Grossbritannien "Wie Island"

Die Krisenangst ist in Großbritannien mit seinem Londoner Finanzzentrum besonders groß. Nun wird das bislang für unmöglich Gehaltene diskutiert: der Euro-Beitritt

Im erlauchten Euro-Kreis: Großbritanniens Premier Brown mit Zentralbankchef Trichet, EU-Kommissionspräsident Barroso, Frankreichs Präsident Sarkozy und dem Vorsitzenden der Euro-Gruppe Juncker (v. l. n. r.)

Im erlauchten Euro-Kreis: Großbritanniens Premier Brown mit Zentralbankchef Trichet, EU-Kommissionspräsident Barroso, Frankreichs Präsident Sarkozy und dem Vorsitzenden der Euro-Gruppe Juncker (v. l. n. r.)

Ist es möglich, dass Großbritannien bald der Europäischen Währungsunion beitreten wird? Vor ein paar Wochen noch hätte man die Frage als überflüssig abtun können. Nichts sprach dafür, dass die störrischen Briten diesen Schritt in voraussehbarer Zukunft erwägen könnten. Dazu war die Abneigung der Mehrheit der Bevölkerung gegen die Preisgabe des Pfundes und den damit verbundenen Verlust nationaler Souveränität allzu ausgeprägt. Eher war der Widerstand gegen den Euro in den letzten Jahren noch größer geworden. Das signalisieren alle Umfragen.

Das kleine Häuflein enthusiastischer Eurobefürworter war dagegen weiter zusammengeschmolzen. Heute überwiegt selbst in Industriekreisen die Ablehnung. An der politischen Front dominieren mehr denn je zuvor die Skeptiker: Die Tories haben sich klar gegen den Euro ausgesprochen, bei Labour wie den Gewerkschaften ist die Skepsis spürbar gewachsen. Seit Beginn des neuen Jahrtausends ist der britische Beitritt eigentlich kein ernstzunehmendes politisches Thema mehr.

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Doch die globale Finanzkrise berührt alles und ist dabei, eine völlig neue Situation zu schaffen. Vieles erscheint derzeit möglich, was bis vor Kurzem noch undenkbar war. Großbritanniens politische Landschaft erinnert an die wundersame Welt von "Alice im Wunderland". Nichts ist mehr, wie es einst war. Alle politischen Gesetzmäßigkeiten scheinen aufgehoben. So war Labour stets erpicht auf Steuererhöhungen, doch jetzt will Gordon Brown unbedingt Steuern senken, um die Nachfrage zu stimulieren. Dagegen warnen die Konservativen, bislang stets vom brennenden Wunsch nach niedrigen Steuern getrieben, auf einmal vor solch einem Schritt.

Da kann es nicht weiter überraschen, dass die Finanzkrise nun auch die Debatte über den Euro neu entfacht. Es sind nun einst eher skeptische Stimmen zu vernehmen, die jetzt für die britische Mitgliedschaft in der Währungsunion plädieren. Ganz pragmatisch, ganz sachorientiert, versteht sich, ohne die kontinentaleuropäische Neigung, hehre Ideale zu beschwören, hinter denen sich doch auch nur handfeste Interessen verstecken.

Bislang hatte es durchaus triftige Gründe für Großbritannien gegeben, der Eurozone fernzubleiben. Das Pfund Sterling war in den letzten elf Jahren im Verhältnis zu den Währungen der Eurozone zu stark gewesen. Der britische Leitzins hatte stets deutlich über dem der Eurozone gelegen; auch die ökonomischen Zyklen passten nicht zueinander. Der wirtschaftliche Preis eines Beitritts wäre zu hoch gewesen. Großbritannien besaß die Möglichkeit, flexibel auf die jeweiligen konjunkturellen Erfordernisse zu reagieren und den Leitzins allein im britischen Interesse festzulegen, während die Europäische Zentralbank einen gemeinsamen Leitzins für oft völlig unterschiedliche ökonomische Gegebenheiten in Ländern der Eurozone festsetzte und deshalb zu einer gewissen Immobilität tendierte.

