US-Konservative Die Krise der Republikaner

Amerikas Rechte streitet um die Schuld am Wahldebakel. Ihr größtes Problem: Sie haben die amerikanische Vorstadt verloren

Unter Amerikas Konservativen ist eine Art Bürgerkrieg ausgebrochen. Einer gegen alle, alle gegeneinander. Die Frage lautet: Wer trägt Schuld an der dramatischen Wahlniederlage? In der Debatte um die historische Wahrheit bilden sich drei Fraktionen heraus: die Trotzköpfe, die Traditionalisten und die Reformer.

Angeführt von einigen Rechtsintellektuellen argumentieren die Trotzköpfe, die Niederlage sei eine Mischung aus Pech und Unvermögen. Die Partei sei aber gesund. Man könne die Niederlage mit einem Datum versehen, dem 15. September, jenem Tag, an dem die Investitionsbank Lehman Brothers kollabierte und eine Panik auslöste, schreibt Charles Krauhammer. Zuvor habe McCain vorn gelegen, danach Obama. Dazu kämen ein unpopulärer Präsident und ein paar Fehler im Wahlkampf – schon seien die Ingredienzen einer Niederlage beisammen. Wer Krauthammer folgt, muss nicht reformieren, nur warten.

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Daran glauben aber die Traditionalisten keineswegs. Beheimatet in der Parteirechten, meinen sie, die Partei habe die Werte des Reagan-Konservatismus verraten und müsse sich nur auf die Grundprinzipien eines klassischen Minimalismus zurückbesinnen. Die Reformer rund um das Rechts-Intellektuellen-Blatt National Review glauben, Reagan sei tot und auch nicht wiederzubeleben. Die Republikanische Partei, soeben vom Wähler fundamental abgestraft, dürfe nicht weniger tun, als sich selbst neu zu erfinden. Vom Ausgang dieser Schlacht um die Interpretationshoheit dürfte abhängen, wer die Führung der Partei übernimmt und wie lange der Aufenthalt in der Ödnis der Opposition sein wird.

Freilich sind nicht alle Theorien gleich. Seit Tagen tröpfeln immer neue Daten über Details des Wahlausgangs aus den Computern heraus. Und die mikroskopische Betrachtung des Stimmverhaltens ermöglicht Schlüsse über die Lage der Konservativen, die ihre parteiinterne Debatte informieren sollten.

Barack Obama hat John McCain mit 6,5 Prozentpunkten Abstand geschlagen. Das ist deutlich, aber nicht völlig ungewöhnlich. Bill Clinton schlug den älteren Bush 1992 ähnlich hoch. Jimmy Carter hatte 1976 im Kongress einen noch größeren Vorteil im Kongress als Barack Obama. Aber es ist die Art und Weise, wie und wo John McCain verlor, die Konservative beunruhigen muss. Es lohnt der Blick auf Minderheiten, junge Leute, besser Gebildete und Vorstädter.

Die Minderheiten. Natürlich sind die Schwarzen Obama zugeflogen. Die Republikaner hatten keine Chance. Aber das haben sie seit Jahrzehnten nicht. Dass 95 Prozent Obama wählten, ist eine graduelle Verschiebung, aber keine Überraschung angesichts eines schwarzen Kandidaten.

Wichtiger ist die Mobilisierung und Wählerwanderung der Latinos. Seit Langem gelten sie als der ruhende Riese der amerikanischen Politik. Diesmal ist der Riese erwacht. Die Zahl der Latinos, die zur Wahl gingen, wuchs um ein Viertel. 67 Prozent stimmten für Obama, 31 Prozent für McCain. Der Abstand ist 14 Prozent größer als vor vier Jahren. Mit einiger Sicherheit waren die Latinos einscheidend dafür, dass New Mexico, Colorado, Nevada und Florida den Republikanern verloren gingen. In Colorado konnten die Latinos ihren Anteil an den Wählern von 8 auf 13 Prozent erhöhen. Und 61 Prozent stimmten für Obama. Sogar in Florida gewann Obama 57 Prozent der Stimmen aller Latinos. Seit vielen Jahren ist die Region um Miami Sitz kubanischer Exilanten. Sie wählen verlässlich republikanisch. Doch inzwischen haben sich in Zentral-Florida viele Puerto Ricaner niedergelassen und die Machtbalance verschoben. Vom Latino-Rassimus, der einem Schwarzen die Wahl verwehren könnte, keine Spur. Nach kurzem Flirt mit den Republikanern sind die Latinos zu den Demokraten zurückgekehrt.

Die Ablehnung einer umfassenden Reform des Einwanderungsrechts, wie sie ihr eigenes Parteimitglied George Bush vorschlug, hat den Republikanern schwer geschadet. Wenn es ihnen künftig nicht gelingt, bei den Latinos Boden gutzumachen, werden bei jeder Wahl ein paar Millionen neue Stimmen bei der weißen Mehrheit notwendig sein, um die wachsende demokratische Dominanz bei den Minderheiten auszugleichen. Der Südwesten und Florida würden ansonsten dauerhaft zu den demokratischen Gegenden zählen.

Leser-Kommentare
  1. Die Republikaner sollten in ihren eigenen Reihen nach einer Antwort suchen, z.B. beim republikanischen Präsidenten Abraham Lincoln: "Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht." q.e.d.

  2. Eine sehr aufschlussreiche Analyse! Sie zeigt auch, dass die USA eine zutiefst gespaltene Nation sind. Die demografischen, ökonomischen und kulturellen Trends scheinen auf lange Sicht für die Demokraten zu sprechen. Langfristig könnte dies durchaus zu einer "Wagenburg-Mentalität" der konservativen, republikanischen (weißen) Rechten führen, die sich in einigen Republikanerstaaten von dem Rest der gesellschaftlichen Entwicklung abkoppeln. Auch innerhalb einzelner Staaten (z.B. Kalifornien / Nord vs Süd) dürfte es vermehrt zu Abspaltungstendenzen kommen. Dies wird nicht morgen geschehen, aber vielleicht in 50 Jahren. Die Anfänge dieser Entwicklung erleben wir jedoch in unserer Zeit.

  3. Nun, vielleicht merken die Repiblikaner auch irgendwann, den rein mengenmäßige Rückgang ihrer Hauptwählergruppen haben sie erheblich mitzuverantworten. In den USA ist immer wieder zu beobachten, gehen Städte kaputt, wandert die Bevölkerung eben in andere Städte, mit allen Sorgen und Nöten. Gehen Landstriche kaputt, entvölkern sich diese.

    Zudem dürfte einem Großteil irgendwann auffallen, Werte brauchen auch Fundamente. Ein sinnentleertes herunterbeten von "Werten" wie Glück und Freiheit oder "Nichteinmischung" des Staates sind nur mißbraucht und vorgeschoben, zudem meist in keinerlei Zusammenhang zu ihrer ursprünglichen Idee. Häufig dienten diese doch nur noch dazu, einen Großteil der Weißen und auch einen Teil der Latinos für eine menschenverachtende Politik bei der Stange zu halten, auch zum eigenen Schaden.

    Aber in ihrem jetzigen Zustand braucht man die Republikaner nach meiner Meinung wohl kaum. Sind sie eher immer noch eine Gefahr für eine menschlichere Welt.

    Was Obama bringt, man wird sehen und abwarten müssen. Auch im Interesse der Weißen und vieler Latinos sollte er seine Chance haben.

    Auf jedem Fall kann man sagen, ein krankes menschenverachtendes System frißt sich gerade selber. Zum Schaden aller. Wieviel noch, wei lange noch, wird man sehen. Gottgegeben ist es auf jedem Fall nicht. Von Menschen gemacht, kann es auch von Menschen geändert werden. Für mich die wichtigste Botschaft dieser Wahl.

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    ... auch die Kommentare 1 und 2 sind sehr gut.
    Für Deutschland wäre ein 'Obama' sicherlich auch wünschenswert.

    "Auf jedem Fall kann man sagen, ein krankes menschenverachtendes System frißt sich gerade selber. Zum Schaden aller. Wieviel noch, wei lange noch, wird man sehen. Gottgegeben ist es auf jedem Fall nicht. Von Menschen gemacht, kann es auch von Menschen geändert werden. Für mich die wichtigste Botschaft dieser Wahl."

