Finanzkrise Auch Großbanken wollen Staatshilfen nutzen
Einige Privatbanken sind nun doch bereit, das staatliche Rettungspaket in Anspruch zu nehmen. Darunter wohl auch solche, die sich einst andersweitig geäußert haben

© THOMAS LOHNES/AFP/Getty Images
Bankenviertel in Frankfurt: Am Freitag werden wohl einige private Großbanken Staatsgelder für sich nutzen
Der Financial Times Deutschland sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück: "In den nächsten vier bis fünf Tagen wird es eine ganze Reihe von Instituten geben, die die Hilfe in Anspruch nehmen werden." Darunter eben auch solche, die sich zuvor in ihren öffentlichen Äußerungen anders positioniert hätten. Steinbrück hatte erst kürzlich Kritik an den Privatbanken geübt. Anders als einige Landesbanken hatten die Institute das 500 Milliarden Euro schwere Rettungspaket des Staates ignoriert.
Dazu gehörte vor allem die Deutsche Bank und ihr Chef Josef Ackermann, der gesagt haben soll, er würde sich "schämen", wenn sein Institut Staatsgeld als Hilfe annähme. Nun jedoch betont er im Quartalsbericht der Bank, dass sein Haus unvermindert zum staatlichen Rettungspaket für die Banken stehe. "Wir haben die abgestimmten Maßnahmen von Regierungen und internationalen Organisationen zur Stabilisierung des Finanzsystems von Anfang an begrüßt und werden sie weiter unterstützen". Gleichwohl bekräftigte er aber auch, dass die Deutsche Bank keinen Bedarf an frischem Kapital habe. Zum Thema staatliche Bürgschaften wollte sich das Institut nicht äußern.
In Regierungskreisen wurde nach Angaben der FTD damit gerechnet, dass die Großbanken am kommenden Freitag nach Börsenschluss gemeinsam einen Antrag bei der staatlichen Stabilisierungsanstalt auf Garantien stellen werden. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung wollen die führenden Privatbanken gemeinsam Anträge auf Kreditbürgschaften stellen. Damit wäre die Sorge der Konzerne vom Tisch, dass einer den ersten Schritt allein gehen muss und dafür an der Börse bestraft wird. An den Verhandlungen sind laut SZ alle großen Privatbanken - das wären die Commerzbank, Dresdner Bank, Postbank und die Deutsche Bank - beteiligt. Erster privater Antragsteller war am vergangenen Mittwoch der Münchener DAX-Konzern Hypo Real Estate.
Ein wichtiger Grund für das Hilfeersuchen der Banken ist wohl, dass die deutschen Banken wegen der Auswirkungen der Pleite der US-Bank Lehman Brothers hohe zusätzliche Beträge in den Einlagensicherungsfonds zahlen müssen. Die Bundesregierung bietet neben Bürgschaften auch frisches Kapital sowie den Aufkauf hochriskanter Wertpapiere an. Im Gegenzug will sie Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen.
In Finanzkreisen hieß es, die Aufsichtsbehörden BaFin und Bundesbank übten "sanften Druck" auf Banken aus, sich an dem Rettungspaket zu beteiligen. So werde den betroffenen Häusern deutlich gemacht, dass die Kapitalausstattung womöglich verbesserungswürdig sei.
Mit den Bürgschaften will der Bund dazu beitragen, dass sich die Banken untereinander wieder Geld leihen. Dieses Geschäft war nach der Lehman-Pleite zum Erliegen gekommen. Angesichts der anhaltenden Probleme gibt es laut SZ auch im Lager der Landesbanken Bemühungen, eine koordinierte Inanspruchnahme des
Rettungspakets hinzubekommen. Bisher haben mit der WestLB, der BayernLB und der HSH Nordbank drei Landesbanken angekündigt, die staatlichen Hilfen nutzen zu wollen.
- Datum 04.05.2009 - 10:56 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa Reuters
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und dass nur ein Pfad dichtgemacht wird, verhindert den unmittelbaren Kollaps des Systems, mehr nicht.
Man be(o)achte die Immobilienpreisentwicklung hierzulande !
Gruß aus Frankfurt,
Bernhard
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