Europas Hoffnungen in Obama Eine neue transatlantische Zeit?Seite 2/2
Die Europäer hoffen im transatlantischen Verhältnis nun auf einen Bruch mit der Vergangenheit – Obama wird ihnen nicht im Stil, aber in der Sache jede Menge Kontinuität vorsetzen. Im Wahlkampf schlug er protektionistische Töne an. Und wenn sich die Wahlergebnisse zum Kongress bestätigen, wird dort eine demokratische Mehrheit herrschen, die es bei bloßen Tönen nicht belassen will.

Stichwort Sicherheitspolitik : Der Wahlkämpfer Obama ließ keinen Zweifel daran, dass er den Krieg in Afghanistan weiterführen und den Kampf gegen den Terror gewinnen will – nicht anders als sein katastrophal gescheiterter Vorgänger. Seine Verbündeten in Paris oder Berlin freilich haben ihre liebe Not, den Bürgern und Wählern den Sinn dieses Feldzugs plausibel zu machen. Obama kümmert das wenig, er forderte schon als Kandidat von den Europäern mehr Truppen, mehr Einsatz, mehr Siegeswillen.
Klima: In einem Jahr stehen in Kopenhagen die Nachfolgeverhandlungen zum Kyoto-Abkommen an. Die Beschlüsse werden daran gemessen werden, ob den Regierungen der Ernst der Lage wirklich so bewusst ist, wie das Obamas Satz vom „Planet in Gefahr“ beschreibt. Wird der neue Präsident tatsächlich den amerikanischen Alleingang in Sachen Klimaschutz beenden, oder wird er – von Rezession, Inflation und Arbeitslosigkeit gebeutelt – am Ende nicht doch den bisherigen Kurs fortsetzen? Kontinuität oder Bruch, das ist auch hier die Frage.
Iran oder Russland, Palästina oder Pakistan – es fehlt auch künftig nicht an weltpolitischen Sollbruchstellen zwischen Europa und dem neuen Mann im Weißen Haus. Im Wahlkampf ließ Obama offen, was genau mit dem Schandgefängnis in Guantánamo geschehen soll. Das Thema Todesstrafe berührte er erst gar nicht: noch zwei fundamentale Trennlinien im atlantischen Verhältnis.
Das erste Rededuell zwischen Obama und John McCain im Wahlkampf fand in einer Kirche statt – in Europa undenkbar. Es gibt also, über mögliche weltpolitische Verwerfungen hinaus, tiefe weltanschauliche Gräben zwischen diesem und dem anderen Ufer des Atlantiks. Doch es gibt zugleich auch die gewaltigen Aufgaben dieser Zeit, die beide zueinander zwingt.
Da ist eben zunächst die globale Krise, die auch eine Vertrauenskrise der freiesten Wirtschaftsform unserer Zeit ist, und die alle hart trifft, wenn auch nicht im gleichen Maße. Sodann der Klimawandel, der selbst die mächtigste Nation auf sich allein gestellt nicht gewachsen ist.
Und schließlich die kleine, eine Welt, in der selbst im fernsten Winkel die Menschen die erste Rede des Wahlsiegers Barack Obama verfolgen konnten. Alles ruft also nach einem vernünftigen Umgang gerade zwischen Europäern und Amerikanern. Dafür müssten beide Seiten, zusammen mit anderen Nationen, eigentlich nur die Agenda der Herausforderungen sorgfältig studieren – und dann abarbeiten.
Joachim Fritz-Vannahme, langjähriger ZEIT-Redakteur, leitet heute die Europa-Projekte der Bertelsmann Stiftung.
- Datum 31.08.2009 - 16:51 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE, 22.1.2009 - 16:33 Uhr
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God forbid. Nothing could be a worse outcome?
To be civil and respectful to and for each other: That's what's needed. Nothing more, nothing less.
American values are for Americans.
German values for Germans.
What on earth does anybody expect or hope for by stirring the pot? Everytime this was tried, it lead to unintended (one would hope) and unfortunate results.
Whoever doesn't like his abode, he can vote with his feet and arrive somewhere else. [The Obama family is not a good example?]
Do you, Germans, really want to carry your share of the water in Afghanistan?
Do we want to keep Ruesselheim open and losing money when US taxpayers have to pay the bill?
No: To both!
etc etc
was Amerika nicht von Europa erwarten sollte.
Auf keinen Fall werden die Europäer weiter die Zeche zahlen. Amerika ist bankrott - und das ist auch gut so. Die Räubernation hat sich selbst in diese Lage hineinmanövriert. Wenn die USA absaufen, hat und das nicht zu kümmern.