    In wie weit zeigt die Wahl, dass das System geändert werden kann? Die Demokraten sind doch seit Urzeiten die "andere" Hälfte des Systems. Dass sie mal wieder eine Mehrheit bekommen haben, ändert erst einmal noch gar nichts. Obama vertritt außenpolitisch dieselbe unendlich zynische und menschenverachtende Politik wie Bush. Dass wir uns auch in Zukunft keine Hoffnungen auf Frieden im Palestinakonflikt machen brauchen, hat er uns mit seiner Wahl Rahm Emanuels als Chief of Staff verdeutlicht. Teil des Systems sind auch Artikel in deutschen Zeitungen, in denen die Demokraten als "links" bezeichnet werden. Es ist in den USA die gleiche Tendenz zu beobachten wie in Deutschland, wo die SPD weit nach rechts gerückt ist und nun eine Politik, die ehedem als mitte-links hätte bezeichnet werden können, wie z.B. das Eintreten für einen Rückzug aus Afghanistan oder die Opposition zum unsäglichen Harz 4 System in die Nähe des DDR Kommunismus gestellt wird.

    Ein Beweis für die Änderbarkeit des Systems wäre eine Wahl McKinneys oder Naders gewesen. Wir alle wissen, wie möglich das ist.

    v.

    PS: Ich lese gerade Grapes of Wrath von John Steinbeck. Das fünfte Kapitel enthält die beste Beschreibung des "Systems", die ich seit langem lesen durfte.

    ... auch die Kommentare 1 und 2 sind sehr gut.
    Für Deutschland wäre ein 'Obama' sicherlich auch wünschenswert.

    "Auf jedem Fall kann man sagen, ein krankes menschenverachtendes System frißt sich gerade selber. Zum Schaden aller. Wieviel noch, wei lange noch, wird man sehen. Gottgegeben ist es auf jedem Fall nicht. Von Menschen gemacht, kann es auch von Menschen geändert werden. Für mich die wichtigste Botschaft dieser Wahl."

    In wie weit zeigt die Wahl, dass das System geändert werden kann? Die Demokraten sind doch seit Urzeiten die "andere" Hälfte des Systems. Dass sie mal wieder eine Mehrheit bekommen haben, ändert erst einmal noch gar nichts. Obama vertritt außenpolitisch dieselbe unendlich zynische und menschenverachtende Politik wie Bush. Dass wir uns auch in Zukunft keine Hoffnungen auf Frieden im Palestinakonflikt machen brauchen, hat er uns mit seiner Wahl Rahm Emanuels als Chief of Staff verdeutlicht. Teil des Systems sind auch Artikel in deutschen Zeitungen, in denen die Demokraten als "links" bezeichnet werden. Es ist in den USA die gleiche Tendenz zu beobachten wie in Deutschland, wo die SPD weit nach rechts gerückt ist und nun eine Politik, die ehedem als mitte-links hätte bezeichnet werden können, wie z.B. das Eintreten für einen Rückzug aus Afghanistan oder die Opposition zum unsäglichen Harz 4 System in die Nähe des DDR Kommunismus gestellt wird.

    Ein Beweis für die Änderbarkeit des Systems wäre eine Wahl McKinneys oder Naders gewesen. Wir alle wissen, wie möglich das ist.

    v.

    PS: Ich lese gerade Grapes of Wrath von John Steinbeck. Das fünfte Kapitel enthält die beste Beschreibung des "Systems", die ich seit langem lesen durfte.

  4. ... auch die Kommentare 1 und 2 sind sehr gut.
    Für Deutschland wäre ein 'Obama' sicherlich auch wünschenswert.

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    Sie fragen nach Obama.

    Obama ist nichts ohne seine vielen Unterstützer. Also an alle:

    Arsch vom Sessel. Fernseher in den Müll. Und rein in die Demo, in die Politik.

    Und nur dann haben wir in Deutschland die Chance zu einem Aufbruch. Die derzeitige Polit-Eilte um Merkel, Seehofer, Koch, Steinbrück, Steinmeier, Müntefering ist reif für die geschichtliche Mülltonne. Hart aber bitter! Fangen Sie an, wer soll es sonst hinbringen?

