it lead to unintended (one would hope) and unfortunate results.
Whoever doesn't like his abode, he can vote with his feet and arrive somewhere else. [The Obama family is not a good example?]
Do you, Germans, really want to carry your share of the water in Afghanistan?
Do we want to keep Ruesselheim open and losing money when US taxpayers have to pay the bill?
No: To both!
etc etc
was Amerika nicht von Europa erwarten sollte.
Auf keinen Fall werden die Europäer weiter die Zeche zahlen. Amerika ist bankrott - und das ist auch gut so. Die Räubernation hat sich selbst in diese Lage hineinmanövriert. Wenn die USA absaufen, hat und das nicht zu kümmern.
Die Zukunft der Weltwirtschaft liegt eindeutig in Eurasien. In diesem Sinne sollte vor allem Deutschland voranschreiten. Der sicherheitspolitische und ökonomische Schulterschluss mit Rußland ist da unvermeidlich.
Im Moment der größten Krise, als die Welt schon anfing, die USA abzuschreiben, haben die Amerikaner einen Afro-amerikaner ins Weiße Haus gewählt, dadurch Geschichte geschrieben, der Demokratie zu einem weiteren Triumpf verholfen und eine neue Welle der Begeisterung für ihr Land ausgelöst.
Das ist natürlich ein herber Schlag ins Kontor für alle Amerikahasser in Deutschland, die sich unter Bush in ihren Ressentiments bestätigt fühlen und sich lustvoll darin suhlen durften.
Nun, ich glaube natürlich auch nicht, dass sich jetzt der Himmel öffnet, dass es Milch und Honig regnet. Sprüche wie "this is the moment when the oceans began to sink" oder "we are the ones we have been waiting for" habe ich nie allzu wörtlich genommen.
Dennoch freue ich mich riesig über diesen Wahlausgang.
Zunächst wegen der immensen symbolischen Bedeutung, dass in einem Land mit rassistischer Vergangenheit wie Amerika ein Schwarzer gewählt wird. Dies bedeutet übriigens auch, dass die Amerikaner eine neue nationale Identität entwickeln, dass es ncht mehr in erster Linie ein Land der Weissen sein muss (obwohl es natürlich immer noch Ungleichheit gibt).
Außerdem halte ich Obama für extrem lernfähig (wie wohl seine Campagne auch beweist) und für einen Versöhner. So jemanden kann die (westliche) Welt heute gut gebrauchen.
Meine größte Sorge ist neuer Protektionismus in Amerika. Ich sehe kaum, wie sich das vermeiden lassen sollte.
Was den Klimaschutz anbelangt, bin ich zuversichtlich, dass Obama recht bald sich mit verstärkter Energie diesem Thema zuwenden wird.
Was Afghanistan anbelangt, sollte ein guter Ausgang der Sache dort selbstverständlich auch im Interesse der Europäer sein, die sicherlich bereit sein werden, zu tun, was sie tun können. Auch wenn dies vielleicht weniger ist, als die Amerikaner momentan hoffen mögen.
persönlich werde ich Obama und die VSA an seiner/ihrer Einstellung zur Raketenabwehr und zur Militarisierung Europas, fremden Territoriums!, messen. Die Bedeutung für unser Leben hier ist nicht zu unterschätzen. Slupsk, wo die Raketen stehen sollen, ist nur ein paar hundert Kilometer von Berlin. außerdem ist es ein weiterer Eingriff in unsere Prozesse der demokratischen Willensbildung. Die Boshaftigkeit des amerikanischen Militärapparates ist nicht zu unterschätzen: http://www.heise.de/tp/r4...
oder auch:
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am Nächsten
Hätte ich so auch nicht erwartet und bin sehr beeindruckt von der Vitalität der amerikanischen Demokratie.
aj
persönlich werde ich Obama und die VSA an seiner/ihrer Einstellung zur Raketenabwehr und zur Militarisierung Europas, fremden Territoriums!, messen. Die Bedeutung für unser Leben hier ist nicht zu unterschätzen. Slupsk, wo die Raketen stehen sollen, ist nur ein paar hundert Kilometer von Berlin. außerdem ist es ein weiterer Eingriff in unsere Prozesse der demokratischen Willensbildung. Die Boshaftigkeit des amerikanischen Militärapparates ist nicht zu unterschätzen: http://www.heise.de/tp/r4...
oder auch:
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am Nächsten
Hätte ich so auch nicht erwartet und bin sehr beeindruckt von der Vitalität der amerikanischen Demokratie.
aj
persönlich werde ich Obama und die VSA an seiner/ihrer Einstellung zur Raketenabwehr und zur Militarisierung Europas, fremden Territoriums!, messen. Die Bedeutung für unser Leben hier ist nicht zu unterschätzen. Slupsk, wo die Raketen stehen sollen, ist nur ein paar hundert Kilometer von Berlin. außerdem ist es ein weiterer Eingriff in unsere Prozesse der demokratischen Willensbildung. Die Boshaftigkeit des amerikanischen Militärapparates ist nicht zu unterschätzen: http://www.heise.de/tp/r4...
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Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am Nächsten
Hätte ich so auch nicht erwartet und bin sehr beeindruckt von der Vitalität der amerikanischen Demokratie.
aj
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