Doch nun sind Eurozone wie Großbritannien in eine tiefe Rezession hineingerutscht, wobei auf der Insel erschwerend ein Crash des Hausmarktes hinzukommt. Der Kurs des Pfundes ist um 25 Prozent gegenüber dem Euro und dem Dollar gefallen. Aus der Sicht Großbritanniens sieht die Welt plötzlich sehr viel unfreundlicher aus. Das Pfund Sterling muss damit rechnen, zwischen den Reservewährungen der Welt, Dollar und Euro, zerrieben zu werden. Über der Insel hängt die Drohung einer ausgewachsenen Pfundkrise, vor der die Opposition bereits warnt.

Die City von London konnte dank der "Regulierung der leichten Hand", die Gordon Brown konzipiert hatte, trotz fehlender Mitgliedschaft in der Währungsunion zum weltweit führenden Finanzzentrum aufsteigen. Doch ist mehr als fraglich, ob sich diese Position noch halten lässt. Die Zeiten der light touch regulation dürften vorüber sein. Eine neue Ära bricht an, in der strikter reguliert und die Banken einer härteren Aufsicht unterworfen sein werden. Der aufgeblähte Finanzsektor wird abspecken müssen. Was Großbritannien besonders zu schaffen macht. Der Ökonom Willem Buiter von der London School of Economics vergleicht, wenig schmeichelhaft, die Lage Großbritanniens mit der Islands: auch der britische Finanzsektor ist beträchtlich, nämlich viereinhalbmal so groß wie das Bruttosozialprodukt des Landes.

Die Situation ist also äußerst prekär.

Es könnte für die Regierung in London wie für die britischen Banken schwer werden, auf den Finanzmärkten die notwendigen Summen zu leihen, um aus dem Schlamassel herauszukommen. Selbst wenn das schlimmste Szenario ausbleibt - die Flucht aus dem Pfund, drohender nationaler Bankrott und, wie in den Siebzigern, ein Rettungsdarlehen des IWF - es dürfte ungemütlich werden. Für den Ökonomen Will Hutton, der seit Jahren für den Euro-Beitritt plädiert, besteht die beste Chance Großbritanniens darin, sich in die Arme Europas zu flüchten. Ohnehin zeichnet sich ab, dass die Staaten der Eurozone künftig ihre Wirtschaftspolitik sehr viel stärker aufeinander abstimmen werden. Auch das eine Folge der großen Finanzkrise.

Wolfgang Münchau verweist in der Financial Times auf die enormen Hindernisse, die vor einem Beitritt überwunden werden müssten. Womit er nicht einmal Gordon Browns berühmte fünf Tests meint, die der damalige Schatzkanzler aufstellte, um damit Tony Blairs Enthusiasmus für die Europäische Währungsunion auszubremsen. Richtig ist, dass es für den bedrängten Premier sehr gefährlich sein kann, auch nur das Thema Euro-Beitritt anzusprechen: Die Presse ist überwiegend feindselig eingestellt und die öffentliche Meinung ist eben entschieden negativ.

Doch Brown hat eigentlich nichts mehr zu verlieren. Die Krise bewahrte ihm vor dem Sturz durch die eigene Partei, sie gab ihm, ganz überraschend, die Chance auf einen ehrenvollen Abgang von der politischen Bühne, wenn er denn 2010 die Wahl verlieren sollte - womit nach wie vor zu rechnen ist. Brown könnte das Risiko auf sich nehmen und den Briten erklären, warum der Euro die beste Option für die Zukunft darstellt.

Stimmungen lassen sich ändern, zumal angesichts einer globalen Krise, die alles verändert hat. In der Eurozone wird man sich, sollte es zum britischen Sinneswandel kommen, bittere Kommentare über den britischen Egoismus nicht verkneifen. Doch am Ende wird der Kontinent die britischen Nachzügler willkommen heißen. Ihr Beitritt zur Währungsunion wäre ein Triumph - er würde das fortgeschrittenste Projekt europäischer Integration bestätigen und ihm neuen Impetus verleihen.