    Gruß
    Bernhard

    Sie fragen nach Obama.

    Obama ist nichts ohne seine vielen Unterstützer. Also an alle:

    Arsch vom Sessel. Fernseher in den Müll. Und rein in die Demo, in die Politik.

    Und nur dann haben wir in Deutschland die Chance zu einem Aufbruch. Die derzeitige Polit-Eilte um Merkel, Seehofer, Koch, Steinbrück, Steinmeier, Müntefering ist reif für die geschichtliche Mülltonne. Hart aber bitter! Fangen Sie an, wer soll es sonst hinbringen?

    Gruß
    Bernhard

  5. "Auf jedem Fall kann man sagen, ein krankes menschenverachtendes System frißt sich gerade selber. Zum Schaden aller. Wieviel noch, wei lange noch, wird man sehen. Gottgegeben ist es auf jedem Fall nicht. Von Menschen gemacht, kann es auch von Menschen geändert werden. Für mich die wichtigste Botschaft dieser Wahl."

    In wie weit zeigt die Wahl, dass das System geändert werden kann? Die Demokraten sind doch seit Urzeiten die "andere" Hälfte des Systems. Dass sie mal wieder eine Mehrheit bekommen haben, ändert erst einmal noch gar nichts. Obama vertritt außenpolitisch dieselbe unendlich zynische und menschenverachtende Politik wie Bush. Dass wir uns auch in Zukunft keine Hoffnungen auf Frieden im Palestinakonflikt machen brauchen, hat er uns mit seiner Wahl Rahm Emanuels als Chief of Staff verdeutlicht. Teil des Systems sind auch Artikel in deutschen Zeitungen, in denen die Demokraten als "links" bezeichnet werden. Es ist in den USA die gleiche Tendenz zu beobachten wie in Deutschland, wo die SPD weit nach rechts gerückt ist und nun eine Politik, die ehedem als mitte-links hätte bezeichnet werden können, wie z.B. das Eintreten für einen Rückzug aus Afghanistan oder die Opposition zum unsäglichen Harz 4 System in die Nähe des DDR Kommunismus gestellt wird.

    Ein Beweis für die Änderbarkeit des Systems wäre eine Wahl McKinneys oder Naders gewesen. Wir alle wissen, wie möglich das ist.

    v.

    PS: Ich lese gerade Grapes of Wrath von John Steinbeck. Das fünfte Kapitel enthält die beste Beschreibung des "Systems", die ich seit langem lesen durfte.

    • Anonym
    • 11.11.2008 um 15:28 Uhr

    Immer diese Pauschalisierungen.
    Stimmt einfach nicht.
    Ich bin Amerikaner und ich kann Ihnen versichern es gibt nur zwei Gründe warum Obama gewann. Der erste heißt Bush und der zweite heißt Bush.
    Im popular vote hätte Obama überdies "nur" 52% der Stimmen bekommen, sein großes Glück ist eben das ehm eigenwillige Wahlsystem mit den Wahlleuten wo es erheblichste Verzerrungen geben kann (es gab sogar einige Präsidenten die im Amt waren obwohl die Stimmen im popular vote dafür nicht gereicht hätten, und zwar deutlich).
    Auch ist die etwas romantisierende Annahme die Schwarzen seien Liberale eine sehr irrige. Die Schwarzen in den USA gehören zu den konservativsten Bevölkerungsgruppen, sind zudem sehr religiös (so hat bei der general election auch eine Abstimmung über das proposal 8 stattgefunden wo es um einen Bann auf gleichgeschlechtliche Ehen in California ging - es wurde mit 52% angenommen; allerdings haben Schwarze in Umfragen an den Wahllokalen angegeben zu 70% für den Bann gestimmt zu haben, die vermeintlich "reaktionären" grimmigen Weißen und die lebensfrohen multikulturellen Schwarzen sind eine Chimäre und ein in jeder Hinsicht beleidigendes Vorurteil der meisten Europäer. Zumal sich Schwarze selbst als uramerikanisch begreifen, gehörten sie doch zu den ersten ehm "Neu-Amerikanern" überhaupt, die meisten anderen Minderheiten inklusive der bis zur unkenntlichkeit assimilierten Deutsch-Amerikaner kamen erst sehr viel später ins Land.

