Finanzgipfel G20-Länder wollen Krise gemeinsam bekämpfen
Beim Welt-Finanzgipfel besteht Einigkeit darüber, dass die weltweit lahmende Konjunktur mit staatlichen Mitteln wieder angekurbelt werden müsse
Zum Auftakt der Beratungen der 20 führenden Volkswirtschaften (G20) hatte der scheidende US-Präsident George W. Bush ein konsequentes Krisenmanagement angekündigt. "Wir teilen die Entschlossenheit, die Probleme zu lösen, die zu diesen Turbulenzen geführt haben", sagte Bush.
Gleich zum Beginn des Treffens wurden aus dem Kreis der teilnehmenden Staaten feste Absprachen zur Bewältigung der Krise in Aussicht gestellt. "Es wird konkrete Beschlüsse geben". Ein französischer Vertreter ergänzte, die Staats- und Regierungschefs sowie ihre Finanzminister stünden kurz vor der Einigung auf eine Abschlusserklärung. So bestehe Konsens, bis zum 31. März ein erstes Maßnahmenpaket abzuarbeiten. Ein Folgegipfel sei für den April geplant.
Bush nannte als Aufgabe des Gipfels, Prinzipien für Finanz- und Regulierungssysteme aufzustellen und auf dieser Basis einen Handlungsplan für konkrete Verbesserungen auf den Weg bringen.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagte, die Chance zu einer Reform des weltweiten Finanzsystems sei noch nie so günstig gewesen. Auch die USA, die sich bislang eher gegen Regulierungen gesperrt hatten, müssten ein eigenes Interesse daran haben, nun stärker in diese Richtung zu gehen. Man solle den Gipfel aber auch nicht mit Erwartungen überfrachten. Wenn man bei dem Treffen ein Mandat für erste konkrete Aufträge erteile, die zum Teil schon bis zum 31. März 2009 abgearbeitet sein sollen, dann wäre Deutschland froh.
Steinbrück warnte indes vor zu hohen Erwartungen an den Gipfel. Die Zusammensetzung der Teilnehmer mache Entscheidungen nicht leichter. Die Schwellenländer kämen mit zum Teil erheblichen finanziellen Forderungen an die Industrieländer. "Und sie sind selbstbewusster denn je", sagte der Minister.
- Datum 15.11.2008 - 11:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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