 
Leser-Kommentare
  1. Sehen wir der Situation ins Auge - wahrscheinlich wird Groß Britannien 2009 oder 2010 vor dem Bankrott stehen - das Gleiche gilt für die USA, vielleicht 1-2 Jahre später.

    Zumindest die USA sind überschuldet (nach einem enormen Konjunkturhoch) und geraten jetzt in eine enorme Weltwirtschaftskrise, deren Ursache eine Überproduktion ist. Die USA haben diese Überproduktionskrise (und Fehlproduktion) durch ihren schuldengetriebenen Konsumeifer gebremst.

    Das Ergebnis ist eine Überschuldung der Haushalte.

    Der Staat ist ebenfalls durch 9.11 und den Irak/Afghanistankrieg ausgeblutet. Jetzt kommt noch der 700 Milliarden Rettungsschirm hinzu und eine zusätzliche Hilfe für die Autobauer - doch das Geld ist nicht etwa, wie man meinem mag, eine Investion in eine bessere Zukunft - es hat nur den drohenden Kollaps verhindert.

    Wieviel Geld wird noch fließen müssen bevor es in den USA wieder bergauf geht? Und einfach abschotten wie früher kann sich die USA nicht - sie ist nicht mehr Hauptrohstofflieferant, sondern Hauptrohstoffkonsument. Damit sich das ändert, müsste sich der American Way of Life ändern.

    Außerdem haben sowohl die Briten als auch die USA nicht mehr ihre Cash Cows - die Finanzindustrie und der Immobilienboom. Der Kettenbrief wurde erkannt und an eine Fortsetzung ist kaum zu denken.

    Die Schulden wachsen, die Einnahmequellen brechen weg und selbst der Dollar wertet nicht ab (was den Export beflügelt hätte/die Schulden entwertet), er wertet auf, da das US-Auslandsgeld repatriert wird.

    Im Ergebnis wird die USA internation sämtliches Vertrauen verspielt haben und wir werden wahrscheinlich eine Weltwärhung zwischen den USA und Europa erleben. Und ich bete zu Gott, dass die USA nicht die Kontrolle über diese Währung erhalten werden.

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    • Anonym
    • 19.11.2008 um 16:09 Uhr

    Bin schon manchmal baff welchen blanken Zynismus viele Deutsche dem angelsächsischen Raum - besonders natürlich den USA - entgegenschleudern.
    Für Mörder und Terroristen im Mittleren Osten hat man dagegen "Verständnis", Schlächter wie Mao und Menschenfeinde wie der ewige "Che" konnten sich in der alten Bundesrepublik der Sympathie ganzer Generationen von Studenten sicher sein - die sogar Spenden für Waffen des Vietcong gesammelt haben um es den Amis richtig zu zeigen.

    Ich weiss nicht was hinter diesem Hass auf die Amerikaner steckt und ehrlich gesagt ist es mir absolut egal.

    Der Bauwahn im Mittleren Osten (Dubai etc.), die massiven Ungleichgewichte die durch Chinas Wirtschaftspolitik hervorgerufen wurden (gigantische Währungsreserven, billighalten der eigenen Währung), der Rohstoff-Wahnsinn mit dem die Russen eine Oberschicht aus Milliardären finanzieren, die enormen Verwerfungen durch die aufsteigenden Schwellenländer, die 0-Zins-Politik der Japaner,.. alles vollkommen aus dem Blickfeld. Es müssen ja die bösen Amis gewesen sein.

    • Anonym
    • 19.11.2008 um 16:09 Uhr

    Bin schon manchmal baff welchen blanken Zynismus viele Deutsche dem angelsächsischen Raum - besonders natürlich den USA - entgegenschleudern.
    Für Mörder und Terroristen im Mittleren Osten hat man dagegen "Verständnis", Schlächter wie Mao und Menschenfeinde wie der ewige "Che" konnten sich in der alten Bundesrepublik der Sympathie ganzer Generationen von Studenten sicher sein - die sogar Spenden für Waffen des Vietcong gesammelt haben um es den Amis richtig zu zeigen.

    Ich weiss nicht was hinter diesem Hass auf die Amerikaner steckt und ehrlich gesagt ist es mir absolut egal.

    Der Bauwahn im Mittleren Osten (Dubai etc.), die massiven Ungleichgewichte die durch Chinas Wirtschaftspolitik hervorgerufen wurden (gigantische Währungsreserven, billighalten der eigenen Währung), der Rohstoff-Wahnsinn mit dem die Russen eine Oberschicht aus Milliardären finanzieren, die enormen Verwerfungen durch die aufsteigenden Schwellenländer, die 0-Zins-Politik der Japaner,.. alles vollkommen aus dem Blickfeld. Es müssen ja die bösen Amis gewesen sein.

    • Anonym
    • 19.11.2008 um 16:09 Uhr

    Bin schon manchmal baff welchen blanken Zynismus viele Deutsche dem angelsächsischen Raum - besonders natürlich den USA - entgegenschleudern.
    Für Mörder und Terroristen im Mittleren Osten hat man dagegen "Verständnis", Schlächter wie Mao und Menschenfeinde wie der ewige "Che" konnten sich in der alten Bundesrepublik der Sympathie ganzer Generationen von Studenten sicher sein - die sogar Spenden für Waffen des Vietcong gesammelt haben um es den Amis richtig zu zeigen.

    Ich weiss nicht was hinter diesem Hass auf die Amerikaner steckt und ehrlich gesagt ist es mir absolut egal.

    Der Bauwahn im Mittleren Osten (Dubai etc.), die massiven Ungleichgewichte die durch Chinas Wirtschaftspolitik hervorgerufen wurden (gigantische Währungsreserven, billighalten der eigenen Währung), der Rohstoff-Wahnsinn mit dem die Russen eine Oberschicht aus Milliardären finanzieren, die enormen Verwerfungen durch die aufsteigenden Schwellenländer, die 0-Zins-Politik der Japaner,.. alles vollkommen aus dem Blickfeld. Es müssen ja die bösen Amis gewesen sein.

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    • Arocas
    • 19.11.2008 um 16:22 Uhr

    Aber Zustimmung finden Sie sicher beim Chefredakteur Josef Joffe.

    • Dray
    • 19.11.2008 um 16:48 Uhr

    Ich bin kein Anti-Amerikanist. Aber man kann die Rolle der USA in dieser Wirtschatfkrise doch jetzt nicht runterspielen mit dem unbilligen Argument des Anti-Amerikanismus. Sicher haben sie Recht bezüglich Mao und Che Guevara, aber die USA haben den Ärger auch häufig auf sich gezogen: Im Vietnam wie im Irak. Himmelfahrtskommando fällt mir spontan dazu ein. Und bei der wirtschaftlichen Lage der USA gibt es nichts zu beschönigen. Wer hat denn jahrelang eine Niedrigzinspolitik des billigen Geldes gefahren und sich damit (künstliches) Wachstum erkauft? Die USA sind ein Innovationsmotor. Sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich. Aber deswegen sollte man nicht die Augen vor ihren Fehlern und den Fehlern ihrer Regierung verschließen. Mit War on Terrorism lässt sich nun mal nur eine Branche richtig fördern. Wer den Strukturwandel verpennt und glaubt alles geht so weiter, der wird letztendlich bestraft. Wer jahrzehntelang auf Pump lebt auch. Das hat nichts mit Anti-Amerikanismus zu tun, zu mal die Amerikaner selbst ja auch einsehen, dass was sie da veranstaltet haben, nicht richtig war und zu diesem Ende führen musste(vielleicht nicht die lame duck, aber ein Herr Krugman schon)

    • phima
    • 19.11.2008 um 16:49 Uhr

    ...wird auch in England als Germanismus benutzt. Nicht, dass es die hier (England) nicht gäbe, aber der Fakt, dass man einen Germanismus vorzieht sagt durchaus etwas aus.
    Ich frage mich auch schon seit längerem, worauf der Amerikahass besonders hier im Zeit Forum basiert. Auch die ständigen Angriffe und Unterstellungen Herrn Joffe gegenüber finde ich sehr verwuderlich.
    Menschen mit anderer Meinung werden regelmäßig als dumm oder naiv degradiert.

    phima

    • Arocas
    • 19.11.2008 um 16:22 Uhr

    Aber Zustimmung finden Sie sicher beim Chefredakteur Josef Joffe.

    • Dray
    • 19.11.2008 um 16:48 Uhr

    Ich bin kein Anti-Amerikanist. Aber man kann die Rolle der USA in dieser Wirtschatfkrise doch jetzt nicht runterspielen mit dem unbilligen Argument des Anti-Amerikanismus. Sicher haben sie Recht bezüglich Mao und Che Guevara, aber die USA haben den Ärger auch häufig auf sich gezogen: Im Vietnam wie im Irak. Himmelfahrtskommando fällt mir spontan dazu ein. Und bei der wirtschaftlichen Lage der USA gibt es nichts zu beschönigen. Wer hat denn jahrelang eine Niedrigzinspolitik des billigen Geldes gefahren und sich damit (künstliches) Wachstum erkauft? Die USA sind ein Innovationsmotor. Sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich. Aber deswegen sollte man nicht die Augen vor ihren Fehlern und den Fehlern ihrer Regierung verschließen. Mit War on Terrorism lässt sich nun mal nur eine Branche richtig fördern. Wer den Strukturwandel verpennt und glaubt alles geht so weiter, der wird letztendlich bestraft. Wer jahrzehntelang auf Pump lebt auch. Das hat nichts mit Anti-Amerikanismus zu tun, zu mal die Amerikaner selbst ja auch einsehen, dass was sie da veranstaltet haben, nicht richtig war und zu diesem Ende führen musste(vielleicht nicht die lame duck, aber ein Herr Krugman schon)

    • phima
    • 19.11.2008 um 16:49 Uhr

    ...wird auch in England als Germanismus benutzt. Nicht, dass es die hier (England) nicht gäbe, aber der Fakt, dass man einen Germanismus vorzieht sagt durchaus etwas aus.
    Ich frage mich auch schon seit längerem, worauf der Amerikahass besonders hier im Zeit Forum basiert. Auch die ständigen Angriffe und Unterstellungen Herrn Joffe gegenüber finde ich sehr verwuderlich.
    Menschen mit anderer Meinung werden regelmäßig als dumm oder naiv degradiert.

    phima

    • Arocas
    • 19.11.2008 um 16:22 Uhr

    Aber Zustimmung finden Sie sicher beim Chefredakteur Josef Joffe.

    Antwort auf "Wunschdenken?"
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    • phima
    • 19.11.2008 um 16:54 Uhr

    ... wohl unrecht.

    phima

    • phima
    • 19.11.2008 um 16:54 Uhr

    ... wohl unrecht.

    phima

    • Dray
    • 19.11.2008 um 16:48 Uhr

    Ich bin kein Anti-Amerikanist. Aber man kann die Rolle der USA in dieser Wirtschatfkrise doch jetzt nicht runterspielen mit dem unbilligen Argument des Anti-Amerikanismus. Sicher haben sie Recht bezüglich Mao und Che Guevara, aber die USA haben den Ärger auch häufig auf sich gezogen: Im Vietnam wie im Irak. Himmelfahrtskommando fällt mir spontan dazu ein. Und bei der wirtschaftlichen Lage der USA gibt es nichts zu beschönigen. Wer hat denn jahrelang eine Niedrigzinspolitik des billigen Geldes gefahren und sich damit (künstliches) Wachstum erkauft? Die USA sind ein Innovationsmotor. Sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich. Aber deswegen sollte man nicht die Augen vor ihren Fehlern und den Fehlern ihrer Regierung verschließen. Mit War on Terrorism lässt sich nun mal nur eine Branche richtig fördern. Wer den Strukturwandel verpennt und glaubt alles geht so weiter, der wird letztendlich bestraft. Wer jahrzehntelang auf Pump lebt auch. Das hat nichts mit Anti-Amerikanismus zu tun, zu mal die Amerikaner selbst ja auch einsehen, dass was sie da veranstaltet haben, nicht richtig war und zu diesem Ende führen musste(vielleicht nicht die lame duck, aber ein Herr Krugman schon)

    Antwort auf "Wunschdenken?"
  2. Englands Interesse an den EU-Institutionen erwacht immer dann, wenn es etwas zu holen gibt. Sei es mittels der 'I want my money back' Aktion oder durch Hilfen der EU an England, als jeder BSE-geplagte Rinderzüchter dort den vielfachen Preis des geschlachteten Viehs als EU-Subvention verbuchen konnte.

    Geschichte scheint sich zu wiederholen. England in der Krise, sei umschlungen Europa! Bis England in wenigen Jahren Eurozone wird dürften die schlimmsten Auswirkungen der Finanzkrise überwunden sein. Man muss kein Prophet sein um zu sehen, dass England für den 'Beitritt' Sondersuveränität und überproportionalen Einfluss auf die Europäische Zentralbank einfordert - und erhalten wird!

    Aus deutscher Sicht hat das Durchsetzen von nationalen Interessen einen negativen Beigeschmack. Vielleicht sollte Berlin in den USA, England oder Polen in die Lehre gehen! Dort wird gezeigt wie es geht. Auch wenn man dafür über die Schatten der Vergangenheit springen muss!
    Das bedeutet jedoch auch: ein klares 'nein' Richtung London. Sollen sie wiederkommen wenn es der Gemeinschaft nutzt, nicht wenn es gerade opportun erscheint. Ob England derzeit überhaupt die Beitrittskriterien für die Eurozone erfüllt ist zweielhaft. Den derzeitigen Euro-Ländern macht niemand den Status streitig. Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte!

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    • phima
    • 19.11.2008 um 16:52 Uhr

    ... geht es in erster Linie um nationale Interessen, einschließlich Deutschland. Beispiele sind die Industriepolitik (Abgasnormen), Gesundheitspolitik (Zigarettenwerbung) etc..

    phima

    - und da gebe ich Ihnen Recht, - daß es darauf hinauslaufen wird, befürchte ich auch, - dennoch, ein Beitritt Englands zur Eurozone wäre schon wünschenswert, ebenso ein EU Beitritt der Türkei. Zunächst einmal muß der Euro die kommenden Finanz und Wirtschaftsturbulenzen überstehen. Eine ordentliche Portion Skepsis, ja sogar Misstrauen den Engländer gegenüber ist verständlich, vielleicht sogar angebracht, aber wenn wir ein starkes Europa wollen (davon gehe ich jetzt mal aus) müssen wir an vielen Baustellen immer wieder das Verbindende suchen und nicht nur beim Trennenden stehen bleiben. Das Gleiche gilt doch mitunter für Polen, Dänemark, Italien, Griechenland auch, ja sogar manchmal für Frankreich oder Irland. Und umgekehrt empfinden andere EU Länder Deutschland oft als "imposing" - allzu schwergewichtig.

    • phima
    • 19.11.2008 um 16:52 Uhr

    ... geht es in erster Linie um nationale Interessen, einschließlich Deutschland. Beispiele sind die Industriepolitik (Abgasnormen), Gesundheitspolitik (Zigarettenwerbung) etc..

    phima

    - und da gebe ich Ihnen Recht, - daß es darauf hinauslaufen wird, befürchte ich auch, - dennoch, ein Beitritt Englands zur Eurozone wäre schon wünschenswert, ebenso ein EU Beitritt der Türkei. Zunächst einmal muß der Euro die kommenden Finanz und Wirtschaftsturbulenzen überstehen. Eine ordentliche Portion Skepsis, ja sogar Misstrauen den Engländer gegenüber ist verständlich, vielleicht sogar angebracht, aber wenn wir ein starkes Europa wollen (davon gehe ich jetzt mal aus) müssen wir an vielen Baustellen immer wieder das Verbindende suchen und nicht nur beim Trennenden stehen bleiben. Das Gleiche gilt doch mitunter für Polen, Dänemark, Italien, Griechenland auch, ja sogar manchmal für Frankreich oder Irland. Und umgekehrt empfinden andere EU Länder Deutschland oft als "imposing" - allzu schwergewichtig.

    • phima
    • 19.11.2008 um 16:49 Uhr

    ...wird auch in England als Germanismus benutzt. Nicht, dass es die hier (England) nicht gäbe, aber der Fakt, dass man einen Germanismus vorzieht sagt durchaus etwas aus.
    Ich frage mich auch schon seit längerem, worauf der Amerikahass besonders hier im Zeit Forum basiert. Auch die ständigen Angriffe und Unterstellungen Herrn Joffe gegenüber finde ich sehr verwuderlich.
    Menschen mit anderer Meinung werden regelmäßig als dumm oder naiv degradiert.

    phima

    Antwort auf "Wunschdenken?"
    • phima
    • 19.11.2008 um 16:52 Uhr

    ... geht es in erster Linie um nationale Interessen, einschließlich Deutschland. Beispiele sind die Industriepolitik (Abgasnormen), Gesundheitspolitik (Zigarettenwerbung) etc..

    phima

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    • ttob
    • 20.11.2008 um 0:15 Uhr

    ... ob man der nationalen Industrie huldigt (wie deutsche Politiker) oder der Nation.

    Deutschland hat immer wieder Geld auf den Tisch gelegt, um Europa "voranzubringen" zuletzt um den Reformvertrag doch noch schnell durchboxen zu können, da handeln andere Länder viel egoistischer. Genutzt hat uns diese Großzügigkeit bisher leider gar nichts.

    • ttob
    • 20.11.2008 um 0:15 Uhr

    ... ob man der nationalen Industrie huldigt (wie deutsche Politiker) oder der Nation.

    Deutschland hat immer wieder Geld auf den Tisch gelegt, um Europa "voranzubringen" zuletzt um den Reformvertrag doch noch schnell durchboxen zu können, da handeln andere Länder viel egoistischer. Genutzt hat uns diese Großzügigkeit bisher leider gar nichts.

    • phima
    • 19.11.2008 um 16:54 Uhr

    ... wohl unrecht.

    phima

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    • Arocas
    • 19.11.2008 um 23:10 Uhr

    Beschönigungsgeschichten über die einzige Supermacht für gut zu halten. Der Kommentar Nr.4 erklärt es bereits gut im Ansatz.
    Darüber hinaus glaube ich wenig noch an die Macht der Nationalitäten: die Macht auf dieser Welt verteilen sich Banken und Korporationen. Dahinter die unbekannten Strangzieher, denen die Welt gehört. So traurig isses. Mittelalter reloaded. De normale Bürger hat wenig zu melden.

    • Arocas
    • 19.11.2008 um 23:10 Uhr

    Beschönigungsgeschichten über die einzige Supermacht für gut zu halten. Der Kommentar Nr.4 erklärt es bereits gut im Ansatz.
    Darüber hinaus glaube ich wenig noch an die Macht der Nationalitäten: die Macht auf dieser Welt verteilen sich Banken und Korporationen. Dahinter die unbekannten Strangzieher, denen die Welt gehört. So traurig isses. Mittelalter reloaded. De normale Bürger hat wenig zu melden.

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