    In den USA hat nicht der Liberalismus gesiegt und der Konservativismus verloren, es ist eine extrem starke Personenwahl dies kam Obama eben zugute (weil er sympathisch rüberkommt und alle die Nase von Bush voll hatten, Bush=McCain and more of the same). Dies war aber weder eine landslide Wahl, bei FDR gingen (fast) alle Staaten an die Demokraten und bei Reagan gingen (fast) alle Staaten an die Republikaner, noch eine politische Zäsur in den USA. Die innere Spaltung dieser Nation wird sich dadurch eher noch verstärken.
    Die einzige Hoffnung die man, ich denke auch mit Berechtigung, haben kann ist dass Obama eine Evolution anstößt und auf lange Sicht die jetzige Generation die mit einem smarten (und nebenbei auch schwarzen) Präsident aufwächst und nicht mehr mit grimmigen Kriegstreibern. Und dass sich mit dieser neuen Generation auch das Land wieder wandelt. Auf eine "Revolution" im Sinne einer neuen Agenda von Heute auf Morgen brauch aber keiner zu hoffen, dies wäre auch zuviel verlangt von einem einzelnen Mensch - und nichts anderes ist Obama.

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    Auch wenn ich kein Amerikaner bin, und mir damit ein Urteil nur aus der Ferne erlauben darf, machen sie es sich mit ihrem Urteil auch ein wenig zu einfach. Es war war nicht nur Bush. Er stand übrigens nicht zur Wahl, und McCain hat innerhalb der rebublikanischen Partei relativ viel Abstand zu Bush. Natürlich hat Obama keinen "landslide-victory" erzielt wie FD Roosevelt oder selbst noch Reagan, auch war die popular-vote relativ knapp. Es hat sich aber doch gezeigt, dass Obama fast ausnahmslos alle "battleground-states" gewann, also die Staaten, in denen der Sieger nicht von Anfang an feststand. Und genau darum ging es ja in dem Artikel, dass in exakt jenen Staaten die darin beschriebenen Mechanismen wirksam waren. Es wird deshalb für die Republikaner tendenziell immer schwieriger werden, in diesen entscheidenden Staaten zu gewinnen, und da dürfte auch ein 80%-iger Stimmenanteil in Montana nichts ändern.
    Wie sie richtig bemerkten, konnte ein FDR noch fast alle Staaten zum kippen bringen, heute muss es genügen die Swingstates zu gewinnen. Und genau darin spiegelt sich das Auseinanderdriften der amerikanischen Gesellschaft wider.

    Auch wenn ich kein Amerikaner bin, und mir damit ein Urteil nur aus der Ferne erlauben darf, machen sie es sich mit ihrem Urteil auch ein wenig zu einfach. Es war war nicht nur Bush. Er stand übrigens nicht zur Wahl, und McCain hat innerhalb der rebublikanischen Partei relativ viel Abstand zu Bush. Natürlich hat Obama keinen "landslide-victory" erzielt wie FD Roosevelt oder selbst noch Reagan, auch war die popular-vote relativ knapp. Es hat sich aber doch gezeigt, dass Obama fast ausnahmslos alle "battleground-states" gewann, also die Staaten, in denen der Sieger nicht von Anfang an feststand. Und genau darum ging es ja in dem Artikel, dass in exakt jenen Staaten die darin beschriebenen Mechanismen wirksam waren. Es wird deshalb für die Republikaner tendenziell immer schwieriger werden, in diesen entscheidenden Staaten zu gewinnen, und da dürfte auch ein 80%-iger Stimmenanteil in Montana nichts ändern.
    Wie sie richtig bemerkten, konnte ein FDR noch fast alle Staaten zum kippen bringen, heute muss es genügen die Swingstates zu gewinnen. Und genau darin spiegelt sich das Auseinanderdriften der amerikanischen Gesellschaft wider.

  6. Auch wenn ich kein Amerikaner bin, und mir damit ein Urteil nur aus der Ferne erlauben darf, machen sie es sich mit ihrem Urteil auch ein wenig zu einfach. Es war war nicht nur Bush. Er stand übrigens nicht zur Wahl, und McCain hat innerhalb der rebublikanischen Partei relativ viel Abstand zu Bush. Natürlich hat Obama keinen "landslide-victory" erzielt wie FD Roosevelt oder selbst noch Reagan, auch war die popular-vote relativ knapp. Es hat sich aber doch gezeigt, dass Obama fast ausnahmslos alle "battleground-states" gewann, also die Staaten, in denen der Sieger nicht von Anfang an feststand. Und genau darum ging es ja in dem Artikel, dass in exakt jenen Staaten die darin beschriebenen Mechanismen wirksam waren. Es wird deshalb für die Republikaner tendenziell immer schwieriger werden, in diesen entscheidenden Staaten zu gewinnen, und da dürfte auch ein 80%-iger Stimmenanteil in Montana nichts ändern.
    Wie sie richtig bemerkten, konnte ein FDR noch fast alle Staaten zum kippen bringen, heute muss es genügen die Swingstates zu gewinnen. Und genau darin spiegelt sich das Auseinanderdriften der amerikanischen Gesellschaft wider.

    Antwort auf "Nicht schon wieder"
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    • Anonym
    • 11.11.2008 um 20:09 Uhr

    Ich beurteile nicht, ich gebe nur wieder wie sich mir als Amerikaner die Situation in meiner Heimat darstellt. Ich habe versucht kulturelle/politische Hintergrundinformationen einfließen zu lassen die in Europa eher unbekannter sind und damit den Erkenntnisgewinn zu maximieren. Amerika ist eben nicht nur ein anderer Kontinent sondern ein anderer Kulturkreis, freilich mit subtileren Unterschieden als zB die Asiaten sie im Vergleich mit Europa haben - aber mit größerem Potential für Mißverständnisse weil die Unterschiede nicht so augenfällig sind und darum Unverständnis als auch Mißverständnisse schneller entstehen.

    Nachdem ich extremst abgeschweift bin:
    Reagan hat im Jahre 1984 erheblich mehr Staaten für sich entschieden als FDR noch 1932. Und zwar ganze 49 Staaten - von 50! Der einzige Grund warum sein Gegner überhaupt EINEN Staat gewonnen hatte war: er kam gebürtig aus diesem Staat.
    Reagan und sein "It's Morning again in America" hat bis heute große Auswirkungen - es war der Triumphzug der Neocons die in Folge das Land von den Füßen auf den Kopf gestellt haben (und damit auch wirklich ein Feuerwerk an neuem Wohlstand entfacht haben von dem noch Clinton unverdient profitiert hat).
    Es müsste einen solchen Erdrutschsieg geben - und damit auch den breiten Rückhalt der Bevölkerung und Öffentlichen Meinung - um ebenfalls eine kommende "Obama-Era" zu prägen. Dies ist nicht der Fall. Ich finde es wichtig die Erwartungen auf Normalmaß zurückzustutzen, sonst werden auch eigentliche Erfolge Obamas nur als Enttäuschungen gesehen - man erwartet schließlich soooooviel von ihm. Und meine Ausführungen sollten eben auch andeuten dass man offenbar in Europa in einem Kuddel-Muddel mit eigenen Vorurteilen über MultiKulti-Gesellschaft denkt um Obama handele es sich ja irgendwie um so eine Art von Migrant und so weiter. Ist er nicht. Er ist as american as apple pie und höllisch stolz drauf Amerikaner zu sein. Keiner brauch erwarten dass nun linke Kuschelpolitik beginnt, er zur Amtseinführung gar die Internationale anstimmt.

    • Anonym
    • 11.11.2008 um 20:09 Uhr

    Ich beurteile nicht, ich gebe nur wieder wie sich mir als Amerikaner die Situation in meiner Heimat darstellt. Ich habe versucht kulturelle/politische Hintergrundinformationen einfließen zu lassen die in Europa eher unbekannter sind und damit den Erkenntnisgewinn zu maximieren. Amerika ist eben nicht nur ein anderer Kontinent sondern ein anderer Kulturkreis, freilich mit subtileren Unterschieden als zB die Asiaten sie im Vergleich mit Europa haben - aber mit größerem Potential für Mißverständnisse weil die Unterschiede nicht so augenfällig sind und darum Unverständnis als auch Mißverständnisse schneller entstehen.

