Obamas Wahlsieg "Ich habe es für unmöglich gehalten"Seite 3/3
Coachman: Ich fand es natürlich nicht gut, denn ich hatte schließlich Gold für die USA, Georgia und meine Heimatstadt Albany gewonnen. Ich habe diesen Olympiasieg nicht für die Farbigen geholt, sondern für alle Amerikaner. Das müssen Sie sich mal vorstellen: In England haben die Menschen mir zugejubelt und in meiner Heimatstadt weigerte sich der Bürgermeister, mir die Hand zu geben. Aber noch prägender war folgendes Erlebnis. Als ich zum Haus meines Großvaters kam, waren dort unzählige Blumen, teure Blumen wie Rosen und Orchideen und Geschenkgutscheine. Die kamen von weißen Mitbewohnern. Aber niemand schrieb eine Karte oder hinterließ seinen Namen, da niemand öffentlich zugeben wollte, einer Farbigen diese Aufmerksamkeit erwiesen zu haben. Ich trage heute noch zwei Schmuckstücke, für die ich mich nie bedanken konnte, da ich nie erfahren habe, von wem ich sie bekommen habe.
ZEIT ONLINE: Verfolgen Sie heute noch den Spitzensport?
Coachman: Aber natürlich. Ich schaue viel Fernsehen, habe zuletzt die Sommerspiele in Peking ganz gespannt verfolgt.
ZEIT ONLINE: Was sagen Sie zur heutigen US-Leichtathletik, wo die besten Athleten fast ausschließlich Afro-Amerikaner sind?
Coachman: Ich freue mich, wie erfolgreich unsere Leichtathleten sind, dabei ist mir jedoch völlig egal, welche Hautfarbe sie haben. Das hat mich sowieso noch nie interessiert. Es ist nicht wichtig, ob ein Athlet schwarz oder weiß ist, sondern dass er die jeweiligen Qualifikationen schafft und unser Land bei den Wettkämpfen würdig vertritt.
Die Fragen stellte Heiko Oldörp.
- Datum 02.09.2009 - 15:07 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, 7.11.2008 - 18:13 Uhr
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren