Es war mal wieder eine große Runde, die sich am Donnerstag im Kanzleramt zum dritten Integrationsgipfel der Bundesregierung traf. 140 Vertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen – Politik, Wirtschaft, Medien, Sport, Kultur und natürlich von den unterschiedlichen Migrantenverbänden - waren gekommen, um über den Stand der Integrationsbemühungen in Deutschland zu sprechen.

Vor einem Jahr hatte man gemeinsam einen nationalen Integrationsplan aufgestellt. Zu 400 Einzelmaßnahmen hatten sich die Teilnehmer verpflichtet. Nun sollte Bilanz gezogen werden. Doch diese fiel ziemlich vage aus. Alle 400 Selbstverpflichtungen seien nun in der Umsetzungsphase, verkündete Staatsministerin Maria Böhmer (CDU).

Zu den geplanten oder umgesetzten Projekten gehört beispielsweise der Ausbau der Integrationskurse von 600 auf 900 Stunden. Verbesserungen in Sachen Integration verspricht man sich aber auch durch den Ausbau von Kindertagesstätten und Ganztagsschulen. Daneben soll es die Möglichkeit geben, mit Hilfe der Bundesagentur für Arbeit den Hauptschulabschluss nachzuholen. So genannte Ausbildungsboni fördern daneben Betriebe, die Hauptschüler mit schlechten Noten einstellen.

Weil ein Fortschritt der Integrationsbemühungen in der Summe dieser Einzelschritte kaum erkennbar ist, will die Bundesregierung für die Zukunft Indikatoren bestimmen, mit denen Erfolge eindeutiger messbar werden sollen. Auf einige Zielmarken ließ Böhmer sich dann allerdings doch noch festlegen. 2012 sollten alle Kinder im Grundschulalter deutsch können, die Zahl der Schulabbrecher solle bis dahin halbiert werden, versprach sie.

Ein anderer Maßstab wurde von der Bundeskanzlerin benannt. Integration bedeutet Partizipation, so Angela Merkel. Deswegen müsse es ganz normal sein, dass Migranten in allen gesellschaftlichen Bereichen, auch in der Politik, entsprechend ihres Anteils an der Bevölkerung vertreten seien.

Die Vertreter der Migranten zeigten sich von dem Erreichten allerdings nicht ganz so euphorisiert. Der Integrationsplan sei ein Meilenstein in der deutschen Geschichte, sagte zwar auch Mehmet Tanriverdi, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände. Er betonte aber auch: "Wir sind noch weit weg von dem Ziel, das wir uns gesetzt haben". Der Integrationsplan sei "unten noch nicht angekommen".