    Nachdem ich extremst abgeschweift bin:
    Reagan hat im Jahre 1984 erheblich mehr Staaten für sich entschieden als FDR noch 1932. Und zwar ganze 49 Staaten - von 50! Der einzige Grund warum sein Gegner überhaupt EINEN Staat gewonnen hatte war: er kam gebürtig aus diesem Staat.
    Reagan und sein "It's Morning again in America" hat bis heute große Auswirkungen - es war der Triumphzug der Neocons die in Folge das Land von den Füßen auf den Kopf gestellt haben (und damit auch wirklich ein Feuerwerk an neuem Wohlstand entfacht haben von dem noch Clinton unverdient profitiert hat).
    Es müsste einen solchen Erdrutschsieg geben - und damit auch den breiten Rückhalt der Bevölkerung und Öffentlichen Meinung - um ebenfalls eine kommende "Obama-Era" zu prägen. Dies ist nicht der Fall. Ich finde es wichtig die Erwartungen auf Normalmaß zurückzustutzen, sonst werden auch eigentliche Erfolge Obamas nur als Enttäuschungen gesehen - man erwartet schließlich soooooviel von ihm. Und meine Ausführungen sollten eben auch andeuten dass man offenbar in Europa in einem Kuddel-Muddel mit eigenen Vorurteilen über MultiKulti-Gesellschaft denkt um Obama handele es sich ja irgendwie um so eine Art von Migrant und so weiter. Ist er nicht. Er ist as american as apple pie und höllisch stolz drauf Amerikaner zu sein. Keiner brauch erwarten dass nun linke Kuschelpolitik beginnt, er zur Amtseinführung gar die Internationale anstimmt.

    • Anonym
    • 11.11.2008 um 20:09 Uhr

    Ich beurteile nicht, ich gebe nur wieder wie sich mir als Amerikaner die Situation in meiner Heimat darstellt. Ich habe versucht kulturelle/politische Hintergrundinformationen einfließen zu lassen die in Europa eher unbekannter sind und damit den Erkenntnisgewinn zu maximieren. Amerika ist eben nicht nur ein anderer Kontinent sondern ein anderer Kulturkreis, freilich mit subtileren Unterschieden als zB die Asiaten sie im Vergleich mit Europa haben - aber mit größerem Potential für Mißverständnisse weil die Unterschiede nicht so augenfällig sind und darum Unverständnis als auch Mißverständnisse schneller entstehen.

    Nachdem ich extremst abgeschweift bin:
    Reagan hat im Jahre 1984 erheblich mehr Staaten für sich entschieden als FDR noch 1932. Und zwar ganze 49 Staaten - von 50! Der einzige Grund warum sein Gegner überhaupt EINEN Staat gewonnen hatte war: er kam gebürtig aus diesem Staat.
    Reagan und sein "It's Morning again in America" hat bis heute große Auswirkungen - es war der Triumphzug der Neocons die in Folge das Land von den Füßen auf den Kopf gestellt haben (und damit auch wirklich ein Feuerwerk an neuem Wohlstand entfacht haben von dem noch Clinton unverdient profitiert hat).
    Es müsste einen solchen Erdrutschsieg geben - und damit auch den breiten Rückhalt der Bevölkerung und Öffentlichen Meinung - um ebenfalls eine kommende "Obama-Era" zu prägen. Dies ist nicht der Fall. Ich finde es wichtig die Erwartungen auf Normalmaß zurückzustutzen, sonst werden auch eigentliche Erfolge Obamas nur als Enttäuschungen gesehen - man erwartet schließlich soooooviel von ihm. Und meine Ausführungen sollten eben auch andeuten dass man offenbar in Europa in einem Kuddel-Muddel mit eigenen Vorurteilen über MultiKulti-Gesellschaft denkt um Obama handele es sich ja irgendwie um so eine Art von Migrant und so weiter. Ist er nicht. Er ist as american as apple pie und höllisch stolz drauf Amerikaner zu sein. Keiner brauch erwarten dass nun linke Kuschelpolitik beginnt, er zur Amtseinführung gar die Internationale anstimmt.

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