Die Zukunft der Weltwirtschaft liegt eindeutig in Eurasien. In diesem Sinne sollte vor allem Deutschland voranschreiten. Der sicherheitspolitische und ökonomische Schulterschluss mit Rußland ist da unvermeidlich.
Im Moment der größten Krise, als die Welt schon anfing, die USA abzuschreiben, haben die Amerikaner einen Afro-amerikaner ins Weiße Haus gewählt, dadurch Geschichte geschrieben, der Demokratie zu einem weiteren Triumpf verholfen und eine neue Welle der Begeisterung für ihr Land ausgelöst.
Das ist natürlich ein herber Schlag ins Kontor für alle Amerikahasser in Deutschland, die sich unter Bush in ihren Ressentiments bestätigt fühlen und sich lustvoll darin suhlen durften.
Nun, ich glaube natürlich auch nicht, dass sich jetzt der Himmel öffnet, dass es Milch und Honig regnet. Sprüche wie "this is the moment when the oceans began to sink" oder "we are the ones we have been waiting for" habe ich nie allzu wörtlich genommen.
Dennoch freue ich mich riesig über diesen Wahlausgang.
Zunächst wegen der immensen symbolischen Bedeutung, dass in einem Land mit rassistischer Vergangenheit wie Amerika ein Schwarzer gewählt wird. Dies bedeutet übriigens auch, dass die Amerikaner eine neue nationale Identität entwickeln, dass es ncht mehr in erster Linie ein Land der Weissen sein muss (obwohl es natürlich immer noch Ungleichheit gibt).
Außerdem halte ich Obama für extrem lernfähig (wie wohl seine Campagne auch beweist) und für einen Versöhner. So jemanden kann die (westliche) Welt heute gut gebrauchen.
Meine größte Sorge ist neuer Protektionismus in Amerika. Ich sehe kaum, wie sich das vermeiden lassen sollte.
Was den Klimaschutz anbelangt, bin ich zuversichtlich, dass Obama recht bald sich mit verstärkter Energie diesem Thema zuwenden wird.
Was Afghanistan anbelangt, sollte ein guter Ausgang der Sache dort selbstverständlich auch im Interesse der Europäer sein, die sicherlich bereit sein werden, zu tun, was sie tun können. Auch wenn dies vielleicht weniger ist, als die Amerikaner momentan hoffen mögen.
persönlich werde ich Obama und die VSA an seiner/ihrer Einstellung zur Raketenabwehr und zur Militarisierung Europas, fremden Territoriums!, messen. Die Bedeutung für unser Leben hier ist nicht zu unterschätzen. Slupsk, wo die Raketen stehen sollen, ist nur ein paar hundert Kilometer von Berlin. außerdem ist es ein weiterer Eingriff in unsere Prozesse der demokratischen Willensbildung. Die Boshaftigkeit des amerikanischen Militärapparates ist nicht zu unterschätzen: http://www.heise.de/tp/r4...
oder auch:
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am Nächsten
Hätte ich so auch nicht erwartet und bin sehr beeindruckt von der Vitalität der amerikanischen Demokratie.
aj
persönlich werde ich Obama und die VSA an seiner/ihrer Einstellung zur Raketenabwehr und zur Militarisierung Europas, fremden Territoriums!, messen. Die Bedeutung für unser Leben hier ist nicht zu unterschätzen. Slupsk, wo die Raketen stehen sollen, ist nur ein paar hundert Kilometer von Berlin. außerdem ist es ein weiterer Eingriff in unsere Prozesse der demokratischen Willensbildung. Die Boshaftigkeit des amerikanischen Militärapparates ist nicht zu unterschätzen: http://www.heise.de/tp/r4...
oder auch:
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am Nächsten
Hätte ich so auch nicht erwartet und bin sehr beeindruckt von der Vitalität der amerikanischen Demokratie.
aj
persönlich werde ich Obama und die VSA an seiner/ihrer Einstellung zur Raketenabwehr und zur Militarisierung Europas, fremden Territoriums!, messen. Die Bedeutung für unser Leben hier ist nicht zu unterschätzen. Slupsk, wo die Raketen stehen sollen, ist nur ein paar hundert Kilometer von Berlin. außerdem ist es ein weiterer Eingriff in unsere Prozesse der demokratischen Willensbildung. Die Boshaftigkeit des amerikanischen Militärapparates ist nicht zu unterschätzen: http://www.heise.de/tp/r4...
oder auch:
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am Nächsten
Hätte ich so auch nicht erwartet und bin sehr beeindruckt von der Vitalität der amerikanischen Demokratie.
aj
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